Vorschriften beim Bewerben

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

Anna72

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
17 Juni 2007
Beiträge
87
Bewertungen
1
Guten Tag und Hallo,

ich hatte neulich einen Termin bei meinem pers. Ansprechpartner der ARGE gehabt. Ich muss jeden Monat meine Liste mit Bewerbungsnachweisen abgeben und kurz dazu Stellung nehmen. Soweit kein Problem für mich. sind auch einige. Ich mache alles immer ordentlich und ich bewerbe mich vorrangig auf Stellen, die meinem pers. Fähigkeiten oder meinen Kenntnissen entsprechen, klar. Alerdings schaue ich auch nach Alternativberufen bzw. Tätigkeiten, die meinem Berufsbild garnicht gleich kommen oder zumindest ähnlich. Jetzt hat mich mein SB. dermaßen zusammengeschnauzt, weil ich mich überwiegend auf Tätigkeiten bewerbe, die meinem Berufblid gleich oder ähnlich sind. Er meinte, ich soll gefälligt auch oder überwiegend mich bei Zeitarbeitsfirmen bewerben und da auch in artfremden Berufen oder Tätigkeiten, die absolut nichts mit meinen Fähigkeiten zu tun haben.

Ich versuchte ihm zu erklären, das ich mich bei vier renomierten ZAF bereits beworben hatte und dort meine kompletten Unterlagen hinterlegt sind und ich in regelmäßigen Abständen mich dort erkundige, ob Sie etwas für mich hätten. Das genügt meinem SB nicht, er will, das ich mich (überwiegend) bei allemöglichen ZAF bewerbe für alle Tätigkeiten, die mir zumutbar wären und nicht meinem gelernten Beruf gleich kommen oder ähneln. Er meinte, ich bin zu lange raus, ich hätte eh keine Chance mehr, er selber schaut auch nicht mehr in seinem Pool nach Stellen für mich, die meinem Berufbild ähneln, sondern sucht mir nur noch Helferjobs raus. ich finde das nicht ok, er sollte doch zumindest auch nach Stellen suchen, die etwas mit meinem Beruf zu tun haben.

Jetzt meine Frage, kann mein SB. mir vorschreiben, wo und als was ich mich bewerbe?
Darf ich mich nicht mehr in meinem Beruf bewerben, bzw. in einem berufsähnlichen Beruf z. B. im kaufmännischen Bereich (als Bürohilfskraft, Bürokauffrau o.ä.), da ich ja gelernte Industriekauffrau bin? (vorausgesetzt, die Tätigkeiten entsprechen meinen Kenntnissen und Fähigkeiten natürlich).

Ich bin der Meinung, ich weis selber am besten, was ich kann und was nicht. Ich habe einen fundierte Ausbildung im kaufm. Bereich absolviert und verfüge über mehrere jahre Beruferfahrung, das verlernt man doch nicht. Zugegeben ich bin jetzt 5 Jahre aus meinem Beruf raus, aber deswegen möchte ich mich trotzdem auch im kaufm. Bereich bewerben dürfen.

Kann mir mein SB. mit Sanktionen drohen deswegen?

Mfg.

Anna
 

Napolion Bonaparte

Elo-User*in
Mitglied seit
1 November 2010
Beiträge
487
Bewertungen
40
Jetzt kommt der Knüller... Die Arge hat mir ein VV für eine Stelle geschickt, wo ich täglich 150 km fahren muss mit dem eigenen PKW, Produktionshelfer, 3-Schicht, Sklavenbude. Ich habe mal eine grobe Rechnung gemacht:
Std.-Lohn max. 7,50 EUR, 151 Std =1132 EUR + Schichtzulagen ca 1250 EUR brutto, ca 937 EUR netto, davon muss ich ca. 450 EUR Mobilitätskosten bestreiten, ohne KFZ-Steuer, Versicherung, Wertverlust und große Reparaturen. Geld zum Lebensunterhalt 487 EUR!!!! Auch wenn der Sklaventreiber den geringen Aufschlag an Fahrtkosten zu der Firma zahlt habe ich 600 EUR im Monat!

nachvollziehen kann ich deinen knaller nicht.
die arge möchte das du dich bewerbs und die bewerbung wird auch von der arge bezahlt. warum bewerbs du dich nicht und trägts die bewerbung in deiner bewerbungsliste ein? die liste gibts bei der arge ab und die bewerbung kannst auch abrechen und gut ist.

es geht hier um eine bewerbung und nicht um das antretten einer fest zugesagten stelle, die 150 km entfernt ist.
 
