Wann/Welchen Anwalt einschalten bzw. PKH beantragen etc. Wann kann mein Gegenüber Anwalt einschalten?

Sahnetorte

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
17 Dezember 2018
Beiträge
27
Bewertungen
2
Hallo ihr Lieben :)

Info: Mir ist bewusst das ihr keine Rechtsberatung machen dürft. Deshalb möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen das ich eure Antworten nicht als Rechtsberatung auffasse.
Ich bitte euch lediglich von Mensch zu Mensch um Tips, was ihr glaubt was richtig ist bzw. was ihr in welcher Reihenfolge in meiner Situation tun würdet.

Es geht um folgendes:

Anfang des Monats Mai habe ich einen Mietvertrag unterschrieben.
Am ca. 09.Juni einen Internetvertrag für die neue Wohnung in Auftrag gegeben. Am ca. 22-23.Juni hat die Bauaufsichtsbehörde das Wohnhaus überprüft, in dem ich wohne. Am 24.Juni habe ich einen Brief von der Bauaufsichtsbehörde erhalten, in dem steht das mir die Nutzung der Wohnung untersagt wird, da die Wohnung nicht über genügend Rettungswege im Falle eines Brandes verfügt.
Das hat mir der Vermieter nicht vorher gesagt und ich weiß auch nicht ob er es wusste. Sonst hätte ich niemals zwei Verträge abgeschlossen.

Da der Vermieter nicht in der Lage ist das Problem in nächster Zeit zu beheben, habe ich den Mietvertrag gekündigt.

Da mir durch diesen schwerwiegenden Fehler des Vermieters nun Kosten/Schäden entstanden sind und werden, möchte ich das der Vermieter dafür aufkommt.

Z.B Ist die Kündigungsfrist des Internetvertrages abgelaufen. Falls die mich nicht aus Kulanz entlassen, möchte ich das der Vermieter die Rechnungen bezahlt.

Ich schaffe es nicht alleine die Wohnung auszuräumen, zumal warum soll ich Zeit und Kraft und Fahrtkosten/Transportermiete etc. bezahlen? Ich muss ausziehen weil der Vermieter mir eine nicht bewohnbare Wohnung vermietet hat.

Außerdem müssen die Möbel irgendwann auch wieder in eine neue Wohnung, sobald ich eine gefunden habe. Das ist wieder Zeit/Kraft/Transportermiete/Sprit. Diese Kosten kommen auf mich zu nur wegen dem Fehler des Vermieters.

Glaubt ihr das ich das Geld von ihm verlangen kann?

Sollte ich sofort PKH und Anwaltsbeihilfeschein (ABS?) beantragen? Oder sollte ich den Vermieter erstmal direkt, privat fragen und seine Antwort abwarten?

Kann ich ihm eine Frist setzen, bis zu der er mir eine Antwort zu geben hat? Wenn er bis zur Frist nicht antwortet, kann ich dann PKH/ABS beantragen?

Wenn ich ihn nun Frage diese Kosten zu übernehmen, kann der Vermieter allein deswegen schon zu seinem Anwalt? Und wenn dieser Anwalt mir dann schreibt, muss ich dann das Anwaltshonorar bezahlen?

Ich hatte noch nie mit soetwas zu tun.

Ich habe nicht viel Geld und ich will nicht auf Kosten sitzen bleiben die nicht meine Schuld sind.

Vielen Dank euch allen und einen schönen Tag wünsche ich :)
 


abcabc

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
30 Oktober 2019
Beiträge
1.563
Bewertungen
4.534
Das hat mir der Vermieter nicht vorher gesagt und ich weiß auch nicht ob er es wusste. Sonst hätte ich niemals zwei Verträge abgeschlossen.
Wieso 2 Verträge? Welcher Vertrag ist denn doppelt?

Da der Vermieter nicht in der Lage ist das Problem in nächster Zeit zu beheben, habe ich den Mietvertrag gekündigt.
Hast du schon eine neue Wohnung oder nimmt dich jemand auf oder droht jetzt die Obdachlosigkeit nach Ablauf der Kündigungsfrist?
Warum hast du denn selbst gekündigt und dir nicht vom Vermieter kündigen lassen? Gerade mit dem JC ist selbst gekündigt ganz schlecht, was Umzugskosten, neue Wohnung usw. betrifft.

