Warum möchte das Jobcenter, das man unbedingt eine EGV und Maßnahmen mit einem abschließen?

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kakashix

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Hallo,

ich frage mich seid längerem, warum das Jobcenter so sehr darauf beharrt ist, mit den Arbeitslosen eine EGV abzuschließen und die in einer Maßnahme zu schicken?


Ich habe mal gehört, das diejenigen, die in eine EGV abschließen oder diejenigen, die in einer Maßnahme sind, nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik auftauchen... aber wiederum habe ich von anderen gehört, dass das Schwachsinn ist und das man trotzdem in der Arbeitslosenstatistik gelistet ist, obwohl man eine EGV bzw. an einer Maßnahme teilnimmt...

Kann mir jemand genaueres dazu sagen?

Und ansonsten würde ich noch gerne wissen, warum die vom Jobcenter uns Arbeitslose unbedingt eine EGV / Maßnahme aufdrücken wollen, kriegen die dadurch Provisionen (mehr Geld) wenn die mit uns etwas abschließen? Haben die Fallmanager gewisse Vorlagen, die sie im Jahr erfüllen müssen? Und falls ja warum?
 
M

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Gast
Wer in einer Maßnahme ist, taucht nicht in Statistiken auf.

Die meisten EGV dienen dazu, Sanktionstatbestände auszuweiten bzw. Maßnahmen zu erzwingen.
 

kakashix

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Also gilt die EGV dazu, jemanden mehr unter Kontrolle zu halten

und sobald man in einer Maßnahme ist, zählt man nicht mehr als arbeitslos? Also man taucht nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik auf?


Und kriegen die extra Provisionen, wenn die solche Verträge mit einem abschließen, oder kriegen die dadurch andere Vorteile? Weil mir kommt es so vor, das ich denen total egal bin, denen interessiert z.B. nicht meine psychische Verfassung. Die machen einfach ihre Arbeit
 

jaykay19

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Die SBs haben Vorgaben. Boni gibt es für Abschlüsse nicht.
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Gollum1964

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Ich habe mal gehört, das diejenigen, die in eine EGV abschließen oder diejenigen, die in einer Maßnahme sind, nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik auftauchen... aber wiederum habe ich von anderen gehört, dass das Schwachsinn ist und das man trotzdem in der Arbeitslosenstatistik gelistet ist, obwohl man eine EGV bzw. an einer Maßnahme teilnimmt...

Hallo Kakashix,

ob jemand eine EGV unterschreibt oder nicht, hat keinen Einfluß auf die Arbeitslosenstatistik. Da die EGV allerdings ein beiderseitiger Vertrag ist, wird es für SB leichter zu sanktionieren.

Die Sache mit Parken in Maßnahmen und die Auswirkungen auf die Arbeitslosenstatistik ist zweischneidig (ähnlich wie bei Elos Ü58). Die Arbeitslosenzahlen, die am Ende des Monats über die Medien immer veröffentlicht werden, enthalten diese Leute tatsächlich nicht, obwohl diese natürlich trotz Besuchs der Maßnahme weiter arbeitslos sind. Auf den hinteren Seiten der Berichte der BA werden diese Leute wieder als "erweitert Arbeitslose" in die Statistik eingerechnet. Nur soweit kommen die meisten Leser nicht.
 

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Mit einer Eingliederungsvereinbarung erklärt man sich mit den Sanktionen einverstanden. Die Rechtsabteilung des Jobcenters hat es dann später vor Gericht viel einfacher, selbige durchzusetzen, schließlich war eine Unterschrift ja freiwillig und die RFB mehr als deutlich.

Ein Verwaltungsakt ist hingegen nur ein Diktat, aber trotzdem erstmal für 6 Monate verpflichtend. Wenn man Widerspruch einlegt, kann das JC immer noch 3 Monate Zeit schinden.

Zu den Maßnahmen wurde ja schon alles gesagt. Schönung der Arbeitslosenstatistiken. Außerdem muss das, was eingekauft wurde, unter die Leute gebracht werden.
 

