Was sind eure Erfahrungen mit der Rentenversicherung (DRV) hinsichtlich Arbeitsweise, Transparenz usw.?

Harzfünfer

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Würde mich mal interessieren, bei denen, die es schon betraf oder betrifft, wie ihr die Vorgehensweise der DRV empfindet.

Also eigentlich meine ich jetzt weniger hinsichtlich Erwerbsminderungsrenten, wobei wenn jemand da unbedingt was dazu sagen möchte ist es auch ok, aber eigentlich geht es auch mehr so um die Beantragung, Antragsbearbeitungsdauer, Berechnung der gewöhnlichen Altersrenten.

Naja, wobei es da ja auch noch mal unterschiedliche Altersrenten gibt, was die Sache etwas komplizierter macht und wo auch die Berechnung unterschiedlich aussehen kann. Die meisten Leute gehen ja wohl, sofern die Möglichkeit dazu gegeben ist bei ihrem Versicherungsverlauf (und das ist manchmal noch strittig aufgrund der komplizierten Regelungen), frühestmöglich in den Ruhestand oder zumindest aber vor der Regelaltersgrenze.

Man hört eigentlich im Internet viel darüber, dass die DRV nicht gerade besonders zuverlässig ist.

Allein schon die Bearbeitungsfristen, die ihr gesetzlich zugestanden werden und die ja oftmals noch deutlich überschritten werden, sind m.E. übermäßig lang. Drei bis vier Monate pro Antrag, und das nur, wenn alles geklärt.

Meine Mutter hat ja aktuell einen Rentenantrag gestellt wegen Altersrente für Schwerbehinderte, und da bin ich auch mal gespannt, ob das wirklich rechtzeitig alles bearbeitet wird und das Geld auf dem Konto sein wird.

Aber noch was weiteres ist wohl oft nicht ganz unproblematisch- die Berechnung.
Nun hat eine Bekannte meiner Mutter, die schon seit kurzem Rente bezieht, mitgeteilt bekommen, dass ihre Rente zu hoch berechnet wurde und sie den überfälligen Betrag jetzt zurückzahlen soll.
Sowas sollte ja eigentlich nicht vorkommen. Da wird doch völlig schlampig gearbeitet. Es ist nun auch noch nicht sicher, ob das rechtens ist, sie möchte das nochmal überprüfen lassen.

Tja und wenn Renten zu hoch berechnet werden, können sie gleichsam auch zu niedrig berechnet werden.

Es wurde ja bei mehreren Untersuchungen gesagt, dass etwas die Hälfte(!) der überprüften Renten fehlerhaft berechnet worden sei.

Seit 2018 schickt die DRV, angeblich aus Kostengründen oder weil es die Rentenanwärter sowieso nicht verstehen würden, keine vollständigen Bescheide mehr raus, nur noch eine Zusammenfassung, wie es ungefähr berechnet wurde.
Wer die genauen Berechnungsgrundlagen haben möchte, muss diese gesondert anfordern.
Und ohne diese Unterlagen ist absolut nicht nachvollziehbar, wie die Rente im einzelnen überhaupt berechnet wurde.

Man muss aber auch sagen, dass durch die ganzen komplizierten Gesetze, die dazu über Jahre und Jahrzehnten erlassen und immer wieder geändert wurden, die Berechnung auch schwerer gemacht wurde, als sie eigentlich sein müsste.

Dann gibt es noch den Aspekt der Beratungsqualität bei der DRV, und da kann ich sagen, dass meine Mutter hier sicher alles andere als gut beraten wurde, sie musste eigentlich alles selbst recherchieren bzw. teilweise auch über mich. So z.B., wie man die auf die 35 Jahre kommt, dass es hier unterschiedliche Zählweisen gibt, z.B. bei den Mindestentgeltpunkten (dass sie sowas noch bekommen könnte mittels Zahlung freiwilliger Beiträge, das wurde ihr auch nie gesagt!).

Verwandte von uns haben sich wegen der Rentenangelegenheiten einen privaten Rentenberater genommen, weil die da anscheinend selbst nicht durchblicken- das kostet dann aber richtig Geld...
 

ZynHH

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Ich habe bisher keine schlechten Erfahrungen mit der DRV Bund gemacht.
Der Besuch bei der DRV hat mir sogar die Möglichkeit der EMR gebracht, weil die SB beim Durchwühlen meines Kontos Dinge ans Licht gefördert hat, die ich garnicht auf dem Zettel hatte.

Werde diese Woche anfangen den Antrag auszufüllen, mal gucken, ob meine guten Erfahrungen so bleiben.
 
E

ExUser 70372

Gast
Langsam, bürokratisch, arrogant, stur.
Ups, zu 1 und 3 könnte ich nun genau die völlig entgegen gesetzten Eigenschaften aufführen.

