Vorläufige Entscheidung ALG I, Antrag nach Aussteuerung §145 SGB III, Gutachten noch nicht besprochen, Vermittlungsvorschläge mit Rechtsfolgenbelehrung

haba0399

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Hallo Liebe Mitglieder,
Vielen Dank für dieses Forum und die Unterstützung. Wirklich einmalig diese Hilfestellungen.
Dank dieses Forums habe ich für meine Ehefrau den Antrag auf ALG I bei der Agentur für Arbeit korrekt stellen können.
Auch durch die Hilfe dieses Forums konnte ich eine Vorläufige Entscheidung nach §328 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 SGB III erwirken. Andernfalls hätten wir schlaflose Nächte gehabt.
Ich kümmere mich um alle Angelegenheiten meiner Frau bei den Behörden und Ämtern.

Leider habe ich zu folgendem Anliegen keine eindeutige Hilfestellung finden können.
Zur betroffenen Person:
46 Jahre alt. Mäßige Deutschkenntnisse. War bisher als Stationshilfe in einer großen Arztpraxis/kleineres Krankenhaus beschäftigt.
Seit April 2020 ausgesteuert. Weiterhin Arbeitsunfähig krankgeschrieben (psychische Leiden).
Arbeitsverhältnis ist ungekündigt und besteht weiterhin.
Keine Berufsausbildung. Keine PC Kenntnisse. Kann aufgrund ihrer Sprachkenntnisse keine Bewerbungen schreiben.

1.) Anfang Juni 2020 hat meine Frau eine vorläufige Entscheidung auf ALG I erhalten.
2.) Anfang Juni 2020 kam ein Schreiben der Afa u.a. mit folgendem Inhalt: "...Das Gutachten liegt vor. Zur Besprechung des weiteren Vorgehens wird Ihnen
eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch in der AfA zugesandt werden".
Eine Einladung haben wir bisher nicht erhalten. Demzufolge ist der Inhalt uns nicht bekannt.
Auch fanden keine Gespräche mit einer/einem SB statt.
3.) Am 31.07.2020 hat meine Frau diverse Vermittlungsvorschläge per Post erhalten. Teilweise mit RFB, Teilweise ohne RFB. Auch waren im Umschlag diverse Stelleninformationen enthalten.
Es handelt sich fast ausschließlich um folgende Stellen : Examinierte Pflegefachkräfte (m/w/d), Gesundheits- und Krankenpfleger/in, Heilerziehungspfleger/in, Altenpfleger/in.
Für keines der Stellen hat meine Frau eine Ausbildung, Berufserfahrung bzw. eine Qualifikation.

Meine Fragen:
1.) Wie soll meine Frau auf die Vermittlungsvorschläge reagieren?
2.) Muss meine Frau sich bewerben, obwohl das Gutachten noch nicht bekannt ist und ein Gespräch mit einer/einem SB nicht stattgefunden hat.
3.) Welche Frist muss evtl. beachtet werden? Auf den VV steht "Bewerben Sie sich bitte umgehend..."
4.) Mangels guter deutscher Sprachkenntnisse ist meine Frau nicht in der Lage eine Bewerbung zu schreiben. Ich müsste es für meine Frau erledigen.
Spätestens beim Vorstellungsgespräch würde es auffallen, dass die Bewerbung nicht von meiner Frau geschrieben wurde.
Ist dies sinnvoll? Was schlägt Ihr vor?
5.) Kann meine Frau einen "Bewerbungskurs" beantragen?
6.) Kann meine Frau sanktioniert werden wenn Sie sich nicht bewirbt? (Obwohl sie eigenständig nicht in der Lage ist)

Für Eure Hilfe bedanken sich meine Frau und ich ganz herzlich.
Liebe Grüße
haba0399
 

Kerstin_K

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Die VVs ohne Rechtsfolgebelehrung sind erstmal unkritisch. Auf die kann man sich bewerben, wenn es passt, muss es aber nicht.

Die VVs mit Rechtsfolgebelehrung würde ich mir näher ansehen. Was gar nicht passt, weil deine Frau die Qualifikationen nicht hat, dazu würde ich den Rückmeldebogen ausfüllen.

Ein Bewerbungstrining würde ich beantragen. Geht ja icht, dass due die Bewerbungen für deine Frau schreibst. Ausserdem würde ich die AfA schriftlich auffordern, das Gutachen des äD zu eröffnen.
 

grün_fink

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Wie gesund ist denn deine Frau, ist sie gesund genug zum Arbeiten, oder ist im Moment die Behandlung wichtiger?
Reicht denn ihr Deutsch aus, oder wäre erstmal ein Sprachkurs sinnvoller?

Ich stimme Kerstin zu, das Gutachten muss erstmal eröffnet werden, sprich der Termin in der AfA zum Besprechen des Gutachtens stattfinden. Dann kann man weiter sehen. Vor der Vermittlung sollte ein Profiling gemacht werden, und die Ergebnisse des ärztlichen Dienstes sollten da mit einfließen.
 