Pixelschieberin

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[...] Ich habe mal gehört, das diejenigen, die in eine EGV abschließen oder diejenigen, die in einer Maßnahme sind, nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik auftauchen... aber wiederum habe ich von anderen gehört, dass [...]
Mit etwas Überlegung kannst du selbst Licht ins Dunkel bringen.
Und zwar indem du dich zuerst fragst, ob der "Kunde" mit der Vereinbarung oder Zuweisung dem ersten Arbeitsmarkt zur Verfügung steht oder nicht.
Das dürfte bei einer sog. Vollzeitmaßnahme kaum der Fall sein.
Eine entsprechende EGV verhindert es möglicherweise nicht, sich zeitnah zu bewerben und frisch ans Werk zu gehen.

An genau DEN Fragestellungen orientiert sich die Statistik.

Nicht zu vergessen, daß betagtere Langszeitsarbeitslose in der per Medien publizierten Statistik nicht mehr erfaßt werden (müssen).
Dafür sorgt ein schickes Statistik-Modifizier-Gesetz.

Mehr dazu hier:
- Wikipedia – Geschichte - 58er-Regelung (dieses ist veraltet, es gibt ein neues Nachfolgegesetz)
- Verweis auf Neufassung der 58er Regelung § 53a SGB II (#11)
- Doppeloma - 58er-Regelung - (be)merkenswerter Diskussionsbeitrag (#28)
[...] ansonsten würde ich noch gerne wissen, warum die vom Jobcenter uns Arbeitslose unbedingt eine EGV / Maßnahme aufdrücken wollen, [...]
Weil eine Eingliederungsvereinbarung (EGV) kein Diktat wie ein Verwaltungsakt (VA) ist, der rechskonform zu sein hat, sondern ein frei auszuhandelnder VERTRAG.
Mit einem Vertrag können Gesetze unterlaufen und ausgehebelt werden, sofern der Vertragsinhalt dadurch nicht sittenwidrig wird.

Stichwort: Vertragsfreiheit.
Jeder Bürger hat das verbriefte Recht, sich vertraglich zu Verbindlichkeiten zu verpflichten, mit denen er sich - bei näherer Betrachtung - ins eigene Knie schießt, stark benachteiligt, you name it.

So kann es dem arglos unterschreibenden HE passieren, daß bei Nicht-Erfüllung einer per EGV in Stein gemeißelten Meldevereinbarung plötzlich mit 30% sanktioniert wird, weil es sich nach Auffassung des Sachbearbeiters JETZT um eine Pflichtverletzung aus der EGV handelt.
Damit werden die vom Gesetzgeber vorgesehenen 10% für das Meldeversäumnis quasi "überschrieben".
Wer hinterher solche Stühle wieder gerade rücken will, braucht dafür Zeit, Nerven, profundes Wissen und Energie.
Auch können - in gegenseitigem Einvernehmen - versteht sich - Regelungen hinsichtlich von Kostenübernahmen getroffen werden, die den HE durch die kalte Küche um das bringen, was der Gesetzgeber ihm zugedacht hatte.

Drückerkolonnen gleich werden solche Pferdefüße durch harmlos klingende Formulierungen abgetarnt.
Werden manipulativ-schwammige Texte durchleuchtet und konsequent nachgehakt, wird entweder auf ahnungslos und nicht verstehen-wollend gemacht, der "Kunde" als unbegründet mißtrauisch hingestellt oder es kristallisiert sich heraus, daß der betreffende SB tatsächlich keine Lesekompetenz hat, bzw. nicht weiß, was er tut.

Immer wieder gern wird mit einem Verwaltungsakt (VA) gewinkt, sollte der Kunde zögern, über das hingehaltene EGV-Stöckchen zu springen.
Der manipulativ-bedrohliche Unterton soll dräuendes Ungemach suggerieren, das vorab nicht einzuschätzen ist.

Wie ich erfahren habe:
Das GEGENTEIL ist der Fall.
Also für den "Kunden".
Der VA muß nämlich wasserdicht-rechtskonform sein und bietet - sofern schlampig verfaßt - weit mehr Angriffsfläche als eine EGV. mit der sich das real sheep den Strick schon selbst angelegt hat, um durch die Amigo-Arena geführt zu werden.

