Was kommt bei der Arbeitserprobung im Berufsförderungswerk Regenstauf auf mich zu?

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DerHunsrücker

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Hallo zusammen,
ich habe schon gesucht, ob irgendein Thread meine folgende Frage beantworten kann, aber ich bin nicht fündig geworden, deshalb:

Ich bin seit 1,5 Jahren aus meinem alten Beruf im Vertrieb krankheitsbedingt (Depression) ausgeschieden. Danach Aufenthalte in Akutklinik, danach medizinische Reha und dann habe ich LTA beantragt, die zunächst abgelehnt wurde. Nach meinem Widerspruch (der VDK hat mich unterstützt), wurde sie jetzt dem Grunde nach bewilligt. Mein erstes Gespräch mit der Reha-Beraterin lief so lala, obwohl sie super freundlich ist, aber meinen Umschulungswunsch zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung kann sie nicht entsprechen. Anscheinend werden genauso viele IT-Arbeitnehmer psychisch krank wie bei mir im Vertrieb. Klingt erstmal logisch, hat mich aber ehrlich gesagt ganz schön runtergedrückt.
Da ich sonst nichts weiß, möchte sie, dass ich zur Arbeitserprobung nach Regenstauf gehe, die mich für 3 Wochen checken, aber auch auf psychisch Kranke geschult sind. Auch das finde ich sinnvoll, wenn ich danach eine positive Perspektive auf mein weiteres Berufsleben bekomme.
Allerdings habe ich auch schlechte Erfahrungen gemacht, insbesondere in der medizinischen Reha, wo mir der Abschlussbericht (arbeitsunfähig, aber uneingeschränkt im alten Job einsetzbar) ganz schöne Knüppel zwischen die Beine geworfen hat. Ich habe Gutachten, Arztberichte, etc. die mir bestätigen, dass ich nicht mehr in den alten Job zurück kann...

Jetzt meine eigentliche Frage(n):
Zwar geht es mir zeitweise wieder besser, aber immer noch denke ich, dass ich nicht mehr zurück in den Vertrieb kann. Je nachdem, wie gut ich diese Arbeitserprobung hinter mich bringe, kann das was an der Möglichkeit für eine Umschulung ändern? Ich habe halt riesigen Respekt davor, dass die auf einmal sagen: "wir machen Sie mit einem Lehrgang von 3 Monaten wieder fit für den Vertrieb" und ich die Chance auf einen beruflichen Neuanfang verpasse.
Bestimmt wird das Thema IT auch aufkommen und ganz abgeschrieben habe ich es noch nicht. Wenn ich mich da gut schlage, könnte es dennoch sein, dass ich meine ursprünglich angestrebte Umschulung zum Fachinformatiker von der Rentenversicherung bezahlt bekomme?
Gibt es von eurer Erfahrung her etwas, auf das ich besonders achten sollte?

Ich würde mich riesig freuen, wenn mir jemand hier helfen könnte!
 

Fox29

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wir machen Sie mit einem Lehrgang von 3 Monaten wieder fit für den Vertrieb" und ich die Chance auf einen beruflichen Neuanfang verpasse.
Reha-Maßnahmen sind freiwillig. Du musst da nix machen was du nicht willst.

Da du einen bewilligen LTA hast wurde bereits per Verwaltungsakt festgestellt, dass die letzte Tätigkeit gesundheitlich nicht angemessen ist. Die Aufgabe eines Reha Trägers ist die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Schlimmstenfalls (falls man sich nicht einig wird) kann der Reha Träger dir halt nix anbieten. Das wars aber auch.
Was die Vermittlung des Jobcenters / der Agentur macht ist eine andere Frage, aber mit einem laufenden Reha - Fall machen die meist eh nix.

Dass zunächst eine Belastungserprobung gemacht wird ist üblich, danach schließen sich in Fällen wie deinem Projekte zur beruflichen Orientierung und Erprobung an. Wenn man in der Praxis feststellt, dass du durchaus für den IT Bereich geeignet bist kann auch eine Umschulung kommen.
Hängt natürlich ehrlicherweise auch ein wenig vom Alter ab.
 

DerHunsrücker

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Vielen Dank Fox29, das beruhigt ungemein. Ich bin mit Beginn der Krankheit eh etwas dünnhäutig und sehe vielleicht auch Probleme, wo gar keine sind.
Gibt es denn irgendetwas, das ich beachten sollte?
Aber verstehe ich das richtig, wenn man feststellt, dass ich für den IT-Bereich geeignet bin, kann sich die Reha-Beraterin auch schlecht dagegen wehren?
 

grün_fink

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Moin,
was ich nicht ganz verstehe ist, dass du die Belastungserprobung so weit weg von dir machen sollst (wenn ich von deinem Nick ausgehe). Für eine Belastunserprobung ist das ja ok, oder auch wenn man eine Eignung feststellen möchte in einem der Berufe, die dort ausgebildet werden.
Ich selber war zur Umschulung auch in dieser Entfernung unterwegs, das war auf Dauer schon ganz schön belastend.
 

DerHunsrücker

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Moin,
ja, du hast recht, die Entfernung ist schon schön weit. 2 Punkte haben dafür gesprochen:
-Die sind in Regenstauf auf psychische Erkrankungen spezialisiert
-In meiner Umgebung hätte ich dieses Jahr keinen Termin mehr erhalten, weil Corona-bedingt sich alles sehr weit nach hinten verschoben hat. Und davon ausgehend, dass ich gerne Anfang 2021 mit meiner Umschulung (was auch immer) anfangen will, müssen wir hier etwas Gas geben
Unter anderen Umständen hätte ich es so auch nicht gemacht.
 

Fox29

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Gibt es denn irgendetwas, das ich beachten sollte?
Geh da ganz entspannt und unvoreingenommen ran. Wenn es irgendwie Probleme gibt sprich es sofort an und nimm deine Reha-Beraterin mit ins Boot. Die Berater sind nicht so wie die Vermittler des JC😉
Aber verstehe ich das richtig, wenn man feststellt, dass ich für den IT-Bereich geeignet bin, kann sich die Reha-Beraterin auch schlecht dagegen wehren
Das kann man nicht so pauschal sagen. Aber deine Argumentationsgrundlage ist dann deutlich besser

was ich nicht ganz verstehe ist, dass du die Belastungserprobung so weit weg von dir machen sollst (wenn ich von deinem Nick ausgehe). Für eine Belastunserprobung ist das ja ok, oder auch wenn man eine Eignung feststellen möchte in einem der Berufe, die dort ausgebildet werden.
Durch Corona sind die Warteliste extrem lang. Eventuell ist das der nächste Platz der frei ist. Und die BFWs sind ja oft auch auf bestimmte Behinderungsarten spezialisiert. Man weiß nicht, warum jetzt dort die BE gemacht werden soll. Evtl ist auch der Träger der wohnortnahen BE ausgebucht.
BFWs gibt es leider nicht wie Sand am Meer, daher muss man die Entfernung in Kauf nehmen, wenn man in diesem Rahmen eine Umschulung machen möchte.
 

grün_fink

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Stimmt alles.
Ich war seinerzeit in einem BFW im Großraum um Mannheim herum. Da wurden auch Leute mit psychischer Erkrankung ausgebildet, und es gab (und gibt es noch) einen Bereich mit Fachhochschule.
Das dürfte erheblich näher liegen. Von meinem Wohnort aus dürfte wiederum Regenstauf viel schneller erreichbar sein als da wo ich war. Ja, die ausgebildeten Berufe sind in beiden glaube ich etwas unterschiedlich. Darauf kommt es ja auch an.
 

DerHunsrücker

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Vielen Dank euch beiden!
Ich habe zwei BFWs in meine Umgebung (50-80km Entfernung), da würde ich dann ggf. zur Umschulung hin.
Aber externe Dienstleister bieten auch Umschulungen an, die über die Rentenversicherung gefördert werden. Kann man sich das auch aussuchen?
 

Fox29

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Ist möglich. Kommt halt drauf an, was bei der BE rauskommt. Wenn das Ergebnis ist, dass du nicht die intensive Unterstützung des BFW brauchst, sondern auch sehr gut mit einem "normalen" Träger klar kommst. Wenn das der Fall ist wird die Reha-Beratung auch sowas unterstützten, da ein BFW so ungefähr das teuerste ist, was es so gibt. Wenn du das nicht brauchst wird das auch nicht gefördert
 

DerHunsrücker

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Das ist ja interessant! Tatsächlich wäre mir ein "normaler" Träger lieber, die haben in meinem Fall bessere Verkehrsanbindungen. Gerade wenn die Umschulung ja auch auf 2 Jahre festgesetzt ist, ist es mir auch lieber, eine angenehmere Fahrtstrecke wählen zu können.

Ist zwar jetzt Off-Topic, aber vielleicht wisst ihr das auch:
Wie ist das denn mit Urlaubstagen während der Umschulung? Wieviel Tage gibt es und können die genommen werden, wann man möchte? Darüber habe ich nämlich noch nirgends was gelesen.
 

Fox29

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Wie ist das denn mit Urlaubstagen während der Umschulung? Wieviel Tage gibt es und können die genommen werden, wann man möchte? Darüber habe ich nämlich noch nirgends was gelesen
Bei der DRV weiß ich es nicht. Bei der Agentur hat man einen gewissen Anspruch auf OAW ab seiner gewissen Länge der Weiterbildung.
 

Woodruff

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Hallo DerHunsrücker,

Bevor meine Berufliche Reha (Umschulung) begann, hat die DRV eine "Medizinische Belastungserprobung" verlangt.

