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Vorlage von Gewinn- und Verlustrechnung?

Status
Nicht offen für weitere Antworten.
E

ExitUser

Gast
  Th.Starter/in  
#1
Folgende Eckdaten:
Im Januar habe ich ein Nebengewerbe (Webdesign) angemeldet. Volle Selbständigkeit war nie geplant, lediglich Zuverdienst während der Elternzeit. Daher wurde auch kein Einstiegsgeld oder ähnliches beantragt. Die vorraussichtlichen Einnahmen wurden mit maximal 100 € pro Monat angegeben.

Diverse Investitionen und regelmäßige Ausgaben krieg ich nicht angerechnet, das wußte ich vorher. Im April hatte ich den ersten Zahlungseingang für ein 2-Monats-Projekt in Höhe von 200 €, davon sind 19% Ust ans Finanzamt geflossen. (Ich arbeite nur abends wenn die Kinder im Bett sind, daher dauert es sehr lange bis ich mit so etwas fertig bin.)

Mitt Mai hatte ich einen Termin beim SB. Man bestätigte mir, dass der Betrag noch nicht zu einer ALG2-Minderung führt weil über 2 Monate gerechnet zu wenig.

Anfang Juni erhalte ich einen Korrekturbescheid, für April soll eine Überzahlung von 80 € stattgefunden haben (Der volle Rechnungsbetrag von 200€ wurde als Einkommen für April angesetzt), man wolle diese 80 € direkt im Juli einbehalten.
Ich habe einen Widerspruch geschrieben, mitgeteilt dass von den angenommenen 200 € die Umsatzsteuer abzuziehen ist (war auf der kopierten Rechnung deutlich markiert) und zudem eine 3monatliche Durchschnittsberechnung vereinbart wurde.

Nun schreibt mir eine (vermutlich) Vertretung:
"[...]Wir helfen Ihrem Widerspruch hiermit ab.
Der angekündigte Einbehalt im Juli 07 wird nicht vorgenommen.
Zur Prüfung des tatsächlich anrechenbaren Einkommens, bitten wir Sie, uns monatlich ab Beginn der Selbständigkeit eine Gewinn- und Verlustrechnung vorzulegen. [...]"

Mein SB hatte mir gesagt die jeweiligen Rechnungen an meine Kunden + Kontoauszug zur Nachvollziehbarkeit des Zahlungseingangs wären ausreichend.
Ich bekomme die Ausgaben wegen des geringen Verdienstes sowieso nicht angerechnet, was bringt dann diese GuV-Rechnung? Will man mir die monatlich zurückerstattete Ust in Höhe von durchschnittlich 6-7 € vom Finanzamt am Ende als regelmässiges Einkommen bewerten?
Muss ich diese Berechnung überhaupt vorlegen?
 
E

ExitUser

Gast
  Th.Starter/in  
#2
Vielleicht nochmal als Ergänzung:

Mein eigentliches Problem is wohl, dass man zum einen nicht den Nettobetrag für die Einkommensanrechnung verwendet hat und zum anderen die versprochene mehrmonatigen Durchschnittsberechnung nun doch nicht gemacht hat.

Ist das auch "Ermessenssache" ob das ein SB so akzeptiert? Dann hätt ich wohl verlorn.
 

Coole-Sache

Elo-User/in

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432
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#3
Hallo !

Also bei Dir zählt der Zuflussprinzip des Monats.

Wenn Du also in Monat X € 200,- Brutto eingenommen hast.
Gehen MwSt und Betriebsausgaben noch ab.

Sagen wir mal von diesen € 200,- bleiben € 110,- Rest Netto.

Diese € 110,- Einnahme muß nun von der ARGE bereinigt werden ( Freibetrag bei Erwerbseinkommen Selbständiger). Die erten € 100,- bleiben unberührt da Du ja schon Deine Werbungskosten ( Betriebsausgaben) abgerechnet hast.

Bleiben also noch die € 20,- über von diesen wird Dir 20% als freibetrag gegeben = € 4,-

Anzurechnendes Einkommen in Monat X´= also € 106,-

Es spiel dabei keine Rolle ob die Einnahme für 2 , 3 oder 4 Monaten ist, es zählt einzig und allein das Zuflussprinzip.