S

Spange

Gast
@ tobylein

Unabhängig von der großen Entfernung zum Arbeitsplatz.

In diesem Fall würde ich mir den Freibetrag für die Pendlerpauschale in die Lohnsteuerkarte eintragen lassen. Dann hast du das Geld jeden Monat zur Verfügung und nicht erst beim Lohnsteuerjahresausgleich. Zugrundegelegt werden bei der Berechung zunächst 230 Arbeitstage x 150 Km x 0,30 Euro / 12 Monate. Das sind in deinem Fall 862.-- Euro im Monat. Bis 4500.-- kannst du belegfrei nachweisen, darüber musst du nachweisen, dass du tatsächlich das Auto nutzt/nutzen musst.

Wenn du mehr Tage als die 230 arbeitest, kannst du das beim Lohnsteuerjahresausgleich geltend machen.

Vielleicht hilft dir das.

Edit: Es wird nur die einfache Strecke berechnet - wenn also deine KM-Angabe die Gesamtstrecke(hin und zurück) ist, dann einfach den Betrag halbieren.
 

tobylein

Elo-User*in
Mitglied seit
2 November 2006
Beiträge
61
Bewertungen
23
Vielen Dank für die Antworten!

Gut meine Meinung dazu war auch überspitzt und die Verdienstberechnung habe ich sehr einfach gehalten. Aber mein Unmut kommt, weil die Vermittlungsvorschläge irrsinn sind und nur unnötig Geld und Nerven kosten, und klar auch Zeit wo ich vernünftige Bewerbung schreiben könnte wo die Chancen besser stehen.

Zu der Bewerbungsliste, die Anzahl ist auch hier begrenzt wo die Kosten übernommen werden. Da ich in den letzten 20 Tagen 26 Bewerbungen (Eigenbemühungen und Vermittlungsvorschläge) geschrieben habe, bleiben mir somit 26 Bewerbungen noch übrig wo sie Kosten gezahlt werden. Eine neue Liste habe ich bekommen. Ich schaue auch, dass ich möglichst Onlinebewerbungen mache um die Kosten zu senken und dass ich nicht die Rennerei (Nachweise) habe für die Erstattung.

Von der Lohnsteuer könnte ich mich befreien lassen, weil die Mobilitätskosten dann sehr hoch wären. Aber bei den geringen Lohn zahlt mann nur ganz wenig Steuern und daher ändert sich an der Situation so gut wie nichts, dass man davon seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten könnte.

Mein Anliegen war auch eher, dass ich die Parallele zu diesen Thema sah. Der Arge geht es nicht darum Leute in Arbeit zu bekommen wo sie die Fähigkeiten haben und Qualifikationen, sondern Hauptsache den Leistungsbezug zu verringern.
Vor ein paar Wochen habe ich VV bekommen, Facharbeiterstellen als Elektriker, Industriemechaniker, Schweißer usw. Alle diese Berufe habe ich nicht gelernt, gar irgendwelche Erfahrungen gesammelt. Das wäre das Gleiche wenn ein Metzger sich auf die Stelle als Mediziner bewerben müsste.
Das zum Thema "Fordern und Fördern"!
 
S

Spange

Gast
Je nach Steuerklasse hat es sich natürlich mit der Pendlerpauschale auch schnell erschöpft. Die kann ja nur bis zur Höhe jeweiligen Lohnsteuer geltend gemacht werden.
 

tobylein

Elo-User*in
Mitglied seit
2 November 2006
Beiträge
61
Bewertungen
23
Die meisten Sklavenbuden haben es verstanden, dass ich überqualifiziert bin und es kam keine Reaktion auf meinen Bewerbungen. Selbstverständlich habe ich mich wohlwollend auf die Vermittlungsvorschläge beworben und mit sauberen Anlagen. Die Blöße gebe ich mir nicht!

