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Was bringt ein Arbeitszeitkonto einer ZAF?

Waskeepat

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Wie ich vor einer Weile erfahren hab, darf eine ZAF bei Nichteinsatz nicht die Stunden vom Zeitarbeitskonto abziehen, was bringt der ZAF dann aber das Zeitkonto?

Was ich auch nicht ganz verstehe, jede Zeitarbeitsbude bei der ich mich bis jetzt vorgstellt hab, handhabt das so mit Stunden abziehen bei Nichteinsatz. Da die alle rechtswidrig handeln, wieso duldet der Staat diese kriminellen Handlungen über Jahre?
 

lego

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Da die alle rechtswidrig handeln, wieso duldet der Staat diese kriminellen Handlungen über Jahre?
Damit der Staat tätig wird muss jemand dagegen klagen.
Also der Zeitarbeiter gegen seine ZAF.
Anscheinend gibt es aber genug Arbeitnehmer die sich nicht auskennen bzw.
aus anderen Gründen (?????????????) nicht dagegen klagen.

Das "warum" hat Cerberus kurz und knackig schon erwähnt.
Zusätzlicher Aspekt ist noch, das du der ZAF einen zinslosen Kredit gibst,
da die mit dem von dir auf dem Zeitkonto geparkten Geld "arbeiten" können.

Und der Arbeitnehmer "Geld" ist der am besten bezahlte in diesem Land.
 

Ah4entheater

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dagobert1

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Wie ich vor einer Weile erfahren hab, darf eine ZAF bei Nichteinsatz nicht die Stunden vom Zeitarbeitskonto abziehen, was bringt der ZAF dann aber das Zeitkonto?
1. einen zinslosen Kredit
2. wenn das Geld (relativ) konstant fließt, merkt so mancher LAN gar nicht dass er beschi§§en wird.
Was ich auch nicht ganz verstehe, jede Zeitarbeitsbude bei der ich mich bis jetzt vorgstellt hab, handhabt das so mit Stunden abziehen bei Nichteinsatz. Da die alle rechtswidrig handeln, wieso duldet der Staat diese kriminellen Handlungen über Jahre?
Die zuständige Aufsichtsbehörde ist die Agentur für Arbeit. Diese arbeitet im Rahmen der "Arbeitsvermittlung" sehr eng mit den ZAF zusammen.
Klingelt's?

Und einfach in Zukunft derartige Verträge NICHT Mehr unterschreiben oder vorher noch versuchen diese Klausel wieder rauszuverhandeln.
Sei vorsichtig mit solchen Tipps.
Was in den Verträgen drin steht ist meist legal, insbesondere sind Arbeitszeitkonten grundsätzlich durchaus zulässig. Sowas abzulehnen kann mächtig Stress mit dem JC geben.
Das Problem ist was dann in der Praxis gemacht wird, aber das kannst du vorher selten beweisen.
 

Ah4entheater

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...
Was in den Verträgen drin steht ist meist legal, insbesondere sind Arbeitszeitkonten grundsätzlich durchaus zulässig. ...
Das Problem ist was dann in der Praxis gemacht wird, aber das kannst du vorher selten beweisen.
Gut. Dann würde ich vor einer Unterschrift unter so einen Vertrag aber in jedem Fall versuchen eine Klausel in den Vertrag reinzuverhandeln, sinngemäß, dass bei einem vorhandenen Arbeitszeitkonto bei Nichteinsatz die entsprechenden Stunden vom Zeitarbeitskonto nicht abzuziehen sind.
 

dagobert1

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Kannst du versuchen, ist m.M.n. aber überflüssig.
1. AÜG:
§ 11 Sonstige Vorschriften über das Leiharbeitsverhältnis
[...]
(4) [...] Das Recht des Leiharbeitnehmers auf Vergütung bei Annahmeverzug des Verleihers (§ 615 Satz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs) kann nicht durch Vertrag aufgehoben oder beschränkt werden; § 615 Satz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs bleibt unberührt.
2. Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 16.4.2014, 5 AZR 483/12:
23
a) Es gibt keinen allgemeinen Rechtsgrundsatz, dass Arbeit nicht mit bezahlter Freizeit entgolten werden dürfte und stets in der Abrechnungsperiode, in der sie geleistet wurde, zu vergüten wäre. Sowohl den Arbeitsvertrags-, als auch den Tarifvertragsparteien bleibt es unbenommen, über die regelmäßige Arbeitszeit hinaus geleistete Arbeitsstunden auf einem Arbeitszeitkonto anzusammeln und in der Folgezeit durch bezahlte Freizeit auszugleichen. Das kommt dem Flexibilisierungsinteresse des Arbeitgebers ebenso wie einem verbreiteten Bedürfnis von Arbeitnehmern entgegen.
24
b) Das Arbeitszeitkonto im Leihverhältnis darf allerdings nicht dazu eingesetzt werden, § 11 Abs. 4 Satz 2 AÜG zu umgehen und das vom Verleiher zu tragende Beschäftigungsrisiko auf den Leiharbeitnehmer abzuwälzen. Regelungen, die es dem Verleiher ermöglichen, in verleihfreien Zeiten einseitig das Arbeitszeitkonto abzubauen, sind unwirksam.
 

lego

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Die zuständige Aufsichtsbehörde hat ein Merkblatt heraus gegeben, auf was bei Leiharbeit zu achten ist.
Allerdings habe ich den Eindruck das die die Verbreitung für nicht besonders wichtig halten.
ICH kenne das auch erst seit letzter Woche, obwohl es vom April`14 ist.
http://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/Veroeffentlichungen/Merkblatt-Sammlung/Merkblatt-fuer-Leiharbeitnehmer.pdf

Damit sind zwar nicht alle Fragen zu beantworten, aber schließlich wollen wir hier auch noch was zu tun haben :icon_hihi:.
 

enigma

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Die zuständige Aufsichtsbehörde hat ein Merkblatt heraus gegeben, auf was bei Leiharbeit zu achten ist.
Allerdings habe ich den Eindruck das die die Verbreitung für nicht besonders wichtig halten.
.
Ich persönlich habe im Jahr 2014 dieses Merkblatt öfter gesehen. Das wurde mir nämlich zweimal von verschiedenen ZAFs ausgehändigt, als die dachten ich würde einen Arbeitsvertrag unterschreiben.

Kann dir aber nicht sagen, ob sie dazu verpflichtet waren.

Habe natürlich trotzdem das Gefühl, dass die meisten LANs sich nicht für ihre wenigen Rechte interessieren. Es wird zwar gejammert, aber alles als gottgegeben akzeptiert.
Hauptsache Arbeit und so...
 

franky0815

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Die zuständige Aufsichtsbehörde hat ein Merkblatt heraus gegeben, auf was bei Leiharbeit zu achten ist.
Allerdings habe ich den Eindruck das die die Verbreitung für nicht besonders wichtig halten.
ICH kenne das auch erst seit letzter Woche, obwohl es vom April`14 ist.
http://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/Veroeffentlichungen/Merkblatt-Sammlung/Merkblatt-fuer-Leiharbeitnehmer.pdf

ich kenne das merkblatt jetzt nich, aber ich denke das man die verbreitung mit absicht unterlässt, weil ja die zafs in den augen der afa/jc mitarbeiter sowas wie der jobmotor sind ohne den garnichtsmehr laufen würde.
man fällt den zafs daher nicht gerne in den rücken indem man seine kunden in ihren rechten aufklärt, ganz im gegenteil, man fällt vor den zafs regelrecht auf die knie, weil die die einzigen sind die einem eine gute qoute bescheren.
 

lego

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Ich persönlich habe im Jahr 2014 dieses Merkblatt öfter gesehen. Das wurde mir nämlich zweimal von verschiedenen ZAFs ausgehändigt, als die dachten ich würde einen Arbeitsvertrag unterschreiben.
Kann dir aber nicht sagen, ob sie dazu verpflichtet waren.
Ich staune! :icon_eek:
Wollten die ZAF`s sich denn daran halten das sie dich bei einsatzfreier Zeit weiter bezahlen müssen?
Bei meiner bisherigen Erfahrung mit ZAFs hatte sich mit meiner Nachfrage danach, das Vorstellungsgespräch nämlich erledigt.

Das die ZAFs dazu verpflichtet sind glaub ich nicht, sonst wären alle meine Vorstellungsgespräche schon allein deshalb nicht legal abgelaufen.
Ich werde aber meinen SB beim nächsten Termin auffordern, das er das Merkblatt bei jedem VV mit ausdruckt.
Ich bin mir aber nicht mal sicher das er das bisher überhaupt kennt.



@franky0815
Eben deshalb müssen wir das Merkblatt verbreiten.
Die dortigen Angaben können nämlich nicht so einfach vom Tisch gewischt werden wegen unseriöser Quelle, oder ähnlicher Argumentation.
 

enigma

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Ich staune! :icon_eek:
Wollten die ZAF`s sich denn daran halten das sie dich bei einsatzfreier Zeit weiter bezahlen müssen?
Naja ich denke schon das die großen und bekannten ZAFs die vereinbarten Arbeitsstunden bezahlen, auch bei Nichteinsatz. Aber dafür wird halt immer das Arbeitszeitkonto des LANs geplündert und das sollte mal die AfA unterbinden.(unrealistisch, ich weiß)

Wenn ich mich mit Bekannten über Zeitarbeit unterhalte und das Thema AZK anspreche, kommt häufig: "Als Festangestellter nehme ich auch meine Überstunden, wenn im Betrieb wenig los ist"

Ich glaube so denken halt auch viele LANs.

Das die kleinen Klitschen (Inhaber+Bürokraft+Azubi+Dispo) noch ganz anders drauf sind und abzocken wo es nur geht, ist eine andere Geschichte.