Sinnlos-Maßnahmen, die keineswegs individuell auf den "Kunden" zugeschnitten sind, werden kontingentweise eingekauft und sind vom kleinen SB zu besetzen - allein damit der "Kunde" aus der Statistik geschönt werden darf.
Laut einer Doku (2017) eines der öffentlich rechtlichen Beamtensender haben kleine JC-SBs in der Regel nur Zeitverträge und "hoppen" von JC zu JC sobald die vom GG vorgegebene Festeinstellung ins jeweilige JC-Haus steht.

Du darfst dir jetzt selbst überlegen, ob deren Vermittlungsquoten in statistik-schönende Maßnahmen, mit denen sich der GF eine Etage höher schmücken kann, eine Rolle spielen, sobald es um Vertragsverlängerungen geht.

Das ist das ganze Geheimnis.
 
Zuletzt bearbeitet:
D

Dinobot

Gast
Also gilt die EGV dazu, jemanden mehr unter Kontrolle zu halten

Nicht nur -es geht darum -die Umsetzung der darin veranschlagten individuellen Möglichkeiten der Sb für die Möglichkeit einer Kürzung nicht zu verpassen, um sich dann auf Kosten des Elos profilieren zu wollen. Die meisten EGV strotzen nur so von unbestimmten oder überzogenen Forderungen, wobei hier die Unwissenheit der Elos und diverse Machtspielchen der Sb dazu beitragen sollen -das Elos immer noch solche Pamphlets unterschreiben -obwohl die dann mehrheilich kein passgenaues Konzept für den Elo enthalten und eine verweigerte Unterschrift unter solche EGV auch nicht mehr sanktioniert werden darf. Seit einem Urteil im September 2011.

und sobald man in einer Maßnahme ist, zählt man nicht mehr als arbeitslos? Also man taucht nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik auf?

Erst, wenn die Maßnahme mindestens 6 Monate andauert. Dann taucht der Elo in der Staitistik des Jobcenter nicht mehr auf. Dafür aber für diese Zeit in der Statistik "Unterbeschäftigung" der BA . Sollte der Elo danach eine Sanktion bekommen, taucht er für die Zeit der Sanktion auch nicht mehr in der Statistik auf -aber dafür in der Statistik der Sanktionen der BA -unter der entsprechenden Rubrik der Sanktionsgründe. Maßnahmen sind eine Möglichkeit , die Jobcenter anbieten, um die Elos " scheinbar" in den Arbeitsmarkt eingliedern zu wollen. Das scheitert aber immer wieder daran, dass die Jobcenter sich um das Ergebnis beim Einzelnen nicht kümmern brauchen, denn die meisten Maßnahmen haben sowieso nur eine Quotenvorgabe an den Träger von höchstens 20 Prozent. Meist dienen die Maßnahmen nur dazu, neue Sanktionsgründe zu generieren. oder eine neue Maßnahme gleich hinterher zu schieben. Verstärkt jetzt auch bei ALG I Kunden. Im nächsten Jahr ist dort beispielsweise eine Maßnahme geplant -an 5 Orten -für insgesamt 4617 Teilnehmer. Dadurch schafft die BA theoretisch genauso viele Möglichkeiten -den Elo sanktionieren zu können -obwohl sowieso 80 Prozent davon von Anfang an keine Chance zur Eingliederung haben -wegen der läppischen 20 Prozent Vogabe an die Träger. Und schon hier zeigt sich -diese Maßnahmen sind nicht individuell konzipiert, weil so viele Elos an 5 Orten in Hessen nicht die selben Notwenigkeiten oder Bedüfrnisse nach dieser Maßnahme haben können. aber die BA die Notwendigkeit sieht, diese aus der Arbeitslosen Statistik gleich von Anfang rausrechnen zu wollen.Siehe auch :

https://www.dw.com/de/ist-die-arbeitslosen-statistik-volksverdummung/a-41945083

Genauso verhält es sich bei ALG II Maßnahmen, wobei die Sb hier noch eifrig vorher Infos sammeln und daraus meist dem Elo Hemmnisse andichten oder zumindest vermuten. Die sb sind ja frei, was deren Ermessen anbelangt. Gleichwohl kann sich das JC damit von jeglicher Schuld an der Arbeitslosigkeit und oder deren Unfähigkeit freisprechen, wenn der Elo selbst Schuld hat. Zudem unterzeichnet der GF des jeweiligen Jobcenters Zielvereinbarungen , die jährlich in Bund Länder Kommisionen beim deutschen Städtetag pauschal vorgegeben werden, was anzustrebende Senkungen der Hartz iV leistungen anbelangt und dann individuelle mit den GF festgelegt werden. Dementsprechend werde nauch die internen Weisungen zu Vermittlungsbudget usw. angepasst und auch teilweise verschärft Immer auch mit Blick darauf, dass nicht verbrauchte Fördergelder für die Elos am Jahresende oder auch manchmal gleich im Voraus veranschlagt, dann ins Verwaltungsbudget ungeschichtet werden. Jeder Sb , der das stringent im Sinne des GF umsetzt , der hat selbstverständlich Vorteile -insbesondere , was die Behandlung durch die Teamleiter angeht und auch bei der Weiterbeschäftigung, Höhergruppierung usw.

Und kriegen die extra Provisionen, wenn die solche Verträge mit einem abschließen, oder kriegen die dadurch andere Vorteile?

Wie vorgenannt. Dazu bekommen die GF dann auch geldwerte Vorteile -was Belohnungen dafür angeht. So um die 4000 Euro habe ich schon gelesen.

Übrigens machen sich hier die Jobcenter auch untereinander Konkurrenz, was die Umsetzung der angedachten "Leistungen" angeht. Stichwort: SGB II Kennzahlentool. Siehe :

https://www.sgb2.info/DE/Kennzahlen/SGBII-Kennzahlentool/kennzahlen-tool.html

Weil mir kommt es so vor, das ich denen total egal bin, denen interessiert z.B. nicht meine psychische Verfassung. Die machen einfach ihre Arbeit

Als individuelle Person sowieso. Es zählt nur Dein Potential, meint Wert, den du als Mittel zum Zwecke der Jobcenter hast , damit sich das Jobcenter bzw. der oder die Sb möglichst schnell auf Deine Kosten profilieren kann.

Verstehst Du vielleicht besser, wenn Du dir das System Jobcenter als politisch indoktrinierte Drückerkolonne vorstellst und Dich auch entsprechend verhältst. Es gibt ganz wenige Jobcenter , die langsam andere Maßstäbe alternativ ausprobieren wollen. Jedoch sind das verschwindend geringe Ansätze.

Wenn du psyschiche Einschränkungen hast -dann erwarte keine Hilfe auf Deinen Einzelfall hin. Das können die nicht leisten -schon zeitlich nicht und monetär sowieso meist auch nicht. Vieles wird dann via Outsourcing an andere Träger verlagert, was die Situation für Betroffene nicht kurzfristig oder überhaupt ändern kann.
 

kakashix

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Ganz schön viel Information.

Also das ich das richtig verstanden habe, Ziel ist es u.a. dem "Kunden" zu sanktionieren, weil die SB'er sich dadurch profilieren?

Inwiefern profiliert der SB'er davon, wenn er einem Kunde sanktioniert?
 
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Dinobot

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Es gibt keine Boni für SBs.
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Wenn sie verbeamtet sind, dann schon, wie man diesem Artikel entnehmen kann:

Erfolgt eine Bewertung der Zielerreichung mit 'A' bzw. eine entsprechende individuelle Leistungseinschätzung im Rechtskreis SGB II, kommt eine Leistungsprämie in Höhe von bis zu 20 Prozent des Grundgehalts in Betracht“, heißt es im Handbuch Personalrecht der Arbeitsagentur. Für ein „B“ gibt es 15 Prozent. Diese Prämien stehen verbeamteten Führungskräften zu. Angestellte Führungskräfte erhalten laut Tarifvertrag für ein „A“ eine Prämie von 20 Prozent des Grundgehalts.

