Vorpraktikum während der Prüfung auf Erwerbsunfähigkeit?

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kge

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Hallo, ich mal wieder.

Ich hatte vor ungefähr zwei Wochen ein Vorstellungsgespräch für einen Ausbildungsplatz. Nachdem ich lange keine Rückmeldung bekam, hat mir der Geschäftsinhaber auf Anfrage mitgeteilt, dass er leider bisher verhindert gewesen wäre und sich danach erkundigt, ob die Agentur (er meint wohl: Jobcenter) bis zum Beginn der offiziellen Ausbildung ein Vorpraktikum als Maßnahme bezahlen würde.

Ich wäre prinzipiell interessiert, bin aber auf Grund eines Gutachtens des ÄD für länger als 6 Monate erwerbsunfähig erklärt worden, weswegen momentan die Überprüfung meiner Erwerbsfähigkeit bei der DRV liegt. (Die Alternative wäre der BBB einer Behindertenwerkstatt gewesen, auf das ich mich nicht einlassen wollte.)

Jetzt frag ich mich natürlich, wie ich die Sache angehen soll. Im Moment würde niemand irgendeine Maßnahme für mich bezahlen, da meine Erwerbsfähigkeit nicht feststeht und die DRV wird sich wohl noch Zeit lassen. Soll ich ihm einfach sagen, dass das JC nicht zahlen würde? Aber das müsste ich dann ja auch begründen... Oder gibt es da noch andere Möglichkeiten, die mir einfach nich einfallen?

Ziemlich ratlos im Moment... :unsure:
 

Nena

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Du gehst davon aus, dass Du die Ausbildung nicht beginnen wirst?

AG will Geld vom JC? Was hast Du damit zu tun (=AG soll selber beim JC beantragen, was sie will)?
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Ich schätze mal, der AG will nicht direkt Geld, sondern dass der TE weiter ALG II bekommt, während er das Praktikum absolviert.

Aber ich schätze auch mal, dass das JC nicht wirklich wissen wird, wie es damit umgehen soll und der AG davon auch nicht so begeistert sein wird.
 

kge

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AG will Geld vom JC? Was hast Du damit zu tun (=AG soll selber beim JC beantragen, was sie will)?

Ich bin mir auch nicht sicher, was genau sich der AG vorstellt. Er hat nach seinen eigenen Angaben während des Vorstellungsgesprächs einen weiteren Azubi ebenfalls im "Vorpraktikum". Dieser kommt aber wahrscheinlich direkt von der Schule und befindet sich nicht im ALG2-Bezug.

Ich müsste, wenn ich ein Praktikum beginnen sollte, dem JC aber auf jeden Fall Bescheid sagen. Würde das JC dann einfach die Zahlungen einstellen oder wie soll ich mir das vorstellen? Normalerweise muss für Praktika ja der Mindestlohn gezahlt werden, was der AG vielleicht umgehen will?

Was passiert denn, wenn ich auf den Lohn verzichten würde?

Aus offensichtlichen Gründen (Überprüfung der Erwerbsfähigkeit durch die DRV) bin ich auch gar nicht daran interessiert, dass der AG über meine gesundheitlichen Probleme informiert wird. Dann hätte sich das alles ja eh schon erledigt.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Der Mindestlohn muss unter bestimmten Umständen nicht gezahlt werden, z.B. bei verpflichtenden Praktika innerhalb einer schulischen Ausbildung oder eines Studiums.
Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich meine, zwecks Berufsfindung kurz nach Schulabschluss gab es da auch eine Ausnahme, kann also durchaus sein, dass das Praktikum für den andren künftigen Azubi okay ist.

Du müsstest das dem JC melden, ja. Grundsätzlich können die das genehmigen und dir das Praktikum als "Maßnahme" zuweisen. Dann würdest du weiter dein ALG II bekommen, wenn nötig auch Fahrtkosten.
Und du wärst unfallversichert übers JC.

So wie man das hier im Forum mitbekommt, genehmigen die JC sowas ganz gerne (wobei die meisten Elos das aber gar nicht wollen), wie das in deinem Fall aussieht ist aber fraglich.

Steht es denn fest, dass der AG beide Kandidaten einstellen wird?
Wenn das so eine Art "Wettrennen" werden soll, würde ich mir das nicht ans Bein binden.

Ich würds beim JC erstmal beantragen und dann weiterschauen. Persönlich hingehen, aber einen schriftlichen Antrag mitnehmen, auf sofortige Bearbeitung bestehen.
Evtl erwischst du dabei jemanden, der das genehmigt, ohne sich zu intensiv durch deine Akte zu wühlen.