Deswegen ja diese komischen Verträge mit 35h pro Woche. Somit hat der LAN schnell die Überstunden zusammen, welche die ZAF für ihre Schandtaten benötigt.
 

lego

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Naja ich denke schon das die großen und bekannten ZAFs die vereinbarten Arbeitsstunden bezahlen, auch bei Nichteinsatz. Aber dafür wird halt immer das Arbeitszeitkonto des LANs geplündert und das sollte mal die AfA unterbinden.(unrealistisch, ich weiß)
In Absatz A6 des Merkblattes steht:
" Der Verleiher hat Ihnen das vereinbarte Arbeitsentgelt auch dann zu zahlen,
wenn er sie nicht bei einem Entleiher beschäftigen kann."

da steht nicht das er mich dann von meinem bereits erarbeiteten Geld/meiner Freizeit bezahlen darf.
ER hat mich zu bezahlen.

Da gibt es auch klare Gerichtsurteile zu.
Bürgerservice Berlin - Brandenburg
 
E

ExitUser

Gast
Die ZAF wissen, daß sie in der AfA einen willigen Kumpanen haben u. nichts zu befürchten. Im Gegenteil: Es wird ihnen dauernd neues Menschenmaterial zugeführt von JC, AfA & Co.
Ginge es nach denen, würde der Leiharbeitsmarkt noch vergrößert.
 

enigma

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In Absatz A6 des Merkblattes steht:
" Der Verleiher hat Ihnen das vereinbarte Arbeitsentgelt auch dann zu zahlen,
wenn er sie nicht bei einem Entleiher beschäftigen kann."
da steht nicht das er mich dann von meinem bereits erarbeiteten Geld/meiner Freizeit bezahlen darf.
Richtig, wieso wird aber das Thema AZK nicht klar angesprochen?. Glaube nicht das nun jeder sofort versteht, dass die Überstunden nur dem LAN gehören.

Kenne die Gerichtsurteile, nur wird das halt nicht von der AfA richtig weitergegeben. Gründ dafür sind ja bekannt.
 

lego

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Irgendwo hatte ich das Thema heute schon mal. :confused:

Der Gesetzgeber erlässt Gesetze.
Er kann aber nicht kontrollieren ob die auch zu 100% eingehalten werden.
Wenn bei dir jemand unberechtigt Geld vom Konto abbucht wehrst du dich,
zur Not mit einer Anzeige.
Warum manche Zeitarbeiter sich nicht wehren wenn ihnen Geld geklaut wird,
werden nur diese dir sagen können.
ICH kann es nicht.

Auch ich wünschte das sich die Aufsichtsbehörde der Jobcenter darum kümmert.
Nur ist es eigentlich nicht ihre Aufgabe, zusätzlich unterstehen sie der Politik.

Politisch ist es überhaupt nicht gewünscht.
Denn der Markt der Zeitarbeit würde zusammen brechen was erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen,
auch auf die manipulierten Statistiken haben würde.
Nicht umsonst beschweren sich unsere Nachbarländer über die Dumpinglöhne hier in Deutschland,
die massive Probleme in ihren Ländern verursachen.
Deutschland lebt zur Zeit nicht mehr nur auf Kosten der Entwicklungsländer sondern auch zu Lasten seiner "europäischen Freunde".
Nicht umsonst ist der gute Ruf des Deutschen in einigen europäischen Ländern z.Z. nicht mehr soviel wert.

Und eigentlich war es doch immer so, das sich das Volk seine Rechte selbst erkämpfen musste.
 

Neudenkender

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Wie ich vor einer Weile erfahren hab, darf eine ZAF bei Nichteinsatz nicht die Stunden vom Zeitarbeitskonto abziehen, was bringt der ZAF dann aber das Zeitkonto?
Prinzipiell (legal) dazu, Überstunden nicht bezahlen zu müssen, sondern diese ggf. abbummeln zu lassen.
 

dagobert1

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Ich persönlich habe im Jahr 2014 dieses Merkblatt öfter gesehen. Das wurde mir nämlich zweimal von verschiedenen ZAFs ausgehändigt, als die dachten ich würde einen Arbeitsvertrag unterschreiben.

Kann dir aber nicht sagen, ob sie dazu verpflichtet waren.
Sind sie.
Nachzulesen im AÜG:
§ 11 Sonstige Vorschriften über das Leiharbeitsverhältnis
[...]
(2) Der Verleiher ist ferner verpflichtet, dem Leiharbeitnehmer bei Vertragsschluß ein Merkblatt der Erlaubnisbehörde über den wesentlichen Inhalt dieses Gesetzes auszuhändigen. Nichtdeutsche Leiharbeitnehmer erhalten das Merkblatt und den Nachweis nach Absatz 1 auf Verlangen in ihrer Muttersprache. Die Kosten des Merkblatts trägt der Verleiher.
 
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