Was sagt man, wenn einem ungerechtfertigter Weise mit Sanktionen gedroht wird? (1 Betrachter)

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juergen1958

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Hallo,

ich meine, der Sachbearbeiter sollte merken, dass man sich gegen die Sanktion wehren würde und eine mögliche Sanktion nicht seinen gewünschten Erfolg bringen wird. Vielleicht hält in das ja davon ab?

Ich habe ein paar Ideen, aber keine Ahnung, ob sie angemessen/praxistauglich sind:

"Ich würde es schon merkwürdig finden, wenn Sie sich nicht an die Gesetze halten und mich sanktionieren"

"Na, mal schauen, was das Gericht dazu meint"
"Da bin ich aber gespannt, wie das Gericht es sieht"
"Ob die Sanktion Bestand haben wird, bleibt abzusehen"
(Aufgrund von der ersten Antwort)

Was meint Ihr und wie habt/würdet ihr verbal auf einer ungerechtfertigten Sanktionandrohung kontern? Gibt es noch weitere Möglichkeiten? Ich bin gespannt auf eure Vorschläge und die Erfahrungswerte bzw. Begründung.

Viele Grüße
Jürgen
 
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TazD

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AW: Was sagt man, wenn einem ungerechtfertigter Weise mit Saktionen gedroht wird?

"Ich würde es schon merkwürdig finden, wenn Sie sich nicht an die Gesetze halten und mich sanktionieren"
Diese Aussage kann man nur treffen, wenn definitiv feststeht, dass eine Sanktion rechtswidrig ist. Das entscheidet aber u.U. erst das SG.

"Na, mal schauen, was das Gericht dazu meint"
"Da bin ich aber gespannt, wie das Gericht es sieht"
Wird die meisten SB vermutlich nicht sonderlich interessieren.

Was meint Ihr und wie habt/würdet ihr verbal auf einer ungerechtfertigten Sanktionandrohung kontern? Gibt es noch weitere Möglichkeiten? Ich bin gespannt auf eure Vorschläge und die Erfahrungswerte bzw. Begründung.
Ich würde da gar keine große Welle machen. Androhen kann man viel, aber ob die verhängte Sanktion Bestand hat bleibt abzusehen.
Dann muss das SBchen eben ein paar mal durchs SG eingebremst werden und dann gibt sich das schon. Den Weg muss man dann aber halt erstmal gehen, auch wenn es mühsam ist.
 

DonOs

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AW: Was sagt man, wenn einem ungerechtfertigter Weise mit Saktionen gedroht wird?

Das geht beim SB Linkes Ohr rein und rechtes Ohr wieder raus. Die haben ein Dickes Fell angelegt, anlegen müssen. Ich habe schon so viele Sanktionen abwenden können, Klagen gewonnen aber auch verloren, daß schert die vom Amt doch nicht, haftet man ja nicht Privat für Fehler. Hat man sich ein SB mit Klagen, Rügen, Eingaben etc. "erzogen" bekommt man einen neuen vor die Nase gesetzt, ein Teufelskreis. :glaskugel:

Ich gehe da ganz anders vor, der SB denkt im Gespräch, wieder einen Elo dranbekommen und macht schon ein fiktives Häkchen an meine Akte, mit Vermerk Schlafschlaf, bekommt dann aber hinten rum den vollen Einlauf, mit Widersprüchen Klagen, Aufsichtsbeschwerden, Eingaben aber ein paar Stellen höher wo es fruchtet. Das zieht viel besser. Was man im Gespräch erzählt und widergibt, ist etwas völlig anderes als was in den Gesprächsverlauf des Termins vom SB eingetragen wird, teilweise Unterschiede von Tag und Nacht, von daher sehe ich keinen Sinn dem SB mündlich die Leviten zu lesen.
 

Pixelschieberin

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AW: Was sagt man, wenn einem ungerechtfertigter Weise mit Saktionen gedroht wird?

Da wo du hin willst, kommen die meisten Ratgeber schon her.

Im Kern schließe ich mich den bisherigen Autoren an.
Ein verbaler Schlagabtausch nimmt vielleicht Druck aus dem eigenen Kessel, bringt mir jedoch wenig sobald ich der Einstellung des Gegenübers gewahr werde.

Gelegentlich hilft es, vermeidbare Mehrarbeit in Aussicht zu stellen.
Für SB UND dessen Teamleiter, gar GF.
Z. B. indem selbsicher verkündet wird, SÄMTLICHE Rechtsmittel auszuschöpfen.

Wozu unter Anderem auch hoch-offizielle Anträge auf Beratung und Auskunft nach Paragraph schlagmichtot gehören, die detaillierte Fragenkataloge zu den noch zu klärenden Punkten beinhalten werden.
Das ist für strukturierte HE wie beim EGV/VA-Ausdrucken:
Nur ein Mausklick.
 

CanisLupusGray

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AW: Was sagt man, wenn einem ungerechtfertigter Weise mit Saktionen gedroht wird?

Warum soll ich bellen, wenn ich beißen kann?!
 

Gollum1964

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AW: Was sagt man, wenn einem ungerechtfertigter Weise mit Saktionen gedroht wird?

Warum soll ich bellen, wenn ich beißen kann?!
sehr gut auf den Punkt gebracht.

Ich würde zunächst einmal die Drohung ohne Diskussionen zur Kenntnis nehmen und abwarten ob der bellende SB dann auch zubeißt. Häufig bleibt es dann bei den Drohgebärden, insbesondere in Situationen, wenn die Anschuldigungen auf wackligen Beinen stehen und der SB im Ernstfall damit rechnen muß, bei Gegenwehr des Kunden eine Schlappe vor dem SG einzustecken.