Z.B Ist die Kündigungsfrist des Internetvertrages abgelaufen. Falls die mich nicht aus Kulanz entlassen, möchte ich das der Vermieter die Rechnungen bezahlt.
Du kannst den Internetanschluss beim Umzug einfach mitnehmen. Kostet vielleicht ne Gebühr, aber nur ein Bruchteil der Kosten, die für die 24 Monate Laufzeit anfallen werden.

Wie ist denn dein Draht zum Vermieter? Kann nicht schaden den erstmal freundlich auf die "Schäden" hinzuweisen, statt sofort mit Anwalt anzukommen. Wenn der Vermieter da entgegenkommen will, natürlich schriftlich geben lassen (Worte sind nur Schall und Rauch). Ansonsten mal bei der Verbraucherzentrale/Mieterschutzbund/..... beraten lassen, worauf du einen Rechtsanspruch hast und dann weitere Schritte planen...
 
Zuletzt bearbeitet:

Manni1976

Elo-User*in
Mitglied seit
21 Mai 2020
Beiträge
155
Bewertungen
125
Glaubt ihr das ich das Geld von ihm verlangen kann?

[...]

Wenn ich ihn nun Frage diese Kosten zu übernehmen, kann der Vermieter allein deswegen schon zu seinem Anwalt? Und wenn dieser Anwalt mir dann schreibt, muss ich dann das Anwaltshonorar bezahlen?
Gegen unberechtigte Forderungen dürfte sich der Vermieter verteidigen und dazu auch einen Rechtsbeistand heranziehen. Die Kosten der Rechtsverteidigung könnte der Vermieter dann von demjenigen als Schadensersatz verlangen, der die unberechtigte Forderung erhoben hat.

Ob Deine Forderung berechtigt oder unberechtigt wäre, kann und darf ich nicht beurteilen.
 

ZynHH

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Juli 2011
Beiträge
17.523
Bewertungen
22.435
habe ich den Mietvertrag gekündigt.
Und evtl. den Vermieter aus seiner Haftung entlassen. Der wurde ja entweder vorher oder zeitgleich informiert vom Amt .
Mit welcher Begründung hast du denn zu welchem Zeitpunkt gekündigt?
Ich würde jetzt erstmal zum Verbraucherschutz/ Mieterverein und die Ansprüche klären.
 

wheelie

Elo-User*in
Mitglied seit
10 Juni 2015
Beiträge
211
Bewertungen
411
Moin,

ich würde auf jeden Fall zu einem Mieterverein gehen und vorher das Jobcenter fragen, ob sie die Kosten dafür übernehmen, in vielen Fällen ist das nämlich möglich.

Einen Anwalt würde ich erst dann einschalten, wenn dieser Weg nichts bringt.

Lg wheelie
 

Sahnetorte

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
17 Dezember 2018
Beiträge
27
Bewertungen
2
Wieso 2 Verträge? Welcher Vertrag ist denn doppelt?
1x Mietvertrag
1x Internetanschluss Vertrag

Hätte beides nicht unterschrieben wenn ich gewusst hätte dass die Wohnung nicht bewohnbar ist.

Ich komme Notfalls bei meinem Vater unter, es droht keine Obdachlosigkeit.

Den Inernetvertrag mitzunehmen bringt nichts, da mein Vater einen eigenen Anschluss hat. Und da es wahrscheinlich wieder Monate dauern wird bis ich eine eigene Wohnung gefunden, ist es verschwendetes Geld jeden Monat obwohl es nicht mein Fehler ist. Zudem habe ich 70€ Anschlussgebühr bezahlt und darf nochmal 70€ bezahlen wenn ich eine neue Wohnung gefunden habe :(


Ps: Ich versuche so schnell wie möglich zu Antworten. Ich bin nur nicht gut mit dem zietieren geschweige denn mit dem Handy schnell zu schreiben.
 

