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Was meint ihr, wird es innerhalb der nächsten 10 Jahre eine Art vom Bedingungslosen Grundeinkommen geben?

kge

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Mein Vater musste die Direktorin nicht bequasseln und ich musste auch nicht "zugelassen werden" für das Gynasium. Ich war nämlich der letzte Jahrgang ohne diese unnütze Orientierungsstufe. Dieentscheidung, wie es nach der Grundchule weitergehen solle, oblag alleine meinen Eltern. Ich hatte die Grundschule an einer Schule für Körperbehinderte besucht. Dort hätte ich den Hauptschulabschluss machen können in einer behüteten Welt unter lauter anderen Behinderten. Aber ich war dort unterfordert, Zeugnisdurchschnitt 1,5:Aber ich hatte eine tolle Klassenlehrerin, die für jden einzelnen ihrer Schützlinge die beste Lösung wollte
Ja, du hattest eine "tolle Klassenlehrerin". Das war mein Punkt. Andere Menschen hatten eine solche nämlich nicht. Und enden dann in einer Behindertenwerkstatt, auf der Straße oder werden süchtig.

Aus dem Dorf, in dem ich komme, gibt es da einen Fall, der von seinen Klassenlehrern als "schwer erziehbar" eingestuft und deswegen in die Sonderschule weiterempfohlen wurde. Er ist jetzt Ende 20, hat keinen Schulabschluss, keine Ausbildung und Angst, sich beim Jobcenter anzumelden, weil er dann arbeiten müsste. Der Mann ist normal intelligent und hätte eine effektive ärztliche Betreuung benötigt. Stattdessen hat man ihn so lange von der normalen Gesellschaft ferngehalten, dass er tatsächlich Angst davor hat, zu arbeiten. Faul ist der meiner Einschätzung nach nämlich nicht. Er wird von seiner Mutter versorgt, aber wenn die mal tot ist, landet er wahrscheinlich auf der Straße, weil er es noch nicht einmal schafft, sich mit dem Jobcenter auseinanderzusetzen.

Und der Grund hierfür? Er hatte die "falsche" Muter, die sich von Sonderpädagogin hat bearbeiten lassen. Er hatte die "falschen" Lehrer. Einfach nur Pech. Du hattest wahnsinniges Glück mit deinen Eltern und Lehrern. Bei mir kommt es einfach nicht so rüber, als ob du das zu schätzen wüsstest.

Was wolltest Du uns jetzt eigentlich mitteilen, abseits einer nicht zu übersehenden Frustration der eigenen Lage?

Mit einem Masterabschluss in Geisteswissenschaften hätte ich Dir einen besseren Text zugetraut, „um es uns mal richtig zu zeigen“.

Ich sehe die ganze Diskussion, abseits der persönlichen Angriffe, übrigens sehr sportlich.
Andererseits verteufele ich aber weder die Arbeit, noch den Müßiggang.

Lediglich den Müßiggang auf Kosten anderer, argumentativ subtil untermauert durch platte Argumente, mag ich nicht.

Dass gerade Low-Performer bei Betroffenheit wild um sich schlagen, habe ich in vielen Berufsjahren selber erfahren, da braucht es kein Forum, als virtuelle Bestätigung.
Okay, ich bin dumm ("Low-Performer"), faul ("Lediglich den Müßiggang auf Kosten anderer, argumentativ subtil untermauert durch platte Argumente, mag ich nicht.") und verbittert ("Was wolltest Du uns jetzt eigentlich mitteilen, abseits einer nicht zu übersehenden Frustration der eigenen Lage?"). Sag es mir beim nächsten Mal einfach ins Gesicht, damit kann ich nämlich umgehen. Das behauptet man von mir schon seit der Realschule, ich bin es also gewöhnt. Und die Ehrlichkeit der damaligen Arbeiterkinder ist mir allemal lieber als diese hinterfotzigen Beleidungen. Ansonsten haben sich alle meine Vorurteile gegen dich bestätigt.

Als Geisteswissenschaftler muss man auch nicht gut schreiben können. Es ist vor allen Dingen entscheidend, sich klar und deutlich auszudrücken, in kurzen Sätzen, die schnell verstanden und zitiert werden können. Ich hatte eine Dozentin, die so "einfach" und schmucklos geschrieben hat, dass man ihre Texte kaum in einer Sitzung lesen konnte, ohne vor Langeweile einzuschlafen. Ich werde in einem Forum auch nicht mit Fachbegriffen um mich werfen, 40-Euro-teure Fachartikel verlinken und kleine Essays schreiben. Ich kriege hierfür kein Geld und wenn man bedenkt, dass einige meiner "Kollegen" mit ALG2 aufstocken müssen, weil sie für ihre Leistung als WiMis unter aller Sau entlohnt werden, kannst du dich über soziale Ungleichheit und die Entwicklungen am Arbeitsmarkt selbst im Internet informieren.

Ich empfehle hierzu als Einstieg:

Also, wenn das "argumentativ subtil untermauert durch platte Argumente" ist, weiß ich auch nicht mehr weiter.

Ja, ist vergeben Liebesmüh, aber die Links und Aufklärung sind es mir wert.
 

Märzenbecher

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Ihr solltet euch an den "Herrschenden" abarbeiten nicht aneinander. Das BGE ist auch nur eine neue Variante, um den "Pöbel" zu befrieden.

Ja das ist richtig (erster Teil des Satzes). Aber die Neiddebatten kochen ja nun mal hoch, warum weiß ich auch nicht. Ich bin nicht neidisch auf irgendwen; für mich ist die Sache "Lebensplanung" sowieso gelaufen, ich bin an die 60 Jahre alt, ich kann nichts mehr machen, ganz abgesehen davon, daß ich chronisch krank bin. Ich schreibe deshalb hier, weil ihr das begreifen müßt: Ihr steht euch selbst im Weg durch eure Kämpfe untereinander. Ihr bekämpft euch selber, anstatt "die da oben". Das ist sehr traurig.

Solche "Dialoge" entstehen, aus primitiven Egoismen heraus, wenn einer es "etwas besser hatte", wobei der jenige auch nur "Glück" hatte, wie zb. den richtigen Lehrer zum richtigen Zeitpunkt, und wenn derjenige, der es "etwas besesr hatte", dann meint, er sei ja der supertolle Macher, und es könnte ja allen so gehen, wie es ihm gegangen ist - die anderen aber hätten sich nur nicht genug angestrengt.
Dabei hatte er nur Glück.
Übrigens muß ich da zustimmen: Die wirkliche Erfolgreichen, ich kannte so eine Frau, die war Geigerin geworden in einem großen Orchester, diese Leute sagen: Ich hatte einfach nur Glück, meine Mitbewerber waren genauso gut wie ich. Und hätte ich nicht Glück gehabt, dann würde ich heute auf der Straße spielen.

Diese Beurteilung des Anderen im Dialog hier, von dem man so wenig weiß, den man aber sofort meint, verurteilen zu können. So entsteht so etwas. Und das ist total schädlich für die Einigkeit untereinander, denn es geht ja eigentlich darum, Gutes für Sozial Schwache zu erkämpfen, gegen "die da oben" (die wollen das nämlich nicht, damit ihr alle schön brav im Hamsterrad weiter lauft), und um sonst geht es um nichts.

Das alleine reicht ja auch schon, aber das muß man erst mal verstehen.

"BGE als Variante um den Pöbel zu befriedigen", sehe ich erst mal nicht so negativ, denn es geht ja beim BGE darum, daß man erstmal als Mittelloser aus der Existenzangst heraus kommt.

Nur diese Angst treibt die Massen in "jobs", die unterbezahlt sind, die krank machen, und die später arm machen, wenn man alt ist. Das ist der Zusammenhang. Das ist auch einfach zu begreifen.

Relativ angstfreie Menschen sind aber nicht erwünscht.
 

cibernauta

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Relativ angstfreie Menschen sind aber nicht erwünscht.
Das ist ein wichtiger Aspekt. Ich denke auch, viele Menschen würden von mehr Sicherheit profitieren. Dazu ist aber mehr nötig als nur materielle Absicherung.

Transferleistungen sehe ich eher als Feigenblatt willkürlicher Herrschafts- und Eigentumsverhältnisse. Der beste Sozialstaat wäre doch der, der gar nicht oder wirklich nur in Notfällen benötigt wird, weil jeder sein Auskommen hat.

Ein interessantes Buch zu Klassenbewusstsein und Abgrenzung:
 

Märzenbecher

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Die relative (Existenz-)Angstfreiheit, daß man die Leute aus der Zwangs-Malocherei rauskriegt, wäre ein erster, sehr wichtiger Schritt. Ich weiß noch, wie es bei mir war, als ich endlich meine Rente "durch" hatte, habe ich drei Tage vor Glück geweint, ich konnte das gar nicht fassen, das hat echt gedauert. Wobei ich immer noch Angst habe, weil ich ja immer noch vom Sozialamt abhängig bin. Ich kann das auch nicht ändern. Ich schilder das deshalb, weil es vielen Millionen genauso geht wie mir: Abhängigkeit, Angst, erlernte Hilflosigkeit. Dann sind spätere Probleme bei den Menschen schon vorprogrammiert. Das geht so weit daß man diesen Menschen alles "vorkauen" muß, weil sie so nicht mehr lebensfähig sind (ich überzeichne jetzt mal etwas).

Aber vor dem Leben als Vorgang kommt ja das Denken, daß das eigene Leben eben auch anders sein könnte, nämlich streßfrei, angstfrei, und schon dieses Denken alleine ist bei den Meisten verloren gegangen, die können sich so ein Leben gar nicht mehr vorstellen. Das zeigt doch, wie eng der Gedankenkäfig schon ist, der bei den meisten Leuten vorhanden ist. Die müssen erst mal da raus, die müssen sich erst mal trauen, etwas anderes überhaupt zu denken, bevor sie an die Umsetzung dessen, was sie gedacht haben, gehen.
 

Realo

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Auch wenn einige hier im Forum die Nachricht nicht unbedingt wohlwollend aufnehmen... in Finnland wurde das grundeinkommen über einen Zeitraum von zwei Jahren getestet... Und an der arbeitssituation der meisten hat sich de facto statistisch nichts geändert... Dieses Argument fâllt schon einmal weg...
 

erwerbsuchend

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in Finnland wurde das grundeinkommen über einen Zeitraum von zwei Jahren getestet... Und an der arbeitssituation der meisten hat sich de facto statistisch nichts geändert
Was ist das Ergebnis dieses Tests? Wird das GE in Finnland nun flächendeckend eingeführt oder wird es bei diesem Test bleiben? Welche Erkenntnisse aus diesem Test kann man auf Deutschland übertragen? Du hast auch berücksichtigt, dass Finnland eine geringere Bevölkerung und Wirtschaft als Deutschland hat?
 

AsbachUralt

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Was ist das Ergebnis dieses Tests? Wird das GE in Finnland nun flächendeckend eingeführt oder wird es bei diesem Test bleiben? Welche Erkenntnisse aus diesem Test kann man auf Deutschland übertragen? Du hast auch berücksichtigt, dass Finnland eine geringere Bevölkerung und Wirtschaft als Deutschland hat?

Das dort gestestete BGE entsprach kaum den Wünschen hiesiger Befürworter:

Seit Anfang 2017 bekommen 2000 arbeitslose Finnen von der Sozialversicherungsanstalt Kela 560 Euro als Grundeinkommen ausgezahlt - statt dem üblichen Arbeitslosengeld. Die Idee dahinter: Durch das BGE ist ihr Leben gesichert, doch sie können etwas dazu verdienen.

Doch offenbar scheint das Experiment nicht überall so gut zu funktionieren. Zwar läuft der Test noch bis Ende 2018, doch neue Mittel für eine Fortführung oder gar eine Ausweitung sind nicht geplant, berichten verschiedene Medien. Darüber hinaus trat Anfang Januar das so genannte Aktivmodell (Aktiivimalli) in Kraft. Dahinter verbirgt sich ein deutlich strengeres Prozedere für Arbeitslose.

Und welche Auswirkungen ein BGE für alle auf die Wirtschaft und Staatsfinanzen haben würde, lies sich mit diesem Experiment überhaupt nicht feststellen.
 

Realo

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Na ja das mit den staatsfinanzen... Kann man sicher ausrechnen... Bei der Wirtschaft wird es etwas komplizierter...
 

cibernauta

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Ein BGE würde für die meisten Menschen bedeuten: In die eine Tasche rein aus der anderen Tasche raus. So etwa wie bei Aufstockern heute, die Steuern und Sozialversicherung zahlen, um dann wieder aus Steuermitteln Transferleistungen erhalten.

Immerhin könnte man durch Abschaffung der Bedürfnisprüfung den Bürokratismus und die damit verbundenen Kosten vermeiden.

Das Experiment in Finnland dürfte gezeigt haben, wie kritisch die Öffentlichkeit ein BGE sieht, was man aber auch auf alle anderen Formen der Grundsicherung übertragen kann.

Die Pflicht, für sein Auskommen arbeiten zu müssen, aufheben zu wollen, ist wohl kaum vermittelbar. In den Medien hieß die Formulierung dazu:
- andere für sich arbeiten lassen.
Müßiggang ist doch wohl eher den Privilegierten vertraut.
 

Märzenbecher

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Das Problem mit der Steuerfreibetragsgrenze müßte natürlich bei einem existenzdeckenden BGE angegangen werden.

"Die Pflicht für sein Auskommen arbeiten zu müssen ist wohl kaum vermittelbar".

Das ist eigentlich m. Meinung nach das Hauptproblem. Da halt allzuviele noch immer denken, BGE würde Müßiggang der Massen bedeuten.
Dabei haben Untersuchungen gezeigt, daß die allermeisten Menschen auch bei Bezug eines BGEs arbeiten würden, nur, halt eben, anders, weniger, und eventuell etwas anderes. Diese Unterstellung, die Hälfte der Bevölkerung läge bei Bezug eines BGEs auf der faulen Haut, ist m. Meinung nach nichts als eine Unterstellung, aus der Angst geboren, eigene Privilegien (z.b. den Müßiggang des Reichen) zu verlieren.
 

Realo

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Ich weiß nicht... Woher du die Erkenntnis nimmst, die Reichen auf der faulen Haut liegen. Sicherlich gibt es auch in Deutschland einige wenige Reiche, die nichts tun.Aber das dürften wirklich nur einige wenige sein. Für ein feindbild auf jeden Fall zu wenige... Die meisten der sogenannten reichen (wer ist eigentlich Reich?... Ab 55000 € im Jahr? Spitzensteuersatz?) Sie werden viel Geld genauso arbeiten wie andere... Und Spezialisten wie Schrempp, Mehdorn und Konsorten gibt es zum Glück nicht allzu viele.,
 

Makale

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Ein BGE wird es meiner Meinung nach definitiv nicht zu unseren Lebzeiten geben. Dafür ist der neoliberale Zeitgeist viel zu tief in den Köpfen der Mehrheit verankert, abgesehen von den vielen Lehrplänen, die auf diese Ideologie aufbauen. Die Menschen werden heute schon in dieses Weltbild hineingeboren und werden zielstrebig danach erzogen. Diese Aufgabe übernehmen die Kitas, Kindergärten, Schulen, Hochschulen etc. hervorragend. Das ist die Realität, aber träumen von einem gerechteren und humaneren System darf jeder. Das tu ich auch, nur weiß ich, dass es sich nicht erfüllen wird. Apropro "gerechteres System", die SPD hat Abkehr von Hartz IV und Ersetzung durch ein Bürgergeld beschlossen. Ich bin gespannt was die diesmal vorhaben. Seit Beginn der Weimarer Zeit war die SPD meiner Meinung nach eine heuchlerische Verräterpartei, haben indirekt Hitler zur Macht verholfen, Kosovokrieg legitimiert, Hartz IV eingeführt und vieles andere....
 

Kerstin_K

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Solche "Dialoge" entstehen, aus primitiven Egoismen heraus, wenn einer es "etwas besser hatte", wobei der jenige auch nur "Glück" hatte, wie zb. den richtigen Lehrer zum richtigen Zeitpunkt, und wenn derjenige, der es "etwas besesr hatte", dann meint, er sei ja der supertolle Macher, und es könnte ja allen so gehen, wie es ihm gegangen ist - die anderen aber hätten sich nur nicht genug angestrengt.
Dabei hatte er nur Glück.
Sicher gehört auch ein wenig Glück dazu, zum richtigen Zeitpunkt auf die richtigen Mensche zu treffen, aber manchmal muss man halt aich Umwege gehen, um zum Ziel zu kommen.

Ich wolle zum Beispiel nach der Schule etwas mit Fremsprachen machen. Nur dazu hätte ich eine Schule besuchen müssen, die man privat bezahlen muss, das war für meine Mutter nicht drin. Unistudium konnte ich mir irgendwie nicht vorstellen, Fachhochschule hatte ich Biodokuentation oder allgemeines Dolumentationswesen angedacht. Der Haken: Da Datenleitungen damals noch teuer waren, musste man eie bestimmte Anschlagzahl im Zehn-Finger-TAstenschreiben vorweisen. Für mich behindeungsbedingt unerreichbar.

Ich habe mich dann um kaufmämmische Ausbildungsstellen beworben und für den gehobenen nichttechnischen Dienst, aber bei dem damals extrem überlaufenen Ausbildungsmarkt hatte ich da mit meiner Behinderung keine Chance. Deshab habe ich de Ausbildung zur Datenverarbeitungskauffrau in einem BfZ gemacht, 18 Monate, total auf die Prüfung ausgerichtet, Praktika oder so waren damals nicht vorgesehen. Mein Gedankengang war: Erstmal Fachkenntnisse aneignen und dann vielleicht später in Richtung Fachübersetzungen orientieren, schliesslich kann man keinen Text übersetzen, den man nicht versteht.

Ich war dan die erste in meinem Kurs, die einen Arbeitsvertrag in der Tasche hatte. Zwar befristet auf 18 Monate, aber immerhin. Okay, das Arbeitsverhältnis bei einer grossen Versicherung war ein Griff ins Klo. Das Betriebsklima unterirdisch, dort war es normal, sich schreiend zu verständigen, der Abteilungsleiter hatte den Ruf, kein Telefonzu benötigen, der er eh fast immer überall gut zu hören war. Selbst wenn an mir eie Verlängerung angeboten hätte, ic bin nicht sicher, ob ich die gewollt hätte.

Danach war ich dann 22 Monate arbeitssuchend. Dann fand ich über eine Jobmesse des zuständigen Arbeitsamtes eine Stelle in einem Umweltlabor. Da mich Bio auch schon immer interessiert hatte, passte das sehr gut. Da es hier auf perfekte Beherrschung der Textvertbeitung ankam, konnte ich auch meie EDV-Kenntnisse einbringen und als der Kollege, der die Prüberichte, die ich auf deutsch schrieb, zum Teil ins Englische übersetzte, dan kündigte, habe ich das auch mit übernommen bzw. wir haben die Berichte soweit das verlangt wurde gleich auf englisch geschrieben. Leider war nach 5 Jahren dort Schluss wegen Konkurs.

