Was bedeutet eigentlich ein "angemessener Zeitraum" (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Conny001

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Hi,
ich lese immer wieder was über einen "angemessenen Zeitraum". Was bedeutet das eigentlich. Man soll Selbständigen einen angemessenen Zeitraum geben, aus ALG2 heraus zu kommen. Doch um welche Zeitspanne geht es denn?
 
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ExitUser

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Hi,
ich lese immer wieder was über einen "angemessenen Zeitraum". Was bedeutet das eigentlich. Man soll Selbständigen einen angemessenen Zeitraum geben, aus ALG2 heraus zu kommen. Doch um welche Zeitspanne geht es denn?
Pi mal Daumen heißt es: Es dauert ca, fünf Jahre, um von den roten Zahlen in die schwarzen zu kommen.
Hängts sicher auch mit von der Branche ab.
 
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Rounddancer

Gast
Das ist doch das, was die Albrecht-Tochter v.d.L. aktuell durchs Dorf treibt,- und damit eines der Punkte, warum gruendungszuschuss.de :: Gründungszuschuss - Klartext zur wichtigsten Gründungsförderung eigens einen Verein gründete, den VGSD e.V. gruendungszuschuss.de :: News zum Thema Gründungszuschuss

Das ist m.W. erst im Werden. Aber verbieten können sie uns die Selbstständigkeit nicht. Sie können nur drauf drücken, daß wir trotzdem so lange Bewerbungen schreiben, bis wir entweder sicher von unserer Selbstständigkeit leben können, oder durch die Kombination aus der selbstständigen Arbeit, und einem sozialversicherungspflichtigen angestellten Arbeitsplatz aus dem Regelbedarf herauskommen.

Immerhin: Es gibt immer wieder Zuschüsse für Existenzgründer, von der KfW, vom ESF, etc. , das Schlimme ist nur: 1. vieles ist an einen Antrag gebunden, der vor der Gründung gestellt werden muß, 2. Das mit 90 Prozent subventionierte Gründungscoaching übern ESF ist irgendwie an den Gründungszuschuß gebunden, wird also wie es scheint, auch durch die v.d.L. abgemurkst, da die ja durchdrückte, daß nun fast kein Gründungszuschuß mehr genehmigt wird.
Wenn wir eine Idee haben, dann können wir in der Gründer-Garage daran arbeiten, uns dort einen Sparringspartner suchen, und uns so gegenseitig helfen, die Idee abzuklopfen, zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit zu entwickeln, und Kapital zu sammeln, ohne Bank, ...
 

alpha

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Steuerrechtlich jedenfalls bis 4 J. - aber das zählt vermutlich nicht.

Deswegen nachfragen (JC o. BA) die müssen es ja definieren können...
 

Conny001

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Steuerrechtlich jedenfalls bis 4 J. - aber das zählt vermutlich nicht.

Deswegen nachfragen (JC o. BA) die müssen es ja definieren können...
Oh ich dachte, maximal 1 Jahr, deshalb hatte ich meine alte Selbständigkeit, die jetzt wieder da ist ;-) im März aufgegeben. Aber vor Langeweile wieder im Juni begonnen :biggrin:
 

Koelschejong

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Begriffe wie:

angemessen, notwendig, unverzüglich, sofort, unvermeidlich, sonstig, gut, etc. etc. findet man "tonnenweise" in Gesetzen und Vorschriften. Das ist der Nektar, von dem die Juristen schlürfen, die aber, und das muss man auch mal ganz klar herausstellen, eine rechtliche Vorschrift erst praktikabel und anwendbar machen. Denn im wesentlichen diese Begriffe führen dazu, dass bei der Anwendung das Hirn einzuschalten ist.
 
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Rounddancer

Gast
Oh ich dachte, maximal 1 Jahr, deshalb hatte ich meine alte Selbständigkeit, die jetzt wieder da ist ;-) im März aufgegeben. Aber vor Langeweile wieder im Juni begonnen :biggrin:

Nicht soviel denken bei solchen Sachen. Das operative Geschäft machen, so gut es geht,- und so lange wir Lust dazu haben.