Tja, eine Sklavenbude gibt keine Ruhe, die wollen mich wirklich als Produktionshelfer haben, klar die mit den 150 km Anfahrt!
Da habe ich was falsch gemacht, hätte meine Postleitzahl in Schriftgröße 45 angeben müssen oder eine Extraseite anfertigen müssen dafür.
Die haben brav auf den AB gesprochen, werde später nachfragen wie es mit der Kostenübernahme zum Vorstellungsgespräch sei, kommt dann bestimmt mal wieder: "Das zahlen wir nicht" Kann man wieder zum Amt rennen und betteln... wieder 50 km zum Amt fahren, 2 Tage nix zum Essen wenn man den Regelsatz zu Grunde legt!
Ist das ein Irrsinn und Verschwendung an Steuergeldern. Für Sinnlosmaßnahmen verpulvern die die Knete, man darf dort Theater spielen, Kegeln, Präsentationen machen über irgendwelches privates Zeugs und sinnlos am Laptop nach Stellen suchen oder nicht (brauche ich nicht, weil ich täglich zuhause danach suche). Will man den Bildungsgutschein haben, weil man wirklich was gefunden hat was einen in Arbeit bringt, stellen die sich sturr! Irrsinn! "Tiger und Storch" spielen bringt mich nicht in Arbeit, vielleicht als Laiendarsteller mir einer zugekiffen Theatergruppe, die Alk und Klebstoffe nicht abneigen und Stütze kassieren.

Naja, das Deutsche Volk will es so, also werde ich stramm gehorchen und mit meinen verkehrsuntüchtigen PKW (3 Monate über TÜV und ohne Endschalldämpfer) zu der Sklavenbude fahren, um für meinen Nettolohn von 600 EUR zu betteln (wenn ich Glück habe und die einen Teil der Auslöse zahlen!).
Immerhin hatte ich noch ein bisschen die Sonne heute gesehen, mich rief eine Firma an wo ich mich beworben habe, die mich zum engeren Kreis bei der Bewerbungsauswahl gesetzt haben... wow es gibt noch Wunder!.. keine Sklavenbude.. ein Unternehmen was qualifizierte Arbeitskräfte braucht. Darf am Dienstag nochmal hin zum Vorstellungsgespräch.. naja abwarten, mit der Stelle habe ich nicht so gerechnet, weil ich nicht ganz reinpasse von den Qualifikationen her, aber bei den bin ich in der engeren Wahl. Soll mir recht sein! Bin bei ca. 300 Bewerbungen erst jetzt das 2. mal in den engeren Kreis gekommen, das erste mal habe ich die Stelle mündlich zugesagt bekommen mit Gratulation, aber danach Absage weil sich die Eröffnung des Unternehmens verschiebte... die sind jetzt noch am bauen!

Mir wäre es lieber, wenn die Argen die Qualifikationen mehr fördern und Leute qualifizieren und glauben dass sie gestandene Leute sind die auch wollen!
 

Stefan26

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
4 November 2010
Beiträge
1.236
Bewertungen
192
Einfach bei der ARGE anrufen und Kostenerstattung für Vorstellungsgespräch beantragen. Die schicken dann das Formular zu. Dafür fahre ich doch nicht extra hin.
 

Stefan26

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
4 November 2010
Beiträge
1.236
Bewertungen
192
Oder so. Zumindest verursache ich doch nicht selbst dadurch Fahrtkosten, die mir niemand erstattet, indem ich mal eben 50 km zur ARGE fahre.
 
Mitglied seit
4 April 2008
Beiträge
614
Bewertungen
320
Danke sehr Pribheinz, aber mir wäre mehr damit gedient, ich wüsste es genau, bzw. es gäbe Gesetztespassagen die besagen, das ich frei entscheiden kann wo und als was ich mich bewerbe.
Bin immer noch unwissend diesbezüglich. Will keine Sanktionen.


10) Freie Berufswahl (Art. 12 GG).


Art. 12 Abs. 1 S. 1 GG gewährleistet allen Deutschen das Recht, den Beruf, den Arbeitsplatz und die Ausbildungsstätte frei zu wählen. Der Staat darf keine zwangsweise Berufslenkung vornehmen; er kann nur Empfehlungen geben, z.B. durch Berufsberatungsstellen. Nach Art. 12 Abs. 1 S. 2 GG kann die Berufsausübung durch Gesetz geregelt werden. Dabei muß der Gesetzgeber nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit diejenige Form des Eingriffs wählen, die das Grundrecht am wenigsten beschränkt. Das Bundesverfassungsgericht hat von diesem Grundsatz ausgehend eine Dreistufentheorie entwickelt, die, in Kürze, folgenden Inhalt hat:
  • Stufe 1: Regelungen, die die reine Berufsausübung betreffen. Sie sind ohne weiteres gerechtfertigt, wenn sie den Belangen des Gemeinwohls vernünftig und sachgerecht entsprechen und aufgrund eines Gesetzes erfolgen. In diesen Bereich gehören etwa Anordnungen über die Sauberkeit in Lebensmittelläden, über den Feuerschutz in Kinos oder Theatern und dergl. mehr.
  • Stufe 2: Regelungen, die die Berufsausübung von subjektiven Zulassungsvoraussetzungen abhängig machen. Sie sind zulässig, soweit das Allgemeinwohl fordern kann, daß sie derjenige, der den Beruf ausüben will, erfüllt. Als subjektive Zulassungsvoraussetzungen kommen z.B. in Betracht: Abschluß einer bestimmten Ausbildung, nachgewiesene Kenntnisse und Fertigkeiten, persönliche Charaktereigenschaften. Ein Arzt muß z.B. das medizinische Studium erfolgreich absolviert haben. Ein Richter oder ein Rechtsanwalt muß das Bestehen zweier Staatsexamina nachweisen können. Ein Gastwirt darf nicht unzuverlässig in dem Sinne sein, daß seine Gaststätte zur Keimzelle von verbotenen Handlungen wird.
  • Stufe 3: Regelungen, die die Berufsausübung von objektiven Zulassungsvoraussetzungen abhängig machen. Objektive Zulassungsvoraussetzungen sind solche, die der Einflußnahme, den Entschlüssen und Möglichkeiten des Anwärters völlig entzogen sind. Eine solche objektive Zulassungsvoraussetzung ist z.B. das Bedürfnis. Unter dem Begriff Bedürfnisprüfung wird die Prüfung der Frage verstanden, ob für die Zulassung eines weiteren Berufsanwärters ein gesellschaftliches Bedürfnis vorhanden ist oder nicht. Solche objektiven Bedingungen für die Berufszulassung dürfen nur aufgestellt werden, wenn sie nachweisbar zur Abwehr schwerer Gefahren für das Allgemeinwohl unverzichtbar erscheinen. Das BVerfG hat dies z.B. verneint für die früheren Beschränkungen der Niederlassungsfreiheit der Apotheker (BVerfGE 7, 377). Bejaht wurde die Zulässigkeit der Bedürfnisprüfung bei der Genehmigung neuer Omnibusbetriebe für den Linienverkehr; hier wurde das reibungslose Funktionieren des Verkehrs, insbesondere der Bestand und die Leistungsfähigkeit der Deutschen Bundesbahn, besonders hoch bewertet.
Durch Art. 12 Abs. 2 GG ist grundsätzlich der staatliche Zwang zur Vornahme bestimmter Arbeiten verboten. Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig (Art. 12 Abs. 3 GG).
Im Verteidigungs- und sogen. Spannungsfall kann eine Dienstleistungspflicht für nicht einberufene Wehr- oder Zivildienstpflichtige gesetzlich begründet werden. Ferner sind Einschränkungen des Rechts der Berufs- und Arbeitsplatzwahl zulässig. Frauen vom 18. bis 55. Lebensjahr können im Bedarfsfall zu Dienstleistungen im zivilen Heilwesen oder in Standortlazaretten herangezogen werden (Art. 12a GG).

Das Grundgesetz steht über den SGB immer

gruß aufruhig
 

tobylein

Elo-User*in
Mitglied seit
2 November 2006
Beiträge
61
Bewertungen
23
Na ja, hier bei mir ist das immer eine Bettelei mit der Fahrtkostenerstattung. Telefonisch konnte ich meinen Sachbearbeiter auch nicht erreichen die letzten Tage, jetzt bin ich auf meine Kosten zum Bewerbungsgespräch heute gefahren. Aber nicht zur Sklavenbude, sondern zu der regulären Facharbeiterstelle. Das Gespräch war sehr angenehm und ich habe eine mündliche Zusage dort anzufangen. Irgendwie habe ich voll in das Profil gepasst, trotz dass es nicht meine Fachrichtung ist.


Ich habe mir jetzt eine Bestätigung geben lassen, dass ich dort mich vorgestellt habe und hoffe dass die Arge die Kosten nachträglich übernimmt. Gesamtstrecke war 100 km, die ich bereit bin auch täglich zu fahren, da der Verdienst in Höhe von 2300 brutto Anfangsgehalt dies auch ermöglicht.

Irgendwie verstehe ich es nicht, warum die Arge und die Regierung Menschen in sinnlose Arbeit drängen und dann ihr Leben lang von Stütze leben müssen. Ist das nur eine Verschönerung der Statistik, Lobbyisten zu bedienen mit Sklaven und gleichzeitig schreien wir haben Facharbeitermangel!?
Bildung, Qualifizierung und Unterstützung, dann haben wir auch keinen Facharbeitermangel mehr.
Aber lieber Facharbeiter als unvermittelbar deklarieren und Lebensexistenzen zerstören.
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten