Was passiert, wenn ich eins von zwei bezahlten Ehrenämtern kündige, wenn die Aufwandsentschädigung über 200 € läge? (1 Betrachter)

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Aquedukta

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Hallo an alle!

Folgende Situation: ich habe derzeit ein gut bezahltes Ehrenamt, dass ich allerdings kündigen möchte.
Nun habe ich eine ähnliche (aber für mich bessere) Sache gefunden, bei der man ebenfalls eine ordentliche Aufwandsentschädigung erhalten würde.

Das Problem ist, das ich mit beiden zusammen über die 200 € Freibetrag käme und damit ja meine Hilfebedürftigkeit verringern würde. Kann mir da auch bei Aufwandsentschädigungen ein Strick draus gedreht werden? Soweit mir bekannt ist, gilt zumindest steuerlich alles über den 200 € als normales Einkommen.

Wenn ich jetzt aber, sagen wir mal noch vor Ende diesen Monats das 1. Ehrenamt kündige und das 2. erst im nächsten Monat antrete, hätte ich dann immer noch meine Hilfebedürftigkeit (absichtlich) verringert? Es wäre ja zeitlich voneinander unabhängig und schließlich kann man ja nicht unbedingt bei Kündigung wissen, dass man demnächst wieder etwas neues antritt.

Und was würde im schlimmsten Fall passieren? Eine 30-%-Sanktion, oder gar Leistungseinstellung?

Ob ich das zweite Ehrenamt bekomme ist auch noch gar nicht klar, also bisher ist dieses Szenario noch hypothetisch.
Dass ich das erste aber kündigen möchte ist sicher und sollte, ohne das zweite anzutreten, ja auch eigentlich kein Problem sein, da das JC bisher noch keinen Vorteil dadurch hat.
 
Zuletzt bearbeitet:

verona

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Problem ist wohl, dass Aufwandsentschädigungen nach dem Einkommenssteuergesetz geregelt werden. Ca. 2400,- sind frei nach der Übungseleiterpauschale und bis zu 720,- für den Ehrenamtsfreibetrag. Kann inzwischen auch höher sein. Nur diese Summe ist steuerfrei und wird deswegen beim JC anderes behandelt. Letztendlich kommt es beim Finanzamt auf die Jahressumme an. Für das JC ist erstmal die monatliche Einnahme von Interesse. Die werden nach meiner Einschätzung den Betrag über 200,- prozentual anrechnen wie bei einem Minijob.
 

Aquedukta

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Es handelt sich bei mir bei beiden Ehrenämtern um eine Übungsleiterpauschale, also um den Freibetrag von 200 €.
Dass das JC alles darüber normal anrechnen würde, hatte ich mir auch schon gedacht.
Meine Frage bezieht sich aber ja auf die Folgen der Kündigung...schließlich ist es ja doch kein "richtiger Job"
 

verona

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die Kündigung ha keine Folgen. Ich habe dieses Jahr meinen Job mit Aufwandentschädigung gekündigt. bzw. auslaufen lassen.
Es wird ja nichts angerechnet, folglich reduzierst du mit oder ohne auch nicht deine Hilfsbedürftikeit.
 

Aquedukta

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Ja, wenn man nur ein Ehrenamt hat und man damit unter 200€ liegt, hat das keine Folgen. Anders sieht es aber aus bei zweien, mit denen man über 200€ kommt und das ist ja meine Frage.
Schließlich weiß ich nicht, wie schnell ich das erste Ehrenamt kündigen kann und wann ich beim anderen eingestellt werde.
 

verona

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Schrieb ich doch, der Überhang von 200,- wird verrechnet und du solange du jährlich die 2400,- nicht überschreitest ergeben sich keine Probleme. Aber das kann man ja regeln, in dem man später im neuen "Job" mal weniger arbeitet bzw. Urlaub nimmt. Das wird ja nicht vergütet.
Ich verstehe nicht so ganz deine Sorge.
 

Aquedukta

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Meine Sorge ist, dass dies eine Vermeidung einer Verringerung der Hilfebedürftigkeit gleichkommt.
Ich würde ja theoretisch mit zwei Ehrenämtern über 2400 € jährlich kommen.
Ähnlich wie wenn ich einen 400€ Job kündigen würde, dann würde man mich ja glaube ich auch sanktionieren.
 

verona

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ich denke, du willst den anderen/ersten job aufgeben? das wäre ja nur eine kurzfristige Überschneidung.
 