Wenn nicht genug in der Kasse des Fi-Amts klingelt, dann kann es sein, daß die nach drei aus deren Sicht erfolglosen Jahren ankommen damit, daß da vermutlich entweder viel "nebenher und an der Steuer vorbei" laufe,- dann kommen sie mit ner Steuerprüfung. Oder sie kommen damit, daß sie das Ganze als "Hobby" sehen. Dann verliert man u.U. die Möglichkeit, Vorsteuer abzusetzen,- aber bis zu dem Zeitpunkt kann man es tun.
Manchmal kommen sie auch gar nicht. Andererseits: Wer nach drei Jahren noch immer am Ball ist, der packt es vielleicht im vierten Jahr,- oder er ist so leidensfähig, daß er schon fast Bewunderung verdient.

Und das JobCenter? Das kommt extrem drauf an, wer da zuständig ist.
Aber Selbstständigkeit können die nicht verbieten, sie können nur drauf drängen, daß nicht die Selbstständigkeit plus "Staatsknete" zur Dauersubvention werden,- sie können verlangen, daß wir uns entweder um mehr Kunden und Aufträge, oder aber um z.B. eine Teilzeit-Anstellung bemühen, - um baldmöglichst keine "Staatsknete" mehr zu brauchen.

Grundsätzlich gilt: Kein vorauseilender Gehorsam,- und keine existenz-, leistungs-, oder kreativitätsverhindernde Angst.

"Gehe nur zu Deinem Fürst, wenn Du von ihm gerufen wirst!" (Volksmund)
 

Pfiffi

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Aber Selbstständigkeit können die nicht verbieten, sie können nur drauf drängen, daß nicht die Selbstständigkeit plus "Staatsknete" zur Dauersubvention werden,- sie können verlangen, daß wir uns entweder um mehr Kunden und Aufträge, oder aber um z.B. eine Teilzeit-Anstellung bemühen, - um baldmöglichst keine "Staatsknete" mehr zu brauchen.
Diese Behauptung würde solltest Du in Ruhe nochmals überdenken, denn was oder wie willst Du verfahren wenn der Selbständige in einer BG von mehr als 4 Personen ist, und dadurch einfach in den "Genuß" der "Staatsknete" kommt, frage das mal einen Familienvater nach 12 Stundentag, wenn er damit seine Familie als Angestellter nicht ernähren kann und weiterhin auf "Staatsknete" angewiesen ist, ganz kurz dazu es gibt kein wenn und aber. Es steht einem zu egal als was man arbeitet oder seinen Lebensunterhalt erzielt, das was Du verbreitest, ist rechts-neoliberalistisches Gedankengut welches sich immer mehr in der Gesellschaft breit mach, deshalb bitte vorher, Hirn einschalten und nicht immer von sich ausgehen.:icon_evil:
 

DeppvomDienst

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Das Jobcenter behauptet und faselt gerne von 2 Jahren.
Wenn eine Selbständigkeit danach nicht aus dem Leistungsbezug fällt, gilt sie für das Jobcenter als "gescheitert".

Lustig ist es, dass es Unternehmen wie Premiere / Sky z. B. gibt als prominentes Beispiel, die noch NIE schwarze Zahlen geschrieben haben, und das seit ... 20 Jahren? Irgendwie vor Kurzem kam die Meldung, dass Sky das erste Mal überhaupt kleine schwarze Zahlen schreibt...

Als Kleinunternehmer wird man mit dem Finanzamt wohl eher keine Probleme bekommen, wenn tatsächlich Umsätze fließen, auch wenn diese nicht steuerpflichtig werden.
Man kann Dir schließlich nicht die Ausübung Deines Gewerbes untersagen, solange Du korrekt arbeitest.
Sie können lediglich Steuervorteile entziehen, was bei laufendem Gewerbe, das eh nicht steuerpflichtig ist, eher irrelevant ist.

Ich bin seit einigen Jahren selbständig und hatte einmal einen steuerpflichtigen Gewinn in Höhe von knapp über 2.000 Euro übers Jahr gerechnet, also letzten Endes steuerfrei.

Wenn es Aufstocker gibt, jahrelang Sozialleistungen beziehen, dann dürfte es schwer sein, einem Selbständigen die Ausübung seiner Tätigkeit zu verweigern - vor allem dann, wenn seine Umsätze entsprechend vorhanden sind. Das wäre eine massive Ungleichbehandlung und dürfte auch schnell vor einem Gericht kassiert werden.
 

Conny001

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Mann mich ich veräppelt worden. Ich hätte mich gar nicht so unter Druck setzen lassen sollen. Denn als ich nichts gemacht habe ... war das letztendlich teurer und hat auch nichts gebracht. Es bringt zudem nichts, sich blindlings zu bewerben, das muss schon passen, was es oft nicht tut. Es sieht aber jetzt ganz gut bei mir aus, so dass ich im nächsten Jahr doch die KSK schaffen sollte :)
 

alpha

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Oh ich dachte, maximal 1 Jahr, deshalb hatte ich meine alte Selbständigkeit, die jetzt wieder da ist ;-) im März aufgegeben. Aber vor Langeweile wieder im Juni begonnen :biggrin:
Hi,

also es wurde ja schon geschrieben was die Auswirkungen steuerechtlich sein können (hier inbes. die Tätigkeit wird als Liebhaberei deklariert und man muss halt zB. Vorsteuer erstatten). Es gibt ein Urteil was besagt, 4 Jahre wären noch angemessen, das war natürlich nur Finanzamt technisch. Dh. wenn Du nach 4J. immer noch keinen Gewinn gemacht hast, aber Vorsteuer kassiert hast, wird das FA misstrauisch und wird natürlich prüfen und es dann halt ev. als Liebhaberei hinstellen. Ich denke aber, das ist auch realistisch. Bzw. die werden wohl auch nach 2J. schon misstrauisch, aber wie erwähnt gerichtlich wurde entschieden auch 4J. können noch "angemessen" sein......

Das AA oder JC hat da aber nix zu sagen, das einzige was die zu interesieren hat ist, wenn Einkommen erwirtschaftet wird, das dieses halt ggfs. auf die Leistungen angerechnet wird (Freigrenzen beachten!). Wieso, was hat JC denn erzählt zu dem Thema ? Da ich ja auch ein Geschäft plane und schon angemeldet habe, wurde mir gesagt "wir sind natürlich daran interesiert, dass Sie möglichst schnell genug Gewinn machen um aus dem Bezug zu fallen". Naja, das ist logisch, aber erzwingen kann man nun mal nix.
 
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Rounddancer

Gast
also es wurde ja schon geschrieben was die Auswirkungen steuerechtlich sein können (hier inbes. die Tätigkeit wird als Liebhaberei deklariert und man muss halt zB. Vorsteuer erstatten).
Hm, das Online-Steuerberatungsbüro, mit dem der BVNM auch im Ausbildungsprogramm Kompetenzpaß Fachnetwerker zusammenarbeitet, https://www.der-onlinesteuerberater.de/ , hat uns gesagt, daß wenn das Fi-Amt ein Gewerbe als Liebhaberei einstufe, dann wirke das nicht in die Vergangenheit zurück, das heißt, man könne dann ab der Feststellung "Liebhaberei" nicht mehr Vorsteuer vom Fi-Amt zurückholen. Aber das, was bisher an Vorsteuer zurückgeholt woren sei, müsse man nicht zurückzahlen.
 

joelle

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In einer HEGA heißt es zum Thema "angemessener Zeitraum":
"Empfehlung:
Bei der Frage, welcher Zeitraum als angemessen zu betrachten ist, sind die individuellen
Gegebenheiten zu berücksichtigen. Als angemessener Zeitrahmen bis zum Erreichen der
Tragfähigkeit kann bei Gründerinnen und Gründern ein Zeitrahmen von max. 24 Monaten
und bei bestehenden Selbständigkeiten von max. 12 Monaten zu Grunde gelegt werden."
S. 12
HEGA 082012
da: https://www.harald-thome.de/media/files/SGB II DA/HEGA-08-2012-VG-16c-Anlage-+.pdf
 
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Rounddancer

Gast
In einer HEGA heißt es zum Thema "angemessener Zeitraum":
Ja, vielen Dank. Aber: Diese Definition ist ja, IMHO nur in dem Fall so zu sehen, daß wir als selbstständige erwerbslose Leistungsempfänger Zuschüsse und/oder Darlehn, bzw. Einstiegsgeld brauchen, bzw. beantragen.

Nicht jedoch, wenn wir einfach nur Zeit brauchen, um unsere Netzwerke zu knüpfen, um mit unseren vorhandenen Ressourcen wie Idee, Wissen, Einsatzwillen, Ausdauer, Vertrauenswürdigkeit, Kontaktfreudigkeit, etc. etwas wirtschaftlich Erfolgreiches auf die Beine zu stellen.

Da sollten wir uns nicht verwirren lassen,- und hoffnungsvoll, nicht aber vorausschauend ängstlich sein.

Wir haben ein Ziel, und das gehen wir an. Alles andere ist wie ein Gewitter, das mal kommt, blitzt, donnert, abregnet,- und dann wieder abzieht, gereinigte Luft und gegossene Beete hinterlassend.
 

alpha

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In einer HEGA heißt es zum Thema "angemessener Zeitraum":
"Empfehlung:
Bei der Frage, welcher Zeitraum als angemessen zu betrachten ist, sind die individuellen
Gegebenheiten zu berücksichtigen. Als angemessener Zeitrahmen bis zum Erreichen der
Tragfähigkeit kann bei Gründerinnen und Gründern ein Zeitrahmen von max. 24 Monaten
und bei bestehenden Selbständigkeiten von max. 12 Monaten zu Grunde gelegt werden."
S. 12
HEGA 082012
da: https://www.harald-thome.de/media/files/SGB II DA/HEGA-08-2012-VG-16c-Anlage-+.pdf
Wir RD schon anmerkte, ist diese Frist aber nur gültig, wenn Förderungsleistungen in Anspruch genommen werden........das scheint hier aber nicht der Fall zu sein. :icon_kinn:
 

Koelschejong

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Wobei sich dann gleich die nächste Frage auftut - was versteht JC unter "Tragfähigkeit"?

Auch da gibt es die tollsten Definitionen. Einfach mal den SB des Grauens fragen. :eek:
 

Conny001

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Ich hatte bis März Einstiegsgeld bekommen und ich habe auf Druck vom JC aufgegeben, was an sich Quatsch war. Dumm rum sitzen ist nicht mein Ding und ich konnte akquirieren!
 

DeppvomDienst

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"Tragfähigkeit" bedeutet für mich, dass sich das Unternehmen eigenständig in seinen Kosten durch Einnahmen trägt.

Letzten Endes also mindestens +/- 0 dabei herauskommt und zwar dabei erst einmal ohne das "Einkommen" des Selbständigen zu berücksichtigen, der ja durchraus auch von anderen Leistungen leben kann (Lohn / Gehalt ... oder eben auch ALG II).

Wäre zumindest meine Definition.

Gibt ja auch Leute, die fest angestellt sind, ein kleines Nebengewerbe betreiben mit Zusatzeinkommen. Die leben auch von ihrem Festgehalt und verdienen sich durch die nebenberufliche Tätigkeit etwas dazu.
Dabei müssen mindestens die Kosten gedeckt sein, ohne dass das Gehalt "angegriffen" wird, sprich: Die Einnahmen aus der Tätigkeit die Ausgaben der Tätigkeit übersteigen.
 
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Rounddancer

Gast
Ich hatte bis März Einstiegsgeld bekommen und ich habe auf Druck vom JC aufgegeben, was an sich Quatsch war. Dumm rum sitzen ist nicht mein Ding und ich konnte akquirieren!

Na also, DAS kannste doch noch immer und da ist jeder Vertrieb froh über Dich!
Magst mit in mein Team?
 

alpha

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Tragfähigkeit würd ich in Zusammenhang mit ALG2 (aus deren Sichtweise) so definieren, dass es reicht um aus dem Bezug zu kommen........
 
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