Sahnetorte

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
17 Dezember 2018
Beiträge
27
Bewertungen
2
Und evtl. den Vermieter aus seiner Haftung entlassen. Der wurde ja entweder vorher oder zeitgleich informiert vom Amt .
Mit welcher Begründung hast du denn zu welchem Zeitpunkt gekündigt?
Ich würde jetzt erstmal zum Verbraucherschutz/ Mieterverein und die Ansprüche klären.

Ich wollte die Kündigung gleich abschicken, habe es aber noch nicht getan.

Ich habe gekündigt weil der Vermieter nicht in der Lage ist das unbewohnbare Wohnung Problem zu lösen. Er kann mir kein Datum nennen. Die Bauaufsichtsbehörde sagt das es wohl kaum möglich sein wird einen weiteren Fluchtweg zu bauen, da das Gebäude unter Denkmalschutz steht und und der andere Rettungsweg aus den Fenstern zu hoch ist als das die Rettungsfahrzeuge der Kleinstadt dort hinreichen könnten.

Für mich heißt das: Ich werde in nicht absehbarer Zeit bzw. niemals in dieser Wohnung wohnen können. Deshalb dachte ich die Wohnung jetzt zu kündigen wäre das logischte damit ich nach Ablauf des Mietvertrages mich nach einer neuen Wohnung umschauen kann.
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Gabs keinen Stromvertrag? Hört sich so an, als ob da Teile einer Wohnung/ Hauses vermietet wurden, die keine eigenen Zähler hat?
Doch, aber ich glaube Strom kann man bei Auszug immer sofort kündigen. Außerdem teile ich denen das mit das ich doet effektiv noch keinen Tag gewohnt habe. Die berechnen dann den Zählerstand und schreiben dann eine entsprechende Rechnung, die mickrig ausfallen dürfte.
 

abcabc

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
30 Oktober 2019
Beiträge
1.563
Bewertungen
4.534
Am 24.Juni habe ich einen Brief von der Bauaufsichtsbehörde erhalten, in dem steht das mir die Nutzung der Wohnung untersagt wird, da die Wohnung nicht über genügend Rettungswege im Falle eines Brandes verfügt.
Heißt die Bauaufsichtsbehörde hat dir ab sofort verboten in der Wohnung zu wohnen?

Ich wollte die Kündigung gleich abschicken, habe es aber noch nicht getan.
Auf KEINEN Fall!
Nicht kündigen, sondern den Vermieter schriftlich auffordern, dass er dir die Nutzung der Wohnung unverzüglich ermöglicht. Das ist sein Problem, wie er das macht.... falls du laut Bauaufsicht dich nicht in der Wohnung aufhalten darfst.
Ob der Vermieter dir dann den Umzug bezahlt, eine alternative Wohnung anbietet oder möglicherweise sogar Hotelkosten übernehmen muss, bis du eine neue Wohnung gefunden hast, müsste man abklären.
Selbst kündigen ist die schlechteste Lösung....
 

Sahnetorte

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
17 Dezember 2018
Beiträge
27
Bewertungen
2
Und evtl. den Vermieter aus seiner Haftung entlassen.
Zum Glück habe ich noch nicht gekündigt.
Aber warum sollte eine Kündigung meinerseits ihn aus der Haftung entlassen?
All die Kosten sind ja dadurch enstanden, das er mir eine nicht bewohnbare Wohnung als bewohnbar vermietet hat.

Ich kann mir aber gut vorstellen das es so ist wie du sagst, da in Deutschland zum Glück (fast) alles geregelt ist :p
 

TazD

Super-Moderation
Mitglied seit
12 März 2015
Beiträge
6.701
Bewertungen
16.495
Ich wollte die Kündigung gleich abschicken, habe es aber noch nicht getan.
Dann lass es. Du hast einen Vertrag mit dem Vermieter und der Vermieter hat diesen Vertrag zu erfüllen. Das "Wie" ist zunächst nicht dein Problem. Dann muss der Vermieter eben Ersatzwohnraum zur Verfügung stellen und genau dazu würde ich ihn auch schriftlich auffordern.

Parallel dazu, wie hier schon vorgeschlagen, zum Mieterschutzbund und sich schon mal beraten lassen. Reagiert der Vermieter nicht oder macht kein Angebot, kann man es immer noch über Beratungshilfe (BerH, nicht ABS) versuchen. PKH gibt es ohnehin erst, wenn es zur Klage kommt.
 

Sahnetorte

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
17 Dezember 2018
Beiträge
27
Bewertungen
2
Ok vielen Dank euch allen.
Ich werde Morgen dann zum Mieterschutzbund etc. gehen und mich beraten lassen.
Die Kündigung lasse ich erstmal sein.

Einen schönen Abend wünsche ich :)
 

ZynHH

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Juli 2011
Beiträge
17.523
Bewertungen
22.435

atasteofbunny

Elo-User*in
Mitglied seit
7 März 2014
Beiträge
438
Bewertungen
387
Am ca. 22-23.Juni hat die Bauaufsichtsbehörde das Wohnhaus überprüft, in dem ich wohne. Am 24.Juni habe ich einen Brief von der Bauaufsichtsbehörde erhalten, in dem steht das mir die Nutzung der Wohnung untersagt wird, da die Wohnung nicht über genügend Rettungswege im Falle eines Brandes verfügt.
Mir kommt das komisch vor. Okay, ich bin keine Expertin auf dem Gebiet. Aber normalerweise hat doch jedes Wohnhaus ein Treppenhaus, das auch als Fluchtweg benutzt werden kann - und nicht mehr Fluchtwege (Ausnahme Hochhäuser mit zwei Treppenhäusern).
Ist es wirklich ein offizielles Schreiben der Bauaufsichtsbehörde?
Und es steht da exakt so drin? Nicht etwa "nur", dass vorhandene Fluchtwege nicht ausgeschildert wurden? (Das könnte der Hauseigentümer ja schnell ändern)
 

grün_fink

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
3 Juli 2019
Beiträge
2.316
Bewertungen
6.039
Mir kommt das komisch vor. Okay, ich bin keine Expertin auf dem Gebiet. Aber normalerweise hat doch jedes Wohnhaus ein Treppenhaus, das auch als Fluchtweg benutzt werden kann - und nicht mehr Fluchtwege (Ausnahme Hochhäuser mit zwei Treppenhäusern).
Soweit ich das mitbekommen habe, geht es genau darum, dass wenn es im Treppenhaus brennt oder zu verraucht ist, und man deswegen nicht raus kommt (speziell aus den oberen Stockwerken, wo man nicht aus dem Fenster springen kann),
dass es dann noch einen Zugang gibt, wo die Feuerwehr ran kommt mit der Drehleiter.
Beispielsweise bei mir unter dem Dach wäre das das Giebelfenster. Das ist ein gerades Fenster (kein schräges Dachfenster), und man kommt von der Straße/Garagenvorplatz aus heran. Sonst gäbe es keine andere Stelle, mich rauszuholen.
So dürften die Bauvorschriften sein.
 

Kerstin_K

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
11 Juni 2006
Beiträge
22.527
Bewertungen
24.613
Das ist sogar so, dass Häuser die schon lange stehen und die beim Bau den Vorschriften entsprachen, teilweise umgebaut weren müsse bei grösseren Sanierungen.

Das Haus in dem Ich wohne, wurde 1972 gebaut. Bis letztes Jahr hatten wir hier 2 Jahre energetische Sanierung. Alle Fenster raus, neue Balkons und dei offenen Laubengänge vor den Wohnungstüren wurden verglast. Bei den Balkons haben wir jetzt ein total hohes Gitter dacor, das geht mir bis zum Kinn. Ist angeblich jetzt so Vorschrift. Auf der andern Seite bei den Laubengägen hat man eiine Feuertreppe angebaut. Auch auf den verglasten Laubengängen und zum Treppenhaus hin haben wir jetzt Brandschutztüren.
 
Oben Unten