Was da Mindestlohn genannt wird

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Paolo_Pinkel

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Derzeit spricht ganz Deutschland über faule Eier. Die Diskussion um den Mindestlohn gehört auch dazu. Da hat der Bundesrat eine Initiative gestartet, wonach Deutschland einen flächendeckenden Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro bekommen soll. Die Bundesregierung lehnt das natürlich ab, die Arbeitgeber auch und der Vize der Agentur für Arbeit Heinrich Alt meint, der Mindestlohn würde an der Zahl der Aufstocker nichts ändern.
==> Was da Mindestlohn genannt wird - crasez l'infme!
 

Realo

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Hmmm... 8,50 x 160 = 1.360 Brutto im Monat.... Nicht wirklich viel, aber z.B. ein ungelernter wird keinem AG soviel wert sein.... und wenn der Friseur dann 8,50 Euros bekommt, was bekommt dann der Kommissionierer? und was der lagerarbeiter?
 

ZynHH

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Hmmm... 8,50 x 160 = 1.360 Brutto im Monat.... Nicht wirklich viel, aber z.B. ein ungelernter wird keinem AG soviel wert sein.... und wenn der Friseur dann 8,50 Euros bekommt, was bekommt dann der Kommissionierer? und was der lagerarbeiter?
Warum sollten Kistenstapler ohne jede Verantwortung auch nur halb soviel wie ein Friseur bekommen?

Wenn der dir die falsche Chemie ins Haar schmiert , dann landest du mit Verbrennungen im KKH, wenn der Kistenschieber ne Kiste verstapelt, bekommt ein Amazon-Schnorrer sein Päckchen etwas später... also was für Vergleiche hier gezogen werden...

Friseur ist ein Handwerk.

Wobei der Alt natürlich Recht hat, dass 8,50 nichts am Aufstocken ändert. Also, her mit den 13, 00 Euro für alle.

Gibts halt nicht 5% mehr gewinn sondern nur 4%....:icon_pause:
 

jockel

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Hmmm... 8,50 x 160 = 1.360 Brutto im Monat.... Nicht wirklich viel, aber z.B. ein ungelernter wird keinem AG soviel wert sein.... und wenn der Friseur dann 8,50 Euros bekommt, was bekommt dann der Kommissionierer? und was der lagerarbeiter?

Genau das hat man heute Mittag auf Phoenix zum behandelten Tagessendethema Mindestlohn auch gefragt:

Wenn ein Mindestlohn flächendeckend über alle Berufsgruppen angewendet werden soll - ist es dann gerecht, daß eine ungelernte genauso viel verdient wie eine Fachkraft?

Natürlich werden dann die Fachkräfte im Mindestlohnbereich meckern und auch zurecht. Es liegt an den Unternehmern und am Staat, in der Hinsicht für soziale Gerechtigkeit zu sorgen. Das Zauberwort heißt Aus- und Weiterbildung. Ungelernte Arbeitskräfte darf es in Zukunft nicht mehr geben. Wir leben im 21. Jh. und da ist es eine Schande, daß Unternehmer noch solche mittelalterliche Ansichten pflegen, auf un- und angelernte Arbeiskräfte zu setzen.

Wer ungebildet ist, der erkennt nicht wie ein Unternehmer ihn über den Löffel balbiert. Schon zum sozialen Eigenschutz sollte man nicht unqualifiziert bleiben.

Warum sind CDU/CSU und FDP gegen Mindestlöhne?

Sie sind Schmierfilzparteien, die von Unternehmern künstlich am Leben gehalten werden und auf deren Lohnliste stehen - eben Klientelparteien.

Was viel wichtiger ist: Unternehmer scheuen Investitionen, setzen nicht auf höhere Arbeitsqualität, sondern auf Masse. Die Menge bringt bei den Unternehmern auf bequeme Weise zum überwiegenden Teil den Umsatz, Gewinn und Profit und nicht die Qualität.

Wenn man höhere Arbeitsqualität fördert - also höhere Qualifikation, dann kann die Arbeitskraft mehr Arbeitslohn verlangen und in der Folge steigen gleichzeitig die Lohnsteuern und SV-Beiträge. Das heißt für den Unternehmer gleichzeitig auf einen Teil an Gewinn und Profit verzichten zu müssen, sofern man die Warenpreise nicht begründet erhöhen kann oder die Marktlage sich nicht geändert hat. Wir erleben es aber immer wieder, daß Unternehmer keine Produktinnovationen anbieten, die dann höhere Warenpreise rechtfertigen würden.

