Vorgehensweise bei Umzug

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duracellhase

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Hallo,

Man bezieht ALG2 und möchte aus privaten Gründen in ein anderes Bundesland umziehen, wie geht man da vor?

Eine Wohnung kann über das Internet gefunden werden, es gibt vor Ort Verwandte, die sich die auch anschauen können. Aber wie läuft die ganze Antragsstellerei ab? Können die Verwandten bevollmächtigt werden, Anträge in unserem Namen zu stellen, bzw. können wir die Anträge mit den entsprechenden Unterlagen von hier aus an die dann zuständige ARGE schicken? Eine Kaution muss (voraussichtlich) für die neue Wohnung nicht gezahlt werden.

Beste Grüße
 

duracellhase

Elo-User*in
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Hi Paolo_Pinkel,

erstmal danke für deine Antwort!

Im Klartext bedeutet das also:

- Ich schreibe an die hiesige ARGE und bitte um eine Umzugserlaubnis
- Muss ich die Bitte, bzw. den Umzug, begründen?

- Die Kosten für die neue Wohnung liegen im Rahmen dessen, die von der
vor Ort zuständigen ARGE übernommen werden.

- Gebe ich das ebenfalls (sobald ich die Unterklagen für die neue
Wohnung habe) bei der hiesigen ARGE an?

- Ich habe eine Wohnung gefunden und entsprechende Unterlagen:
- Schicke ich die dann zusammen mit den ausgefüllten Erstanträgen und
den ganzen Nachweisen, etc. an die dortige ARGE, bzw. lasse sie von
Verwandten vor Ort abgeben?

- Die neue ARGE hat, wenn die hiesige ARGE dem Umzug zustimmt, keine
Möglichkeit uns abzulehnen, oder?


Wir gehen zwar nicht davon aus, dass wir finanzielle Umzugsbeihilfe bekommen würden, aber würde es sich lohnen, sie dennoch zu beantragen?

Sorry, wenn ich das nochmal genau nachfrage, aber ich blicke nicht durch, wenn ich nicht alles übersichtlich habe :confused:

Ist das alles so vollständig oder habe ich etwas wichtiges vergessen, o.ä.?

Beste Grüße
 

Paolo_Pinkel

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Hi Paolo_Pinkel,

erstmal danke für deine Antwort!

Im Klartext bedeutet das also:

- Ich schreibe an die hiesige ARGE und bitte um eine Umzugserlaubnis
- Muss ich die Bitte, bzw. den Umzug, begründen?

Wie du in den anderen Threads lesen konntest kannst du auch ohne Einwilligung umziehen. Dann kannst du aber nicht damit rechnen, dass man dich beim Umzug finanziell unterstützt.

Deinen Wunsch auf Umzug kannst du begründen. Wäre auch besser. Gründe können z.B. sein:

- Wenn ein Räumungsurteil vorliegt
- Die Wohnung zu klein ist und Nachwuchs zu erwarten ist
- Wenn die Wohnung zu groß ist
- Wenn die Wohnung bauliche Mängel aufweist
- Wenn die Sanitären Verhältnisse schlecht sind
- Wenn die Wohnung nicht behindertengerecht ist
- Wenn die Wohnung schlecht beheizbar ist
- Wenn sich Eheleute oder Paare trennen
- Wenn Paare zusammenziehen möchten
- Bessere berufliche Perspektiven
- Wenn ein anderer wichtiger Grund vorliegt


- Die Kosten für die neue Wohnung liegen im Rahmen dessen, die von der
vor Ort zuständigen ARGE übernommen werden.

- Gebe ich das ebenfalls (sobald ich die Unterklagen für die neue
Wohnung habe) bei der hiesigen ARGE an?

Siehe letzte Frage.

- Ich habe eine Wohnung gefunden und entsprechende Unterlagen:
- Schicke ich die dann zusammen mit den ausgefüllten Erstanträgen und
den ganzen Nachweisen, etc. an die dortige ARGE, bzw. lasse sie von
Verwandten vor Ort abgeben?

Der Antrag kann auch durch Dritte abgegeben werden. (GK SGB I § 16 Rz.9)

Zunächst sollte man klären ob die ARGE dem Umzug zustimmt oder nicht, weil ja damit die Frage der Umzugkosten steht bzw. fällt.

- Die neue ARGE hat, wenn die hiesige ARGE dem Umzug zustimmt, keine
Möglichkeit uns abzulehnen, oder?


Wieso sollte Sie? Du bist doch weiterhin bedürftig. Daran hat sich doch nichts geändert. Immerhin hast du dich ja an die Spielregeln gehalten.

Wir gehen zwar nicht davon aus, dass wir finanzielle Umzugsbeihilfe bekommen würden, aber würde es sich lohnen, sie dennoch zu beantragen?

Sorry, wenn ich das nochmal genau nachfrage, aber ich blicke nicht durch, wenn ich nicht alles übersichtlich habe :confused:

Die Behörde muss also die Umzugskosten nur übernehmen, wenn:

- Der Umzug notwendig (erforderlich) ist
- Die Miete angemessen sowie
- die Behörde der Anmietung der neuen Wohnung zustimmt

Das würde ja in deinem Fall zutreffen wenn die ARGE deinem Wunsch folgt.

Ist ein Umzug nicht notwendig, die neue Miete aber angemessen, kann die Behörde die Umzugskosten dennoch übernehmen. Sie muss auch in einem solchen Fall einen Antrag prüfen und bescheiden (SG Schleswig 21.02.2005 - S 6 AS 30/05 ER.)


Zuständig für die Übernahme der Umzugskosten ist die ARGE des Orts, aus dem Sie wegziehen (§ 22 Abs. 3 Satz 1 SGB II - Quelle: ALG-II Leitfaden)

Du solltest dich also mit deiner jetzigen ARGE vor Ort in Verbindung setzen und das klären.

Ist das alles so vollständig oder habe ich etwas wichtiges vergessen, o.ä.?

Beste Grüße

Gruss

Paolo
 
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