Vorstellungsgespräch und Reisekosten - wie sieht es bei euch aus?

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paulegon05

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Ich habe an das Forum mal ne Frage wie eure Erfahrungen mit Reisekostenübernahme gem §670 BGB sind. Übernimmt die einladende Firma die Fahrtkosten übernimmt oder wird es auf den Steuerzahler abwälzt? Der Grund hierfür ist das ich den eindruck habe das auch seröse Firmen (keine ZAF/PAV ) die immer mehr praktizieren?
 

paulegon05

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nachtrag heute ist mir es zum 1.Mal passiert das ein Arbeitgeber der die Reisekosten ausgeschlossen hat sich geweigert das Formular der Arbeitsagentur für die Reisekosten zuunterschreiben.
 

hartz5

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nachtrag heute ist mir es zum 1.Mal passiert das ein Arbeitgeber der die Reisekosten ausgeschlossen hat sich geweigert das Formular der Arbeitsagentur für die Reisekosten zuunterschreiben.

Na dann, Zettel machen, dass der AG sich weigert, den Schriebs fürs AA auszufüllen und vom AG unterschreiben lassen.
 

paulegon05

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der hat sich mit der begründung geweigert das ER als steuerzahler "meine" Vorstellungskosten nicht bezahlen "will". - ihm hat wohl nicht gepasst das mein Bewerberprofil nicht gepasst hat - der hätte sich wohl meine bewerbung vorher anschauen sollen bevor er mich einlädt
 

hartz5

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Dann würde ich den Schriebs von der AA mit Schilderung des Sachverhaltes an das JC weitergeben (gegen Eingangsbestätigung) und gleichzeitig eine Erstattung der Fahrtkosten fordern.....DU hast schliesslich nichts falsch gemacht. (wenn Du noch nen Schriebs vom AG hast, in dem er die Fahrtkosten ausschliesst, dann hefte das dran)........

Als ob man nicht schon genug Ärger am Hacken hat .......wegen solchem Mist kommt dann noch so unnützer dazu.....:icon_kotz:
 

PADRIS

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Vorab - ist im Einladungsschreiben eine Erstattung von Reisekosten ausgeschlossen, dann kann man wie nachfolgend dargelegt Verfahren


Der Arbeitnehmer hat einen Anspruch auf Erstattung der Aufwendungen für das Vorstellungsgespräch gem. § 670 BGB. Nach dieser Vorschrift ist der Arbeitgeber verpflichtet, dem Arbeitnehmer Aufwendungen, die er zur Durchführung des Auftrages des Arbeitgebers, nämlich der Anreise zum Vorstellungsgespräch hatte, zu ersetzen.

Viele Arbeitgeber versuchen sich der Verpflichtung zur Kostenerstattung zu entziehen, indem sie bereits bei der Einladung zum Vorstellungsgespräch die Erstattung notwendiger Aufwendungen (Fahrtkosten, Übernachtung, ...) ausschließen. Ein solcher Erstattungsbeschluss, aber auch einschränkende Hinweise (»wir können leider nur die Reisekosten für eine Bahnfahrt 2. Klasse übernehmen«) sind rechtlich zulässig. Dies muss er dem Arbeitnehmer aber bereits mit der Aufforderung zur Vorstellung mitteilen.

Hier ein Musterbrief.
(muss nur noch auf den eigenen Fall umgeschrieben werden - in Punkto .......):

Sehr geehrter Herr ......,
bezüglich des Vorstellungsgespräches am ........, zu dem Sie mich in Ihre Firma in ..... gebeten hatten, sind mir Fahrtkosten in Höhe von ......,... EUR entstanden. Um Kenntnisnahme wird gebeten.

-hier für Fahrstrecke per PKW-
(Stadt) ..... hin und zurück ..... Km x 0,30 (Kilometerpauschale) EUR = in Höhe von .....,... EUR.