Auf jeden Fall muß Du darauf bestehen Deine Ausgaben gelten zu machen. Denn alles was mit den erzielen Deiner Einküfte zu tun hat sind Abziehbar.

Hoffe ich konnte Dir etwas helfen !

Werden bestimmt noch die Profis Antwort, also geduld...!

Gruß Coole-Sache

Anders wäre es wenn Du Voll Selbständig wirst § 2a SGB II (google mal)
 
E

ExitUser

Gast
  Th.Starter/in  
#4
Vielleicht nochmal als Ergänzung:

Mein eigentliches Problem is wohl, dass man zum einen nicht den Nettobetrag für die Einkommensanrechnung verwendet hat und zum anderen die versprochene mehrmonatigen Durchschnittsberechnung nun doch nicht gemacht hat.

Ist das auch "Ermessenssache" ob das ein SB so akzeptiert? Dann hätt ich wohl verlorn.
Immer wieder diese unqualifizierten ArGe-Mitarbeiter.
Ermessensache ist das nicht, siehe meinen 1. Link (bundesrecht.juris.de) weiter unten.

Zum Ersten. Eine "Gewinn/Verlust-Rechnung kann in Deinem Fall niemals monatlich erstellt werden, die wird am Ende eines Geschäftsjahres erstellt.

Zum Zweiten ist die Umsatzsteuer (Ges. MwSt.) immer ein Durchlaufposten, somit nicht bei irgendwelchen Berechnungen mit einzubeziehen!

Teile Deinem FM mit, dass Du eine Einnahme-Überschussrechnung machen kannst, (Einnahmen - Ausgaben = Gewinn vor Steuer) eine "Gewinn/Verlustrechnung" aber erst am Ende des Jahres. Das ist u. a. deshalb ein Unterschied, weil eine Einnahme, auch nach Abzug von Unkosten, noch keinen Gewinn darstellt.

Weiteres dazu.
http://bundesrecht.juris.de/algiiv/__2a.html
http://www.akademie.de/existenzgrue...les/alg-ii-und-selbststaendigkeit.html?page=2
http://erwerbslose.berlin.verdi.de/tipps_fuer_selbststaendige/data/Alg-II_fuer_Freie.pdf


Gruß, Anselm
 
E

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Gast
  Th.Starter/in  
#5
@ Coole-Sache
Ich meine bei Selbständigen, die länger an einer Sache arbeiten und ihren Lohn im Prinzip für eine Arbeitsleistung von mehreren Monaten erhalten gilt das Zuflussprinzip nicht.
Soweit mir bekannt kann ich die tatsächlich anfallenden Betriebsausgaben auch erst ab 400 Euro Einnahmen monatlich mit ansetzen. Darunter interessiert es keinen ob ich 50 Euro Ausgaben hab oder 500 Euro.
Korrigiert mich wenn ich falsch liege. :)

@ Anselm Querolant
Hätte ich deine Links beim Schreiben des Widerspruchs schon gehabt hätt ich noch effektiver argumentieren können :)

Zu dem hier (Arbeitslosengeld II/Sozialgeld-Verordnung - Alg II-V, §2a):
(2) Das Einkommen ist für das Kalenderjahr zu berechnen, in dem der Bedarfszeitraum liegt (Berechnungsjahr).
Für jeden Bedarfszeitraum ist ein Zwölftel des Einkommens im Berechnungsjahr als Einkommen zu berücksichtigen. Ist Arbeitseinkommen nur während eines Teils des Jahres vorhanden, so ist das Einkommen nur für diesen Zeitraum zu berechnen; für ihn gilt als monatliches Einkommen derjenige Teil des Arbeitseinkommens, der der Anzahl der in den genannten Zeitraum fallenden Monate entspricht.
Hmm das klingt fast so als müssten die genannten 200 Euro nach Abzug der Umsatzsteuer auf 12 Monate verteilt werden.

