Was ist eine "seelische Minderbelastbarkeit" ?

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Gelöschtes Mitglied 26

Gast
Der Begriff stammt aus einem Gutachten, man findet ihn auch mehrfach im Internet, jedoch finde ich keine Erklärung was dieser denn nun bedeutet?
Was kann man unter dem Begriff im mezizinischen SInne verstehen?
Was bedeutet dieser Begriff für die Arbeits- / Erwerbsfähigkeit.
 
G

Gelöschtes Mitglied 66109

Gast
Wenn du in einem medizinischen Gutachten tatsächlich „seelische Mindestbelastbarkeit“ stehen hast, solltest du mal prüfen lassen, ob der Gutachter tatsächlich Mediziner oder evtl. doch eher Exorzist ist.

Es gibt eine psychische und physische Belastbarkeit.

Der Begriff Seele ist kein Begriff aus der Medizin, daß ist Religion!
 
G

Gelöschtes Mitglied 26

Gast
Das steht da echt so, das DIng ist von der AfA, dort vom medizinischen Dienst. Ich kann mir da echt nichts drunter vorstellen, aber es scheint ja auch nur so ein extrem schwammiger Begriff zu sein der nix aussagt.

@Zerberus X :
Danke für den link, das ist ja schonmal halbwegs eine Erklärung, obwohl da auch nur von Störungen gesprochen wird, nicht jedoch von einer Minderbelastbarkeit. Wie kann ich eine Seele minderbelasten? Schwerer Begriff ...
 

HermineL

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Mit seelische Behinderung umschreibt man psychische Erkrankungen nach ICD 10 (F00-F99). Daraus kann man ableiten das eine seelische Minderbelastbarkeit eine psychische Minderbelastbarkeit ist. Mit Religion oder Exorzisten hat das überhaupt nichts zu tun und der Begriff wird auch gerne von Medizinern genutzt.
Hierfür gibt es je nachdem auch einen GDB 30-40.
 

Fabiola

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Das steht da echt so, das DIng ist von der AfA, dort vom medizinischen Dienst.
Steht das in Teil A oder Teil B des äD-Gutachtens?
In Teil B, den SB bekommt, hat das m.M. nach nichts zu suchen, da Diagnosen der Schweigepflicht unterliegen und diese den SB schlicht nichts angeht
 
G

Gelöschtes Mitglied 26

Gast
Steht das in Teil A oder Teil B des äD-Gutachtens?
In Teil B, den SB bekommt, hat das m.M. nach nichts zu suchen, da Diagnosen der Schweigepflicht unterliegen und diese den SB schlicht nichts angeht

Das steht tatsächlich so in Teil B (sozialmedizinische Stellungnahme für den Auftraggeber), ein anderer Teil liegt mir leider nicht vor.
Da gibt es unter Punkt 1 "Integrationsrelevante Funktionseinschränkungen", da steht das aufgelistet, inkl. "Funktionsstörung der Wirbelsäule und der Gelenke" und weiteren Punkten.

Das Ding wurde direkt vom Sachbearbeiter ausgedruckt, der hat somit Zugriff drauf.
 
G

Gelöschtes Mitglied 66109

Gast
Mit seelische Behinderung umschreibt man psychische Erkrankungen nach ICD 10 (F00-F99). Daraus kann man ableiten das eine seelische Minderbelastbarkeit eine psychische Minderbelastbarkeit ist. Mit Religion oder Exorzisten hat das überhaupt nichts zu tun und der Begriff wird auch gerne von Medizinern genutzt.
Hierfür gibt es je nachdem auch einen GDB 30-40.

Hallo Hermine,
du nimmst es ja hier stets sehr genau. Was ja auch gut ist.

Dann zeig mir doch bitte in den F00 bis F99 die Stelle an der/denen das Wort Seele steht.

Und auch wenn Mediziner das Wort Seele hin und wieder gerne in ihrer Umgangssprache mit den Patienten benutzen, ist und bleibt es ein Begriff aus der Religion.

Ich würde jedenfalls jedem Gutachter, der in einem Gutachten über mich das Wort Seele in den Mund nimmt oder etwas von „seelischer Belastbarkeit“ schwaffelt, dessen Gutachten um die Ohren hauen.
 

