Warum gibt es Stellenangebote von Zeitarbeitsfirmen mit einem höheren Stundenlohn?

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Kazzz

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Bei einer ZAF wird man in dem Bereich Lager und Produktion angestellt, bekommt aber nur die unterste Eingruppierung von 10,45 €, obwohl manche ausgeschriebenen Stellen in der gleichen ZAF in der Produktion mit einem viel höheren Stundenlohn ausgeschrieben sind.

Wie kann das sein?
 

Katzenstube

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Achtung: die ZAFS wollen gerne für dumm verkaufen....

Ja klar, es könnte für diesen Job die Maxime von xxx Euro geben.

Aber leider zahlt der Entleiher nur x Euro.

Was mir passiert ist: Zwar habe ich mit Ausbildung Gruppe und Gehalt XXXX, aber der Job an dem ich arbeiten soll ist nur X wert - also bekomme ich nur X......

Weiterer Nepp: Auslösung - die gibt es nämlich nur unter bestimmten Bedingungen, wird aber oft im Vorgespräch so dargestellt, als käme das täglich zum Gehalt.

Einfach nur Maskerade und Kosmetik....Es sei denn, Du kannst Deinen Vertrag entsprechend gestalten lassen.

Gruß von Katzenstube
 

Tralilala

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Bei der Zeitarbeit gibt es evtl. auch gestaffelte Branchenzuschläge je nach Dauer des Einsatzes. Nach X Monaten (Jahre?) ist man bei der höchsten angekommen. So wenig ist der Stundenlohn dann oft gar nicht. Ich denke, damit wird oft geworben. Man muss dann nur Geduld haben (und auch hoffen der Einsatz geht entsprechend lange...).
Branche, Tätigkeiten usw. spielen da natürlich eine Rolle. Tätigkeiten im Lager können anders bewertet werden als in der Produktion u.a. auch wenn für eine Tätigkeit eine Ausbildung nötig ist oder Schulungen/Zertifikate o.ä. nötig, während für die andere Tätigkeit das nicht nötig ist.
 

abcabc

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Nach X Monaten (Jahre?) ist man bei der höchsten angekommen. So wenig ist der Stundenlohn dann oft gar nicht. Ich denke, damit wird oft geworben. Man muss dann nur Geduld haben (und auch hoffen der Einsatz geht entsprechend lange...).
Das funktioniert nur in der Theorie oder wenn du mit einer Führungsperson der ZAF gut befreundet bist oder zu den vielleicht 2-5% mit riesen Glück gehörst.
Ansonsten wird einfach nach neuen Sklaven gesucht und die alten dürfen nach ein paar Monaten wieder beim Einstiegsgehalt anfangen und sich wieder Jahre hocharbeiten bis zur nächsten Kündigung und Neueinstellung.

Da haben die Gewerkschaften sich leider für die Tarifverträge in der Zeitarbeit prostituiert. Nach dem Motto: Wir schützen unsere gut bezahlten Mitgliedery indem wir Ausbeutung und Sklaverei von Hilfskräften aktiv unterstützen (ohne den ZAF Tatifvertrag hätten einige Sklaven bessere Möglichkeiten vor Gericht)....
 

Quale

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Bei einer ZAF wird man in dem Bereich Lager und Produktion angestellt, bekommt aber nur die unterste Eingruppierung von 10,45 €, obwohl manche ausgeschriebenen Stellen in der gleichen ZAF in der Produktion mit einem viel höheren Stundenlohn ausgeschrieben sind.
Die Logistik wird auch gerne mal outsourced, um Lohnkosten zu sparen.
Wie sollen denn die Töchter sonst ihr Ballkleid bezahlen.
 

