Wann kann man entgegen § 140 SGB III zum Umzug gezwungen werden?

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

Samuela

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
28 Dezember 2018
Beiträge
64
Bewertungen
62
Bei meinem letzten Besuch bei der Afa meinte mein SB ab dem 4. Monat wird er mich bundesweit vermitteln.
Was ist mit § 140 SGB III und den 2,5 Std Fahrtweg? Muss ich mich bundesweit vermitteln lassen? Was sind Gründe um es verhindern zu können?

Habe 15 Jahre als Datenerfasserin gearbeitet, die letzten drei Jahre als Datenmamagerin, darin aber nicht eigenständig (bin noch nicht fit in allem), hatte aber ein gutes Gehalt.

In der Jobbörse sind einige Datenerfasser-Jobs bundesweit welche ich vom finanziellen her ab Monat 7 annehmen müsste (12 Euro/Std).
Habe spaßeshalber getestet und 10 bundesweite Bewerbungen in meinem bisherigem Tätigkeitsfeld versendet, es folgten 9 Einladungen :(

Ich möchte auf keinen Fall umziehen! Schon gar nicht für einen schlecht bezahlten Job.
Kann das verhindert werden? (Außer hier schnell Arbeit anzunehmen die noch schlechter bezahlt ist, Zeitarbeit oder als Hilfsarbeiter in einem ganz anderen Bereich.)

Hier gibt es nur minimal Stellen und diese nur über Zeitarbeit 10-11 Euro pro Stunde. Für andere Bürojobs habe ich nun schon 100 erfolglose Bewerbungen versendet.
 

gila

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Dezember 2008
Beiträge
14.110
Bewertungen
21.780
Dazu muss man den § 140 SGB III mal lesen und "analysieren":

zu deiner Frage steht da:

Ein Umzug zur Aufnahme einer Beschäftigung außerhalb des zumutbaren Pendelbereichs ist einer arbeitslosen Person zumutbar, wenn nicht zu erwarten ist, dass sie innerhalb der ersten drei Monate der Arbeitslosigkeit eine Beschäftigung innerhalb des zumutbaren Pendelbereichs aufnehmen wird. 5Vom vierten Monat der Arbeitslosigkeit an ist einer arbeitslosen Person ein Umzug zur Aufnahme einer Beschäftigung außerhalb des zumutbaren Pendelbereichs in der Regel zumutbar. 6Die Sätze 4 und 5 sind nicht anzuwenden, wenn dem Umzug ein wichtiger Grund entgegensteht. 7Ein wichtiger Grund kann sich insbesondere aus familiären Bindungen ergeben.

Kommentare: Sauer, SGB III § 140 Zumutbare Beschäftigungen | Haufe Personal Office Platin | Personal | ...

Andere Frage: wenn in Nähe deines Wohnortes aber auch NIX ist ... wie soll es denn dann weitergehen?
Die Frage musst du dir selbst stellen ...
 

Samuela

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
28 Dezember 2018
Beiträge
64
Bewertungen
62
Wie es weitergehen soll: ALG bekäme ich ein Jahr. Ich gebe offen zu dass ich keine Lust habe für weniger als ALG Vollzeit zu arbeiten. Zum Ende hin vom ALG würde ich für Mindestlohn arbeiten, auch in anderen Bereichen.

Und es ist ja auch nicht gesagt nur weil es jetzt gerade hier keinen Job für mich gibt, dass dieses immer so bleiben muss.

Familie wären dann wohl eigene Kinder?
 

gila

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Dezember 2008
Beiträge
14.110
Bewertungen
21.780
Das könnte sicher angeführt werden - oder auch Partner, Lebenspartner, "Verlobter" ;-) -
 

Kerstin_K

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
11 Juni 2006
Beiträge
26.158
Bewertungen
28.594
In Frage kommen auch pflegebedüftige Eltern, um die man sich kümmern muss.

Und erstmal muss Dich ein Arbitgeber auch einstellen wollen. In der Regel wird er aber erstmal auf Bewerber vor Ort zurückgreifen.
 
Zuletzt bearbeitet:

BerndB

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
19 August 2016
Beiträge
1.143
Bewertungen
679
a) Mach Vorschläge, für welche Tätigkeiten du dich noch zu Verfügung stellst.
- oder -
b) Hast du einen noch verwertbaren Ausbildungsberuf? Falls nicht, schlag eine Ausbildung vor. Wenn du ungelernt bist, hast du eine sehr sehr gute Chance auf Förderung der Ausbildung (Umschulung). Und du bleibst in der Region und kannst nebenher weiter suchen. Ein Abbruch einer Ausbildung wegen Stellenaufnahme ist möglich.
 

Samuela

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
28 Dezember 2018
Beiträge
64
Bewertungen
62
Umschulung war davor schon Thema, das was ich machen würde wird nicht gefördert, ich dürfte eine Umschulung in Berufen machen die ich nicht will bzw kann. Deswegen soll ich halt umziehen um anderswo in einem Anlernberuf zu arbeiten.

(Habe durchaus darüber nachgedacht eine der Umschulungen trotzdem zu machen nur um nicht umziehen zu müssen, halte dies aber für sinnlos wenn ich dann doch nie darin arbeiten werde).

Ausbildung habe ich, hatte da jetzt auch schon zwei Zusagen. Ich habe beide Stellen abgesagt, weil weniger als ALG rausgesprungen wäre.



Ach ja, wegen Partnerschaft... Irgendwo steht doch geschrieben eine vorübergehende getrennte Haushaltsführung wäre zumutbar?
 