Aquedukta

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Ja genau, das erste Ehrenamt möchte ich nicht mehr machen, aber ich weiß nicht, wie schnell ich dort raus käme (will die auch nicht komplett hängen lassen) und wann genau ich beim anderen starten könnte.
Die Überschneidung wäre auf jeden Fall kurzfristig, aber sie wäre da. (Es sind halt beide Sachen gut bezahlt ;) )
 

Claus.

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Ich würde mich fast wundern wenn man ein Ehrenamt -kündigen- könnte :D das muß in der Satzung von dem Verein -oder-was-auch-immer- geregelt sein. Also erstmal dort nachlesen.

Da gibt es zig Möglichkeiten, von ´kannste vergessen, selbst der Tod befreit dich nicht von den von dir übernommenen Pflichten´ über ´auf dein Ersuchen hin kann dich der Cheffe von deinen Pflichten entbinden´ bis hin zu ´nur die Mitgliedervollversammlung ...´ (oder eben wie oben in #4 ´endet turnusmäßig´ ... alle 3 Jahre, mit Neuwahlen, ...).

Bei den Aufwandsentschädigungen gibt es zudem mind. 3 verschiedene Dingens:
- die Übungsleiterpauschale, die nur Körperschaften (Vereine, gGmbH´s^^ und ähnliche Trickser) rausleiern dürfen, (einmalig) 2400€ p.a. steuerfrei
- die Ehrenamtspauschale mit den max. 720€ p.a. steuerfrei, und
- die Aufwandsentschädigung für die "regelmäßig über das übliche Maß hinaus öffentliche Dienste Leistenden", können nur öffentliche Kassen zahlen, sind entweder immer noch nur 175€ /Mon. - oder es ist da doch auch mal die Erhöhungsrunde von m.E.n. 2013 angekommen und es sind nun 200€ /Mon., also entweder 2100€ oder 2400€ p.a. .

Könnte § 3 Nr. 26, Nr. 26a und Nr. 12 EStG sein.

Und zumindest bei letzterem kann satzungsmäßig auch geregelt werden, ob und inwieweit damit Auslagen abgegolten sein sollen. Ansonsten werden im Zweifel halt auch Fahrt- /Reisekosten, Bleistift, Schreibblock und ne "Dienstunterhose" seperat zur Erstattung eingereicht.
Dementsprechend wird sich das JC etwas schwerer tun^^ mit einfach plump die Summen aus dem EStG zu übernehmen und stur mit Tunnelblick irgendwelche Anrechnungen zu erfinden. "Vertane" Zeit ist halt nunmal was ganz was anderes als "Mäuse ausgeben müssen".

Hinsichtlich JC sehe ich eher ein Problem mit der 15-Stunden-Grenze.
 

verona

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Bei den Aufwandsentschädigungen gibt es zudem mind. 3 verschiedene Dingens:
- die Übungsleiterpauschale, die nur Körperschaften (Vereine, gGmbH´s^^ und ähnliche Trickser) rausleiern dürfen, (einmalig) 2400€ p.a. steuerfrei
- die Ehrenamtspauschale mit den max. 720€ p.a. steuerfrei, und
- die Aufwandsentschädigung für die "regelmäßig über das übliche Maß hinaus öffentliche Dienste Leistenden", können nur öffentliche Kassen zahlen, sind entweder immer noch nur 175€ /Mon. - oder es ist da doch auch mal die Erhöhungsrunde von m.E.n. 2013 angekommen und es sind nun 200€ /Mon., also entweder 2100€ oder 2400€ p.a. .
Da hat sich inzwischen aber einiges geändert bzw. erhöht.
Die steuerfreie Entschädigung für ehrenamtliche Tätigkeiten als Vorstand oder Platzwarte liegt im Jahr 2020 bei 840 € jährlich (in 2019 bei 720 €). Wird eine ehrenamtliche Tätigkeit nebenberuflich ausgeübt, etwa als Mitglied eines Verwaltungsrates oder auch als Mitglied in einem Ausschuss, können 200 € monatlich als steuerfreie Aufwandsentschädigung geltend gemacht werden. Für Übungsleiter und Betreuer liegt der Freibetrag bei jährlich 3.000 €.
 
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