Lucky Luke

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Hallo @haba0399,

wenn ich deinen Post richtig interpretiere, dann bekommt deine Frau also mittlerweile aufgrund ihrer Aussteuerung aus dem Krankengeld ALG 1.
Allerdings - aufgrund der Tatsache, dass die AfA ihr bereits VV's schickt - offensichtlich nicht nach der sog. Nahtlosigkeitsregelung, sondern "normales" ALG 1.

Ob das so zutrifft, würde ich persönlich zunächst einmal herausfinden wollen, z.B. dadurch, dass ihr das Gutachten (Teil A und B) des ÄD per Post anfordert (Kopie des Perso dem Anforderungsschreiben beifügen, dann sollte das klappen). Oder ihr fragt (schriftlich) bei der AfA nach, weshalb ihr bis dato keinen Gesprächstermin bzgl. Gutachteneröffnung erhalten habt.
Dann kann man weitersehen.

Wie schätzt denn deine Frau selbst ihre gesundheitliche Situation ein? Zur Zeit ist sie ja noch krankgeschrieben? Welchen Weg möchte sie gehen? Evtl. eine Reha absolvieren um (hoffentlich) zu gesunden, EM-Rente beantragen, oder "nur" einen neuen Job?

Das solltet ihr zunächst einmal für euch selbst geklärt haben.

Du schreibst, dass aufgrund mangelnder Kenntnisse der deutschen Sprache und Berufsausbildung es für sie schwierig wäre, eine Bewerbung bzw. ein Vorstellungsgespräch zu bewältigen? Aber sie hat doch noch einen ruhenden Arbeitsvertrag?! Möchte sie diesen denn aufgeben?

Sorry, fühle dich bitte nicht angegriffen, aber irgendwie passt - nach meinem Verständnis - da etwas nicht zusammen...

LG Lucky Luke
 

haba0399

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Wie gesund ist denn deine Frau, ist sie gesund genug zum Arbeiten, oder ist im Moment die Behandlung wichtiger?
Reicht denn ihr Deutsch aus, oder wäre erstmal ein Sprachkurs sinnvoller?

Ich stimme Kerstin zu, das Gutachten muss erstmal eröffnet werden, sprich der Termin in der AfA zum Besprechen des Gutachtens stattfinden. Dann kann man weiter sehen. Vor der Vermittlung sollte ein Profiling gemacht werden, und die Ergebnisse des ärztlichen Dienstes sollten da mit einfließen.
Danke für die schnelle Antwort:
Meine Frau kann beim aktuellen Arbeitgeber nicht mehr arbeiten.
Die Krankheit beruht auf die Situation beim Arbeitgeber(Langjährige Patienten starben in ihren armen, vergebliche Wiederbelebungsversuche, starke körperliche Belastung, Schulter-/Rückenschmerzen, Mobbing etc.)
Sie könnte bei einem anderen Arbeitgeber arbeiten. Idealerweise in einer anderen Branche. Ihr deutsch ist zum arbeiten ausreichend. Leider für die Bewerbungsprozesse, Vorstellungsgespräche und Behördenbesuche ohne Begleitung nicht ausreichend.
Ein Sprachkurs wäre sinnvoll. Kann man das über die AfA beantragen?
Auch eine Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung wäre sie interessiert.
Ein Termin in der AfA zum Besprechen des Gutachtens kann vermutlich mangels Dienstbereitschaft wegen der "Coronasituation" noch nicht stattfinden.
 

haba0399

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Hallo @haba0399,

wenn ich deinen Post richtig interpretiere, dann bekommt deine Frau also mittlerweile aufgrund ihrer Aussteuerung aus dem Krankengeld ALG 1.
Allerdings - aufgrund der Tatsache, dass die AfA ihr bereits VV's schickt - offensichtlich nicht nach der sog. Nahtlosigkeitsregelung, sondern "normales" ALG 1.

Ob das so zutrifft, würde ich persönlich zunächst einmal herausfinden wollen, z.B. dadurch, dass ihr das Gutachten (Teil A und B) des ÄD per Post anfordert (Kopie des Perso dem Anforderungsschreiben beifügen, dann sollte das klappen). Oder ihr fragt (schriftlich) bei der AfA nach, weshalb ihr bis dato keinen Gesprächstermin bzgl. Gutachteneröffnung erhalten habt.
Dann kann man weitersehen.

Wie schätzt denn deine Frau selbst ihre gesundheitliche Situation ein? Zur Zeit ist sie ja noch krankgeschrieben? Welchen Weg möchte sie gehen? Evtl. eine Reha absolvieren um (hoffentlich) zu gesunden, EM-Rente beantragen, oder "nur" einen neuen Job?