Ich wurde vor wenigen Wochen ebenfalls mit einer Sanktionsandrohung konfrontiert wegen angeblichen Meldeversäumnis (in Wirklichkeit Einladung postalisch nicht bei mir eingegangen). Ich habe erwidert, daß ich den Termin nicht wahrnehmen konnte, da das Schreiben bei mir postalisch nicht eingegangen ist und diese Begründung in schriftlicher Form nachweisbar im Jobcenter abgegeben. Eine Sanktion kam (bisher) nicht.
Eine langwierige Diskussion mit dem SB, ob man dann Gegenmaßnahmen ergreift, würde ich nicht gerne führen wollen, da es dann ganz schnell eskalieren kann und man den "Point of no return" quasi herbeischreit, insbesondere wenn man ohne Beistand aufschlägt.
Falls es dann trotzdem zum Ernstfall kommt, muß man halt abwägen, ob man gerichtlich dagegen vorgeht oder nicht.
 

humble

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AW: Was sagt man, wenn einem ungerechtfertigter Weise mit Saktionen gedroht wird?

Warum soll ich bellen, wenn ich beißen kann?!
So ist es. Wenn ich heute auf die vielen Gespräche zurückblicke, bei denen ich als "passiver" Beistand dabei war, mit dem geballten Wissen welches ich mir zwangsweisen in den letzten 6 Monaten aneignen musste, hätte ich den Betroffenen noch vielfach besser helfen können. Und das wird nicht unterbleiben. Sobald ich wieder auf den eigenen Füssen stehe, geht es auf in den Kampf... :flame:
 
E

ExitUser

Gast
Was sagt man, wenn einem ungerechtfertigter Weise mit Sanktionen gedroht wird?
Da gehe ich bis nach Karlsruhe !.

Es gibt vermutlich nichts was die Sachbearbeiter noch nicht gehört haben. Viele der ELOs ziehen aber dann den Schwanz ein und daher beeindruckt man die SB damit nicht.
"Noch so ein Maulheld" denken die sich dann.

Am Besten ist es daher nichts zu sagen aber dann kurzfristig zu handeln.
Wobei ich den Ärger natürlich auch nicht immer runterschlucken kann und manchmal auch verbal ausfallend werde. Das zeigt aber das der SB sein Ziel erreicht hat und diese Blöße möchte ich mir eigentlich nicht geben.

Grüße
Murphy
 

Wholesaler

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Mich würde vielmehr interessieren, wie lange man in etwa warten muss, bis das Sozialgericht entschieden hat. Klar, das ist von Gericht zu Gericht unterschiedlich. Aber es gibt sicherlich Durchschnittswerte.
 

juergen1958

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Hallo,
danke euch für eure Antworten.
Ist ja sehr interessant, es gibt drei Meinungen:

1) ist egal was man sagt, interessiert den SB nicht
2) dem SB klarmachen, dass er damit mehr Arbeit bekommt
3) nichts sagen, es könnte eskalieren

Ich würde immer sachlich und möglichst freundlich bleiben, daher meine Frage: was könnte passieren, wenn es eskaliert? Mit einer Sanktion muss ich ja sowieso rechnen.

Diskutieren kann ich mit meinem SB sowieso nicht, darauf läßt es sich nicht ein. Falls es keine weiteren Gründe gibt, würde ich dem SB dann im Gespräch kurz sagen, dass es dann für uns beide (Mehr-)Arbeit gibt.

Viele Grüße
Jürgen
 

AnotherDay

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SB keine Munition liefern. Neutral und sachlich bleiben. Einfach mal einen Beistand mitnehmen. Drohung die an Nötigung grenzt (Androhung einer Sanktionierung)...mal erkundigen...würde aber kein Fass aufmachen.
 

TazD

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[...] Drohung die an Nötigung grenzt (Androhung einer Sanktionierung [...]
Die Androhung einer Sanktion grenzt noch nicht mal ansatzweise an den Straftatbestand der Nötigung, da eine Sanktion gesetzlich legitimiert.
Der Straftatbestand der Nötigung setzt die rechtswidrige Drohung mit einem empfindlichen Übel voraus.

Was ich persönlich von Sanktionen halte, steht auf einem anderen Blatt, aber es geht hier rein um die Rechtslage.
 

noillusions

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was könnte passieren, wenn es eskaliert?
Lass so was nicht an dich ran. Lass SB ruhig eskalieren. Anhören und auf Durchzug schalten.
Irgendwann merken die dass einen das nicht juckt und sie nur ihre Energie vergeuden.
Eine Sanktionsankündigung habe ich mal ganz neutral mit "Ich nehme das zur Kenntnis" beantwortet. Da waren die SB sichtbar ratlos.

Ich könnte mir noch Sticheleien der SB in der Form vorstellen wie: "Ach das ist ihnen egal oder wie?"
Dann kann man z.B. ebenso ungerührt sagen:"Solche Vorfälle würde ich dann angemessen bearbeiten."

Drohungen irgendwelcher Art finde ich falsch, weil man sich dadurch als getroffen zeigt. Man sollte einen gelassenen Eindruck machen.
 

Holler2008

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Da ich weiß, wie ich mir wehre, kommt bei so einer Androhung von mir nur "wenn sie mich sanktionieren wollen, hätte ich gerne einen Anhörungsbogen."

Selbst ruhig bleiben und wenn der SB eskaliert sage ich dass ich den Termin aufgrund seines Verhaltens nun beende und gehe darauf heim.
 
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