Vor 3 Monaten aus gesundheitlichen Gründen Eigenkündigung -muss ich nun eine Sperre 100% beim Erstantrag auf AlgII befürchten?

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Meine Situation ist etwas kompliziert:
Ich bin Studentin (allein lebend, ledig, kein Kindergeld, freiwillig Krankenversichert, nicht mehr Bafög berechtigt) und musste jetzt aufgrund der verschlechterung meiner Gesundheit ein ausserordentliches Urlaubssemester einlegen.
Ich habe mich informiert und an sich habe ich im Urlaubssemester Anspruch auf AlgII. Ich wurde jedoch beim Erstgespräch zur Beantragung gefragt ob ich vorher gearbeitet hätte, ich behjahte dass ich bis Anfang Januar noch einer studentischen Nebentätigkeit nachging (da ich kein Bafög mehr bekomme).

Problem 1: Aufgrund der negativen Auswirkungen auf meine Gesudnheit; sprich Psyche, Kündigte ich letztendlich selbst, in der Hoffnung dass es mir bei einer anderen Stelle besser gehen würde. Konkrete Gründe weswegen ich kündigte waren einerseits nach einigen Wochen auftretendes Mobbing, seitens der Belegschaft, als auch das Verhalten der Vorgesetzten mir gegenüber die mich drängten mehr Arbeit zu leisten, als im Arbeitsvertrag vereinbart war, was sich negativ auf mein Studium auswirkte. Denn die von mir geleisteten Wochenstunden waren meist höher als die vereinbarten 16h und teilweise deutlich über 20h und ich konnte somit meine "Nebentätigkeit" kaum mit meinem Studiumsfortschritt vereinbaren, da diverse Termine kollidierten vorallem Vormittags (Sprechstunden bei Dozenten wegen meiner Bachelorarbeit usw.) und ich arbeitete im Prinzip dann quasi hauptberuflich.

Problem 2: Leider hab ich keine Krankschreibung konkret eingeholt, da ich mich bevor die Kündigung vollzogen war, bereits um unterschiedliche kurzfristig anlaufende Stellen beworben habe und ich ehrlich gesagt auch nicht damit gerechnet habe, dass sich meine gesundheitliche Verfassung über die folgenden Wochen weiter dermaßen Verschlechtert, dass ich an sich nicht mehr oder nur noch eingeschränkt arbeitsfähig bin und für einen längeren Klinik aufenthalt in den nächsten Wochen ein Urlaubssemester wegen Krankheit beantragen muss.

Von meiner Hausärztin habe ich mir prophylaktisch heute noch mal eine Bescheinigung austellen lassen, dass ich im Dezember 2018 die Kündigung zum Januar 2019 eingereicht habe, aufgrund von gesundheitlichen Beschwerden im Folge des Mobbings bei der Stelle.

Jetzt ist die Frage reicht das aus ?
Wie gehe ich mit der Situation geschickt um ?
Wie argumentiere ich vor der/dem SB (sollte ich vielleicht eine Stellungnahme schreiben ?)?
Ist alles Hoffnungslos und ich werde gesperrt und Obdachlos? (Weil finanziell sieht es gerade bei mir sehr mau aus als auch in meinem sozialen Umfeld, Miete und Krankenkasse sind nicht fürs erste nicht mehr drin und ich werde da nicht groß mit Unterstützung rechnen können.)

Ich hoffe jemand kennt sich vielleicht etwas aus und kann mir da etwas Klarheit verschaffen. Und ich wäre für ein paar gute Tips sehr Dankbar
Danke schon mal im Voraus

M.

Danke schon mal im Voraus
 

apfelkuchen

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Also: um dir die größten Ängste zu nehmen: Es kann dir maximal eine Sanktion von 30% für 3 Monate drohen. Das heißt, Miete und Krankenversicherung ist gesichert.

Zweitens: Du wirst jetzt eh erst mal dich um deine Gesundheit kümmern müssen und vermutlich AU geschrieben sein. Insofern hast du da auch erst mal etwas Ruhe.

Drittens: Falls der Worst Case eintritt, hast du als ALG2-Empfängerin Anspruch auf einen Beratungshilfeschein, mit dem du einen Fachanwalt für Sozialrecht beauftragen kannst, dass er einen Widerspruch gegen eine eventuelle Kürzung durchboxt. Angesichts deiner gesundheitlichen Situation sollte das durchaus Chancen haben.

Bedenke auch, dass du über ALG2 dann krankenversichert bist, d.h. deine freiwillige studentische KV musst du in der Zeit nicht zahlen.
 

Cha

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Eine Sanktion bzw. ein Ersatzanspruch tritt ein, wenn jemand vorsätzlich oder grob fahrlässig die Hilfebedürftigkeit selbst und ohne wichtigen Grund herbeigeführt hat.
Der Anspruch auf Alg II besteht zunächst nur, weil ein Urlaubssemester eingelegt wird.
Wenn jemand aus gesundheitlichen Gründen ein Urlaubsemester benötigt, ist das ein wichtiger Grund.
Dieses Verhalten ist weder vorsätzlich noch grob fahrlässig.

Die Arbeitsaufgabe ist also gar nicht die direkte Ursache für den Eintritt der Hilfebedürftigkeit.
Aber auch für die Aufgabe der Nebentätigkeit gibt es nach der Schilderung einen wichtigen Grund, das war ebenfalls weder vorsätzlich noch grob fahrlässig.
Als Grund würde es übrigens schon reichen, wenn man diese Tätigkeit aufgibt, weil die Zeit nicht reicht zum Lernen.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand vom JC eine solche Behauptung widerlegen kann.

Darüber hinaus gibt es ja noch die Bescheinigung der Hausärztin zu den gesundheitlichen Problemen.
Diese würde ich jedoch nicht offensiv verwenden, sondern in der Hinterhand behalten, falls es tatsächlich zu Problemen kommen sollte.

Viele Grüße

Cha
 
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