Was muss man bei einem Umzug als ALG2-Empfänger beachten? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

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Auf ein Neues!

Bald steht ein Umzug bevor.
Wir sind gerade in der nützlichen Lage unser Sonderkündigungsrechts aussprechen zu können, da eine enorme Mieterhöhung bald in Kraft treten wird.

Ich habe bald eine Wohnungsbesichtigung.
Was muss ich als ALG2-Empfänger beachten, damit der Umzug reibungslos über die Bühne geht und nicht zum Fiasko wird?
 

Seepferdchen 2010

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Hallo @Chausee

da eine enorme Mieterhöhung bald in Kraft treten wird.
Diese Mieterhöhung liegt dir schriftlich vor?

Und du hast auch mal in die örtliche Richtlinie deiner Stadt geschaut?

Du lässt dir ein Mietangebot geben und das reichst du bitte mit Anschreiben beim JC ein, weil.............................

§ 22 SGB II Abs. 4

(4) 1Vor Abschluss eines Vertrages über eine neue Unterkunft soll die leistungsberechtigte Person die Zusicherung des für die neue Unterkunft örtlich zuständigen kommunalen Trägers zur Berücksichtigung der Aufwendungen für die neue Unterkunft einholen. 2Der kommunale Träger ist zur Zusicherung verpflichtet, wenn die Aufwendungen für die neue Unterkunft angemessen sind.
Wenn die schriftliche Zusicherung dir vorliegt, kannst du den Antrag stellen auf Umzugskosten.
 
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Die Mieterhöhung liegt schriftlich vor und ich soll sie sogar per Unterschrift akzeptieren.

Die örtlichen Richtlinien verstehe ich leider nicht.
Es steht dort geschrieben
Richtwerte für die Kosten der Unterkunft
3-Personen-Haushalt: 315€
Ist das Miete mit Strom, Heizung, Wasser, Betriebskosten, ... ?
In meiner aktuellen Wohnung werden bis 80m2 bezahlt, 408€ Kaltmiete, 160€ Nebenkosten und 96€ Heizkosten.

Wenn die schriftliche Zusicherung dir vorliegt, kannst du den Antrag stellen auf Umzugskosten.
Hoffentlich geht das dann schnell.
 

Seepferdchen 2010

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Ist das Miete mit Strom, Heizung, Wasser, Betriebskosten, ... ?
Ich weiß nicht wo du gelesen hast, daher schlecht nachvollziehbar.

Daher ist wohl hier dieser Betrag................

3-Personen-Haushalt: 315€
für die Kaltmiete ohne Betriebskosten gemeint

Stromkosten geht aus dem Regelsatz also ALG II, wenn allerdings eine
Nachtspeicherheizung vorliegt, trennt man das nach Haushaltsstrom und
Heizstrom.

Die Mieterhöhung liegt schriftlich vor und ich soll sie sogar per Unterschrift akzeptieren.
Das Mieterhöhungsverlangen reichst du bitte in Kopie zum Antrag mit ein.
 
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Ok folgendes muss nun passieren:

1. neue Wohnung besichtigen und Mietangebot aushändigen lassen
2. Mietangebot + Antrag Umzugskosten + Mieterhöhung der akt. Wohnung ans JC schicken (evtl. mit der Bitte um schnelle Bearbeitung)
3. abwarten

Wenn diese 315€ wirklich die Kaltmiete sind, dann bin ich mit der neuen Wohnung mehr als Knapp im Limit. Denn diese beträgt 310€. 315€ Kaltmiete, das kann ich mir irgendwie nicht vorstellen.
 

Seepferdchen 2010

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2. Mietangebot + Antrag Umzugskosten + Mieterhöhung der akt. Wohnung ans JC schicken (evtl. mit der Bitte um schnelle Bearbeitung)
Hmm hier wenn möglich persönliche Abgabe gegen Empfangsbestätigung
auf der Kopie vom Antragsschreiben oder aber auf jeden Fall belegbar einreichen, wichig!

315€ Kaltmiete, das kann ich mir irgendwie nicht vorstellen.
Wie bereits geschrieben, ich weiß nicht wo du geschaut hast.