Mir ist im Rahmen meiner Verrentung wegen Erwerbsunfähigkeit, also Vorgehensweise, Antragstellung, Kontenklärung etc. nirgends besser, kompetenter, offener und freundlicher geholfen worden als direkt bei der DRV. Weder beim VdK noch von sozialen Diensten in Krankenhäusern. Und das gleich von mehreren MitarbeiterInnen der DRV.

Bürokratisch sind dort die Abläufe nunmal, dass liegt in der Natur der Sache.
 

Kerstin_K

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Okay, dann differenziere ich mal: In der örtlichen Auskunfts- und Beratungsstelle läuft alles top, wenn man davon absieht, dass es mehrmonatige Wartezeiten auf Termine gibt.

Sobald man aber dise Ebene verlaesst, trifft meine obige Aussage zu, besonders in Berlin.
 

Uhus

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Die DRV Berlin/Brandenburg geht bei der Auswahl ihrer externen Gutachter wohl nicht allzu sorgsam vor: Man muss damit rechnen, sogar ausgewiesene Rechtsextremisten/Neonazis mit langjähriger Funktionärskarriere in der verfassungsfeindlichen NPD zugewiesen zu bekommen. Für eine öffentlich-rechtliche Institution ein No-Go!

Ich kann nur jedem raten, den zugewiesenen Gutachter genau unter die Lupe zu nehmen. Auch der bekannte Hochstapler Gert Postel (kein Abi, Kein Studium), der unter anderem als Oberarzt in der sächsischen Psychiatrie arbeitete, wurde seinerzeit sogar von Gerichten als psychiatrischer Gutachter herangezogen.
 
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Die DRV Berlin/Brandenburg geht bei der Auswahl ihrer externen Gutachter wohl nicht allzu sorgsam vor: Man muss damit rechnen, sogar ausgewiesene Rechtsextremisten/Neonazis mit langjähriger Funktionärskarriere in der verfassungsfeindlichen NPD zugewiesen zu bekommen. Für eine öffentlich-rechtliche Institution ein No-Go!

Ich kann nur jedem raten, den zugewiesenen Gutachter genau unter die Lupe zu nehmen. Auch der bekannte Hochstapler Gert Postel (kein Abi, Kein Studium), der unter anderem als Oberarzt in der sächsischen Psychiatrie arbeitete, wurde seinerzeit sogar von Gerichten als psychiatrischer Gutachter herangezogen.
Ist das dann bei diesen Rechtsextremisten so, das die eine eigentlich vorliegende Erwerbsminderung doch verneinen, weil die was gegen Menschen haben, die nicht mehr arbeiten können?
 

Harzfünfer

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Okay, dann differenziere ich mal: In der örtlichen Auskunfts- und Beratungsstelle läuft alles top, wenn man davon absieht, dass es mehrmonatige Wartezeiten auf Termine gibt.
Meine Mutter hatte mehrere Termine dieses Jahr, und zumindest auf den ersten musste sie ca. ein halbes Jahr warten- im Januar musste man sich im Internet anmelden, und da erst für Juni was frei. Die anderen Termine gingen dann aber schneller, nachdem sie bekanntgab, Rente beantragen zu wollen.

Außerdem finde ich es schlecht, dass jetzt das Coronavirus dort zum Anlass genommen wird, Begleitpersonen zu untersagen.
 

Harzfünfer

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Ich habe Neuigkeiten: Meine Mutter hat nun ihren Rentenbescheid gekommen. Berechnung scheint zu stimmen. Und ich hätte mit dem Bescheid frühestens in gut einem Monat gerechnet, möglicherweise auch erst im Frühjahr, da es noch einige Unklarheiten/neue Sachverhalte zu behandeln gab.
Bin also durchaus positiv überrascht darüber- naja, wobei es eigentlich normal um nicht zu sagen selbstverständlich sein sollte, dass ein Rentenantrag korrekt bearbeitet wird....
 

Harzfünfer

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Die Berechnung scheint doch nicht ganz zu stimmen. Da wurde einfach vergessen, das Gehalt aus dem Minijob von diesem Jahr zu berücksichtigen, das geschah weder im Versicherungsverlauf noch bei den Entgeltpunkten.
Das ist nicht viel, aber trotzdem kann das nicht angehen, da muss man was machen. Wenn dort so schlampig gearbeitet wird, kann man wohl davon ausgehen, dass die Einnahmen aus dem Minijob die nach Rentenbeginn noch erzielt werden, und sich mindestens bis zur Regelaltersgrenze geringfügig rentensteigernd auswirken können, auch nicht berücksichtigt werden, bis man dem nicht nachgeht.:mad:
 
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