Was passiert nun? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

guinan

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Hi,

ich bin vom Sozialgericht aufgefordert wurden zu einem Gutachter zu gehen. Ich schrieb zurück, dass ich nur in die strittigen Teile der Untersuchung einwillige, nicht jedoch in die unstrittigen. Insbesondere nicht in eine körperliche Untersuchung, da ich nie körperliche Einschränkungen behauptet habe und auch sonst niemand. Und ich fragte, ob es nötig sei, dass der Gutachter meine Lebensgeschichte im Detail weitergibt oder nur die Einschränkung, denn wenn ich ständig gezwungen werde, Schweigepflichtsentbindungen zu unterschreiben, kann ich auch nicht wirklich ein Vertrauensverhältnis zu Psychologen aufbauen.

Darauf wurde zurückgeschrieben, dass ich die Begutachtung verweigert hätte und die Akten vom Gutachter zurückverlangt.

Zum Hintergrund: Ich habe bereits 2 Gutachten über mich ergehen lassen. Ich war in einer Reha, aber nur 4 Wochen, da die Rehaeinrichtung ins Gutachten schrieb, ich solle eine berufliche Reha im Anschluss machen. Und der psychologische Dienst vom Arbeitsamt bescheinigte dasselbe. Allerdings führte dies nun nicht dazu, dass ich die Reha bekommen hätte, sondern die nur, dass mir der Bildungsgutschein und jeder Antrag auf Eingliederungsmaßmaßen verweigert wurde. Bewerben sollte ich mich ebenfalls nicht mehr und mir wurde gesagt, meine Bewerbungskosten würden auch nicht mehr übernommen. Die Rentenversicherung, die die Reha hätte bezahlen sollen, lehnte diese jedoch auch ab, indem sie behaupteten, das wäre nicht nötig, ich wäre gesund genug.

Ich klagte vor dem Sozialgericht, da ich ja nicht gleichzeitig zu gesund für eine Reha und zu krank für eine Umschulung oder Wiedereingliederung sein könne. Das Sozialgericht verlangte von beiden Stellen Stellungnahmen und beide sagten, man könne für mich nichts tun, ich müsse alleine klar kommen.

Mir gehts darum, dass ich irgendwie weitermachen darf und es bald ein Urteil gibt. Am meisten Angst habe ich davor, dass es bleibt wie es ist- also guinan auf dem Abstellgleis ohne Perspektive.

Was kann nun passieren, da ich ja nicht zum Gutachter gegangen bin? Eigentlich habe ich ja nur halb abgelehnt- die strittigen Untersuchungen hätte ich ja über mich ergehen lassen. Steht da aber nun anders.
 
E

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Hast Du einen Antrag auf Teilhabe bei der Rentenversicherung gestellt.

Welche Inhalte hat Deine Klage vor dem Sozialgericht?

Du kannst selbst einen Antrag auf Begutachtung stellen, indem Du Deine eigenen Befunde vorlegst, wenn Du das für sinnvoll hälst.

Ansonsten gibst Du zuwenig klare Informationen, worum es Dir eigentlich geht, sodaß man hier nur raten kann.
 

guinan

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Ich habe bei der Rentenversicherung einen Antrag auf berufliche Reha gestellt (so wie es mir in Gutachten geraten wurde).

Im Sozialgerichtsverfahren habe ich dann auch alle weiteren Einschränkungen beschrieben, wie ich am Weiterkommen durch das Jobcenter, das Arbeitsamt und die Rentenversicherung gehindert wurde- indem immer auf den anderen verwiesen wurde und ich nichts tun durfte.

Daraufhin hat das Gericht selbständig die Klage erweitert, sodass nun gegen alle 3 Institutionen auf einmal geklagt wird- das Gericht sucht nach einer Möglichkeit, die "allen gerecht" werden könnte. Jeder sagt jedoch bisher "also WIR können da nichts machen". Und ich bin weiter auf dem Sofa festgebunden und darf mich nicht rühren.