Wegen der bestehenden Profitgier bei den Unternehmern sind genau diese nicht in der Lage sozial zu teilen.

Unternehmer sind vom Stamme Nimm und nicht vom Stamme Gib!!!!
 

götzb

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Wenn es den Zwang nicht gäbe, jeden SCh..Job annehmen zu müssen, bräuchte es einen ML nicht.
Zu AL Hilfe Zeiten gab es weder ML noch den Zwang einen Hungerlohn Job annehmen zu müssen, dafür gab es auch viel weniger prekäre Jobs.
 

pinguin

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@realo
Den Wert einer bestimmten Tätigkeit merkst Du dann, wenn Du ohne Ausnahme alles selber tun darfst bzw. mußt; Du selber kommst dann nämlich zu nix mehr.

Bspw. darfst Du dann;
- Dein eigenes Feld bestellen, und zwar alles, was Du so zum essen benötigst;
- selbstverständlich baust Du Dir auch Dein eigenes Auto zusammen, was mit der Erkundung und Erschließung Deiner Erzlagerstätte beginnt; (stop, freilich besorgst Du Dir vorher die nötigen Genehmigungen);
- natürlich stellst Du Dich auch hin und baust Dein Haus selber; freilich inklusive sämtlicher Architekturarbeiten;
- jep, und klar, um Deine biologischen Hinterlassenschaften kümmerst Du Dich auch selber;
- und auch klar, die Fenster Deines Büros putzt Du ebenso brav selber;

Wetten, daß Dein Tag mehr als 48 Stunden haben müsste? Aber jene nicht anständig zu bezahlen, die das für Dich erbringen, das geht? :icon_evil:

Das Perverse an diesem System ist, daß jenes, was nicht existenziell nötig ist, am besten bezahlt wird; siehe Sport- und Showbranche.
 

jockel

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@realo
Den Wert einer bestimmten Tätigkeit merkst Du dann, wenn Du ohne Ausnahme alles selber tun darfst bzw. mußt; Du selber kommst dann nämlich zu nix mehr.

Bspw. darfst Du dann;
- Dein eigenes Feld bestellen, und zwar alles, was Du so zum essen benötigst;
- selbstverständlich baust Du Dir auch Dein eigenes Auto zusammen, was mit der Erkundung und Erschließung Deiner Erzlagerstätte beginnt; (stop, freilich besorgst Du Dir vorher die nötigen Genehmigungen);
- natürlich stellst Du Dich auch hin und baust Dein Haus selber; freilich inklusive sämtlicher Architekturarbeiten;
- jep, und klar, um Deine biologischen Hinterlassenschaften kümmerst Du Dich auch selber;
- und auch klar, die Fenster Deines Büros putzt Du ebenso brav selber;

Wetten, daß Dein Tag mehr als 48 Stunden haben müsste? Aber jene nicht anständig zu bezahlen, die das für Dich erbringen, das geht? :icon_evil:

Das Perverse an diesem System ist, daß jenes, was nicht existenziell nötig ist, am besten bezahlt wird; siehe Sport- und Showbranche.

Du hast noch die überbezahlte Politik, Ministerialbürokratie und deren Hofnarren - die Künstler - vergessen.

Ein Beispiel: Wer geht bei Politik und Wirtschaft zur kulturellen Eventgestaltung ein und aus - Künstler!!!

The Scorpions und Udo Lindenberg als musikalische Hofnarren bei Wulff und Maschmeyer.

NDR, Panorama - Feierabend mit Christian Wulff

Ist wie zu Zeiten des Barocks:

So tun als ob man viel hat und kann. Deshalb auch das Sptichwort: "Mehr scheinen als sein!" - Ganz im Schavan- oder von-Guttenberg-Stil!
 
E

ExitUser

Gast
Warum sollten Kistenstapler ohne jede Verantwortung auch nur halb soviel wie ein Friseur bekommen?

Warum bekommt dann ein Topmanager aberwitzige Millionenbeträge, nebst einer meist ebensolchen Abfindung bei Versagen, obwohl diese unanständigen Zahlungen immer mit dem Hinweis auf deren Verantwortung legitimiert werden?