Quelle: https://www.tagesspiegel.de/wirtsch...ngeschaeft-mit-den-arbeitslosen/20800654.html
 

Pixelschieberin

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Es gibt keine Boni für SBs.[...]
Aber Einträge in Personalakten und Verlängerungen von Zeitverträgen.
Es wird mehr Geld aufs Konto des SB gespült als wenn der künftig auf der gegenüberliegende Seite des Tischs Platz zu nehmen hätte.
Was schnell passieren kann - sobald der kleine SB in ihn gesetzte Erwartungen nicht zur Zufriedenheit der Vorgesetzten erfüllt.
 

Sery

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Aber Einträge in Personalakten und Verlängerungen von Zeitverträgen.
Es wird mehr Geld aufs Konto des SB gespült als wenn der künftig auf der gegenüberliegende Seite des Tischs Platz zu nehmen hätte.
Was schnell passieren kann - sobald der kleine SB in ihn gesetzte Erwartungen nicht zur Zufriedenheit der Vorgesetzten erfüllt.

Die Jobcenter sind angehalten Gelder einzusparen.
Die Sachbearbeiter bekommen keinen Boni aber Abteilungsleiter schon eher.
Je leichter man jemand Sanktionen einem"Kunden"aufbrummen kann desto folgsamer ist er.
Für das Jobcenter hat eine EGV kaum eine Bedeutung.
Denn diese" Verträge" sind im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen( oder sollte es sein)also nach dem SGB.

Die EGV kann man mit einem Vertrag vergleichen wie zwischen Eltern und Kinder.

Man weiß sie sind überflüssig, aber evt hat der Kunden eine moralischen Aspekt seine Pflichten zu erfüllen.
[>Posted via Mobile Device<]
 
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Dinobot

Gast
Die Jobcenter sind angehalten Gelder einzusparen.

Den Vorwurf, an der Förderung der Hartz-IV-Empfänger zu sparen, ließen sich die Jobcenter in der Vergangenheit nicht gefallen. Ihre reflexartige Begründung lautete: Die Betroffenen profitieren von mehr Geld im Verwaltungsetat, denn so finanziere man mehr Personal und damit eine intensivere und bessere persönliche Betreuung. Doch diese Behauptung hielt einer Überprüfung zuletzt nicht stand: Weder hatten die Jobcenter mit besonders hohen Umschichtungen besonders gute, noch die Jobcenter mit geringen Umschichtungsanteilen besonders schlechte Betreuungsrelationen

Wenn sparen -dann die Fördergelder der 'Elo für den eigenen Verwaltungstopf!

Quelle:
https://www.o-ton-arbeitsmarkt.de/o...jeden-sechsten-euro-in-verwaltungshaushalt-um

Je leichter man jemand Sanktionen einem"Kunden"aufbrummen kann desto folgsamer ist er.

Merksätze schwarzer Pädagogik finde ich peinlich. Ansosnten teile ich dazu eher diese Wahrheit:

Der gegenwärtige Sozialstaat und die Jobcenter fungieren als ein paternalistischer Erziehungsstaat, der seine Leistungsberechtigten zum gesellschaftlichen Wohlverhalten antreibt – und sei es mit Sanktionen. Sanktionen oder deren Androhung führen weiterhin in der Regel nicht zu einem positiven Effekt, sondern eher zu einer Spaltung zwischen der Zusammenarbeit des Betroffenen und Jobcenter. ..

Quelle: https://inge-hannemann.de/sanktionen-in-hartz-iv-als-eine-paternalistische-erziehungsmassnahme/

Für das Jobcenter hat eine EGV kaum eine Bedeutung. ..
Die EGV kann man mit einem Vertrag vergleichen wie zwischen Eltern und Kinder. Man weiß sie sind überflüssig,..

Tja, der Staat lässt auch schon mal seine Bürger im Stich oder gar verhungern :

Quelle: https://www.no-go.de/news/mutter-durch-hartz-iv-sanktionen-gestorben

Welchen Vertrag hatte denn die Mutter hier mit ihrem Kind ...
 