Meine Gutachten habe ich dem Gericht selbstverständlich auch zugesendet. Die Ärzte der Rentenversicherung zweifeln diese an, ohne mich jemals zu Gesicht bekommen zu haben. Das erste Gutachten war sogar eins, das in einer Rehaklinik der Rentenversicherung durchgeführt wurde- und wird dennoch angezweifelt.
 

guinan

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Hi Espps,

ich vertrete mich selbst. Mein Ziel ist wieder zu arbeiten und selbst mit Beratungsgutschein und Prozesskostenbeihilfe weiß ich, dass nach Jahren noch nachgefragt wird, ob man wieder zu Geld gekommen ist und dann doch noch nachträglich zahlen muss. Also mach ichs lieber selbst.

Meine Klage gegen die Rentenversicherung ist um eine berufliche Reha. Ebenfalls habe ich vorgeschlagen, einen Kurs unter Arbeitsbelastung im BTZ Dortmund machen zu können, um festzustellen, wozu ich geeignet bin. Ebenfalls beantragte ich beim Jobcenter eine Umschulung, ebenfalls eine Weiterbezahlung während einer Ausbildung, eine Eingliederungsmaßnahme, einen Bildungsgutschein, einen Computerkurs, ein Bewerbungstraining und was man sonst noch so alles beantragen kann, um irgendwas zu machen.

Im Grund beinhaltet die Klage nun allumfassend, dass mir IRGENDEIN Weg gezeigt wird, wie ich weitermachen kann. Außer Kekse verpacken (was mir wörtlich so vom Arbeitsamt vorgeschlagen wurde)

Mein eigentliches Ziel ist eine Umschulung
 
E

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Also klagst Du jetzt gegen die AfA, DRV + GKV auf Teilhabe am Arbeitsleben?
 

guinan

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Prinzipiell schon. Auch wenn die sich nicht einig sind, ob ich sowas brauche- denn ich bin ja zu gesund für ne Reha und zu krank für ne normale Umschulung. Auch darin sehen sie keinen Widerspruch. Also dass ich gesund und krank gleichzeitig bin. GEnausowenig wie sie einen Widerspruch darin sehen, dass ich eine Ausbildung abgeschlossen und nicht abgeschlossen habe und zwar gleichzeitig. Ich bin auch bereit, eine normale Umschulung zu wagen- auf welchem Weg ist mir sowas von egal.
 
E

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Prinzipiell schon. Auch wenn die sich nicht einig sind, ob ich sowas brauche- denn ich bin ja zu gesund für ne Reha und zu krank für ne normale Umschulung. Auch darin sehen sie keinen Widerspruch. Also dass ich gesund und krank gleichzeitig bin. GEnausowenig wie sie einen Widerspruch darin sehen, dass ich eine Ausbildung abgeschlossen und nicht abgeschlossen habe und zwar gleichzeitig. Ich bin auch bereit, eine normale Umschulung zu wagen- auf welchem Weg ist mir sowas von egal.
Ich kann mir gut vorstellen, wie man sich in diesem Behördendschungel vorkommt! Schrecklich. Ich verstehe aber jetzt in Ansätzen, was Du meinst und wo der Schuh drückt.

Guck mal hier: Unabhängige Sozialberatung in Bochum

Dort gibt es auch Termine in Deiner Stadt. Dort würde ich einmal hingehen!
 

guinan

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Hi,

auch das habe ich schon durch. Alle je vorgeschlagenen Beratungsstellen von Caritas über sozialpsychiatrischen Dienst und Arbeitslosenberatung und Beratungsstelle der Rentenversicherung.

Die Beratungsstelle der Rentenversicherung sagte mir, ich würde sicher keine Umschulung kriegen, höchstens ein paar Arbeitsschuhe. Da bin ich heulend wieder raus.

Die Arbeitslosenberatung sagte mir, es gibt keinen Rechtsanspruch auf Umschulung, dies sei Ermessenssache. Die Sachbearbeiter hätten einen Ermessensspielraum. Sie wüsste keinen Fall, wo schon mal jemand auf Ausschöpfung des Ermessensspielraumes geklagt hätte, daher könnte sie mir nicht raten. Aber wenn ich mal mit meiner Klage durch sei, solle ich mich mal melden und ihr sagen, wie das Urteil lautete.

Die Caritas hat einerseits Vertrauen von mir verlangt, andererseits aber gegen mein ausdrückliches NEIN Kontakt zu meiner Sachbearbeiterin aufgenommen. Ich habe ihr nur erlaubt, das in meiner Gegenwart zu tun. Da sie sich nicht dran gehalten hat, habe ich mir alle Unterlagen aushändigen lassen und bin auch dort mit Tränen in den Augen wieder geflüchtet.

Der sozialpsychiatrische Dienst ist prinzipiell eine prima Adresse, der Sozialpädagoge da hat mich immer sehr bestärkt und sich mit mir aufgeregt. Wirklich etwas erreichen konnte er auch nicht auf dem "kleinen Dienstweg". Ich gehe dort nun eine Weile schon nicht mehr hin, da er ja nicht helfen kann. Aber nett ist der Mann.
 

guinan

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Ok danke. Wo muss ich gucken, ob es sowas in Hagen auch gibt?

LG,
guinan
 

guinan

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Danke. Das war genau die, wo ich mal wegen Beratung nachgefragt hatte. Aber ich kann ja nochmal nach Treffen fragen, um in Hagen mal Sozialkontakte zu bekommen...hoffentlich sind die mein Fall. Ach ja und wegen Begleitung zu Ämtern.

Danke dir,
guinan
 
E

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:icon_neutral:Ich komme aus Dortmund und habe diese niedrige und unwürdige Behandlung am eigenem Leib mitmachen müssen!
Auch alles nur weil ich den Bildungsgutschein für eine Ausbildung haben wollte!

Wenn Du eine Begleitung suchst melde Dich bei mir,
ich kann Dir nur nicht versprechen immer Zeit zu haben,
dem JobCenter gehe ich gerne auf die Nerven,
noch am liebsten ,
wenn Grund dazu besteht!:biggrin:
 
H

hass4

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Aus den untersuchungsergebnis der reha ging eine empfehlung hervor und der psychologische dienst hat das bestätigt.

hast du denn einen schriftlichen antrag beim jobcenter gestellt für bildungsgutschein oder sonstiges in der angelegenheit oder ist das alles mündlich abgelaufen?

dein schriftlicher antrag muss dir auch schriftlich beantwortet werden mit begründung der ablehnung.

dagegen kann man dann einen widerspruch einlegen, der wird in der regel auch immer abgelehnt. damit kann man dann eine klage beim sozialgericht einreichen.

die empfehlung der reha einrichtung das ergebnis vom psychologischen dienst und die SCHRIFTLICHE BEGRÜNDUNG vom jobcenter so wie deine stellungnahme werden dem sozialgericht übergeben. wenn es sein muss auch eine schweigepflicht entbindung für das sozialgericht vom behandelnden arzt.

so wie ich aus deinem posting entnehmen kann ist aber alles mündlich mit dem jobcenter abgelaufen. die wollen dich einfach mundtod machen weil du nichts schriftliches von denen hast.

immer alles in schriftform beantragen, das sozialgericht wird sich jetzt wohl erst die stellungnahme vom jobcenter besorgen, damit die überhaupt erst mal erfahren aus welchem grund dir das abgelehnt wurde.

das ist immer grundlage für eine klage. ich würde mich nie mündlich mit dem jobcenter einlassen, immer schriftlich und die abgabe der anträge bestätigen lassen.
 

guinan

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Die Anträge- auch die auf Bildungsgutschein und ähnliches- sind schriftlich gestellt und nach langem Kampf und Beschwerde, weil ich immer nur mündlich Auskunft bekommen habe, irgendwann auch schriftlich beantwortet worden. Diese liegen bei Gericht, ebenso die Gutachten. Ich habe es genau so gemacht, wie du vorschlägst. Zumindest was die offiziellen Teile betrifft- alles was keine Anträge sind, sondern Gespräche, habe ich versucht als Protokoll schriftlich zu bekommen, aber das wurde mir nie unterschrieben. Habe nur bei Anträgen einen Anspruch auf rechtsmittelfähige Bescheide.
 
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