Gerne nochmal das Beispiel Telekom und Herr Sommer:
T-Aktie verliert 90% an Wert.
Vorstand erhöht sich die Bezüge um 50%.
Herr Sommer muss den Hut nehmen, bekommt aber noch eine Abfindung in zweistelliger Millionenhöhe.

Wenn man hier auch nur annähernd gerecht sein wollen würde, müsste der (nach Bestrafung und Sperre) auf ALGII zurückfallen. Insbesondere, wenn das Wort Verantwortung ins Feld geführt wird.

Du hast noch die überbezahlte Politik, Ministerialbürokratie und deren Hofnarren - die Künstler - vergessen.

Ein Beispiel: Wer geht bei Politik und Wirtschaft zur kulturellen Eventgestaltung ein und aus - Künstler!!!

Hier liesse sich wunderbar über die Begrifflichkeit "Künstler" streiten. Für mein Verständnis sind die beiden genannten (Scorpions und Lindenberg) keine Künstler, da Kunst frei von jeglichem Kommerz sein sollte. Ausser man gesteht jedem, der auch nur irgend etwas kreatives produziert, den Status Künstler zu. Ein Bohlen wäre dann ein regelrechter Überkünstler.
 

ZynHH

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Warum bekommt dann ein Topmanager aberwitzige Millionenbeträge, nebst einer meist ebensolchen Abfindung bei Versagen, obwohl diese unanständigen Zahlungen immer mit dem Hinweis auf deren Verantwortung legitimiert werden?
Ich habe keine Ahnung.... es widerspricht aber ja auch nicht meiner Aussage...:icon_pause:
 
R

Rounddancer

Gast
Wenn ein Mindestlohn flächendeckend über alle Berufsgruppen angewendet werden soll - ist es dann gerecht, daß eine ungelernte genauso viel verdient wie eine Fachkraft?

Wenn erstmal ein bundeseinheitlicher Mindestlohn Gesetz, und somit der Anfang gemacht ist, regelt sich das von selbst.

Denn -das ist heute schon so, wenn, z.B. weil für alle eine pauschale Lohn-/Gehaltserhöhung abgeschlossen wird, und so die Differenz zischen dem, was Hilfsarbeiter, Ungelernte, etc. und dem, was Fachkräfte bekommen, sinkt. Dann gehen natürlich schon heute die Fachkräfte zu ihrem Chef und sagen: "Wir wollen mehr als die, denn sonst sind wir weg!"

So wird es auch mit einem gesetzlichen Mindestlohn kommen.
Das ist auch so, dort, wo es einen gesetzlichen Mindestlohn gibt.
Selbst in den USA, wö ja jeder der 52 Bundesstaaten einen eigenen gesetzlichen Mindestlohn haben darf, aber nicht muß.
Hat der Bundesstaat aber einen eigenen Mindestlohn, so darf dieser nicht niedriger sein, als der in ganz USA gültige, föderale Mindestlohn.
Auch dort ist es so, daß den Mindestlohn die kriegen, die Ungelernt, mit einfachen Tätigkeiten beschäftigt sind, oder sich nicht besser verkaufen können. Die anderen, die Fachkräfte, deren Lohn ist auch dort deutlich höher.

Wichtig ist nur, daß erstmal ein Anfang gemacht wird.

Als wir 2004/2005 mit den Montagsdemos gegen Hartz IV starteten,
da war Frankreich schon mit einem Mindestlohn gestartet,- und England begann gerade damit. Und ab da begannen diese Mindestlöhne auch, kontinuierlich zu steigen.

Derweil verkam Deutschland zum Billiglohnland,- wurde auf Kosten der anderen EU-Staaten König der Dumpingangebote und durch den hohen Euro-Kurs für einige Jahre Exportweltmeister.

Das wäre mit einem gesetzlichen Mindestlohn nicht so passiert.
 

jimmy

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Hmmm... 8,50 x 160 = 1.360 Brutto im Monat.... Nicht wirklich viel, aber z.B. ein ungelernter wird keinem AG soviel wert sein....
Das Problem das viele AG´s haben, ist, dass Sie die auszuführende Arbeiten nicht wertschätzen. Dabei wird auch immer vergessen, was viele erleiden müssen, um zu überleben. Es kann z.b. nicht sein, dass körperlich anstrengende Berufe unterirdisch vergütet werden, während die die den ganzen Tag im Büro sitzen und nach Feierabend noch über Leistung verfügen um Freizeitaktivitäten nachzugehen mit mit einem Jahresgehalt von ü30k erhalten. Das muss sich ändern. Körperliche Arbeit ist nix mehr wert.:icon_neutral:
 

Hartzeola

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Derweil verkam Deutschland zum Billiglohnland,- wurde auf Kosten der anderen EU-Staaten König der Dumpingangebote und durch den hohen Euro-Kurs für einige Jahre Exportweltmeister.

Es ist genau umgekehrt: Ein hoher Euro Kurs dämpft Exporte in Nicht-Euro Länder.

Aufwertung

Erhöhung des Außenwertes einer Währung in Relation zu den restlichen Währungen. Die Folgen sind eine Verteuerung der Ausfuhren und eine Verbilligung der Einfuhren für das aufwertende Land. Gegensatz Abwertung.

Bei einer Aufwertung ändert sich das Tauschverhältnis mindestens zweier Währungen (Wechselkurs) zueinander. So bedeutet etwa eine Aufwertung des Euro im Vergleich zum Dollar, dass für einen Dollar weniger Euro gezahlt werden müssen. Die Aufwertung einer Währung bewirkt einerseits eine Verschlechterung der Wettbewerbsposition des betreffenden Landes, da seine Exportgüter teurer werden. Die Beeinträchtigung ist umso größer, je stärker es in die internationale Arbeitsteilung eingebunden ist. Ein geringerer Export wird sich negativ auf die nationale Konjunktur auswirken. Anderseits sinken durch die Aufwertung die Ausgaben für Importgüter, was die Nachfrage nach diesen anschiebt. Zusätzlich können sich wegen der verbilligten Einfuhren Zinssenkungsspielräume für die Zentralbank ergeben.
Aufwertung - Wirtschaftslexikon
 

Der Ratlose

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Kopfarbeit ist nunmal wichtiger als Muskelarbeit.


selten so gelacht.:icon_party:
Es kann nur die Kombination von Kopf und Muskelarbeit zählen.

von diesen reinen "Denkern" benötigen wir eigentlich nur eine handvoll.
Es ist der größte Schwindel der gerade stattfindet in dem uns die faulen und arbeitsscheuen erklären wollen das wir auf sie , auf ihre akademische Ausbildung angewiesen wären.
Gerade diese Klasse von Leuten schafft permanent ein system das möglichst kompliziert sein muß, damit sie sich parasitär daran laben kann.

Diese Gruppe von Leuten, also Leute die noch nie richtig gearbeitet haben, seltsamerweise auch nie für etwas verantwortlich gemacht werden wollen,ist leider zu groß geworden und schnürt uns die Kehle zu.
Den gerade diese Gruppe hat jegliche Werte abgeschafft.

Es mögen doch mal alle in sich gehen und sich mal überlegen was sie wirklich bräuchten um glücklich zu sein und um ein erfülltes leben zu haben.
Und dann mal überlegen welche Berufsgruppen dann auf einmal wegfallen würden. So erkennt man letztentlich die wahren Schmarotzer eines Systems.

Momentan ist doch ein System geschaffen worden um des Systems selbst, das heißt möglichst viele "Kopfarbeiter" möchten von den leistungen der Muskelarbeiter profitieren und sie ausnutzen.

Es ist recht einfach.
Was ist ein Steve Hawking ohne die Person die ihn umsorgt?
Ein nichts ! Und das vergessen immer alle.
Brauchen wir die geistigen leistungen eines Steve Hawking überhaupt? Nein?

Und so ist es mit vielen anderen Dingen auch.
 

pinguin

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Kopfarbeit ist nunmal wichtiger als Muskelarbeit.
So sicher? :icon_evil: Recht hast Du hier in Bezug auf jene, die tatsächlich gesamtgesellschaftlich nützliche Neuerungen schaffen bzw. erfinden, bspw. damals bei Endeckung der Elektrizität und Co. Aber auch die hätten das nicht tun können, hätten ihnen andere nicht den Rücken frei gehalten, damit sie sich mit sowas befassen können.

Es gibt doch überhaupt keine vernünftige Erklärung dafür, weshalb körperliche Arbeit so sehr viel weniger wert sein sollte, als jene geistigen Ergüsse, die manche so von sich geben?
 

Realo

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Es gibt doch überhaupt keine vernünftige Erklärung dafür, weshalb körperliche Arbeit so sehr viel weniger wert sein sollte, als jene geistigen Ergüsse, die manche so von sich geben?

der preis bestimmt sich aber nur durch das angebot / bzw. die nachfrage.... und nicht danach was wchtig ist oder nicht....
 

Der Ratlose

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So sicher? :icon_evil: Recht hast Du hier in Bezug auf jene, die tatsächlich gesamtgesellschaftlich nützliche Neuerungen schaffen bzw. erfinden, bspw. damals bei Endeckung der Elektrizität und Co. Aber auch die hätten das nicht tun können, hätten ihnen andere nicht den Rücken frei gehalten, damit sie sich mit sowas befassen können.

Es gibt doch überhaupt keine vernünftige Erklärung dafür, weshalb körperliche Arbeit so sehr viel weniger wert sein sollte, als jene geistigen Ergüsse, die manche so von sich geben?

Der Wert ist immer relativ.
Es ist ein wenig problematischer. Jemand der logisch denken kann kann arbeitsprozesse so vereinfachen oder Technicken entwickeln die bewirken das eine Arbeit die vorher von 100 Leuten a 100 Arbeitstunden verichtet wurde, nun auf einmal von 30 leuten a 100 Arbeitsstunden erbracht werden kann.

Das ist der wirtschaftliche Wert in einem gewinnorientierten System.
Solange diese Gabe eingesetzt wird um das Gemeinwohl zu verbessern ist da auch eine höhere Bezahlung gerechtfertigt.

Nun kommen wir aber mal zum Punkt wo wir uns fragen müssen mit welchem Aufwand tätigt jemand mit, sagen wir mal einem IQ von über 140 diese Denkleistung.
Was ist seine persönliche Anstrengung und Leistung.
Und da wirds dann problematisch. Was hindert eigentlich den Menschen (Denker) daran 1 Woche ein Problem zu durchdenken und dann die restlichen 3 Wochen Muskelarbeit zu verrichten.

Denn ein höherer IQ ist eine Gabe, wenn auch eine zweischneidige, aber sie fordert uns, die sie besitzen eigentlich nicht soviel ab.

Wir sehen uns eine Problemstellung an, bewerten sie und haben nach Analyse der möglichen weiteren Problemstellungen die durch unsere Lösung entstehen könnten eine optimale Lösung des problems gefunden.
Das sind Denkprozesse die ja auch Spaß machen.

Ich möchte hier mal ein Beispiel geben.

Hier im Forum finden unheimlich viele Beiträge zur Problematik der postalischen Erreichbarkeit von Wohnungslosen , der machenschaften der Diakonie usw. statt.
Leider seit ihr nicht in der Lage den Kern eines Problemes zu erkennen und eine Lösung zu finden.

Das hat was damit zu tun das nicht alle über einen höheren IQ verfügen, erziehungs-ausbildungs und Lebenserfahrungsdefizite.

Wenn ich ein solchen Problem also lese, frage ich mich doch sofort wo ist die Problemstellung und wie würde eine optimale Lösung aussehen.

Was habe ich also, ein Forum von Arbeitslosen, also leuten die Arbeit suchen und Geld verdienen möchten,ein Leistungssystem das nahezu verbrecherisch ist, eine Gruppe von Leuten die dringend ihre postalische erreichbarkeit sicherstellen muß um Gelder zu bekommen.

Also müsste doch nur ein Erwerbsloser in der jeweiligen großen Stadt einen kleinen Raum anmieten in dem er einfach Postfächer einrichtet und anbietet. Sagen wir 15 bis 20 € das Stück pro
Monat.
So haben wir einen Erwerbslosen der Geld verdienen kann, anderen helfen kann in dem dieser seine postalische erreichbarkeit sicherstellen kann und dann auch noch dem verbrecherischen Leistungsystem voll ins Gesicht tritt.

Was ist diese "Eingebung" also wert? ich habe für so etwas nur 15 minuten gebraucht, weiß aber das damit ordentliches Geld verdient werden kann.
Ist sie also nun 15 Minuten meines Stundenverrechnungssatzes wert oder einen % Satz des Gewinnes der aus einer derartigen Unternehmung.

Als "Denker" sind sie aber nur 15 Minuten meiner Zeit Wert gewesen.
 