-hier für Fahrten mit Bahn oder anderem öffentlichen Verkehrsmitteln-
Fahrkosten mit der Bahn (oder anderes öffen. Verkehrsm.) hin und zurück in Höhe von ....,... EUR.

Gemäß § 670 BGB, und dem Urteil des 5. Senats des Bundesarbeitsgerichts, AZ: 5. AZR 433/87, sind Sie dazu verpflichtet die mir entstandenen Fahrtkosten zu ersetzen. Das Urteil findet Anwendung bei Vorstellungen für versicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse sowie auch für selbständige Verhältnisse.

Ich fordere Sie auf, den o.g. Betrag in Höhe von ....,... EUR bis zum ...... (14. Tagesfrist) auf mein Konto zu überweisen.

Überweisungsdaten für folgendes Konto

Inhaber
Kontonummer
BLZ
Institut

Um schriftliche Mitteilung wird gebeten.

Mit freundlichen Grüßen
---LeoLo----

Nachträglich = Link zu Rechtsprechung BAG, 29.06.1988 - 5 AZR 433/87
BAG, 29.06.1988 - 5
sowie
Aktuelles
 

Art 12 GG

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Laut Bundesreisekostengesetz sind es doch 20 Cent pro Kilometer, oder verstehe ich Absatz 2 nicht richtig?

Was macht man eigentlich wenn trotzdem keinerlei Fahrkosten übernommen werden? Die Einladung nicht annehmen? Unabhängig davon ob es sich nun um einen gewollten AG handelt oder nicht.
 

paulegon05

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Vorab - ist im Einladungsschreiben eine Erstattung von Reisekosten ausgeschlossen, dann kann man wie nachfolgend dargelegt Verfahren


Der Arbeitnehmer hat einen Anspruch auf Erstattung der Aufwendungen für das Vorstellungsgespräch gem. § 670 BGB. Nach dieser Vorschrift ist der Arbeitgeber verpflichtet, dem Arbeitnehmer Aufwendungen, die er zur Durchführung des Auftrages des Arbeitgebers, nämlich der Anreise zum Vorstellungsgespräch hatte, zu ersetzen.

Viele Arbeitgeber versuchen sich der Verpflichtung zur Kostenerstattung zu entziehen, indem sie bereits bei der Einladung zum Vorstellungsgespräch die Erstattung notwendiger Aufwendungen (Fahrtkosten, Übernachtung, ...) ausschließen. Ein solcher Erstattungsbeschluss, aber auch einschränkende Hinweise (»wir können leider nur die Reisekosten für eine Bahnfahrt 2. Klasse übernehmen«) sind rechtlich zulässig. Dies muss er dem Arbeitnehmer aber bereits mit der Aufforderung zur Vorstellung mitteilen.

Hier ein Musterbrief.
(muss nur noch auf den eigenen Fall umgeschrieben werden - in Punkto .......):



Nachträglich = Link zu Rechtsprechung BAG, 29.06.1988 - 5 AZR 433/87
BAG, 29.06.1988 - 5
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mach das mal bei siemens, audi, bmw & co da landes du auf der schwarzen list und wirst nie wieder eingeladen zu einem vorstellungsgespräch
 

PADRIS

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Laut Bundesreisekostengesetz sind es doch 20 Cent pro Kilometer, oder verstehe ich Absatz 2 nicht richtig?


I.

Die von dir genannten 20 Cent pro Kilometer, beziehen sich nur auf Anträge für die Erstattung von Fahrkosten/Reisekosten die bei Behörden oder anderen öffentlichen Dienststellen gestellt werden.
Geltungsbereich: § 1 BRKG Geltungsbereich Bundesreisekostengesetz

Anders gesagt: bei Einladungen zu den jeweiligen Behörden (z.B. Jobcenter, Agentur für Arbeit, Rentenversicherungsträger u.a.) - Meldetermin - Fahrkosten/Reisekosten Abrechnung ggü. der Behörde wenn keine anderen Verkehrsmittel genutzt wurden.


II.