TazD

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Mit einer Eingliederungsvereinbarung erklärt man sich mit den Sanktionen einverstanden.
Völliger Quatsch, da Sanktionen gesetzlich geregelt sind.

Wenn sie verbeamtet sind, dann schon, wie man diesem Artikel entnehmen kann:

Quelle: https://www.tagesspiegel.de/wirtsch...ngeschaeft-mit-den-arbeitslosen/20800654.html
Im Artikel ist von verbeamteten Führungskräften die Rede. wie im Übrigen auch in dem von dir zitierten Teil deutlich zu lesen ist. Ein SB ist aber keine Führungskraft und somit kann er auch keine Boni erhalten.

Eigentlich ist der Grundgedanke, den der Gesetzgeber hinsichtlich einer EGV hatte, nicht verkehrt. Die Umsetzung durch die JC pervertiert aber den gesetzlichen Hintergrund.
Eine EGV ist eigentlich dazu gedacht, auf Augenhöhe mit dem JC die Vertragsinhalte so auszuhandeln, dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Rechten & Pflichten geschaffen wird.
Gegen eine EGV wäre an und für sich nichts einzuwenden, wenn bspw. eine ausreichende Kostenerstattung für Bewerbungen und Vorstellungsgespräche enthalten ist und in der EGV ggf auch eine wirklich sinnvolle Maßnahme vereinbart wird. Oder eine Kostenübernahme für einen Führerschein oder oder oder.
Findet aber nicht statt und genau das ist das Problem, weil der einfach strukturierte SB das Vermittlungsinstrument "EGV" nicht als solches erkennen kann oder erkennen will.
 

atasteofbunny

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Bei mir finden die EGV-Verhandlungen auf Augenhöhe statt! :cool: Bewerbungen und Fahrten zu - bundesweiten - Vorstellungsgesprächen werden erstatten, letztens habe ich 170 Euro für eine Fahrkarte wieder bekommen. Im Gegenzug bin ich verpflichtet, mich mindestens 4 mal pro Monat zu bewerben, und auf VV. Was ich akzeptabel finde. Erst sollte ich mich mindestens 1 mal pro Woche bewerben, was mir aber zu unflexibel ist, so haben wir uns auf mind. 4 pro Monat geeinigt.

Mir ist allerdings auch aufgefallen, dass den SB diese EGVs soooo wichtig sind. Vermute mal, die haben Vorgaben, dass mind. ___ Prozent aller Erwerbslosen eine EGV haben müssen. Kannst du mehr dazu sagen, @jaykay19?
 

kakashix

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Aber Einträge in Personalakten und Verlängerungen von Zeitverträgen.

Also umso fleißiger der Sachbearbeiter / Fallmanager ist, umso mehr wird er entlohnt, kann man so sagen. Also die extra Prämie steht nur den verbeamteten zu (zählen dazu auch Optionskommunen? Weil mit solchen habe ich es zu tun)


Aber auch wenn die "normalen Angestellten" keine Prämien erhalten, wirkt sich das Erfüllen der Zielerreichung positiv auf ihren weiteren Werdegang aus.

@atasteofbunny

würde mich auch interessieren, ob es eine Vorgabe gibt, ob eine bestimmte Anzahl von abgeschlossenen EGV's erfüllt werden müssen?
 
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Dinobot

Gast
Im Artikel ist von verbeamteten Führungskräften die Rede. wie im Übrigen auch in dem von dir zitierten Teil deutlich zu lesen ist. Ein SB ist aber keine Führungskraft und somit kann er auch keine Boni erhalten.

Leistungsprämien schon, wie ijedenfalls n einer Dienstvereinbarung zu lesen ist.Bitte lade Dir mal die Dienstvereinbarung des Jobcenters Schwerin zwischen der Geschäftsführerin und dem Personalrat runter. am besten Suchwort: LEDi, Prämien Jobcenter 5. Datei auf der Such-Seite Gockel) Dort steht sinngemaäß, dass für Angestellte zur Zahlung Leistungsprämie die tarifrechtlichen Vorschriften und Bestimmungen des Bundes gelten. (Seite 9). Für die kommunalen Beschäftigen die Regelungen zu LOB. Grundlage dessen ist dort jedenfalls die Einführung eines Kompetenzmanagements inkl Soll- Ist- Vergleich als LEDI (Leistungs und Entwicklungsdialog und Tuk (Tätigkeits -und Kompetenzprofil) geführt und ausgewertet. Insofern werden zumindest Leistungsprämien auch für Angestellte dort thematisiert.

