Was haltet Ihr von den neuen Arbeitslosenzahlen ?

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Optimist63

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Hallo zusammen ...
gerade in den Nachrichten gehört, dass die Arbeitslosenzahlen wieder rückläufig sind. Im Gegenzug erwarten Experten jedoch, dass es in naher Zukunft zu fast unzähligen Insolvenzen kommen soll und man sich auf stark steigende Arbeitslosenzahlen einrichten sollte !
Was denkt Ihr darüber ?
 

AsbachUralt

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Da niemand weiß, wie sich die Corona-Problematik in den nächsten 12 Monaten entwickeln wird, kann man dazu eigentlich höchstens aus dem Kaffeesatz lesen.
 

abcabc

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Müsste man sich die Zahlen mal genauer anschauen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass hier gefälschte Statistiken verbreitet wurden. Konkret: Wer in einer Maßnahme ist oder war fällt aus der offiziellen Statistik raus und seit ner Weile ist in den Buden der Maßnahmenträger wieder Betrieb.....
 

Optimist63

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Stimmt ! Wäre ja auch nicht das erste Mal !
Zudem wurde ja auch das Kurzarbeitergeld bis 12.2021 verlängert ... aus dem gleichen Grund ! Sonst würde es nämlich ganz ganz bitter aussehen !
 
E

ExUser 69233

Gast
Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen sind seit ca. Anfang dieses Monats wieder auf. Würde mich nicht wundern, wenn es dies mal einen großen Unterschied macht. Vor allem, wenn frustierte Arbeitslose diese Maßnahme verlassen und dann nicht mehr ausbildungssuchend gelten beispielsweise.
 

Optimist63

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Damals war man ja mit 58 auch automatisch raus aus der Statistik ...
 

Uhus

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gerade in den Nachrichten gehört, dass die Arbeitslosenzahlen wieder rückläufig sind.
Na ja, im Vergleich zum Vormonat, was aber keine korrekte Vergleichsgrundlage darstellt. Wenn man dagegen den September 2020 dem September 2019 gegenüberstellt, hat sich die offizielle Arbeitslosenzahl um immerhin 613.000 erhöht. Dazu gesellt sich wegen der Corona-Pandemie noch eine beachtliche Zahl an Beziehern von Kurzarbeitergeld im 7-stelligen Bereich, was quasi eine verdeckte Arbeitslosigkeit bedeutet (neben den üblichen Statistik-Tricksereien).
 
E

ExUser 69640

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Wie sieht das eigentlich mit Leuten aus die während des ALG 1 Bezuges erkranken und dann ins Krankengeld fallen, die sind raus aus der Statistik oder?
 

Optimist63

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Wie sieht das eigentlich mit Leuten aus die während des ALG 1 Bezuges erkranken und dann ins Krankengeld fallen, die sind raus aus der Statistik oder?
Ich glaube ja, aber erst ab der 7. Woche in Folge ! Das heißt, die ersten 6 Wochen gibt es ALG I und bei Verlängerung wandelt sich das quasi in Krankengeld um !
 

Matt45

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Das Dilemma(Corona) ist bei weitem nicht gelöst und leider sieht die Tendenz eher nicht so gut aus(Steigende Zahl der Infizierten) und damit "hängt" der Arbeitsmarkt komplett in der Luft.

Haben wir im Dezember(sind übrigens nur noch zwei Monate) täglich 10.000 und mehr Fälle(Frau Merkel sagt 19.000) bekommt die Wirtschaft einen richtigen Schlag ab(KO)!

Die großen Konzerne taumeln immer noch(Ausgenommen Lebensmittel oder Baumärkte), viele kleine Geschäfte, Solo Selbständige "hinken" schon lange zusätzlich ist die Kulturbranche immer noch im "Schlaf".

Ich wäre vorsichtig mit der angeblich besseren Zahl für den September!
 
G

Gelöschtes Mitglied 70142

Gast
Corona und unsere durch Corona veränderte Lebensweise wird viele Firmen tatsächlich direkt oder indirekt treffen. Busunternehmer beispielsweise. Konzertveranstalter. Denen bricht alles weg.