Wenn das JC es nicht genehmigt, könntest du dem AG einen 450€-Job anbieten.
 
  • Danke
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kge

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Steht es denn fest, dass der AG beide Kandidaten einstellen wird?

Der gegenwärtige Azubi wird in einem anderen Beruf ausgebildet. Er meinte allerdings, dass er noch andere Kandidaten für "meine" Stelle im Vorstellungsgespräch hatte. Wahrscheinlich will er mit dem JC erst alles unter Dach und Fach haben, bevor er seine Entscheidung trifft. (Allerdings: Ich glaube nicht, dass er mit dieser Behörde schon zu tun hatte und abschätzen kann, wie die Entscheidungsprozesse dort ablaufen.)

Auf was soll ich den schriftlichen Antrag stellen? Kostenübernahme Praktikum?
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Du beantragst die Zuweisung zu einer Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung bei einem Arbeitgeber (dein Arbeitgeber) im Zeitraum (von jetzt bis Ausbildungsbeginn).
Nimm das schriftlich mit, versuche aber, daß persönlich und direkt zu klären, also sofort eine schriftliche Zustimmung oder Ablehnung dafür zu bekommen. Sonst versackt das beim Jobcenter nur.
Vermutlich gibt es da eh noch irgendwelche Formulare, die der Arbeitgeber ausfüllen soll.

Dazu brauchst du schriftlich vom Arbeitgeber, dass er gedenkt, dich nach dem Praktikum als Azubi einzustellen.

Ich weiß ja nicht, was dein gesundheitliches Problem ist und ob deine Einschätzung, die Ausbildung zu schaffen oder die Einschätzung des ärztlichen Dienstes, dass du gerade nicht erwerbsfähig bist, der Realität näher kommt, aber... Willst du das echt machen? Bis du den Papierkram mit dem JC durch hast, hat der AG womöglich nen andren Azubi und JC und RV zeigen dir nen Vogel...
 

kge

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Ich weiß ja nicht, was dein gesundheitliches Problem ist und ob deine Einschätzung, die Ausbildung zu schaffen oder die Einschätzung des ärztlichen Dienstes, dass du gerade nicht erwerbsfähig bist, der Realität näher kommt, aber... Willst du das echt machen? Bis du den Papierkram mit dem JC durch hast, hat der AG womöglich nen andren Azubi und JC und RV zeigen dir nen Vogel...

Vielleicht hast du ja Recht. Ich würde dem AG morgen dann einfach mal eine E-Mail schreiben, in dem ich ihm den ganzen bürokratischen Kram erläutere. Ich glaube, dass sich damit wohl sowieso alles erledigt haben sollte...

Es ist halt eben bitter, weil die enorme Verschlechterung meines Gesundheitszustandes maßgeblich mit dem Jobcenter zusammenhängt. Meine Bemühungen sollen auch einen guten Eindruch bei der RV hinterlassen, wenn ich hierdurch aber als noch bekloppter dastehe als eh schon...

(...Ich habe letztes Jahr eine Autismusdiagnose bekommen und seitdem wurde enormer Druck auf mich ausgeübt. Warum, weiß ich nicht. Einige WfbM haben sich wohl auf Autisten "spezialisiert" und da soll(te) ich wohl unbedingt hin.)
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Na ja, wenn du meinst, dass du das schaffst und das es dir mit der Ausbildung besser gehen wird, dann versuche es und kämpfe darum.
Wenn ich da eher zweifelnd schreibe, dann aus meiner eigenen Erfahrung heraus, dass ich mich da jahrelang überschätzt habe. Das muss bei dir ja nicht so sein.

Wenn der Chef vor der Bürokratie zurückschreckt... Joah... Dann nimmt dir das evtl. die Entscheidung ab, aber vielleicht ja auch nicht. ;)

Wie würde es denn mit einer Ausbildung in einem BBW aussehen? Die sind auch nicht so das Gelbe vom Ei, aber immerhin eine Chance auf ne Ausbildung, wenn es anders nicht klappt.

Ansonsten gibts auch einige Träger für die Rehabilitation psychisch Kranker, die mit Praktika in "normalen" Betrieben arbeiten und versuchen, ihre Rehabilitanden auch direkt darüber zu vermitteln - auch in Ausbildung.
Auch wenn du als Autist da wohl nicht direkt rein passt, wäre das vielleicht auch ein Weg, mit Unterstützung weg vom JC zu kommen.

Oder wärst du evtl. noch jung genug für eine schulische Ausbildung mit Schüler-Bafög?
 

kge

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Wenn ich da eher zweifelnd schreibe, dann aus meiner eigenen Erfahrung heraus, dass ich mich da jahrelang überschätzt habe.

Das war bei mir auch der Fall. Auf Grund meines Autismus, mit dem ja in vielen Fällen eine mangelnde Selbstwahrnehmung einhergeht, habe ich jahrelange studiert, auch meinen Abschluss geschafft, aber auf grund sozialer Überforderung (und leider auch Mobbing) den Sprung ins Erwerbsleben nie wirklich gebacken bekommen. Verhaltensprobleme, die ich ich nicht kommen sah, machten das ganze natürlich auch nicht leichter.

Insgesamt ist es auf Grund meines abgeschlossenen Studiums schwer (Geisteswissenschaften mussten es ja auch noch sein). Weil keine Rentenpunkte mehr für's Studieren anfallen, kippen Absolventen mit gesundheitlichen Problemen, die einfach nicht (mehr) in ihrem Fachgebiet arbeiten können, aus der RV und sind dem JC mehr oder weniger ausgeliefert. Zu hoch qualifiziert für "niedrige" Arbeiten, aber kein Geld da für Umschulung oder sonstiges. Da wird man von dieser Behörde platt gemacht...

Außerdem wurde mir im Gutachten jede Förderung außerhalb der Behindertenwerkstatt abgesprochen. Darüber schüttelt so ziemlich jeder, mit dem ich darüber geredet habe, den Kopf, aber was soll man machen? (Die Förderung in dem Fall besteht ja nach Hoffnung des JC auf Abschiebung in die Grundsicherung und das hoffentlich für immer).

Witzigerweise habe ich sogar Anspruch auf Erwerbsminderungsrente. Meine SB ist allerdings fest davon überzeugt, mich nach Prüfung der Erwerbsfähigkeit wiederzusehen.... Um mir zu sagen, dass ich erwerbsunfähig bin und deswegen in eine Werkstatt gehöre. :unsure: :unsure:

Falls ich da hingehe, mache ich das schon selbst und nicht auf Befehl des JC...


PS: Ich bin 32/33, da geht generell nicht mehr viel...
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Welcome to my life, würd ich mal sagen. ;)
Andre Diagnose, hab das Studium nicht gepackt, die Letzter-Notnagel-Ausbildung danach auch nicht und bin inzwischen in Rente.

Mit "nur" Autismus würd ich diesen Verlauf aber nicht so schnell akzeptieren. Und eine WfbM auch nicht.
Ich mein, klar, Autismus bringt Einschränkungen mit sich, und wenn die Diagnose erst spät kommt sind einige Chancen, den Umgang damit zu lernen, vertan, aber... dennoch.
Wobei es natürlich auch verständlich ist, wenn sich noch Depression und Ängste oben drauf setzen, was dann insgesamt zu einer Erwerbsunfähigkeit führen kann.

Wie schauts denn bei dir mit medizinischer und psychologischer Betreuung aus?
 

kge

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Wie schauts denn bei dir mit medizinischer und psychologischer Betreuung aus?

Ich habe Anfang Juli einen Termin bei einer Verhaltenstherapeutin, die schon Erfahrung im Umgang mit Asperger-Autisten hat. Generell ist es schwierig adäquate Betreuung zu finden, weil die meisten Psychologen ein Standardprogramm abspielen (Sport, geregelter Tagesablauf, gesund essen - und hui! sind die Depressionen weg!) und mit autistischen Menschen (ich würde behaupten: mit komplexen Problem insgesamt) überfordert sind.

Psychiater 1 konnte außer Antidepressive verschreiben nichts und hat sich letztendlich noch zum Erfüllungsgehilfen einer Maßnahmepsychologin gemacht. Psychiater 2 ist der Meinung, ich müsse "beobachtet" werden, damit meine Behinderung richtig beurteilt werden kann (wahrscheinlich in der Werkstatt :rolleyes:). Ich bin kurz davor, auf meinen GdB zu verzichten, weil ich keine Energie mehr für einen 3. Versuch habe.

Generell ist die medizinische Versorgung unterirdisch. Jeder Arzt ist überlastet, hat aber generell immer Recht. Es ist auch schockierend für mich, wie bereitwillig die Schrott-Gutachten des JC akzeptiert werden. Fast alle nicken alles ab und hinterfragen nichts.

Meine Befürchtung ist, dass ich mürbe gemacht werden soll, um dann letztendlich so krank zu werden, dass die Empfehlung des Gutachtens gerechtfertigt werden kann. Wenn es mir beschissen geht, liegt das ja sowieso alles an meiner Krankheit und nicht am Ärztepfusch und Behördenversagen. :cry:
 
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