Fabiola

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Das steht tatsächlich so in Teil B (sozialmedizinische Stellungnahme für den Auftraggeber), ein anderer Teil liegt mir leider nicht vor.
Teil A (der mit den Diagnosen) verbleibt beim äD und geht nicht in die Hände von SB.
Du jedoch hast ein Anrecht auf die Aushändigung des Teil A.
Geh mit Deinem Perso zum äD und lass Dir den aushändigen.
Du kannst Dich auch schriftlich an den äD wenden, müsstest allerdings eine Kopie Deines Perso beifügen.
inkl. "Funktionsstörung der Wirbelsäule und der Gelenke"
Steht das so in Teil B, der dem SB vorliegt?
 

Doppeloma

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Hallo mbc,

Das steht tatsächlich so in Teil B (sozialmedizinische Stellungnahme für den Auftraggeber), ein anderer Teil liegt mir leider nicht vor.

Dann solltest du dir den Teil A mal selber beim med. Dienst besorgen, den darf der SB ja auch NICHT bekommen weil da eben "echte" Diagnosen und Krankheiten drin stehen (könnten / sollten) aus denen sich diese "umschriebenen" Einschränkungen für die Arbeitsvermittlung (im Teil B) dann (aus der Sicht des ÄD) ergeben haben.

Irgendwie muss man (der ÄD) das ja bezeichnen dürfen und diese "Umschreibung" (aller möglichen psychischen Probleme ohne was Genaues kund zu tun) ist allgemein üblich bei AfA und JC.
Wie soll denn sonst (der Vermittler) darauf hingewiesen werden, dass z.B. Tätigkeiten mit viel Stress / Schichtarbeit oder besonderer seelischer Belastung (in der Pflege etwa) NICHT zumutbar sind ???

Das ist eben KEINE konkrete Diagnose sondern ein (möglichst) allgemeiner Hinweis auf vorliegende psychische Probleme, welcher Art (und Schwere) auch immer und die konkrete Art geht den SB eben NICHTS an ... da hat der auch nicht "nachzubohren" im Gespräch. :icon_evil:

Da gibt es unter Punkt 1 "Integrationsrelevante Funktionseinschränkungen", da steht das aufgelistet, inkl. "Funktionsstörung der Wirbelsäule und der Gelenke" und weiteren Punkten.

Das ist ja auch völlig korrekt so, da steht ja auch nicht genauer was konkret "gestört" ist (und wegen welcher Diagnosen), aber diese Einschränkungen (durch Rücken und Gelenke) hat der Vermittler zu beachten.
Er muss es dann also akzeptieren wenn du sagst, dass aus diesen Gründen eine bestimmte Tätigkeit nicht möglich ist, ohne genau zu wissen ob du mal einen Bandscheiben-Vorfall oder schon eine OP deswegen hattest und an welcher Stelle genau.

Das Ding wurde direkt vom Sachbearbeiter ausgedruckt, der hat somit Zugriff drauf.

Das ist ja auch der Sinn der Sache, dass der SB Zugriff darauf hat (auf den Teil B), sonst kann er das ja nicht beachten ... und ich kann an den hier geschilderten Formulierungen nichts finden, was diese Aufregung darum rechtfertigen würde. :icon_kinn:

Auch der ÄD muss dem SB "umschrieben" begründen können warum du manche Tätigkeiten nicht ausüben darfst, um deiner Gesundheit nicht zu schaden, es reicht nicht ganz wenn der da nur schreibt "Kunde X" darf Dieses und Jenes nicht machen ...

Mit der GdB-Einstufung beim Versorgungs-Amt hat das eher nichts zu tun, die arbeiten nach ganz anderen Kriterien, allerdings kommt der Begriff (seelische Minderbelastung) dort auch mal vor, das sagt aber noch gar nichts dazu aus welchen GdB der Antragsteller dann dafür bekommen wird.

Das hängt eben vom konkreten persönlichen Ausmaß dieser "Minderbelastung" ab, es ist eben nur eine "allgemeine Umschreibung" und die sind auch in den ÄD-Gutachten in der Form erlaubt wenn es um (beim ÄD nachgewiesene) psychische Diagnosen geht.

MfG Doppeloma
 

Muzel

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In meiner gutachterlichen Stellungnahme aufgrund meines GdB`s steht, 50 aufgrund einer psychischen Erkrankung. Hört sich das denn besser an als seelische Erkrankung?
 

HermineL

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Dann zeig mir doch bitte in den F00 bis F99 die Stelle an der/denen das Wort Seele steht.
Eine Umschreibung gehört da auch gar nicht hinein weil der ICD-Code lediglich internationale Diagnoseschlüssel abbildet.

Und auch wenn Mediziner das Wort Seele hin und wieder gerne in ihrer Umgangssprache mit den Patienten benutzen, ist und bleibt es ein Begriff aus der Religion.
Ich würde jedenfalls jedem Gutachter, der in einem Gutachten über mich das Wort Seele in den Mund nimmt oder etwas von „seelischer Belastbarkeit“ schwaffelt, dessen Gutachten um die Ohren hauen.

Also empfindest du auch das Gesetz Gleichstellung von Behinderten als Religion und Geschwafel von der Seele ?
§ 3 Menschen mit Behinderung BGG

Menschen mit Behinderungen im Sinne dieses Gesetzes sind Menschen, die langfristige körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, welche sie in Wechselwirkung mit einstellungs- und umweltbedingten Barrieren an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hindern können. Als langfristig gilt ein Zeitraum, der mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate andauert.

Auch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen ist dann wohl religiös angehaucht und schwafelt nur herum.
Seelische Behinderungen
Gegenüber anderen Behinderungsarten sind seelische Behinderungen schwerer zu definieren. Sie betreffen nicht messbare Dimensionen wie Fühlen, Handeln, Wahrnehmung oder Orientierung. Es handelt sich um subjektive Phänomene, für die es keine genau definierte Norm gibt. Von vielen seelischen Krankheiten sind zudem die Ursachen nicht bekannt. Deshalb orientieren sich die Diagnosen im klinischen Bereich vielfach an der Beschreibung des Zustandes und des Verlaufs der Erkrankung.
Seelische Erkrankungen treten in verschiedenen Formen auf. Die Übergänge sind fließend. Seelische Störungen sind äußerst vielfältig.
Quelle: Integrationsämter

Auch die Weltgesundheitsorganisation kennt in ihrer Klassifizierung die seelische Behinderung:
Als Behinderungsarten gelten: geistige Behinderung, seelische Behinderung, Hörschädigung (Gehörlosigkeit + Schwerhörigkeit), Körperbehinderung, Lernbehinderung, Sehschädigung, Sprachbehinderung und Verhaltensstörung.
Quelle: WHO Definition

Alles nur Mediziner, Juristen etc. die über die Seele schwafeln ?

Zu guter Letzt kann ich mich unabhängig von den Ausführungen zuvor nur Doppeloma anschließen:
Irgendwie muss man (der ÄD) das ja bezeichnen dürfen und diese "Umschreibung" (aller möglichen psychischen Probleme ohne was Genaues kund zu tun) ist allgemein üblich bei AfA und JC.
Wie soll denn sonst (der Vermittler) darauf hingewiesen werden, dass z.B. Tätigkeiten mit viel Stress / Schichtarbeit oder besonderer seelischer Belastung (in der Pflege etwa) NICHT zumutbar sind ???
 

KDK282

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Definiert doch den Begriff Seele. Vielleicht kommt Ihr ja selbst drauf, wer Recht hat oder nicht. Dabei ist es völlig irrelevant, wer was sagt.:icon_twisted:
 

Mona Lisa

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Definiert doch den Begriff Seele. Vielleicht kommt Ihr ja selbst drauf, wer Recht hat oder nicht. Dabei ist es völlig irrelevant, wer was sagt.:icon_twisted:
Psyche ist doch nur ein Fremdwort für "Seele". Allerdings nannte man psychisch Kranke früher Geisteskranke.