Also EÜR machen und im Schreiben dazu erwähnen, dass eine GuV erst Ende des Jahres möglich ist. Noch ein Hinweis auf den kopierten Paragraphen... ob das ausreicht?
 

Coole-Sache

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#6
Hallo mondkeks !

Es gibt einen Unterschied bei der ARGE ob Du voll Selbständig bis oder nur neben bei !

Habe mich noch mal für Deine Sache etwas im Netz rum geschaut:

Also es ist so das bei Dir der Zuflussprinzip zählt.
Bei Dir wäre,weil Du unter der € 400,- Grenze liegst die Freibetragsregelung.
MwSt sowieso nicht mitgerechnet.
Die ersten € 100,- sind Frei (Pauschale Werbungskosten,höhere werden nur über € 400,- berücksichtigt) auf den Rest gibt es 20% Freibetrag.

Rechnung:
200 Einnahme
100 Freibetrag Pauschale
von 100,- 20% = 20,-

Wären € 80,- die die ARGE anrechnen kann.

Gruß Coole-Sache
 
E

ExitUser

Gast
  Th.Starter/in  
#7
@ Coole-Sache
...
Soweit mir bekannt kann ich die tatsächlich anfallenden Betriebsausgaben auch erst ab 400 Euro Einnahmen monatlich mit ansetzen. Darunter interessiert es keinen ob ich 50 Euro Ausgaben hab oder 500 Euro.
Korrigiert mich wenn ich falsch liege. :)
Nun, wenn gesagt wird dass die Selbstständigkeit auf Dauer nur so "Nebenher" laufen soll, könnte der SB so argumnetieren wie Du. Schließt man allerdings nicht aus dass die Selbstständigkeit auch durchaus zum Haupterwerb werden kann, wenn sie erst einmal aufgebaut ist, dann ist dieses Argument nicht mehr haltbar und man muss Ausgaben in tatsächlicher Höhe abrechnen können.

Bei mir ist es zum Beispiel so, dass ich Monate habe, da kommt gar kein Geld herein (Kunde zahlt verspätet, geht Pleite, (...), dennoch fallen Ausgaben in beachtlicher Höhe an und umgekehrt. Deshalb betrachtet man bei Selbstständigen die Situation jährlich und nicht monatlich, wie bei Einkommen aus nicht selbstständiger Arbeit.

@ Anselm Querolant
Hätte ich deine Links beim Schreiben des Widerspruchs schon gehabt hätt ich noch effektiver argumentieren können :)
Diese und ähnliche Links habe ich schon des öfteren erwähnt, die Forensuche oder ein Nachfragen hätte Dir sicher geholfen. ;) Allerdings bin ich oft tagelang nicht hier um Fragen auch zeitnah beantworten zu können.

Zu dem hier (Arbeitslosengeld II/Sozialgeld-Verordnung - Alg II-V, §2a):

Hmm das klingt fast so als müssten die genannten 200 Euro nach Abzug der Umsatzsteuer auf 12 Monate verteilt werden.
Exakt so ist es. Der Haken dabei ist die ausdrückliche Betonung des Threadstarters, dass die Selbstständigkeit ausschließlich dem Nebenerwerb dient. Das eröffnet dem aufs sparen fokusierten SB argumentativ einige Möglichkeiten.

Also EÜR machen und im Schreiben dazu erwähnen, dass eine GuV erst Ende des Jahres möglich ist. Noch ein Hinweis auf den kopierten Paragraphen... ob das ausreicht?
Ja, eine GuV ist immer erst am Ende eines jeden Geschäftsjahres möglich und eine "Einnahmeüberschußrechnung" weist noch lange keinen Gewinn aus, ebenso wie ein Zufluß aus selbstständiger Arbeit noch kein Gewinn ist.