Jürgen3

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Es hat leider Methode, dass körperliche Arbeit verächtlich gemacht wird. Dabei halten Elektriker, Kommissionierer oder LKW-Fahrer das System am Leben.

Gerade die körperlich anstrengendsten und gesundheitsschädlichsten Arbeiten werden am niedrigsten bezahlt.
Ich würde manchen Menschen wünschen, probeweise mal die ganze Zeit auf den Beinen zu sein, mehrere Kilometer zu laufen und immer wieder schwere Lasten zu heben. Und das über 8 Stunden täglich. Plus Mehrarbeit. Wie gewöhnlich noch in Schichtarbeit. Oder sogar Wechselschicht.
Die wären am nächsten Tag weinend beim Arzt.

Früher gab es ja mal die nette Idee, dass auch die Theoretiker aushilfsweise in der Praxis und Produktion eingesetzt wurden, um mal die andere Seite kennenzulernen. Scheint aber aus der Mode zu kommen.

Dafür haben wir inzwischen einen Rattenschwanz an überflüssigen, dafür aber meist gutbezahlten, bekömmlichen und abgesicherten Personenkreisen, von Zeitarbeitsdisponenten, Bürokraten, Finanzdienstleistern, privaten Arbeitsvermittler bis zu EU-Beamten.
 

ZynHH

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Dafür haben wir inzwischen einen Rattenschwanz an überflüssigen, dafür aber meist gutbezahlten, bekömmlichen und abgesicherten Personenkreisen, von Zeitarbeitsdisponenten, Bürokraten, Finanzdienstleistern, privaten Arbeitsvermittler bis zu EU-Beamten.
:icon_daumen:
Du hast die tausenden von "Assistants" vergessen... die Assistenten der Assistenten.... die Wasserköpfe einer jeden "Erfolgreichen" Firma.... je mehr unnütze Köpfe sich eine Firma leistet, umso höher ihr Verkaufswert.... siehe Zalando... 250 It-Mitarbeiter....:icon_lol:
 

roterhusar

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schade, dass es oft in diese rechthaberische Richtung geht.
Es ging um gelernte und ungelernte, und da kenne ich niemanden auf diesem gottverfluchten Planeten, der unngelernte Tätigkeit wichtiger findet, als Gelernte.

Viel interressanter finde ich die Tatsache, dass es solange nicht weitergeht, wie die Erwerbslosen nur an Arbeit interressiert sind. Da die Beschäftigten an der Abschaffung von Arbeit denken, denn sie spüren es jeden Abend, was das bedeutet, wird es zwischen uns keine Gemeinsamkeiten geben. Wenn die Arbeit einen Mindestlohn hätte, würden all die stolzen Kämpfer mit wehenden Fahnen sofort draufstürzen und jeweil ihre 7 Kinder oder die Finanzierung ihrer politischen Arbeit zum Vorwand nehmen. Und wir können von vorn anfangen.
 

jockel

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Hier liesse sich wunderbar über die Begrifflichkeit "Künstler" streiten. Für mein Verständnis sind die beiden genannten (Scorpions und Lindenberg) keine Künstler, da Kunst frei von jeglichem Kommerz sein sollte. Ausser man gesteht jedem, der auch nur irgend etwas kreatives produziert, den Status Künstler zu. Ein Bohlen wäre dann ein regelrechter Überkünstler.

Gleiches gilt für den Sportbereich. Sport gehört nach Turnvater Jahn zu einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung, nicht aber zu einer Kommerz-Werbeveranstaltung der FIFA und Co.
 

jockel

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Kopfarbeit ist nunmal wichtiger als Muskelarbeit.

Nein, geistig-kreative Arbeit ist das Ergebnis der Verbesserung in der Arbeits- und Produktionsorganisation von körperlicher Arbeit.

Aus der Bewertung und Beobachtung von körperlicher Arbeit ist die geistig-krative Arbeit entstanden.

Körperlich schwere und gesundheitsgefährdende Arbeit wird durch Technikeinsatz geändert und ersetzt mit der Folge, daß zumeist die körperlich Un- und Angelernten wegrationalisiert werden statt das man sie aus- und weiterbildet und nach Fach- und Berufsabschluß auf anspruchsvolle Arbeitsplätze umsetzt, die auch mehr Arbeitsverantwortung verlangen.
 
Status

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