Diese 6- wöchige Belastungserprobung fand im ATZ Saarbrücken statt. Das war 800 km von meinem Wohnort entfernt. Ich konnte mir den Standort nicht aussuchen, da dies die DRV bestimmte.

Nach diesen 6 Wochen war absehbar, dass die Umschulung genehmigt werden würde.
 

grün_fink

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Bei den Umschulungen muss man aufpassen, dass man die verkürzte Variante nimmt, weil ja die Förderhöchstdauer entscheidend ist - länger gibt es ja kein Übergangsgeld von der DRV oder der AfA (falls die DRV nicht zuständig ist). Da haben schon manche Probleme bekommen, wie sie das letzte Jahr überleben sollen. Da so die Vorschriften sind, werden die Behörden in die Umschulungen vermitteln, die kürzer als normal laufen, kosten auch die Einrichtungen mehr. Wenn das dritte Jahr Umschulung kein Problem ist (Vermögen oder gutes Partnergehalt vorhanden), also wenn kein Lebensunterhalt vom "Amt" nötig ist, kann man auch die längere Umschulungsvariante wählen. Das Schulgeld ist oft billiger. Fahrgeld ist auch kein zu unterschätzender Posten, muss ja vom "Amt" mit übernommen werden, wenn das auch nicht mehr in der Häufigkeit gemacht wird wie bei mir seinerzeit (da konnte man noch wöchentlich heim fahren).

Bei Regenstauf habe ich laut google gesehen, man soll da angeblich etwa 1,5km zu Fuß vom Bahnhof hinlaufen müssen. Ist zwar nicht super viel, aber bei sehr langer Fahrstrecke und mit Gepäck doch wieder zuviel (macht man ja nicht nur einmal und zur Anreise in Urlaub ;) )
Unser BfW hier hat auch so einen langen Fußweg vom Bahnhof aus. Verstehe wer will, wieso gerade Behinderte sowas auf sich nehmen sollen. Vielleicht gibt es da einen hauseigenen Pendelverkehr oder sowas, zumindest für Körperbehinderte.

Mich wollte man ins nächst gelegene BfW schicken. Ich wollte aber eine Abklärung für Fachhochschulberufe. Dafür fuhr ich dann 600km, also 6-7 Stunden Reise. Wurde genehmigt, beides, also die lange Belastsungserprobung und auch die Umschulung. Ich musste leider die Umschulung abbrechen. Es wurde zu beschwerlich auf Dauer. Ich war (auch mit Psychokram belastet) nicht wirklich therapiert, eigentlich zu krank und es war zu weit (hatte im Leben schon 2 lägnere Fernpendelphasen vorher).
Zum BfW fuhr vom Hauptbahnhof der ÖPNV.
 

Fusselsieb

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Ich habe mal eine 3 wöchige Belastungserprobung in einem Berufsförderungswerk mitgemacht, allerdings in Oberhausen.

Was auf mich zugekommen ist, ist folgendes:

Ärztliche Untersuchungen.
Belastungserprobung in Form von balancieren auf Balken, anheben und abstellen von verschieden schweren Kisten, über Kopf Muttern auf Schrauben drehen, u.s.w.

Psychologisches in Gespräch

Logiktest, wie z.B Zahlenreihen vervollständigen

Mathe, Grundrechenarten ohne Taschenrechner

Deutsch, Rechtschreibung

Bastelarbeiten aus Bausätzen.
 
E

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Es gibt auch sie Möglihckeit der Umschulung mit internatsmäßiger Unterbringung. Was den Urlaub betrifft, ist wohl auch oft so, dass man den nicht frei nehmen kann, sondern dass es Heimfahrtwochenenden gibt und Zeiten, in denen dan die ganze einrihctug geschlossen ist.
 

grün_fink

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oder man kann frei nach Wahl heim fahren, bekommt aber nicht für jedes Wochenende eine Fahrkarte spendiert.

Dass man den "Urlaub" frei wählbar nehmen kann, macht für mich keinen Sinn.
Im Jahr gibt es wie in der Schule festgelegte Ferien, an denen es keinen Unterricht gibt und das ganze BfW samt Internat geschlossen ist. Es macht keinen Sinn, einen Monat Unterricht zu versäumen und dann den kompletten Monatsstoff nachzuholen.
Während eines langen Praktikums könnte das anders sein, und sonst mal einzelne Abwesenheitstage kann man auch absprechen, sollte allerdings schon begründet sein.
 

Woodruff

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oder man kann frei nach Wahl heim fahren, bekommt aber nicht für jedes Wochenende eine Fahrkarte spendiert.

Bei meinem Internatsaufenthalt im BfW bekam man von der DRV alle 14 Tage eine Heimfahrt spendiert. An den anderen Wochenenden waren dort immer genügend andere Umschüler da, mit denen man etwas unternehmen konnte.
 
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