Das solltet ihr zunächst einmal für euch selbst geklärt haben.

Du schreibst, dass aufgrund mangelnder Kenntnisse der deutschen Sprache und Berufsausbildung es für sie schwierig wäre, eine Bewerbung bzw. ein Vorstellungsgespräch zu bewältigen? Aber sie hat doch noch einen ruhenden Arbeitsvertrag?! Möchte sie diesen denn aufgeben?

Sorry, fühle dich bitte nicht angegriffen, aber irgendwie passt - nach meinem Verständnis - da etwas nicht zusammen...

LG Lucky Luke
Hallo Lucky Luke, Vielen Dank für die schnelle Rückantwort. Ich fühle mich überhaupt nicht angegriffen. Gibt gar kein Grund hierfür. Ganz im Gegenteil, ich freue mich dass Du Zeit nimmst und hier weiterhilfst. Hier die zusätzlichen Infos:
1.) Meine Frau erhält vorläufig ALG I nach §328 (nachdem ich den Antrag hierfür gestellt hatte - nach der Aussteuerung)
2.) Laut Schreiben der Afa (Anfang Juni 2020) liegt das Gutachten vor und meine Frau bekommt eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch
in der AfA. Ich vermute mangels Dienstbereitschaft aufgrund der "Coronasituation" dürfen momentan keine persönlichen Termine vergeben werden.
3.) Meine Frau kann beim aktuellen Arbeitgeber nicht mehr arbeiten.
Die Krankheit und "Krankschreibung" beruht auf die Situation beim Arbeitgeber (Langjährige Patienten starben in ihren Armen, vergebliche Wiederbelebungsversuche, starke körperliche Belastung, Schulter-/Rückenschmerzen, Mobbing etc.)
Sie könnte und möchte bei einem anderen Arbeitgeber wieder arbeiten.
Sie ist bereit alles zu tun um wieder zu gesunden und arbeiten zu können.
 
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Lucky Luke

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Hallo haba0399,

dann wisst ihr ja zumindest einmal schon, wo für deine Frau die Reise hingehen soll, das ist schonmal viel wert!

Würde an eurer Stelle - wie Kerstin_K und grün_fink auch bereits geschrieben haben - dennoch als erstes schauen, dass euch das Gutachten des ÄD bekannt gegeben wird. Wenn ich auch davon ausgehe, dass dieses deine Frau wohl nicht für unter 3 Std. täglich, länger als 6 Monate arbeitsunfähig ansehen wird (denn sonst würdet ihr mMn nicht bereits jetzt VV's bekommen - was ich im Übrigen auch sehr merkwürdig von der AfA finde).

Was Bewerbungsbemühungen auf diese VV's mit RFB angeht -> wenn sie für deine Frau gar nicht passen würde ich das der AfA so mitteilen. Außerdem befindet sich deine Frau doch nach wie vor im Krankenstand, oder?

Aber bzgl. der weiteren Vorgehensweise solltet ihr unbedingt wissen ( ich kann mich nur wiederholen) was im Gutachten steht und welche "Sorte" ALG 1 deine Frau bekommt; denn das "vorläufige" nach Par. 328 wird nicht "ewig" gewährt werden.

LG Lucky Luke
 

haba0399

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Hallo haba0399,

dann wisst ihr ja zumindest einmal schon, wo für deine Frau die Reise hingehen soll, das ist schonmal viel wert!

Würde an eurer Stelle - wie Kerstin_K und grün_fink auch bereits geschrieben haben - dennoch als erstes schauen, dass euch das Gutachten des ÄD bekannt gegeben wird. Wenn ich auch davon ausgehe, dass dieses deine Frau wohl nicht für unter 3 Std. täglich, länger als 6 Monate arbeitsunfähig ansehen wird (denn sonst würdet ihr mMn nicht bereits jetzt VV's bekommen - was ich im Übrigen auch sehr merkwürdig von der AfA finde).

Was Bewerbungsbemühungen auf diese VV's mit RFB angeht -> wenn sie für deine Frau gar nicht passen würde ich das der AfA so mitteilen. Außerdem befindet sich deine Frau doch nach wie vor im Krankenstand, oder?

Aber bzgl. der weiteren Vorgehensweise solltet ihr unbedingt wissen ( ich kann mich nur wiederholen) was im Gutachten steht und welche "Sorte" ALG 1 deine Frau bekommt; denn das "vorläufige" nach Par. 328 wird nicht "ewig" gewährt werden.

LG Lucky Luke
Hallo Lucky Luke,
Danke für die Ratschläge.
Werde diese beachten und umsetzen.
Ja meine Frau befindet sich weiterhin im Krankenstand.
Soll ich das bei der Rückantwort
auf die unpassendem VV‘s
angeben?
Ist dies evtl. „schädlich“ für die ALG Zahlungen?
Danke und Liebe Grüße
 
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