Diesmal dauerte es aber nur 6 Wochen, bis ich wieder in Arbeit war. Meine neue Chefin Amerikanerin, die damals noch sehr schlecht Deutsch sprach. Ein IT Dienstleister. Das war 1996. Ind dort bin ich noch heute und kann meine Fremssprachenkenntnisse und meine EDV-Kenntnisee täglich nutzen.

Mir sit das zu einfach: "Ich wollte Künsteler werden, aber ih hatte keine Chance." Dann muss man halt Umwege gehen, Wege suchen und nicht nur nach einem BGE schreien.
 

Märzenbecher

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@Kerstin_K: Umwege gehen ist auch oft nicht möglich. Ich bin so viele Umwege gegangen, bis ich nicht mehr konnte, weil ich chronisch krank wurde.

Ich weiß nicht, warum Du Dich hier immer als "zu lobendes Sonderexemplar Mensch" darstellen mußt; und andere dabei latent abwerten mußt, für mich hast Du irgendwo einen ganz tief sitzenden Minderwertigkeitskomplex.
 

Kerstin_K

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Ich bin kein Sonderexemplar. Aus meiner Sicht ist dass der normale weg und Falle wie Deiner, wo man es eben trotz Anstrengung nicht schafft, die Ausnahme, die es leider auch gibt.
 

Märzenbecher

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Irrtum. Daß man es nicht schafft, ist in dieser Gesellschaft die Normalität. Schließlich soll man es nicht schaffen, Künstler zu werden, weil die meisten Menschen, so wie Du, der Meinung sind, das "bringe nichts" (im Sinne von Verdienst); ihr seid halt voll kapitalistisch erzogen, voll im Leistungsstreben drin, auch über eure Grenzen hinweg, was ihr gar nicht mehr merkt, und ihr unterstützt deshalb das kapitalistische System, auch wenn ihr es nicht unbedingt merkt.

Daß sich jeder Einzelne bemühen muß - keine Frage. Aber daß arme Menschen keine Chance haben, das übersteigt die Vorstellungskraft eures Horizontes, weil ihr fest in der Kapitalistischen Lüge Nr. Eins: "jeder kann es schaffen" erzogen seid, ja, indoktriniert seid und andere Realitäten gar nicht mehr wahrnehmt. Und wenn ihr sie doch wahr nehmt, dann ist der jenige, der es nicht geschafft hat, eben selber schuld.

Der Neoliberalismus, das Denken, welches nur um Geld kreist, bestens erkennbar an der ständigen Frage: "was bringt das", ist in fast jedem Satz hier erkennbar. Es wird nicht gefragt, was ist menschlich, um mal wieder aufs Thema BGE zurück zu kommen, nein, es wird gefragt: Was bringt das, was kostet das, und an dem Punkt ist dann meistens Schluß mit dem Nachdenken über das Thema.
 

Kerstin_K

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Weiss du, ein Nichte von mir wollte auch studieren. Das Problem war allerdings, dass es bei ihr zu Hause einige Probleme gab. Also hat sie erstmal eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht und einige Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Dann, als eh ein Umbruch in ihrem Leben stattfand, hat sie doch noch angefangen zu studieren. Die ersten Semester hat sie sich mit Pflege was dazuverdient und ein Zimmer ihrer Wohnung untervermietet, dann bekam sie ein Stipendium. Inzwischen schreibt sie an ihrer Bachelorarbeit. Ihr Motto: wenn es nicht gleich mit einem Job klappt, in der Pflege finde ich immer was.

Man darf sich halt nicht selber einschränken, indem man sich zu sehr auf ein Berufsziel versteift. Ein zweites Standbein ist nie verkehrt.
 

TazD

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...weil ihr fest in der Kapitalistischen Lüge Nr. Eins: "jeder kann es schaffen" erzogen seid, ja, indoktriniert seid...
Du verkennst dabei, dass es hier auch Menschen gibt, bei denen das nichts mit Erziehung, sondern mit eigener Erfahrung zu tun hat und maßt dir dann auch noch an, diesen Menschen Realitätsferne und einen begrenzten Horizont zu unterstellen.
 
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