Aber auch indirekt, weil sich manche Entwicklung der letzten Jahrzehnte wie irre beschleunigt: der Trend zum kontaktlosen Bezahlen wird Banken dazu bringen, Filialen zu schließen und Geldautomaten abzubauen. Das ist jetzt schon so. Auch nach Corona werden viele Filialen nicht mehr öffnen. Die Folge ist natürlich: Arbeitsplatzabbau.

Es trifft weniger das produzierende Gewerbe. Und im Dienstleistungsbereich sind auch noch Stellen offen. Hier in der Gegend, die vom Tourismus lebt, wird kräftig aufgerüstet. Die Gäste kamen in diesem Sommer verstärkt hierher. Auf Fernreisen werden die Leute wohl auch in den nächsten Jahren verzichten, ganz egal, ob es einen Impfstoff gibt oder nicht.
 

franzi

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Die Zahl der Kurzarbeiter geht zurück. Aber es werden gewiss nicht alle wieder normal arbeiten, sondern in die Arbeitslosigkeit rutschen.
Hinzu kommen Insolvenzen, Stellenabbau, Betriebsschließungen etc. (Nicht zu vergessen: manches war bereits vor Corona geplant und wird nun zügiger umgesetzt.)
Jetzt zeigt sich auch, welche Betriebe auch in der Krise überlebensfähig sind und welche sich nicht mehr über Wasser halten können.

Das wird in einigen Monaten zu tausenden neuen Arbeitslosen führen, die nicht so schnell wieder einen Job finden werden.
Nach Ablauf eines Jahres landen die meisten dann auch in Hartz IV.
Die aktuelle Statistik und die Verlautbarungen betrachte ich daher mit Vorsicht was den Wahrheitsgehalt betrifft.
Die Tendenz zum Schönreden und zum Verschweigen wichtiger Aspekte ist uns ja seit Jahren schon bekannt.
 
E

ExUser 2606

Gast
Vieles, was jetzt weggefallen ist, sind ja auch Minijobs. Und die Tauchen in der Statistik nicht auf.
 

Optimist63

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In der Tat ... die Wirtschaft und somit viele Unternehmen lagen schon vor Corona am oder fast am Boden ! Ich bin knapp 2 Wochen vor Corona hier in Deutschland fristlos, jedoch völlig unberechtigt rausgeschmissen worden (ich hatte bereits hier an anderer Stelle berichtet). Ja, MSH ... Media Saturn Holding. Schon ein Jahr vor Corona war es da am Krachen !!

Im Jahr davor wurden deutschlandweit etwa 50 GF entlassen worden ! Mehrere Hundert Stellen sind in der Hauptzentrale in Ingolstadt gestrichen worden, stattdessen wurde dort die Samstagsarbeit eingeführt !

Unser Markt war im Frühjahr diesen Jahres über 2 Monate ganz geschlossen ... eine ECHTE Katastrophe !! Zudem sollen auch alle Filialen bis zum nächsten Sommer halbiert werden ! Das sagt doch alles ...
Und natürlich kommt Corona für viele Unternehmen wie gerufen ... es wird drastisch selektiert ! Man hat mir neulich mitgeteilt, dass ich mit meiner Geschichte wirklich Glück gehabt habe ... im Nachgang !

Und genau das hat ein älterer Freund von mir schon vor Jahren vorausgesagt was jetzt passiert ! Von Corona wusste er natürlich nichts, aber das es so kommen und nun umgesetzt wird !
Ganz ehrlich ... auf Dauer kann/konnte das so nicht weitergehen !

Und überhaupt ... viele Unternehmen werden sich jetzt erst recht mit Neueinstellungen zurückhalten ! Im Gegenzug werden sich somit auch noch mehr Bewerber auf eine einzige Stelle fixieren !
 

bondul

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Die aktuelle Statistik und die Verlautbarungen betrachte ich daher mit Vorsicht was den Wahrheitsgehalt betrifft.
In der aktuellen Statistik werden doch jede Menge Zahlen veröffentlicht, die ein Gesamtbild der Arbeitslosigkeit darstellen. Klick mal hier.

Auch die oft gescholtenen "Öffentlich-Rechtlichen“ geben mehr Informationen dazu, als mancher für möglich hält.
Beispiel:
[..]
Wie viele Arbeitslose gibt es wirklich?
Wie viele Jobs in Deutschland fehlen, lässt sich nur schätzen. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) veröffentlicht neben der Arbeitslosenzahl weitere Werte, um die Lücke fehlender Jobs zu verdeutlichen. Die sogenannte "Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne" umfasst zusätzlich all jene, die durch bestimmte Instrumente der Arbeitsmarktpolitik gefördert werden (zum Beispiel Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Ein-Euro-Jobs, berufliche Weiterbildung) oder nur aus der offiziellen Statistik fallen, weil sie über 58 Jahre alt sind und mindestens zwölf Monate kein Angebot für eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung erhalten haben. Diese Zahl lag 2019 um rund 381.000 höher als die offizielle Arbeitslosenzahl. Zusätzlich gibt die BA jeden Monat auch die sogenannte Unterbeschäftigung an. Sie umfasst neben der "Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne" zahlreiche weitere Bürger, die von der Förderung durch die Arbeitsagenturen profitieren (zum Beispiel Gründungszuschuss, Einstiegsgeld) oder krankgeschrieben sind. Neben dieser "Unterbeschäftigung im engeren Sinne" gibt es noch den weitesten Begriff der Unterbeschäftigung, der zusätzlich noch Kurzarbeiter und Personen in Altersteilzeit umfasst. Diese Unterbeschäftigung nach der Definition der BA lag im Jahr 2019 um 980.000 Personen höher als die offizielle Arbeitslosenzahl.
[..]

lg, bondul
 

MaRo

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war gerade im zu hören Radio : Mini jobs sind wegen Corona um 36% weggefallen !!
 

lino

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Im Gegenzug erwarten Experten jedoch, dass es in naher Zukunft zu fast unzähligen Insolvenzen kommen soll und man sich auf stark steigende Arbeitslosenzahlen einrichten sollte !
Da niemand weiß, wie sich die Corona-Problematik in den nächsten 12 Monaten entwickeln wird, kann man dazu eigentlich höchstens aus dem Kaffeesatz lesen.
Das hat mit der Corona-Problematik nur leider direkt nichts zu tun, sondern damit, das die Meldepflicht für Insolvenzen ausgesetzt wurde.
Was bedeutet, das Firmen, die eigentlich schon pleite sind, weiter existieren und weiterhin Schulden bei ihren Gläubigern machen können.
Wenn die Meldepflicht wieder eingesetzt wird kann sein, das dadurch die Gläubiger selbst auch Insolvenz anmelden müssen, weil sie auf einmal Schulden haben, von denen sie bislang nichts wussten.
Das kann eine Welle hinter sich herziehen. Aber werden wir sehen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 70142

Gast
E

ExUser 69640

Gast
Ah ja... Interessant!
Letztlich aber auch egal. Wer die Rechnungen nicht zahlt, wird nicht beliefert.
Na ja ich seh da auch Probleme, meistens sind das ja langjährige Geschäftsbeziehungen und der Lieferant gibt dazu auch noch Rabatte und Kredit. Wenn dem Unternehmer dann Kunden oder Zahlungen der Kunden kurzfristig wegbrechen, wird er doch weiterhin beliefert. Das hat natürlich seine Grenzen, trotzdem können sich so immense Summen anhäufen, gerade wenn es mehrere Lieferanten betrifft. In der Baubranche ist es nicht unüblich mehrere Lieferanten zu haben. @lino hat das gut beschrieben.
 
G

Gelöschtes Mitglied 70142

Gast
Na ja ich seh da auch Probleme, meistens sind das ja langjährige Geschäftsbeziehungen und der Lieferant gibt dazu auch noch Rabatte und Kredit.
Nein.
Kenne eine ehemalige Restaurantbetreiberin. Die wurde am Ende nur noch gegen Ca$h beliefert. Mittlerweile ist sie pleite.

Wer nicht zahlt, fliegt raus. Ganz einfach.
 
E

ExUser 69640

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Nein.
Kenne eine ehemalige Restaurantbetreiberin. Die wurde am Ende nur noch gegen Ca$h beliefert. Mittlerweile ist sie pleite.