In meiner aktuellen Wohnung werden bis 80m2 bezahlt, 408€ Kaltmiete, 160€ Nebenkosten und 96€ Heizkosten.
Aus diesen Angaben entnehme ich, das mehere Personen im Haushalt leben.
 
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Genau. Nur musste ich das Bundesland auswählen, da die Stadt nicht drin stand. Datum ist auch in 2016.

Ich schicke dir den Link zum PDF gerne als Private-Nachricht.
 
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Hallo Chausee! Da hast du nicht richtig geschaut. Wenn deine Stadt nicht dabei ist, schau auf der Webseite deines JC oder fordere dort die Richtlinie an, wenn sie nicht online einsehbar ist.
 
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Ok jetzt habe ich eine neue Tabelle gefunden.

3 Personen, bis 75m2, 450€ - vermutlich Kaltmiete.
Dann passt das ja alles.
 
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Die Situation ist jetzt wie folgt.
Ich habe Gespräche mit mehreren Vermietern geführt und habe in spätestens zwei Wochen Antworten von allen Vermietern.

Heute kam noch ein Schreiben vom JobCenter.
Meine Freundin, die noch immer in Elternzeit ist, hat eine Einladung bekommen, um die berufliche Situation zu besprechen.

Wie gehen wir jetzt am besten vor?
Wenn wir den Termin wahrnehmen, sollten wir dem SB meiner Freundin von unserem geplanten Umzug erzählen oder besser nicht?
 

Seepferdchen 2010

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@Chausee

Wenn wir den Termin wahrnehmen, sollten wir dem SB meiner Freundin von unserem geplanten Umzug erzählen oder besser nicht?
Solange du nichts konkretes in der Hand hast, wie zum Beispiel ein Mietangebot, kann ich dir nur empfehlen, erstmal nicht nichts zu erwähnen.

Ich habe Gespräche mit mehreren Vermietern geführt und habe in spätestens zwei Wochen Antworten von allen Vermietern.
Und genau darauf wartest du erstmal, erst dann kann man "Nägel mit Köpfe machen"!
 
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Ok danke für die Antwort. Werden wir beherzigen.

Hoffentlich geht alles glatt, denn der SB hat uns schon mehrfach versuch in die Pfanne zu hauen. Genau wie meiner auch.
 

Seepferdchen 2010

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Kann man sich die Kaution vom JobCenter vorstrecken lassen?
Wie bereits geschrieben aus dem Vermittlungsbudget wird keine Kaution gezahlt, du kannst ja einen Antrag auf ein Darlehn stellen, inwieweit du damit Erfolg hast, kann ich dir leider nicht beantworten.
 
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Die Situation ist nun folgendermaßen.

Wir haben eine gute Wohnung gefunden und der Vermieter hat keine wirklichen Probleme mit mir. Die Wohnung wäre zum 1.11 frei. Mein aktuelles Sonderkündigungsrechts kann ich leider nicht nutzen, da ich sonst glaube ich zum 1.10 schon aus meiner aktuellen Wohnung müsste. Heißt also ich habe in jedem Fall 3 Doppelmieten. Außer ich finde jemanden der meine Wohnung sofort nimmt.

Wie regelt man das mit den Doppelmieten mit dem Jobcenter?
Ich sehe es schon kommen, dass Doppelmieten eine unüberwindbare Hürde sind und der Umzug deswegen platzen wird.
 

Seepferdchen 2010

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AW: Was muss man bei einem Umzug als ALG2-Empfänger beachten?

Wir haben eine gute Wohnung gefunden und der Vermieter hat keine wirklichen Probleme mit mir.
Du hast jetzt schriftlich ein Mietangebot bekommen?
Das Angebot mußt du in Kopie beim JC mit Anschreiben einreichen,
am besten persönlich gegen Empfangsbestätigung oder nachweisbar versenden.

Mein aktuelles Sonderkündigungsrechts kann ich leider nicht nutzen, da ich sonst glaube ich zum 1.10 schon aus meiner aktuellen Wohnung müsste.
Was steht genau zum Sonderkündigungsrecht im Vertrag?

Heißt also ich habe in jedem Fall 3 Doppelmieten.
Hmm das wird schwierig, weil....................

