VV und Berufsbezeichnung - Erzieherin und keine Ahnung von jungen Kindern. Was tun? (1 Betrachter)

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minimalgefluester

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erstgespräch mit beraterin: bewerbungsaktivitäten trotz anstellung?

hallo ihr lieben,
ich habe bald mein erstes beratungsgespräch und habe dazu einen brief erhalten.
darin steht, dass sie meine akutelle berufliche situation besprechen will. ich soll nachweis(e) über meine bewerbungsaktivitäten mitbringen.
ich habe zum 31.7 gekündigt, zum zeitpunkt des beratungstermins bin ich erst den zweiten tag "arbeitslos". muss ich mich, während ich noch angestellt bin, schon beworben haben? was erwartet die beraterin von mir? zu was bin ich verpflichtet?

leider bin ich erzieherin und mitte 20. ich habe keine lust auf langweilige hort-jobs und möchte noch studieren. dies soll nächstes jahr passieren. werden mich arbeitgeber überhaupt nehmen, wenn ich nächtes jahr studieren will und dann wieder weg bin? ist es überhaupt okay, das zu sagen vor dem AG?


wie gehe ich am besten vor?
bringe ich eine liste an bewerbungen mit, sodass die beraterin sieht, dass ich motiviert bin?
ich möchte mich selbständig nach einer stelle umsehen und zeit dafür daben, ohne fake-bewerbungen übers amt. ich bin motiviert eine gute stelle zu finden. ich frage mich, wie ich die situation am besten angehe. gibt es threads mit tipps?
 

minimalgefluester

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Hallo ihr,

ich bin Jugend- und Heimerzieherin, die Berufsbezeichnung lautet Erzieherin mit Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung.
Ich habe bald meinen ersten Termin mit dem Sachbearbeiter - ich habe die Befürchtung Hort- und Kigastellen angeboten zu bekommen. Inwiefern kann ich Stellen verweigern, wenn junge Kinder nicht mein Ausbildungsinhalt waren?
Ich bin nicht ohne Grund Jugend- und Heimerzieherin, mir graut es davor mich in Kigas bewerben zu müssen.
 

BerndB

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Frag doch mal vorbeugend bei Trägern von Kindergärten, ob Jugend- und Heimerzieher dort überhaupt als Erzieher für Kinder eingestellt werden dürfen? Falls ja, sehe ich eher schwarz. Oder du belegst, dass du mit Kindern nicht kannst. Ggf. wird der SB den Psychologen der AfA einschalten. Der könnte dann die Tätigkeit KiGa evtl. (??) ausschließen.
 

Doppeloma

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Hallo minimalgeflüster, :welcome:

gleich mal zur Begrüßung der Hinweis, dass es überflüssig ist, zu sehr ähnlichen Fragen innerhalb rund 1 Stunde 2 verschiedene Themen zu eröffnen ...

ich habe bald mein erstes beratungsgespräch und habe dazu einen brief erhalten.
darin steht, dass sie meine akutelle berufliche situation besprechen will. ich soll nachweis(e) über meine bewerbungsaktivitäten mitbringen.
Das kann man ja gerne tun (deine berufliche Situation mit dir besprechen), Nachweise (zu was auch immer) können erst gefordert werden, wenn es dazu bereits schriftliche Vereinbarungen gegeben hat, dass du dich bewerben sollst und wie oft ...

Wird sicher (im Beratungstermin) noch folgen in Form einer EGV (Eingliederungsvereinbarung), was darin (angeblich) "gemeinsam festgelegt" werden könnte in der Hinsicht, KANN aber erst für die Zukunft gelten (sofern du bereit bist das auch sofort ungeprüft zu unterschreiben).

Eine EGV nimmt man in der Regel aber erst mal zur Prüfung mit nach Hause und dann stellst du die am Besten hier mal (anonymisiert) zur Ansicht ein, ob es sich wirklich lohnt das zu unterschreiben.
Mehr dazu kannst und solltest du im Forenbereich "EGV" nachlesen ...

Man ist allerdings auch gesetzlich gesehen verpflichtet, sich um andere Arbeit zu bemühen (schon wenn Arbeitslosigkeit "droht") also wäre ein wenig "guter Wille" vielleicht angebracht, um das Verhältnis zum SB nicht sofort zu trüben und JA, man ist dazu bereits ab Kenntnis der baldigen Arbeitslosigkeit "verpflichtet" ... der Gesetzgeber verlangt aber keine festen "Stückzahlen".

ich habe zum 31.7 gekündigt, zum zeitpunkt des beratungstermins bin ich erst den zweiten tag "arbeitslos". muss ich mich, während ich noch angestellt bin, schon beworben haben? was erwartet die beraterin von mir? zu was bin ich verpflichtet?
Es gibt gesetzlich gesehen keine "Karenz-Zeit" ehe man sich um neue Arbeit kümmern sollte, es wird sogar angestrebt Arbeitslosigkeit zu vermeiden, indem man sich bereits aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus, um eine andere Stelle bewirbt.

Das kann durchaus nahtlos ohne Arbeitslos zu werden auch mal klappen, kann ich dir aus eigener Erfahrung bestätigen und deine Eigekündigung wird ohnehin noch zum Extra-Thema werden, denn dafür hast du (gemäß § 159 SGB III) eine Leistungssperre von 12 Wochen zu erwarten.

leider bin ich erzieherin und mitte 20. ich habe keine lust auf langweilige hort-jobs
Warum bist du Erzieherin geworden wenn das eigentlich gar nicht "dein Ding" ist ... ich kenne mich mit den Spezialisierungen nicht gut aus in diesem Bereich aber "Jugend- und Heimerziehung" schließt für mich kleinere Kinder zu betreuen auch nicht "automatisch" aus ...

Deine Vermittlung bei der AfA hat sich generell nach § 140 SGB III zu richten, welche Grenzen der Zumutbarkeit du daraus eventuell ziehen könntest bleibt dir überlassen, zu deinem letzten Einkommen ist uns ja nichts bekannt.

Hort- und Kita-Erzieher verdienen in der Regel nicht besonders gut, ob das für deinen konkreten Berufs-Abschluss auch zutreffend ist, kann ich nicht beurteilen.

und möchte noch studieren. dies soll nächstes jahr passieren. werden mich arbeitgeber überhaupt nehmen, wenn ich nächtes jahr studieren will und dann wieder weg bin?
Es gibt ohnehin oft befristete oder Aushilfsstellen, besonders auch in diesen Bereichen, man wird es jedenfalls bei der AfA nicht akzeptieren (müssen), dass du nun "einfach" ALGI beziehen möchtest, bis du mal dein Studium aufnehmen kannst / willst ...

ist es überhaupt okay, das zu sagen vor dem AG?
Nein, das wäre sicher nicht OK (jedenfalls nicht für die AfA, die ja bei VV eine Rückmeldung vom AG bekommt, ob der dich einstellen wollte und warum das gescheitert ist) wenn es nur dem Zweck dienen soll, dass der AG dich nicht will.
Daraus könn(t)en sich schnell weitere Sperrzeiten ergeben.

Immerhin kann man JEDEN Job dann auch noch fristgerecht wieder kündigen, wenn man ein Studium tatsächlich aufnehmen wird.
Vielleicht hättest du deinen letzten Job bis dahin besser noch behalten sollen, das hätte dir manchen Ärger der jetzt mit der AfA (wegen der Eigenkündigung) noch kommen wird erspart.

MfG Doppeloma
 

Fairina

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Doppeloma,
doch. Damit sind keine kleinen Kinder gemeint, eher Jugendliche. In vielen Bundesländern sind für kleine Kinder extra spezielle Kinderpflegerinnen angestellt oder Kindergärtnerinnen mit Spezialausbildung. Die TE hat eher mit Jugendlichen zu tun. Soweit mir die Problematik bekannt ist. Ich habe da einige aus dem Fachbereich als Freundinnen und Bekannte.
 

Babbelfisch

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Damit sind keine kleinen Kinder gemeint, eher Jugendliche. In vielen Bundesländern sind für kleine Kinder extra spezielle Kinderpflegerinnen angestellt oder Kindergärtnerinnen mit Spezialausbildung.
OMG!
1. Kinderpfleger*in ist eine zweijährige Ausbildung, die unterhalb der Erzieherausbildung angesiedelt ist. KiPf gelten als päd. Ergänzungskräfte und sind häufig in Krippen und KiGas zu finden, aber auch (eher seltener) in anderen Bereichen.

2. Kindnergärtner*innen gibt es schon lange nicht mehr als Berufsbezeichnung, geistert nur noch im Volksmund herum. Die korrekte Berufsbezeichnung ist in allen Bundesländern ERZIEHER*IN! (= päd. Fachkraft)

In einigen Bundesländern gibt es eine für den Heimbereich spezialisierte Ausbildung, die die TE absolviert hat. Normalerweise hat die Erzieherausbildung einen KiGa Schwerpunkt, aber oft auch einen sonderpädagischen ... Auch wenn die Ausbildung sich von Bundesland zu Bundesland unterscheidet: Man arbeitet in allen Bereichen, egal welchen Schwerpunkt man in der Ausbildung hatte. Da gibt es keine Abgrenzung... oder "Spezialausbildungen".
 

Doppeloma

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Hallo Fairina,

Damit sind keine kleinen Kinder gemeint, eher Jugendliche. In vielen Bundesländern sind für kleine Kinder extra spezielle Kinderpflegerinnen angestellt oder Kindergärtnerinnen mit Spezialausbildung.
Darum habe ich ja nachgefragt, mich interessiert dabei vorrangig der Bezug zum Einkommen gemäß § 140 SGB III, ob sich bereits daraus eine generelle Ablehnungs-Möglichkeit solcher VV ergibt ...

Alle Einzelheiten zu diesen unterschiedlichen Ausbildungsberufen interessieren mich ansonsten eher am Rande (bis gar nicht), ich will / soll ja nicht im Erziehungsbereich arbeiten ... :idea:

MfG Doppeloma
 

Fairina

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Babbelfisch, egal welchen Namen das Kind jetzt hat, es bleibt doch prinzipiell dabei.
Den Rest erspare ich mir.
 

Helga40

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Genau, es bleibt prinzipiell bei dem hier:

Man arbeitet in allen Bereichen, egal welchen Schwerpunkt man in der Ausbildung hatte. Da gibt es keine Abgrenzung... oder "Spezialausbildungen".
Unabhängig davon, dass sowohl im Heim und im Hort (Zitat TE: "ich habe keine lust auf langweilige hort-Jobs") keine Kleinkinder, sondern wohl Kinder im Schulalter betreut werden, mithin dieselbe Personengruppe, für die die TE ihre "Spezial"Ausbildung absolviert hat. Wobei im Heim durchaus auch Kleinkinder leben könnten. Ich glaube daher kaum, dass man da Rücksicht auf die Animositäten der TE nimmt, insbesondere, da Erzieher derzeit händeringend gesucht werden.

Was hindert die TE daran, bereits jetzt im Herbst zu studieren? Für was soll das Jahr alimentiertes Nichtstun dienen?

BTW: wir sind im SGB III. Bedingung für den Bezug von ALG ist Arbeitslosigkeit. Arbeitslosigkeit wird nach § 138 Abs. 1 SGB II definiert. Nr. 2 besagt dort, dass arbeitslos ist, wer "sich bemüht, die eigene Beschäftigungslosigkeit zu beenden(Eigenbemühungen)"

Im SGB II gibt es solch eine Norm nicht, deshalb bedarf es dort zwingend für Eigenbemühungen einer Eingliederungsvereinbarung. Im SGB III sind die Eigenbemühungen bereits gesetzlich vorgeschrieben und dürfen daher auch ohne EV verlangt werden.
 

Kerstin_K

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Helga, auch im SGB II gibt es eine Verpflichtung, sich um die Beendigung der Hilfsbedürftigkeit zu bemühen. Dazu braucht es keine EGV.
 

Helga40

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Aber Eigenbemühungen sind dort gesetzlich nicht konkret vorgeschrieben wie im SGB III.

Die Vorschrift im SGB II "alles in seinen Kräften Stehende..." muss daher durch z. B. die EV (oder anderweitige Verwaltungsakte, Aufforderungen zur Beantragung vorrangiger Leistungen etc.) definiert werden.

Im SGB III sind aber Eigenbemühungen per Gesetz definiert. Nur Umfang sind per EV dann noch zu regeln. Gar keine zu haben, entspricht aber auch bei Nichtvorhandensein einer EV eben nicht der gesetzlichen Regelung des 138 SGB III zur Arbeitslosigkeit, so dass dann ALG 1 versagt werden könnte.
 

Helga40

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Aha, Heime, Kleinkinder... Und da kann sie nicht im Hort arbeiten. Lächerlich, wie alles, was von dir kommt.

Auszug aus dem Thüringer Kindertagesstättengesetz:


"Darüber hinaus sind pädagogische Fachkräfte im Sinne des Satzes 1

1.
Krippenerzieher für die Arbeit in Kinderkrippen,

2.
Kindergärtner für die Arbeit in Kindergärten sowie

3.
Horterzieher oder Unterstufenlehrer jeweils mit der Befähigung zur Arbeit in Heimen und Horten für die Arbeit in Kinderhorten."

Tipp für dich: Nr. 3....
 

Gaestin

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AW: erstgespräch mit beraterin: bewerbungsaktivitäten trotz anstellung?

hallo ihr lieben,

leider bin ich erzieherin und mitte 20. ich habe keine lust auf langweilige hort-jobs und möchte noch studieren. dies soll nächstes jahr passieren. werden mich arbeitgeber überhaupt nehmen, wenn ich nächtes jahr studieren will und dann wieder weg bin? ist es überhaupt okay, das zu sagen vor dem AG?
wenn es nur für ein Jahr ist, würde ich einen langweiligen Job annehmen, warum gleich sagen, dass man nur ein Jahr bleibt.
Vielleicht stellst Du auch fest, dass es Dir gefällt.
 
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