Warum 15.000 Portugiesen nach Schwäbisch Hall wollten

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
M

Minimina

Gast
Darüber gabs schon vor einigen Wochen einen Bericht auf arte

LG MM
 
E

ExitUser

Gast
Es herrscht Fachkräftemangel. Es gibt 2500 freie Stellen. Alle Versuche, sie zu besetzen, schlagen regelmäßig fehl.

Wurde eigentlich versucht, unter 7 Mio Erwerbslosen Leute für diese paar offenen Stellen zu suchen? Was für Stellen sollen das denn sein?

„Die Stadt, wo die Jobs Leute suchen“

Billigjobs? Ich dachte, die suchen Fachkräfte.

Dass in Schwäbisch Hall Milch und Honig fließen müssen, wird durch die Aussage erhärtet, dass Arbeitslose in der Regel binnen drei Monaten einen Job finden. Und Deutsch nicht unbedingt erforderlich sei. Die Schule sei umsonst, Studiengebühren abgeschafft, die Ernährung gesund und die Häuser den deutschen Wintern gewachsen.

Schwäbisch Hall, auf diese Steine können Sie bauen... oder was?

Aha, Arbeitslose kriegen also binnen 3 Monaten einen neuen Job dort und warum suchen sie dann im Ausland?

Achtzig Portugiesen kamen bisher direkt in die Stadt, zwanzig sind geblieben und konnten in Hilfsjobs vermittelt werden. McDonald’s, Hotelküchen, Speditionen.

Aha, also doch keine Facharbeiterstellen.

Aber dann trifft sie auf einen warmherzigen Vermittler, der ihr verspricht: „Ich werde einen Job für Sie finden, können Sie fünf Minuten warten?“ „Ja“, sagt sie, den ganzen Tag könne sie warten. Auch mehrere Tage. Einen Anruf später steht sie etwas verloren in der hohen Lagerhalle der Spedition Schmitt.

Mies bezahlt, ZAF... alles klar.

Etwa zweihundertfünfzig Pakete muss sie pro Schicht schaffen. Die Pakete sind schwer, selbst für einen Mann eine harte Arbeit, und wenn ihre Schicht vorbei ist, ist sie so müde, dass ihr Tag, obwohl gerade erst in seiner Mitte, schon fast wieder zu Ende ist.

Die Leute bei Schmitt sind nett zu ihr, jedenfalls die, die sie verstehen kann. Sie ist Schmitt dankbar für diesen Job, der so wenig mit ihrem früheren Leben zu tun hat, und genau genommen natürlich auch nichts mit den Versprechungen in der portugiesischen Zeitung. 1000 Euro netto, immerhin fast doppelt soviel wie bei ihrem letzten Job in Portugal. Irgendwie war sie zwar von mindestens 2700 Euro ausgegangen, die Zeitung hatte ihr das ja nahe gelegt. Aber sie beschwert sich nicht, denn sie weiß, in Portugal ist es noch schlechter.

Schichtarbeit, Akkord und dann nur rund 1.500 Euro brutto oder doch 1.000 Euro netto? Ist ja die ganze Zeit verwechselt worden.
Ach herrje.

Wenn die Vorstellungsgespräche bei ihren Weltmarktführer-Firmen – dem Schraubenriesen „Würth“ oder dem Verpackungshersteller „Optima“ im Herbst vorüber und dann auch die rund 1000 in Frage kommenden akademischen Bewerber geprüft sind, könnten mit viel Glück am Ende 300 Portugiesen hängen bleiben. Bis dahin nimmt der Bürgermeister seine Schwäbisch Haller in Schutz gegen den gelegentlichen Vorwurf, sie ließen ihre neuen Gäste im Regen stehen.

Ach, gibts keinen in Deutschland aufgewachsenen und lebenden Akademiker, der infrage gekommen wäre?

Obwohl Luis Filipe Dias, 48, wäre er damals um die Erfahrung eines Monats reicher gewesen, vermutlich auch eher abgeraten hätte. Dias war von Porto nach Frankfurt geflogen, und von dort 260 Kilometer mit dem Zug weiter nach Schwäbisch Hall. Weil er einen europäischen CE-Führerschein besitzt und Laster lenken kann, bekommt er einen Job bei der Möbelspeditionsfirma Ebel.

Einen Monat später passiert das Unvorstellbare: Die Firma macht pleite und er hat zwei Wochen umsonst gearbeitet. Gott hat es nicht gut mit ihm gemeint. Ein bisschen fühlt er sich da an Portugal erinnert. Eigentlich wähnte er sich in Deutschland ja weit genug weg von kollabierenden Firmen. Und dann das!

Tja, geht in der BRD lebenden Bürgern ja auch so.

Luis und Victor haben ein einfaches Ein-Zimmer-Apartment, möbliert, mit Toilette auf dem Flur für 400 Euro, nicht eben billig, aber immerhin nur zehn Minuten entfernt von der Spedition, wo sie jetzt für 1500 Euro brutto Gabelstapler fahren. Es ist schwer, Wohnungen zu bekommen, selbst für Deutsche, für Ausländer ist es fast unmöglich. Renate hat ihnen die Wohnung besorgt. Victor sagt: „Ohne Renate lägen wir wahrscheinlich schon unter der Brücke!“

Dass sie da abgezockt werden, ist natürlich unterschlagen worden.

