Was habe ich von Schwerbehinderung bei Arbeitslosigkeit?

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darlinchen

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Hallo,

habe seit einigen Monaten einen Schwerbehindertenausweis.

Nun frage ich mich, was mir der Ausweis bzw. der GdB bei Arbeitslosigkeit bringt?

Arbeitslos bin ich jetzt nun schon (seit 4 Monaten etwa), also ist es zu spät, um Verlust des Arbeitsplatzes irgendwie zu verhindern. Habe Arbeitslosengeld I. Bin jetzt auch in der Reha-/Schwerbehindertenabteilung, mein aktueller SB hat von sich aus aber jetzt nichts getan, was mich glauben lassen würde, dass es mit Ausweis einen Unterschied macht arbeitslos zu sein.

Bekommt man weniger VVs? Hab da jetzt auch keinen Vergleich, daher weiß ich es echt nicht. Kann man eher irgendwelche Maßnahmen bekommen (mache jetzt allerdings wohl demnächst 3monatige WB, Initiative kam aber von mir).

Ein Gutachten wurde von 'nem Hausarzt gemacht - als ich noch AU war -, der schrieb eben was von "Kein Stress, Kundenkontakt, Nachtschicht, usw.". Und der SB murmelte dann bei vorletztem Termin auch was von "Call-Center geht dann ja nicht". Nur: Er schickte mir trotzdem VVs, die mit Call-Center (ok, stand da nicht direkt, kam beim Telefonat mit der ZA-Firma raus) oder Schichtarbeit waren. Allerdings natürlich im Bürobereich (z. B. Datenerfasser), nicht Produktionshelfer oder so.

Weiß jemand, wo dann da jetzt der Unterschied sein soll?

LG
und Frohes Fest!

darlinchen

P.S.:
Nicht, dass es falsch rüberkommt, ich will keine Extra-Wurst, aber andererseits wollte ich mich schon etwas über meine Rechte informieren. Gerade, wenn in ein paar Monaten schon die ARGE auf mich wartet, wovor ich mich schon sehr fürchte.
 

Doppeloma

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Hallo darlinchen,

mein aktueller SB hat von sich aus aber jetzt nichts getan, was mich glauben lassen würde, dass es mit Ausweis einen Unterschied macht arbeitslos zu sein.

Nein, es macht nicht wirklich einen Unterschied, in vielen Fällen erschwert es eher die Rückkehr in die Arbeitswelt und DAS wissen die Reha-SB nur zu genau.

Denn JEDER Arbeitgeber weiß ja auch DIREKT, dass er dich nach der Probezeit nicht mehr so leicht wieder los werden KANN.

Es gibt unterschiedliche Auffassungen dazu, ob man den Ausweis (die Schwerbehinderung) angeben MUSS bei einer Bewerbung oder nicht.
Es gibt ja sogar Arbeits-Angebote (meist von Behörden !), wo es heißt "Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung bevorzugt eingestellt", DA KANN es nicht verkehrt sein, das dann auch direkt mit anzugeben.

Ich denke mal gerade in dieser Hinsicht und auf diese Bereiche SOLLTE der Reha-Berater dich hinweisen und beraten...

Allerdings ist auch DAS keine Sicherheit DAFÜR, dass man dich dort dann auch einstellen MUSS, letztendlich entscheidet darüber der Arbeitgeber und NICHT dein Ausweis.

Bekommt man weniger VVs? Hab da jetzt auch keinen Vergleich, daher weiß ich es echt nicht. Kann man eher irgendwelche Maßnahmen bekommen (mache jetzt allerdings wohl demnächst 3monatige WB, Initiative kam aber von mir).

Bitte versuche dich niemals auf VVs von der Arbeitsagentur zu verlassen, die entsprechen eher selten dem was du kannst und vielleicht möchtest.
HIER ist z.B. der SB gerade auch gefordert, dich zu den Möglichkeiten zu beraten, wenn ihm da nicht mehr einfällt als "CallCenter", dann hat er seine Aufgabe leider NICHT verstanden.

Was für eine Weiterbildung soll denn das werden, kannst DU DAMIT wirklich was anfangen ??? oder macht das auch eher den Eindruck, der "Beschäftigungs-Therapie und "Statistik-Bereinigung"...:icon_kinn:

Ein Gutachten wurde von 'nem Hausarzt gemacht - als ich noch AU war -, der schrieb eben was von "Kein Stress, Kundenkontakt, Nachtschicht, usw.". Und der SB murmelte dann bei vorletztem Termin auch was von "Call-Center geht dann ja nicht".

Ein Gutachten zu deiner Erwerbsfähigkeit /Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt und den notwendigen Einschränkungen hat eigentlich der Amtsarzt der AfA zu machen und NICHT dein Hausarzt.
Zu diesem Amtsarzt MUSS dich der Berater hinschicken, wenn klar ist, dass du so einige Sachen GAR NICHT machen KANNST und DARFST.

Dafür KANN das Attest deines Arztes ein wichtiger Hinweis sein, mehr aber auch NICHT, der SB hat medizinische Informationen gar nicht zu bewerten, der IST KEIN ARZT. :icon_evil:

Nur: Er schickte mir trotzdem VVs, die mit Call-Center (ok, stand da nicht direkt, kam beim Telefonat mit der ZA-Firma raus) oder Schichtarbeit waren.

ER hat VORHER zu klären, ob es sich um zumutbare Tätigkeiten handelt und GENAU DAFÜR braucht ER die Hinweise des Amtsarztes, auf nicht Zumutbares brauchst du dich überhaupt NICHT zu bewerben.

Es gibt dafür auch gesetzliche Richtlinien, ich weiß ja nicht was du vorher gemacht und verdient hast, da könnte es sogar sein, dass ZAF generell noch GAR NICHT in Frage kommen für dich.

Schau mal hier rein

§ 121 SGB III*Zumutbare Beschäftigungen


Allerdings natürlich im Bürobereich (z. B. Datenerfasser), nicht Produktionshelfer oder so.

Am BESTEN schaust du SELBER intensiv in Zeitungen, im Internet und liest dir erst mal genau durch, um welche Tätigkeit es wirklich geht bei einem Arbeits-Angebot, gerade auch "Daten-Erfasser" /Bürohilfen landen oft genug im CallCenter...:icon_neutral:

P.S.:
Nicht, dass es falsch rüberkommt, ich will keine Extra-Wurst, aber andererseits wollte ich mich schon etwas über meine Rechte informieren. Gerade, wenn in ein paar Monaten schon die ARGE auf mich wartet, wovor ich mich schon sehr fürchte.

Es kommt ein wenig auf dein Alter an und deine beruflichen Vorkenntnisse (Ausbildung ???) ob dir z.B. ein Antrag auf berufliche Reha bei der Rentenkasse helfen könnte, auch bei deinem zuständigen Intergrationsamt kannst du dich informieren, was dir für die Zukunft wirklich weiterhelfen KANN.

Eines ist jedenfalls GANZ sicher, wenn du beruflich noch irgendwie was erreichen willst, dann KANNST du dir NUR SELBER helfen, von der AfA (und später vom Jobcenter) hast du da eher NICHTS zu erwarten...die sehen deinen Schwerbehinderten-Ausweis eher als zusätzliches "Vermittlungs-Hemmnis"...:icon_dampf:

Trotzdem erst mal schöne Weihnachtstage und wenn du zu den angesprochenen Wegen noch Fragen hast, GERNE...

MfG Doppeloma
 
E

ExitUser

Gast
Hallo darlinchen,

wenn Du schwerbehindert bist (also mindestens 50 %) oder einem Schwerbehinderten gleichgestellt bist (ist ab 30% möglich, Gleichstellung muss beim Arbeitsamt beantragt werden), muss ein Arbeitgeber, bei dem Du Dich bewirbst und den Du auf Deine Schwerbehinderung hinweist, Dich zu einem Vorstellungsgespräch einladen.

Lies Dir hierzu mal das AGG durch (Allgemeines Gleichbehandlungs-Gesetz).

In Stellenanzeigen von Behörden liest man ja auch oft, dass Schwerbehinderte bevorzugt werden.
Okay, die Realität sieht anders aus, aber dann kann man den Arbeitgeber verklagen wegen Verstoß gegen das AGG und SGB IX. Eine solche Klage verschafft Dir zwar nicht unbedingt eine Arbeitsstelle, aber wenigstens eine Art "Schmerzensgeld", das bis zu 3 Monatsgehältern betragen kann.

Wenn man also sowieso schon knapp ist mit dem Geld, hilft dieses Schmerzensgeld schon ein Stück weiter.

Und Schmerzensgeld / Entschädigungen dürfen NICHT auf H iV angerechnet werden!

Beim Arbeitsamt / Jobcenter selbst sehe ich keine wirklichen Vorteile (bin auch schwerbehindert).

Grüße
Arbeitssuchend
 

Muzel

StarVIP Nutzer*in
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Du kannst dich natürlich wie jeder andere auch auf Stellen bewerben, die du meinst machen zu können und du bist keineswegs mitteilungspflichtig, dass du schwer behindert bist. Du darfst leider nicht lügen, wenn du gefragt wirst.. Aber das Recht auf Lüge bei der Schwerbehinderteneigenschaft ist auch noch reichlich umstritten. Die Frage ist, wie mutig bist du.
 
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