Von der Finanzkrise in die 20:80 Gesellschaft

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wolliohne

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Jens Berger 09.12.2008
Die Weltwirtschaft befindet sich im freien Fall – wie wird die Gesellschaft mit der zu erwartenden Massenarbeitslosigkeit umgehen?

Als die Digitale Revolution und die Globalisierung in den 1990er Jahren ihren Siegeszug antraten, sagten Zukunftsforscher den Weg in eine 20:80 Gesellschaft voraus. Nur 20 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung würden im 21. Jahrhundert ausreichen, um die Weltwirtschaft in Schwung zu halten. 80 Prozent der Bevölkerung wären demnach arbeitslos und müssten mit „Tittytainment“ bei Laune gehalten werden. Da die Ursachen für diese Entwicklung weniger im globalen Handel, als vielmehr im technischen Fortschritt liegen, wird die kommende Weltwirtschaftskrise ein Beschleuniger für diese Entwicklung sein. Konzepte, wie unsere Gesellschaft mit der kommenden Massenarbeitslosigkeit umgehen soll, gibt es allerdings wenige und weder Politik noch Wirtschaft scheinen ein Interesse daran zu haben, sich den Fragen der Zukunft bereits jetzt zu stellen.


Werden wir in einer Gesellschaft mit Massenarmut und Chaos leben oder aber in einer Gesellschaft, in der sich die von der Arbeit befreiten Menschen individuell entfalten können? Die Weichen dafür müssen in den nächsten Jahren gestellt werden.


TP: Von der Finanzkrise in die 20:80 Gesellschaft
 

zebulon

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Wenn das so stimmt, dann müsste unbedingt eine bedingungsloses Grundeinkommen her. Das Thema Arbeitsvernichtung durch Produktivitätszuwachs ist sowieso hier etwas zu kurz gekommen.
Die gleiche Entwicklung findet seit längerem im industriellen Sektor statt.
Vom Ende der industriellen Revolution bis in die 1970er Jahre waren zwischen 40 und 50% der Bevölkerung Deutschlands in der Güterproduktion tätig. Der Siegeszug der Produktivitätssteigerung durch moderne Technik ließ den Anteil der Beschäftigten seitdem stetig auf den heutigen Wert von rund 30% sinken.
Es fragt sich aber ob das wirklich an der Produktivitätssteigerung liegt. Immerhin werden viele Güter nicht nur durch Maschinen, sondern durch Billigarbeitskräfte in Niedriglohnländern hergestellt.
In der vorindustriellen Zeit arbeiteten über 80% der Bevölkerung in der Landwirtschaft. Die Bruttowertschöpfung lag damals bei wenigen hundert Euro pro Kopf und Jahr. Mit dem technischen Fortschritt hat sich dies umgekehrt – heute sind rund 2,5% der Bevölkerung im Agrarsektor tätig, erzeugen dabei aber eine vergleichbare Menge an Produkten und erwirtschaften rund 15.000 Euro pro Kopf und Jahr.
Das stimmt zwar prinzipiell, allerdings darf man nicht vergessen, dass ein großer Teil der Wertschöpfung durch ungedeckte Kredite lediglich auf Papier erzeugt wird, wie man jetzt durch die Finanzkrise sieht. Die Situation ist daher sehr undurchsichtig. Es treffen viele Faktoren in dieser Gemengelage zusammen.
 

roterhusar

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Die Arbeit hat einen überzogenen gesellschaftlichen Stellenwert. Geh arbeiten! Was machst du so? Dies sind typische Floskeln. Niemand interressiert, was man außerhalb der Arbeit macht. Die Erfolge der Frauenbewegung werden daran gemessen, wieweit ihre Hausarbeit oder ihre Beschäftigung als gleichberechtigte Arbeit anerkannt wurde. Ein Körperbehinderter ist nicht so eine Last, wenn er noch für 2 Euro am Tag arbeiten kann. Große teile der Arbeiterbewegung kann sich auch nur noch als Bewegung zum Arbeiten definieren.
Statt alles dranzusetzen, die Arbeit und ihre Plätze zu erhalten, sollten wir uns beteiligen an der fortschreitenden Arbeitsvernichtung.
Wir können den Kapitalismus nicht bekämpfen, aber wir können sein Totengräber sein.
 
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