Können bei einem notwendigen Wohnungswechsel die Mietzeiträume wegen der Kündigungsfristen nicht nahtlos aufeinander abgestimmt werden, so können zumutbar nicht abwendbare doppelte Mietaufwendungen ("Überschneidungskosten") bei der gebotenen weiten Auslegung der Normen nach vorheriger Zustimmung als Wohnungsbeschaffungskosten übernommen werden (vgl. Berlit in LPK - SGB II § 22 Rd.-Nr. 66 mit Hinweisen auf die verwaltungsgerichtliche Rechtsprechung).

Doppelte Mietaufwendungen fallen, --wenn sie unvermeidbar waren - , unter die Wohnungsbeschaffungskosten im Sinne er Vorschrift § 22 Abs. 3 SGB II (Eicher/Spellbrink, 2. Aufl., Randnr. 83 zu § 22).

Weder der Regelung des § 22 SGB II noch dem allgemeinen Grundsatz zur Vermeidung unnötiger Kosten gemäß § 2 SGB II kann die Forderung entnommen werden, dass Hilfe-bedürftige ihre Wohnung schon vor Auffinden einer neuen Wohnung kündigen müssen, um die bei Einhaltung von Mietkündigungsfristen regelmäßig entstehenden Überschneidungszeit-räume zu vermeiden oder sich auf solche Wohnungen bewerben müssen, die wegen der schlechten Vermietbarkeit auch erst zum Ablauf der Kündigungsfrist der innegehaltenen Wohnung angemietet werden können. Ein Überschneidungszeitraum von nur einem Monat entspricht einem kostenbewussten Verhalten, das üblicherweise auch Mietselbstzahler an den Tag legen.

Quelle:
Tacheles Willi 2

3 Monatsmieten ist schon heftig, besser wäre eine Doppelmiete
hier gibt es einige Urteile dazu:

Sozialgericht Kiel, Urteil vom 4. April 2017 (Az.: S 30 AS 407/15):

Grundsätzlich geht die Kammer davon aus, dass bei einem Umzug eine zeitliche Überschneidung des alten und neuen Mietverhältnisses eher die Regel als die Ausnahme darstellt. Gründe dafür sind zum einen darin zu sehen, dass die meisten Mieter — gerade in Zeiten eines angespannten Mietmarktes — davor zurückschrecken, ein bestehendes Mietverhältnis zu kündigen, ohne bereits den Mietvertrag für eine neue Wohnung unterschrieben zu haben. Weiterhin spricht eine oft vorliegende Verpflichtung zur Auszugsrenovierung der alten Wohnung gegen einen „nahtlosen“ Übergang von einem Mietverhältnis ins andere, weil für einen solchen dann keine Zeit mehr bliebe. Auch dann, wenn dem Leistungsberechtigten wegen seiner familiären oder sonstigen Situation ein kompletter Aus- und Einzug an einem Tag nicht zumutbar ist, geht die Kammer von der Angemessenheit einer „Doppelmiete“ für einen kurzen Zeitraum aus.“

Quelle:
Rechtsanwalt Helge Hildebrandt : Doppelmieten bei Umzug: In der Regel vom Jobcenter zu ubernehmen! | Sozialberatung Kiel

Wie regelt man das mit den Doppelmieten mit dem Jobcenter?
Schau unbedingt in deinen Mietvertrag bzw. es müßte auch in der Mieterhöhung der Passus zum Sonderkündigungsrecht stehen.
 
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Du hast jetzt schriftlich ein Mietangebot bekommen?
Das Angebot mußt du in Kopie beim JC mit Anschreiben einreichen,
am besten persönlich gegen Empfangsbestätigung oder nachweisbar versenden.
Nein weil der Vermieter Angst hat, dass die Wohnung 2 Monate leer stehen könnte wegen meiner Kündigungsfrist.

3 Monatsmieten ist schon heftig, besser wäre eine Doppelmiete
Das kann man sich halt nicht aussuchen.

bzw. es müßte auch in der Mieterhöhung der Passus zum Sonderkündigungsrecht stehen.
Habe ich doch schon erwähnt. Wenn ich der Mieterhöhung nicht zustimme, muss ich bis zum 1.10 raus sein.
 

Seepferdchen 2010

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AW: Was muss man bei einem Umzug als ALG2-Empfänger beachten?

Habe ich doch schon erwähnt.
Ja erwähnt hast du es schon, meine Nachfrage zu dem Kündigungsrecht
kam nicht von ungefähr, weil................

Das Mieterhöhungsschreiben des Vermieters geht dem Mieter am 5. März 2014 zu. Dann muss der Mieter seine Kündigungserklärung bis 31. Mai 2014 (Ablauf des zweiten Monats nach dem Zugang) zum 31. Juli 2014 (Ablauf des übernächsten Monats) erklären.

Quelle:
Mieterhohung: Kundigungsrecht des Mieters (Sonderkundigungsrecht) - Mietrecht.org
 
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Ich kann das nur schwer erklären aber ich verstehe von all diesen Sachen ganz genau "0".

Aus dem Mietvertrag.
Der Vertrag kann vom Mitglied bis zum dritten Werktag eines Kalendermonats für den Ablauf des übernächsten Kalendermonats schriftlich gekündigt werden. Die fristlose Kündigung richtet sich nach den gesetzlichen Vorschriften.
Was heißt das jetzt genau?
Wieviele Doppelmieten hätte ich denn nach obigem Text?

Kann ich denn nicht mein Sonderkündigungsrecht geltend machen, am 1.10 1x die erhöhte Miete zahlen und dann Ende Oktober ganz ausziehen?
In meinem Schreiben steht, dass die erhöhte Miete am 1.10 zu zahlen ist. Ich habe jetzt nichts gefunden was besagt, dass ich dann raus sein muss. Da korrigiere ich mich.
 
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Seepferdchen 2010

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@Chausee

lies mal bitte in dem Link oben im Post 20 da steht auch was alles zu beachten ist, wie zum Beispiel bei Sozialwohnung und auch zum Punkt Überlegungsfrist.

Und noch eine Frage wie hoch ist denn das Mieterhöhungsverlangen,
ist es weit über der angemessen Miethöhe in deiner Stadt?
 
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lies mal bitte in dem Link oben im Post 20
leider verstehe ich davon kein bisschen.
Eine Sozialwohnung ist meine Wohnung nicht.
Angenommen ich würde am Montag kündigen, wann muss ich dann hier raus sein und wie oft muss ich denn noch zahlen?`Es tut mir wirklich leid, aber den Text in dem Link da oben verstehe ich nicht. ich habe das oben so verstanden: 2 Monate Überlegungsfrist sowie 3 Monate Kündigungsfrist - egal, ob ich ein Sonderkündigungsrecht habe oder nicht.

Die Miete steigt um etwa 40€, was viel Geld ist für einen Monat!
Ich bin noch im Limit des Jobcenters. Aber wenn die Miete oder die Betriebskosten noch einmal steigen, dann nicht mehr.
Aus Erfahrung kann ich sagen, dass 1x im Jahr die Betriebskosten um 5% erhöht werden + eine willkürliche Erhöhung des Vermieters. Und das Jahr darauf, manchmal auch im selben, kommt in der Regel eine Mieterhöhung. Wenn es keine Mieterhöhung geben darf, werden Kosten einfach auf die Betriebskosten umgelegt. Das passiert schon seit Jahren so.
 

Seepferdchen 2010

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Ich bin noch im Limit des Jobcenters
Und genau hier liegt das Problem, ob hier das JC einen Umzug zustimmt bzw. die Kosten übernimmt, das mußt du bitte abklären.

Umziehen kannst du ja, nur die Kostenübernahme ist hier fraglich und genau das mußt du wenn möglich, bei der Leistungsabtlg. im persönlichen Gespräch klären.

Sonst bleibst du auf den Kosten wie Umzug und Kaution sitzen.
 
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Ich werde mal abwarten bis ich das Mietangebot habe und mich dann zum Jobcenter begeben und das abklären.

Mein wichtigster Grund für den Umzug ist, dass ich meine Chancen auf Arbeit verbessern möchte. Vielleicht sind die beim Jobcenter ja so schlau und kapieren das.
 
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