Wer nicht zahlt, fliegt raus. Ganz einfach.
Lieber Schichtkäse, die Welt ist nicht schwarz - weiß.

Ich glaube dir ja das deiner bekannten das passiert ist, aber was soll dein "Nein"? Ich war Bauunternehmer und hatte Lieferanten die mir auch Lieferungen geschickt haben die ich dann später per Überweisung bezahlt habe. Also "JA"
 

Rapunzeline

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Ich bin ja mal gespannt! :cool:
 

Atze Knorke

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An die Forumsrunde,

zur (Arbeitsmarkt)Lage der Nation - sehr beflissentlich aufgezeigt.

Die 'Schönfärberei', die rein politisch geprägt ist, denn Zahlen müssen
halt nur klingen. Das (Untertanen)Volk, das nunmal nicht hinterfragt.

Dann liest sich noch die Skala des IAB-Arbeitsmarktbarometers:
„Der Arbeitsmarkt hat sich gefangen, derzeit wird weniger entlassen als vor der Krise“, so Weber.

Und wie verträgt sich das mit dem massiven Stellenabbau bei den deutschen Unternehmen?

Erwerbslosigkeit vs. Arbeitslosigkeit vs. Unterbeschäftigung vs. stille Reserve

... in Euroland herrscht auch eitel Sonnenschein.

Ach, da haben wir ja noch den soliden, sozial gerechten und zukunftsorientierten Vizekanzler,
Finanzminister und Kanzlerkandidaten der SPD, davor erster Bürgermeister Hamburgs,
BMf Arbeit & Soziales und im Kern großer Verfechter der Schröderschen Agenda 2010,
in einer Person, Herrn Olaf Scholz.
Dabei reden wir gar nicht über den Cum-Ex-Skandal - Justiz-Aufarbeitung, den Flop mit der Finanztransaktionssteuer, Wirecard-Skandal, Grundsteuerreform, Altschuldenhilfe für Kommunen,
um als Retter der Nation das Corona-Schuldenkreditpaket in Höhe von 96 Milliarden Euro zum
BH 2021 aufzunehmen. Dank dieser Staatshilfenorgie sieht es doch ein paar Milliarden später
anders aus, denn kein Geld der Welt kann das Klotzen-und-Kleckern-Gebahren als probates
Mittel zum Zweck mit Bazooka und Wumms absichern.

Finanzgauner, kriminelle Banker ...

Die geistigen Zellen zu Herrn Steinbrücks und Frau Merkels Einlagen-Versicherung aufgefrischt.
Entscheidend ist am Ende aber, wie viel Geld in den jeweiligen Töpfen steckt und ob es ausreicht, um die Kunden zu entschädigen. Doch ausgerechnet bei dieser Frage bleiben die Banken vage. Sie veröffentlichen dazu keine Zahlen und teilen sie auch auf Anfrage nicht mit. Aus den Daten der Europäischen Bankenaufsicht EBA geht immerhin hervor, wie viel in den Notfallfonds steckt, um die gesetzliche Einlagensicherung abzudecken – also das worauf Sparer einen gesetzlichen Anspruch haben. Die privaten Banken haben dafür Ende 2017 zum Beispiel 2,1 Milliarden Euro angespart. Das klingt viel, ist aber nur die Hälfte dessen, was die Institute nach Ansicht der Aufseher vorhalten sollten. Bei Sparkassen und Volksbanken fällt der Nachholbedarf ähnlich groß aus. Konsequenzen hat das bislang nicht: Die Institute haben bis 2024 Zeit, ihre Töpfe zu füllen.

Das leitet die Gedanken in 2020 auf die 'Deutsche Bank' (u. a. auch Verstrickung in den Libor-Skandal
um manipulierte Zinssätze) die nun in aller Munde ist.

... so steht doch alles in dieser Welt im engen Zusammenhang ... wie nur die Superreichen von politischen Entscheidungen profitieren.
"Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich - Reicher Mann und armer Mann standen da und sah’n sich an. Und der arme sagte bleich, wär ich nicht arm, wärst du nicht reich." 1934 - Bertholt Brecht -
 
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