Gruß, Anselm
 
E

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Gast
  Th.Starter/in  
#8
Exakt so ist es. Der Haken dabei ist die ausdrückliche Betonung des Threadstarters, dass die Selbstständigkeit ausschließlich dem Nebenerwerb dient. Das eröffnet dem aufs sparen fokusierten SB argumentativ einige Möglichkeiten.
Welche Möglichkeiten?
Wie wird das dann gehandhabt bzw wie haben die da zu verfahren?
Ich kann probieren ob man den Paragraphen vielleicht so akzeptiert, wäre aber gerne auf weitere lustige Ideen der ARGE vorbereitet. Eventuell kann man im nächsten Schreiben schon direkt einige Punkte aus dem Weg räumen.
 
E

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Gast
  Th.Starter/in  
#9
Welche Möglichkeiten?
Wie wird das dann gehandhabt bzw wie haben die da zu verfahren?
Ich kann probieren ob man den Paragraphen vielleicht so akzeptiert, wäre aber gerne auf weitere lustige Ideen der ARGE vorbereitet. Eventuell kann man im nächsten Schreiben schon direkt einige Punkte aus dem Weg räumen.
Das einzige was zu tun ist, ist die Aussage zu ändern und die Selbstständigkeit als aufzubauende Haupt-Tätigkeit anzusagen, das sollte man natürlich auch wirklich anstreben. Dann kann kein SB mehr unterstellen, man wolle nur die Freibeträge der Hinzuverdienstgrenzen ausnutzen und die (Arbeitslosengeld II/Sozialgeld-Verordnung - Alg II-V, §2a) gilt dann vollumfänglich auch dann, wenn zuerst nur wenig Einkommen erzielt wird. Wenig bis garkein Gewinn/Einkommen ist in den ersten beiden Jahren einer Selbstständigkeit völlig normal.

Mein SB wollte mir einmal unterstellen ich minderte meinen Gewinn indem ich Investitionen tätigte und würde somit gegen SGB II § 2 (Grundsatz des Forderns) verstossen. Das konnte ich widerlegen indem ihch ihm klar machte dass auch Richter so wirtschaftlich denken und urteilen, dass sie erkennen, dass meine Investition (z.B. Fahrzeug ~10.000Euro) exakt im Sinne dieses Paragraphen sind, denn sie ermöglichen es mir mehr Aufträge anzunehmen, somit mehr Umsatz und Gewinn einzufahren, was mich letztlich immer unabhängiger von ALGII macht. :)

Dass des Weiteren ein Steuerberater mein Einkommen schmälert ist auch ein "Verdienst" meines SBs, der das mit der "Gewinn/Verlustrechnung" nicht aus meinem Munde und den überlassenen Unterlagen akzeptieren wollte, sodass ich einen Steuerberater in der Sache beauftragen musste. Dessen Salär jedoch ist wieder eine das Einkommen schmälernde Ausgabe. ;)

Gruß, Anselm
 
E

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Gast
  Th.Starter/in  
#10
Naja ich hab das nur als Nebentätigkeit angemeldet und hatte das Gewerbe auch nur zur Überbrückung geplant bis die Kinder in den Kindergarten gehen und ich anderweitig arbeiten kann.

SB weiß auch, dass ich vorhabe ab Wintersemester zu studieren. Muss dafür aber umziehn. Wenn ich ne Bestätigung von der Hochschule vorlegen kann unterstützt man mich sogar beim Umzug. Wird aber wohl zeitlich nich hinhaun. Noch son Kraftakt, den ich bald überstehn muss aber das is hier glaub an der falschen Stelle.
Da hauen 80 Euro, die man mir mal eben streichen will, schon übel rein.

Ich will dem SB nicht glaubhaft machen das Gewerbe nun als Vollzeitselbständigkeit irgendwann machen zu wollen.
Bin ich mit der Nebentätigkeit nun doch der Depp? Sorry aber komm mir grad n bißchen verarscht vor. Selbst für ne Nebentätigkeit hat man eben Ausgaben, ohne Investitionen läuft auch der Zuverdienst nicht.
Ich war davon ausgegangen, dass man die Einnahmen bei größeren Projekten splitten und auf mehrere Monate aufteilen muss. In dem genannten Paragraphen steht auch nix von Nebentätigkeit drin. Gelten da andere Vorschriften? Hat da jemand noch genauere Infos dazu?
 
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Nicht offen für weitere Antworten.
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