Elgaucho

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Das richtet sich nach Angebot und Nachfrage - wie eigentlich alles in dieser "sozialen Markwirtschaft" in Deutschland. Wenn die Nachfrage nach guten, erfahrenen und fachkompetenten Logistikmitarbeitern sehr groß ist und das Angebot an entsprechenden Kräften Humankapitals sehr knapp wird - wird der Wettbewerb um Personal entsprechend groß. Was bleibt den ZAF also dann untereinander übrig um sich voneinander zu unterscheiden - sie überbieten sich im Lohn um den besten Rest aus dem Markt zu fischen. Lieber zahle ich als ZAF 14 Euro Brutto meinem Sklaven und habe einen gut funktionieren Sklaven der wenig krank macht und mir gutes Geld einspielt als wenn ich ihm nur 10,45 Euro zahle und er oft ständig krank ist und vom Einsatzbetrieb oft wegen mangelnder Kompetenz ständig kritisiert wird. Das sorgt bei der ZAF nur für Ärger und dann zahlt sie bei wenig gut verfügbaren Kräften gerne mehr - hat aber dafür keine oder wenig Fluktuation bei seinen Sklaven und verdient etwas weniger. Das weniger Verdienst bei der ZAF sorgt aber auch für mehr reibunglosen Ablauf innerhalb der ZAF. Gute Gabelstaplerfahrer und Logistikfachkräfte wachsen nicht auf den Bäumen und man kann sie auch nicht ohne Ende aufs neue generieren. Ich selbst habe mit vielen jungen Kräften innerhalb einer größeren Firma angefangen deutlich über Mindestlohn und "übriggeblieben" sind nur die alten Hasen jenseits von 40 Jahren - die "Silberlocken". Die jungen hattens nicht so mit körperlicher und geistiger Ausdauer. Wenn ich 21 Teile in einen Karton packen muß und das auf 3 Höhenlagen verteilt macht das 7 Teile pro Lage. Sowas in Bruchteilen von Sekunden zu überschlagen und einzuteilen kann nicht mehr jeder "junge" heutzutage. Er steht dann vor dem Karton und hat das große Fragezeichen im Kopf. Auch das Smartphone samt Taschenrechner hilft denen oft nicht weiter. Wenn dann eins von 21 Teilen mal eben locker 20 Euro und mehr kostet und junge Leute locker 30 Teile statt 21 einpacken - wird das schnell teuer für den Endkunden der ZAF. Dann wird gerne mehr bezahlt und an älteren Leuten die rechnen können festgehalten.
 

Quale

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Das richtet sich nach Angebot und Nachfrage - wie eigentlich alles in dieser "sozialen Markwirtschaft" in Deutschland. Wenn die Nachfrage nach guten, erfahrenen und fachkompetenten Logistikmitarbeitern sehr groß ist und das Angebot an entsprechenden Kräften Humankapitals sehr knapp wird - wird der Wettbewerb um Personal entsprechend groß.
Also beim besten willen sehe ich da keinen Mangel. Dafür muss man sich nur das Median des Fachkraft für Lagerlogistik, mit dem Median des durchschnitten Einkommen Deutschland vergleichen. Das liegt nur bei 33000€ im Jahr, das für denn durchschnitt bei 43000€.

Wenn überhaupt sehe ich ein Betriebswirtschaftliches Problem, gepaart mit inkompetenten Führungskräften.

Ich selbst habe mit vielen jungen Kräften innerhalb einer größeren Firma angefangen deutlich über Mindestlohn und "übriggeblieben" sind nur die alten Hasen jenseits von 40 Jahren - die "Silberlocken".
Das nur ein kleiner Teil der Menschen, in preissetzten Unternehmen arbeiten ist dir schon klar. Die zwei Beurteilungsfehler wirst du schon selbst finden.
 

Gretta

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1999/2000 hatte ich ein Jahr mal für eine Zeitarbeit gearbeitet. 5.700 DM Grundgehalt + 1.000 DM Grundprämie + weitere Prämien plus
Reiskosten und km-Geld für die Nutzung meines eigenes Autos, was mein Wunsch war. Ich wurde vom Kunden wohl nicht übernommen weil mein eigenes Auto schneller als das der Bereichsleiterin war. Und sie eifersüchtig auf meine Umsatzsteigerungen war. Die Zeitarbeit überbot damit Angebot eines Konzern aus Ulm. Also mit dieser Zeitarbeit konnte ich zufrieden sein. Längs vergangene Zeiten.
 

noillusions

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Das richtet sich nach Angebot und Nachfrage - wie eigentlich alles in dieser "sozialen Markwirtschaft" in Deutschland. Wenn die Nachfrage nach guten, erfahrenen und fachkompetenten Logistikmitarbeitern sehr groß ist und das Angebot an entsprechenden Kräften Humankapitals sehr knapp wird - wird der Wettbewerb um Personal entsprechend groß.
Dann haben Arbeitnehmer bei Pflegehilfsjobs, Paket-Fahrer und Lieferdiensten wohl Pech und es gibt da Marktversagen.
 

Samsara

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Eine beliebte ZAF-Taktik ist auch, die Bewerber davon zu überzeugen, dass die eigene Qualifikation nur einer bestimmten unteren Tarifgruppe entspricht. Der Bewerber wird sozusagen "runterqualifiziert", um möglichst wenig zahlen zu müssen.

Zu meiner Zeit (2008) zahlten die Arbeitgeber an die ZAF fast den selben Lohn, den sie auch ihren Festangestellten zahlten.
Da war das Hauptargument, sich eine umfangreiche, zeit- und kostenintensive Personalabteilung einsparen zu können - und unterschiedlichen Personalbedarf besser steuern zu können. Es entfallen Kündigungen und Abfindungen.

Bei mir war es so, dass ich rund eine Woche im Monat nur den Gewinn der ZAF erarbeitet habe, 1 Woche für das Finanzamt,
und erst ab dann habe ich für meinen eigenen Lebensunterhalt gesorgt.

Die ZAF begründete ihre hohe Gewinnmarge mit enormen Werbungskosten.
 

Elgaucho

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"noillusions" - niemand hat speziell Pech bzw. das Pech langfristig gepachtet : In Hamburg waren in der kürzeren Vergangenheit definitiv Logistikkräfte knapp - der Videotext als Quelle berichtete exclusiv darüber im Zusammenhang mit DHL und extremer Personalknappheit. Das dann auch mal Löhne steigen wenn gefragtes Personal knapp ist - das ist keine Hexerei sondern Tatsache. Und natürlich kann die pharmazeutische Industrie hauseigene Logistikkräfte wesentlich besser bezahlen als zum Beispiel die Speditionsbranche. In der pharmazeutischen Industrie wird halt auch wesentlich mehr verdient als in der Spedition und somit sind die Löhne bei den Pillendrehern auch exclusiver als in der Spedition. Und dann kann die Zeitarbeitsbranche je nach unterschiedlich gut zahlenden Endkunden bzw. Branchen auch in gleichen Segmenten aber anderen Branchen auch unterschiedliche Löhne zahlen. Ist halt schon ein Unterschied ob ich zum Beispiel bei der BASF in Ludwigshafen als Zeitarbeiter in der Logistik tätig bin oder zum Beispiel bei DHL. Derselbe Job aber total voneinander abweichende Tarifgruppen und somit oft auch Löhne.
 

noillusions

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"noillusions" - niemand hat speziell Pech bzw. das Pech langfristig gepachtet : In Hamburg waren in der kürzeren Vergangenheit definitiv Logistikkräfte knapp - der Videotext als Quelle berichtete exclusiv darüber im Zusammenhang mit DHL und extremer Personalknappheit.
Komisch die anderen Logistiker sehe ich nur noch mit Migranten als Fahrer, das deutet mir darauf hin dass die nicht mit Personalknappheit zu kämpfen haben und das irgendwie geregelt kriegen - wohl zulasten des Lohnniveaus.
 

Kazzz

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Das nur ein kleiner Teil der Menschen, in preissetzten Unternehmen arbeiten ist dir schon klar. Die zwei Beurteilungsfehler wirst du schon selbst finden.
Die Beurteilung mit den "alten Hasen" war da schon nicht so falsch. Die jungen drücken sich ständig und die alten können machen. Da stellt sich auch nicht mehr die Frage, warum die niemand einstellen will. Bei den Älteren liegt es schlicht am Alter.
 

Quale

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Die Beurteilung mit den "alten Hasen" war da schon nicht so falsch. Die jungen drücken sich ständig und die alten können machen. Da stellt sich auch nicht mehr die Frage, warum die niemand einstellen will. Bei den Älteren liegt es schlicht am Alter.
Mit dem Alter kommt nicht automaisch die Weisheit. Die muss man sich schon geistig erarbeiten. Und wie man am besten eine Einstellung bei einem Endkunden bekommt. Sind meist andere Fähigkeiten wie die Leistung wichtig. z.B. Gute Gespräche mit dem Chef in der Raucherecke.
Und das da Junge und Alte, gleich aufliegen sollte jawohl klar sein.
 

MaxB

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Kann an den Zuschlägen der Betriebe selbst liegen. Eine freiwillige Leistung der AG für die Leiharbeiter. Der Zuschlag ist weg, sobald der Einsatz bei dem Entleiher zu ende ist. Ich würde gar nichts da drauf geben. 2-3 Wochen Einsatz, dann folgt die Abmeldung und das Versprechen vom ZAF in Kürze eine neue Stelle für einen zu finden. 3-5 Tage später liegt eine Kündigung im Briefkasten, gerne auch rückdatiert.
 

MaxB

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Kann meinen letzten Beitrag nicht mehr editieren daher...

Der Zuschlag kommt von den Entleihern, den die ZAF dann weiter leitet. Ist reiner Zufall dass man den bekommt, genauso auch die Dauer.
 
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