Absatz 2 - findet nur Anwendung wenn eine Dienstverhältnis mit dem jeweiligen Dienstherr besteht.

Absatz 1 - findet allgemein Anwendung wenn z.B. die jeweilige Behörde (Dienststelle) andere Bürger (Personen) zu einem Termin eingeladen hat.
 

PADRIS

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mach das mal bei siemens, audi, bmw & co da landes du auf der schwarzen list und wirst nie wieder eingeladen zu einem vorstellungsgespräch

HI paulegon05,

ich stimme dir schon zu, aber ich zeige nur an, wie man seine Kosten einfordern kann.

Mein Ansinnen bezog sich auf deine Anfrage vom 27.02.2012:
nachtrag heute ist mir es zum 1.Mal passiert das ein Arbeitgeber der die Reisekosten ausgeschlossen hat sich geweigert das Formular der Arbeitsagentur für die Reisekosten zuunterschreiben.
 

PADRIS

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Was macht man eigentlich wenn trotzdem keinerlei Fahrkosten übernommen werden? Die Einladung nicht annehmen? Unabhängig davon ob es sich nun um einen gewollten AG handelt oder nicht.

Ich würde schon hingehen. :icon_smile:

Vorab kann man einen Fahrkosten-/Reisekostenantrag beim SB (z.B. JC, AfA, RV oder anderen, die zurzeit für dich zuständig sind) stellen, wegen Übernahme der Kosten.

LG
 

Art 12 GG

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I.

Die von dir genannten 20 Cent pro Kilometer, beziehen sich nur auf Anträge für die Erstattung von Fahrkosten/Reisekosten die bei Behörden oder anderen öffentlichen Dienststellen gestellt werden.
Geltungsbereich: § 1 BRKG Geltungsbereich Bundesreisekostengesetz

Anders gesagt: bei Einladungen zu den jeweiligen Behörden (z.B. Jobcenter, Agentur für Arbeit, Rentenversicherungsträger u.a.) - Meldetermin - Fahrkosten/Reisekosten Abrechnung ggü. der Behörde wenn keine anderen Verkehrsmittel genutzt wurden.


II.

Absatz 2 - findet nur Anwendung wenn eine Dienstverhältnis mit dem jeweiligen Dienstherr besteht.

Absatz 1 - findet allgemein Anwendung wenn z.B. die jeweilige Behörde (Dienststelle) andere Bürger (Personen) zu einem Termin eingeladen hat.

Also verstehe ich das jetzt richtig? Bei Vorstellungsgesprächen bei Arbeitgebern 30 Cent und bei Meldeterminen bei Behörden 20 Cent veranschlagen? Denn wenn ich den Geltungsbereich so lese, fühle ich mich als Bürger nicht davon angesprochen. Dort ist ja nur die Rede von Beamten, Richtern und Soldaten.
 

PADRIS

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Also verstehe ich das jetzt richtig? Bei Vorstellungsgesprächen bei Arbeitgebern 30 Cent und bei Meldeterminen bei Behörden 20 Cent veranschlagen?

Genau richtig gedacht.

Denn wenn ich den Geltungsbereich so lese, fühle ich mich als Bürger nicht davon angesprochen. Dort ist ja nur die Rede von Beamten, Richtern und Soldaten.

In Deutschland schreibt das Bundesreisekostengesetz genau vor, welche Kosten der Staat zu entrichten hat.

Wenn private Verkehrsmittel (PKW) in Anspruch genommen werden, so greift der § 5 Abs. 1 vom Bundesreisekostengesetz, der die Wegstreckenentschädigung regelt.

Fakt ist, Jobcenter muss Fahrtkosten/Reisekosten (private Verkehrsmittel) von Hartz IV-Empfänger nach dem Bundesreisekostengesetz erstatten.

LG
 

paulegon05

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mir geht es eher mehr darum ob Arbeitgeber überhaupt noch Reisekosten übernehemen oder auf den Steuerzahler abwälzen - Wie sind EURE erfahrungen?
 
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