Es befinden sich auch Seele und Geist meiner Meinung nach in unserem Körper. Eine Unterscheidung von körperlichen und psychischen Krankheiten hat doch nur zu einer Stigmatisierung letzterer geführt. Jeder kann sich outen und wird auch noch bewundert, nur psychisch Kranke tun es selten. Bei mir wissen es auch nur ganz wenige, schon mal niemand bei meiner Arbeit.

LG

Mona Lisa
 

Muzel

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Hallo Mona Lisa,
ich frage mich nämlich auch, welches Wort diskriminierender ist, seelisch oder psychisch krank. Der Doc, der mir den Nachteilsausgleich bewilligt hat, hat seelisch geschrieben.
 
G

Gelöschtes Mitglied 26

Gast
Na, das ist mal wieder ein tolles Thema was ich da aufgedrückt bekommen habe.
Also laut meinen nun recht reichlichen Recherchen verstehe ich nix (seele-verstehen) ...
Das ist so ein undefiniertes Zeug mit weitreichenden Auslegungsmöglichkeiten.

Nach meiner Meinung (und Recherche) hat die Seele mehr mit der Person und der Definition der Person zu tun, während die Psyche sich näher zum Körper befindet und quasi die Verbindung zwischen Körper (als der Aufnahme der Empfindungen und Reize) und Seele ist.
Die Seele definiert dich als Person, deine Psyche empfängt die Umwelt und wertet diese aus und leitet die Empfindungen an die Seele weiter.
So in etwa ... manchmal ist aber auch nur die Psyche gemeint. Dennoch fraglich was so etwas für eine berufliche Ausübung bedeutet, nun ja ... es bedeutet zunmindest nichts spezielles, also liegt keine gezielte Beeinträchtigung oder Störung vor.

Also das Gutachten sollte damit dann quasi OK sein, der Rest war recht eindeutig und mit der Suchfunktion klärbar, dann kann ich Rückmeldung geben das er es an seinen SB weitergegeben darf.
Vielen Dank an alle Helfenden!
 

little

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Hallo Mona Lisa,
ich frage mich nämlich auch, welches Wort diskriminierender ist, seelisch oder psychisch krank. Der Doc, der mir den Nachteilsausgleich bewilligt hat, hat seelisch geschrieben.

Wozu fragst du das? Damit du das nächste Gerichtsverfahren, dieses Mal wegen Diskriminierung anstregen kannst? :icon_neutral:

Psychisch krank wird, abgesehen von Kleinstädtlern und Dörflern heute vielmehr mit Angststörung und Depressionen verbunden, da in aller Munde. Von "Geisteskrank" wie früher sind wir - dem Himmel sei Dank - doch mitlerweile gaaaanz weit entfernt!

Für mich wäre seelisch krank sogar ein noch feinfühliger Ausdruck, da man (ich) Seele mit etwas "kindlichen, süssem, gilt es zu beschützen" assoziiert.

Von beleidigend oder gar diskriminierend MEILEN entfernt!

little
 

bLum

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Naja, heutzutage kann man es schon als eine Kategorienfehler bezeichnen, wenn man bei psychischen Erkrankungen von "Seele" spricht.
Ethymologisch, bzw. hermeneutisch: psychē ist bei den ollen Griechen der Träger des Bewußtseins. Davon zu unterscheiden ist thymós (emotionale Antriebe) und nóos (Intellekt). Im nüchternen, naturwissenschaftlichen Zusammenhang spricht man eigentlich nicht mehr von "Seele", sondern von der Psyche. Von daher hat ein Vorredner schon recht, wenn er die "Seele" im religiösen Bereich verortet.
Ist aber auch nicht ungewöhnlich, wenn Integrationsdienste weiter von "Seele" quatschen. Da sind gewählte Vertreter, und die setzen sich nicht selten aus engagierten einschlägigen Glaubensgemeinschaften zusammen.
 
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Nena

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Da das hier ja eh schon alles OT ist:
Ihr könntet auch noch den Begriff seelische Grausamkeit auseinandernehmen. Religiös? Geist? Einfach nur nicht körperlich vielleicht?
 

Muzel

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Ich habe festgestellt, dass heute in einem ganz anderen Vokabular als noch vor 20 Jahren gesprochen wird.
 
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