Sie hätten ihm erklärt, er müsse fünf Tage arbeiten und habe danach zwei Tage frei. „In der nächsten Woche waren es schon sechs, aber nur für fünf wurde bezahlt, in der Woche darauf musste ich sieben Tage arbeiten, und wieder wurden nur fünf bezahlt.“ In Portugal könne so etwas vielleicht passieren, aber in Deutschland hätte er doch etwas anderes erwartet.

Tja, wenn sie sich so verarschen lassen.
 
M

Minimina

Gast
Sie hätten ihm erklärt, er müsse fünf Tage arbeiten und habe danach zwei Tage frei. „In der nächsten Woche waren es schon sechs, aber nur für fünf wurde bezahlt, in der Woche darauf musste ich sieben Tage arbeiten, und wieder wurden nur fünf bezahlt.“ In Portugal könne so etwas vielleicht passieren, aber in Deutschland hätte er doch etwas anderes erwartet.

Man kann nur hoffen, daß sie in ihre Heimat zurückwandern und berichten wie es um Schland "wirklich" bestellt ist.

In dem Fernsehbericht kam auch ein Kellner zu Wort, der nur wegen der "guten" Bezahlung in Schwäbisch Hall geblieben ist. Deutlich hat er aber mit Wort und Gesichtsausdruck gemacht, was ihn alles stört in Deutschland und den Deutschen. Ein wahres Opfer für den Portugiesen.

LG MM
 

Konstabler

Elo-User'in - eingeschränkt
Mitglied seit
19 Dezember 2011
Beiträge
1.769
Bewertungen
674
Es herrscht Fachkräftemangel. Es gibt 2500 freie Stellen. Alle Versuche, sie zu besetzen, schlagen regelmäßig fehl. Und so kamen Rathaus-Pressesprecher Robert Gruner und einige andere Stadtobere Anfang des Jahres auf die Idee, südeuropäische Journalisten zu einer Pressereise in die Stadt einzuladen. Eigentlich keine große Sache, die Kosten überschaubar, insgesamt 10.000 Euro.

Exilland Schwaben: Warum 15.000 Portugiesen nach Schwäbisch Hall wollten | Magazin - Berliner Zeitung

Mich würde mal interessieren, was das für Stadtobere sind und wo deren Interessen liegen.

Und was waren das für Versuche?

Das sieht für mich eher so aus, als hätte man eine günstige Gelegenheit beim Schopfe gepackt und einen Versuch unternommen, um den örtlichen Arbeitsmarkt zu belasten, um die Lohnstruktur nach unten zu drücken.

Seriös ist die Angelegenheit nicht.

Man hat offensichtlich Lohndrücker importiert.
 
E

ExitUser

Gast
Man kann nur hoffen, daß sie in ihre Heimat zurückwandern und berichten wie es um Schland "wirklich" bestellt ist.

In dem Fernsehbericht kam auch ein Kellner zu Wort, der nur wegen der "guten" Bezahlung in Schwäbisch Hall geblieben ist. Deutlich hat er aber mit Wort und Gesichtsausdruck gemacht, was ihn alles stört in Deutschland und den Deutschen. Ein wahres Opfer für den Portugiesen.

LG MM

Weißt du noch, wsa ihm an den Deutschen gestört hat?
 

ZynHH

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Juli 2011
Beiträge
18.347
Bewertungen
24.879
Ich weiss garnicht was ihr wollt, im Rahmen des ESF werden hunderte Spanier und Portugiesen nach Ostfriesland verfrachtet um dort Ausbildungen zu machen...es will halt jeder etwas vom Kuchen abhaben den der ESF verteilt...vor allem deutsche Arbeitsvermittler und Zeitarbeitsfirmen sind da gross im Geschäft, bilden auch gerne in Partnerfirmen im EU-Ausland Arbeitsvermittler zum ESF-Abzocken aus, soll ja alles ein geben und Nehmen sein... gröhl
 
E

ExitUser

Gast
Vielleicht steht der Beitrag noch irgendwo im Netz. Wenn ich ihn finde, dann verlinke ich ihn.

LG MM

Aus dem Kopf weißt du es nicht mehr, oder?

Ich weiss garnicht was ihr wollt, im Rahmen des ESF werden hunderte Spanier und Portugiesen nach Ostfriesland verfrachtet um dort Ausbildungen zu machen...es will halt jeder etwas vom Kuchen abhaben den der ESF verteilt...vor allem deutsche Arbeitsvermittler und Zeitarbeitsfirmen sind da gross im Geschäft, bilden auch gerne in Partnerfirmen im EU-Ausland Arbeitsvermittler zum ESF-Abzocken aus, soll ja alles ein geben und Nehmen sein... gröhl

Bitte endlich eine Lohnuntergrenze, damit auch Gastarbeiter dasselbe bekommen und die Unternehmen keinen Anreiz mehr haben für noch mehr Lohndumping.
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten