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Was kommt nach der halbjährigen Frist?

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Gast
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#1
Hallo, liebe Leute,

erst einmal ein dickes Lob für dieses Forum. Ich lese schon seit einiger Zeit "von draußen" mit und bin begeistert davon, wie viel Hilfe es hier gibt und auch, dass man hier recht umfangreich gesellschaftliche oder politische Themen diskutieren kann.

Habe jetzt auch mal einge Frage zur KdU, hatte schon gesucht, aber darüber bisher nichts gefunden:

Mein Lebensgefährte und ich haben eine Aufforderung zur Kostensenkung bzw. zum Umzug bekommen. Die Frist dazu läuft spätestens Ende April aus. Uns wurde mitgeteilt, dass wir uns also bis dahin zu kümmern hätten. Was uns aber nicht klar ist: wenn wir nachweisen können, dass wir bis dahin keine Wohnung zu einer "angemessenen" Miete gefunden haben, muss die Arge dann weiter die jetzige, tatsächliche Miete zahlen? Oder zahlt die Arge dann nur noch die "angemessenen" Kosten?

Vielen Dank erstmal.
 

Arania

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#2
HM, eigentlich hättet Ihr sofort gegen die Aufforderung Einspruch einlegen sollen, aber dafür ist es nun zu spät.
Jetzt müsst Ihr tatsächlich schlüssig belegen das es keine Wohnung in der Preislage wie die ARGE sie Euch vorgegeben hat gibt ansonsten zahlen die nur noch das was sie im Bescheid angekündigt haben
 
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#3
Hallo Arania,

danke Dir für die Info. Aber warum hätten wir Einspruch erheben sollen, die Miete liegt tatsächlich über dem, was aus rechtlicher Sicht als "angemessen" gilt.

Meine Frage ist, wenn wir das nun schlüssig nachweisen können, dass wir zu dem "angemessenen" Mietpreis bis Ende dieser halbjährigen Frist keine Wohnung gefunden haben, muss die Arge dann die jetzige Miete weiter übernehmen?
 

Arania

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#4
Theoretisch ja, praktisch wird das aber nicht einfach durchzusetzen sein, ich hoffe Ihr habt alle Eure Bemühungen schriftlich dokumentiert und Nachweise dafür
 
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#5
Wölfin sagte :
Hallo Arania,

danke Dir für die Info. Aber warum hätten wir Einspruch erheben sollen, die Miete liegt tatsächlich über dem, was aus rechtlicher Sicht als "angemessen" gilt.

Meine Frage ist, wenn wir das nun schlüssig nachweisen können, dass wir zu dem "angemessenen" Mietpreis bis Ende dieser halbjährigen Frist keine Wohnung gefunden haben, muss die Arge dann die jetzige Miete weiter übernehmen?
Im günstigsten Falle gibts nochmals 6 Monate Zeit.

Solange bezahlen die auch.

Ansonste hat Arania schon einiges geschrieben. ;)
 
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#6
Na ja, mit dem Dokumentieren ist das so eine Sache. Wir haben lediglich sämtliche Zeitungen, die wir nach Wohnungen durchsuchen, aufbewahrt. Zu dem Mietpreis, den man uns genannt hat, gibt es nämlich in unserer Gegend überhaupt keine Wohnungen. Die, die es gibt, liegen alle etwa 10 - 20 % höher als das, was übernommen wird. Einen Mietspiegel gibt es hier nicht.

Würde denn die Aufbewahrung der Zeitungen genügen? (Dokumentieren geht ja nicht ...)
 
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#7
Ja, danke auch Dir, Urviech. Ich hoffe, die machen das dann auch. Aber mit der Dokumentation hab ich echt so meine Befürchtungen. Wie soll man etwas nachweisen, was es nicht gibt ...
 

Arania

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#8
Tja das kommt jetzt sehr auf Deinen zuständigen SB an, ob er das so hinnimmt, wenn es aber tatsächlich nichts gibt zu dem Preis , dann konntest Du ja auch nirgendwo vorstellig werden
 
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#9
Arania sagte :
Tja das kommt jetzt sehr auf Deinen zuständigen SB an, ob er das so hinnimmt, wenn es aber tatsächlich nichts gibt zu dem Preis , dann konntest Du ja auch nirgendwo vorstellig werden
Eben. Das ist ja unsere Schwierigkeit.

Vielen Dank erstmal.
 

Sonntagsmaja

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#10
Vielleicht kannst Du ja Wohnungsangebote auflisten, die in der unteren Preiskategorie liegen, aber trotzdem noch über dem, was die ARGE für angemessen hält.

So hättest Du wenigstens einen Quasi-Nachweis, daß es nichts gibt. Günstigeres zwar ja, aber eben nicht "gut genug" für die ARGE.
 

silkem

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#11
Habt ihr euch auch bei Wohnungsbaugesellschaften um eine günstigere Wohnung beworben? Wenn es auch bei denen keine günstigeren gibt, laßt euch das von denen schriftlich geben - ist noch ein Schritt mehr!

Außerdem habt ihr Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein, den es beim Sozialamt bzw. Wohnungsamt gibt. Mit dem könntet ihr dann auch eine Sozialwohnung bekommen.

Dann habt ihr guten Gewissens alle Möglichkeiten ausgeschöpft....

Lg

Silke

P.S.: Da es keinen aktuellen Mietspiegel gibt, ist die Arge gezwungen den aktuellen Mietpreis, für einen einfachen Wohnstandard, der sich aus den Anzeigen ergibt, akzeptieren! Steht alles in dem neuen Urteil vom Bundessozialgerichtshof!
 
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#12
Wölfin sagte :
Mein Lebensgefährte und ich haben eine Aufforderung zur Kostensenkung bzw. zum Umzug bekommen. Die Frist dazu läuft spätestens Ende April aus. Uns wurde mitgeteilt, dass wir uns also bis dahin zu kümmern hätten. Was uns aber nicht klar ist: wenn wir nachweisen können, dass wir bis dahin keine Wohnung zu einer "angemessenen" Miete gefunden haben, muss die Arge dann weiter die jetzige, tatsächliche Miete zahlen? Oder zahlt die Arge dann nur noch die "angemessenen" Kosten?
.

Hallo!

Ja, die ARGE muß die volle Miete weiter zahlen, wenn ihr nachweisen könnt, daß ihr euch erfolglos bemüht habt. Auch länger als 6 Monate...

Was ihr aber unbedingt tun solltet, ist für schriftliche Nachweise zu sorgen.

Alle Wohnungsbaugesellschafte anschreiben...Antworten aufheben. Oder notieren, was die dir am Telefon oder persönlich sagen...
Habt ihr den vermieter gefragt, ob er vielleicht bereit ist die Miete zu senken?

Alle Zeitungsseite aufheben wär schon mal etwas...
ich hab die anfangs abgegeben.
Das hab ich aber schnell gelassen, denn damit gibt an ja auch der Hand, was man hat.
Ich habe dann eine Liste gemacht: eingetragen, was an Angeboten in der Zeitung stand...
so eine Liste ist auch erforderlich, sollte die ARGE auf die Idee kommen, einfach nur noch die angemessene Miete zu zahlen, obwohl man sich bemüht hat.

Ich habe damals die ARGE angeschrieben und eine Menge Fragen gestellt...

unter anderem, was angemessen ist und wie ich meine Suche nachweisen muß.

Das solltet ihr auch zun...

Es gibt so einiges, was man zu diesem Thema wissen sollte.

Im Gesetz steht dazu:

SGB II § 22 Leistungen für Unterkunft und Heizung
§ 22 Leistungen für Unterkunft und Heizung

(1) Leistungen für Unterkunft und Heizung werden in Höhe der tatsächlichen Aufwendungen erbracht, soweit diese angemessen sind. Soweit die Aufwendungen für die Unterkunft den der Besonderheit des Einzelfalles angemessenen Umfang übersteigen, sind sie als Bedarf des allein stehenden Hilfebedürftigen oder der Bedarfsgemeinschaft so lange zu berücksichtigen, wie es dem allein stehenden Hilfebedürftigen oder der Bedarfsgemeinschaft nicht möglich oder nicht zuzumuten ist, durch einen Wohnungswechsel, durch Vermieten oder auf andere Weise die Aufwendungen zu senken, in der Regel jedoch längstens für sechs Monate.


Was ihr auch jetzt schriftlich mit der ARGE klären solltet, ist die Kostenübernahme, die ihr schriftlich braucht...


Zuerst mal für die Wohnungssuche...

Maklerkosten z.B.

einfach formlos beantragen.

Im Gesetz steht dazu im SGB II § 22 :

(3) Wohnungsbeschaffungskosten sowie Mietkautionen und Umzugskosten können bei vorheriger Zusicherung durch den kommunalen Träger übernommen werden. Die Zusicherung soll erteilt werden, wenn der Umzug durch den kommunalen Träger veranlasst oder aus anderen Gründen notwendig ist und wenn ohne die Zusicherung eine Unterkunft in einem angemessenen Zeitraum nicht gefunden werden kann.Eine Mietkaution soll als Darlehen erbracht werden.

Wie gesagt, es gibt so einiges, das man wissen sollte, wenn so eine Aufforderung kommt... da ich eure Situation nicht kenne, kann ich jetzt nicht alles schreiben. Vielleicht macht ihr mal ein paar mehr Angaben?

Gruß aus Ludwigsburg
 
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#13
Sonntagsmaja sagte :
Vielleicht kannst Du ja Wohnungsangebote auflisten, die in der unteren Preiskategorie liegen, aber trotzdem noch über dem, was die ARGE für angemessen hält.

So hättest Du wenigstens einen Quasi-Nachweis, daß es nichts gibt. Günstigeres zwar ja, aber eben nicht "gut genug" für die ARGE.
Richtig...
und wenn ihr mal so eine Wohnung habt, dann ab zur ARGE und um Genehmigung bitten, natürlich schriftlich.

Hab ich auch einmal gemacht, da hätte ich dann 40 E laut ARGE selbst zahlen sollen... die Genehmigung hab ich erhalten.

Das hab ich natürlich abgelehnt... ist aus dem Regelsatz nicht machbar.

Aber danach konnt ich alle Wohnungen, die üer der Angemessenheitsgrenze lagen, von voren herein ausschließen: hatte ja schriftlich, daß die nicht in Frage kommen, weil die ARGE bereits abgelehnt hatte, über die mir genannte Höchstmiete zu gehen.

Gruß aus Ludwigsburg
 
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