Samuela

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
28 Dezember 2018
Beiträge
64
Bewertungen
62
genau das mit der Wohnung ist meine größte Sorge. Hier habe ich eine schöne helle Wohnung. Wenn ich dann zum Beispiel in Berlin lande, wie finde ich da eine Wohnung die mit 12 Euro/Std finanzierbar ist... Ich werde mich in einem kleinen dunklen Kellerloch keinesfalls wohlfühlen. Wenn ich überhaupt ein solches finde....
 

BerndB

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
19 August 2016
Beiträge
1.143
Bewertungen
679
ich dürfte eine Umschulung in Berufen machen die ich nicht will bzw kann.
Dann bist du doch schon mal weiter. Den Beruf darf man dir nicht vorschreiben. Man muss halt nur relativ gute Chancen haben, damit im Umkreis eine Stelle zu finden. Und natürlich ist nicht jede Umschulung im rechtlichen Sinne förderbar. So muss es sich um einen anerkannter Ausb.-Beruf mit einer Ausb.-Dauer von normalerweise mind. 2 Jahren sein.

Hier kannst du mal "getrennt" eingeben.

Nachtrag: Dein Wunschberuf ist nicht förderbar. Aber vielleicht gibt es einen ähnlichen Beruf in diesem Bereich der förderbar ist und in deiner Region ausgebildet wird: Berufenet.
 
Zuletzt bearbeitet:

Samuela

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
28 Dezember 2018
Beiträge
64
Bewertungen
62
Ich hätte gleich mehrere Berufe die ich gerne machen würde (edit: Fotografin, Fachangestellte für Medien und Info Fachrichtung Bibliothek, Journalistin, bzw. irgendwas mit Musik, Fernsehen, Medien allgemein), leider allesamt ohne gute Chancen, weshalb ich diese schon damals nicht erlernte, denn ich möchte ja, wenn ich schon viel Energie in eine Lehre stecke, darin dann auch Arbeit finden.
 
Zuletzt bearbeitet:

BerndB

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
19 August 2016
Beiträge
1.143
Bewertungen
679
Ich hab jetzt mal geschaut was eine Datenerfasserin macht. Du hast dich auf Stellen beworben und Einladungen erhalten. Bist aber vermutlich nicht hingegangen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du außerhalb des Pendelbereichs genommen wirst. Höchstens wenn du sagst, dass du dorthin zum Partner oder zu Familienangehörigen ziehen willst. Denn Daten erfassen kann eine Kraft mit kaufm. (Grund-)Kenntnissen und Zuverlässigkeit. Fachfremde Kräfte vor Ort müssen zwar länger eingearbeitet werden, aber sie werden kaum wegen Wegzug kündigen, was bei dir befürchtet werden müsste.
Stell dich einfach mal bei einer Firma vor. Wenn du die Stelle selbst suchst, kann ja bei einer Absage nichts passieren.
 
G

Gelöschtes Mitglied 64517

Gast
Leihbuden suchen gerne "Datenerfasser", und stecken sie dann für EG1 in einen Call-Center, alten Opas Sky-Abos aufschwatzen.
 

Agent

Elo-User*in
Mitglied seit
12 April 2016
Beiträge
423
Bewertungen
286
Puh, du hast ja bereits für dich festgestellt, dass diese Berufe nicht die besten Berufsaussichten bieten und dich gegen eine entsprechende Ausbildung entschieden.

Gibt es denn sonst nichts, was dich halbwegs interessieren würde und du nachher bessere Chancen hättest? Energie in eine Ausbildung zu investieren macht in der Regel schon Sinn, insbesondere, wenn du vielleicht langfristig nicht nur Helfertätigkeiten ausüben möchtest. Eine kaufmännische Ausbildung (vielleicht sogar als betriebliche Umschulung -da hättest du sogar noch etwas mehr als ALG I) könnte zum Beispiel ein Startpunkt sein. Vielleicht sogar in einer Werbeagentur oder so, da kann dann auch die gestalterische Ader wenn es gut läuft mit ausgebaut werden.
Ich an deiner Stelle würde mir nochmal bzgl. Umschulung intensiv Gedanken machen. Aktuell soll viel gefördert werden und wird es auch. Wer weiß, wie es vielleicht in ein paar Jahren aussieht...

Viele Grüße
Agent
 

Samuela

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
28 Dezember 2018
Beiträge
64
Bewertungen
62
Eine kaufmännische Ausbildung habe ich vor 19 Jahren erfolgreich abgeschlossen.


Und Leihbuden EG1 darf ich glücklicherweise ablehnen.
 

BerndB

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
19 August 2016
Beiträge
1.143
Bewertungen
679
Eine kaufmännische Ausbildung habe ich vor 19 Jahren erfolgreich abgeschlossen.
Wenn du aber eine neue Ausbildung angeboten bekommst, sieht der SB dich als wieder ungelernt an. Dann müsste auch eine neue Ausbildung im kfm. Bereich (vielleicht was spezielles wie in der Spedition) drin sein. Ob du das willst, ist aber natürlich allein deine Entscheidung.
 
G

Gelöschtes Mitglied 64517

Gast
Samuela, ich war einst in einer ähnlichen Lage. Bis ich mir eingestanden habe, dass ich mit meiner Ausbildung aus dem letzten Jahrtausend ein Dinosaurier war, eine aussterbende Spezies. Es hat sich viel getan, auch im kaufmännischen Bereich. Die Zeit bleibt nicht stehen, und wartet auch nicht auf die, die zurückbleiben.
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten