Was passiert bei alternativlos extrem hohen Kosten der Unterkunft? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

rechtspfleger

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"Nur" interessehalber gefragt, bin ja nicht persönlich betroffen:

Ich war kürzlich auf einer Nordseeinsel (nicht Sylt) und sah zufällig in einer Schaufensterauslage auch zwei Wohnungsangebote: einmal 22 qm für € 600 kalt und einmal 72 qm für € 1.100 kalt. :icon_surprised:

Das hat mich umgehauen und ins Nachdenken gebracht. Die Kaltmiete für die 22-qm-Wohnung ist teurer als das, was ich selbst an Warmmiete zzgl. Stromkosten für (m)eine Wohnung mit ca. 60 qm bezahle.

Wie wird mit Hilfeempfängern umgegangen, die sich in einer solchen Wohnsituation befinden? Eine Alternative zwecks Kostensenkung wird es an Ort und Stelle in diesem Fall kaum geben. Wird dann zum Umzug an einen anderen Ort gedrängt?
 

im Grünen

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Denke mal, Du darfst das sechs Monate genießen und wirst dann gegangen.

Haben diese Inseln überhaupt ein eigenes JC?
(und steht dem erwerbsfähigen LE hier ein Boot zu? :icon_kinn:)
 
E

ExitUser

Gast
Bei Bestandsmieten wird manchmal mehr gezahlt, als die offiziellen Sätze. Das kenne ich aus Köln z.B.

Die KdU-Richtlinien dienen ja auch dazu, den Zuzug von Hilfebedürftigen zu verhindern. Gerade auf Sylt möchte man sicher ungern Armut sehen.
 

rechtspfleger

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Danke für die Meinungen.

Das Absurde daran ist m.E., daß den Betroffenen mit einem Umzug auf das Festland in gewisser Weise wohl sogar gedient wäre.

Wenn man da evtl. auch erhöhte Kosten der Unterkunft bezahlt bekommt, ist das ja nur die eine Seite, auf der anderen Seite gibt es für € 364 / Monat deutlich weniger Gegenwert als auf dem Festland, da die Lebensmittelpreise schon heftig höher sind.

Andererseits kann man sich wahrscheinlich die Frage stellen, was jemand davon hat, wenn er auf das Festland umgezogen wird. Mein Eindruck von dem genannten Besuch bezieht sich auf eine der ostfriesischen Inseln, aber in der Region ist es ja wohl auch so, daß auch auf dem Festland bei weitem nicht alles rosig aussieht.

P.S.: Ich habe im Internet nachgeschaut, auf der Insel gibt es eine Dienststelle des Arbeitsamtes, das Jobcenter sitzt auf dem Festland.
 

im Grünen

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Danke für die Meinungen.

Das Absurde daran ist m.E., daß den Betroffenen mit einem Umzug auf das Festland in gewisser Weise wohl sogar gedient wäre.

Wenn man da evtl. auch erhöhte Kosten der Unterkunft bezahlt bekommt, ist das ja nur die eine Seite, auf der anderen Seite gibt es für € 364 / Monat deutlich weniger Gegenwert als auf dem Festland, da die Lebensmittelpreise schon heftig höher sind.
Inhaltlich hast Du vollkommen recht.

Ich frag mich aber grade, ob eine derartige Extremsituation nicht einen Mehrbedarf "Inselzuschlag" rechtfertigen würde.....
 

rechtspfleger

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Ich frag mich aber grade, ob eine derartige Extremsituation nicht einen Mehrbedarf "Inselzuschlag" rechtfertigen würde.....
Das ist m.E. ein sehr guter und zutreffender Gedanke. :icon_daumen: Allerdings würde sich das wohl nur klären lassen, wenn ein Betroffener ein Verfahren zu dieser Frage durchzieht. Das wäre sicherlich eine langwierige Sache, da die entscheidende Rechtsfrage dann m.E. wäre, ob die Regelsätze verfassungsgemäß sind, soweit die Aufwendungen für den Lebensunterhalt aufgrund der geographischen Lage des Wohnortes erhöht sind.
 

im Grünen

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Das wäre sicherlich eine langwierige Sache, da die entscheidende Rechtsfrage dann m.E. wäre, ob die Regelsätze verfassungsgemäß sind, soweit die Aufwendungen für den Lebensunterhalt aufgrund der geographischen Lage des Wohnortes erhöht sind.
Das sicherlich nicht. Die Pauschalisierung ist ja bereits bestätigt worden.

Bleibt die Möglichkeit des Mehrbedarfs
 
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