Macht auch Sinn, denn genau diese sollen ja auch die Zielvorgaben der GF -aus dessen unterzeichneten Zielvereinbarungen effektiv umsetzen.
 

TazD

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Das von dir angeführte "Zitat"steht in der Dienstvereinbarung unter dem Unterpunkt 2.4.1 "Führungskräfte". Es gilt also wiederum nur für die Führungskräfte im JC Schwerin, da sich ein entsprechender Passus im folgenden Unterpunkt 2.4.2 "Mitarbeiter" nicht finden lässt.
Die Dienstvereinbarung nimmt somit eine Eingrenzung des Personenkreises vor, für den Leistungsprämien vorgesehen sind.
 

Maximus Decimus

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Also umso fleißiger der Sachbearbeiter / Fallmanager ist, umso mehr wird er entlohnt, kann man so sagen. Also die extra Prämie steht nur den verbeamteten zu (zählen dazu auch Optionskommunen? Weil mit solchen habe ich es zu tun)
Hast du Quellen für deine Behauptung? Wo steht das Beamten eine extra Prämie bekommen und vor allem für was?
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HartzVerdient

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Wenn man das schon liest "Leistungsprämien". Die sind nun wirklich einfach zu bekommen, da man als Erwerbsloser eh am kürzeren Hebel sitzt.

Wie pervers das System schon ist. Die Leidtragenden ELOs, die eh schon die Hosen runterlassen, werden nochmals getreten.

Ich habe auch so eine, die wohl auf ihrer Leistungsprämie aus ist. Seit 3 Gesprächen kommt bei mir immer wieder das Thema "Maßnahme" auf den Tisch. Wie ein Magnet...
 
D

Dinobot

Gast
Es gilt also wiederum nur für die Führungskräfte im JC Schwerin, da sich ein entsprechender Passus im folgenden Unterpunkt 2.4.2 "Mitarbeiter" nicht finden lässt.
.

Was Du dort nicht finden kannst, das ist wohl im folgenden klarer formuliert:

Kommunalen Beschäftigten kann gem. § 18 TVöD-VKA ein Leistungsentgelt als variable und leistungsorientierte Bezahlung zusätzlich
zum Tabellenentgelt gezahlt werden. Das Leistungsentgelt wird als Leistungsprämie, Erfolgsprämie oder Leistungszulage gewährt. Es gelten die Regelungen des jeweiligen Anstellungsträgers.

zu finden unter 5. -übrigens direkt im Zusammenhang mit der Beschreibung der Fortbildung eines Fallmanagers zum Casemanagements -hier betreffend Jobcneter rhein Erft Kreis

Quelle:

https://www.jobcenter-rhein-erft.de...9794_Personalentwicklungskonzept121206_PE.pdf

Diese Geschäftsanweisung ist übrigens schon von 2012. Ist aber unerheblich , denn die Grundlage dessen TVÖD- VKA gilt weiterhin. In vielfältiger Weise..
 

TazD

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Ich vermisse immer noch den Part, wo der Abschluss einer EGV oder besonders viele EGV-Abschlüsse zu Leistungsprämien, Boni, wie-auch-immer-genannt, führen.
Wir hatten da schon mal und in dem Kontext hieß es dann, dass der SB für besonders viele Sanktionen Boni erhält. Einen Nachweis oder irgendwas schriftliches für die Behauptung gibt es bis heute nicht.
Wenn dem aber so wäre, dann müsste das ja irgendwo festgelegt sein. Das ist der öD! Da braucht es doch für alles eine Vereinbarung, Vorschrift oder sonst irgendwas. :wink:

Nur mal am Rande:
Provisionen ("Leistungsprämien, Boni") sind in der freien Marktwirtschaft und auch in anderen Bereichen des öD etwas völlig Normales.
 
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