Von der Chefetage nach ganz unten (1 Betrachter)

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Richardsch

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Manchmal fühlt sich Susanne F.* wie eine Ertrinkende. Niemand kommt zu Hilfe, die anderen Badegäste zucken mit den Schultern, sagen: "Sie muss doch nur schwimmen." Dass die Frau einen Wadenkrampf hat, sehen sie nicht. So zieht es sie hinab, bis sie sich schließlich ganz unten wiederfindet - in einem Wohnheim für Obdachlose.

Von der Chefetage nach ganz unten - Düsseldorf - DerWesten
 
E

ExitUser

Gast
Einer Frau, die mal Chefsekretärin war, hätte ich zumindest mal zugetraut, sich vor einem Umzug über Hartz4 und seine Regeln zu informieren. Auch kann man einer solchen Frau durchaus auch zutrauen, erst dann die Wohnung zu kündigen, wenn eine Neue sicher ist und der Mietvertrag unterschrieben.
Kann nur noch mit dem Kopf schütteln.
 

Georgia

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Andine, das könnte ein Grund mit sein, wie weltfremd die jeinigen leben, die aus dem Vollen schöpfen. Du schreibst doch selbst, daß dir keiner glaubt, was durch Hartz IV abgeht (Das kann ich übrigens bestätigen.Wenn ich was erzähle,oder aufmerksam machen will,werde ich wie ein Marsmensch angeschaut)
Als Chefsekretärin immer im Trockenen gesessen, konnte sie soziale Mißstände ignorieren, sie war ja nicht betroffen. Und gerade solche Leute sind dann, erst einmal selbst betroffen, umso hilfloser.
 
B

B. Trueger

Gast
Andine, das könnte ein Grund mit sein, wie weltfremd die jeinigen leben, die aus dem Vollen schöpfen. Du schreibst doch selbst, daß dir keiner glaubt, was durch Hartz IV abgeht (Das kann ich übrigens bestätigen.Wenn ich was erzähle,oder aufmerksam machen will,werde ich wie ein Marsmensch angeschaut)
Als Chefsekretärin immer im Trockenen gesessen, konnte sie soziale Mißstände ignorieren, sie war ja nicht betroffen. Und gerade solche Leute sind dann, erst einmal selbst betroffen, umso hilfloser.
Das sehe ich ebenso und hatte ich auch in diesem Forum schon einmal geschrieben. Das, wenn ich Arbeitskollegen darüber informierte oder versuchte mich mit ihnen über die Thematik Hartz und alles andere auseinanderzusetzen, dann bekam ich lediglich als als Antwort: Lass mich in Ruhe mit dem exkrement, das interessiert mich nicht.

Wie das dann letztendlich zu Tage kommt, kann man beispielsweise auch hier im Hilfeforum an den Fragestellungen erkennen, wenn nach nun 3 Jahren Hartz IV Leute, die in diese Situation geraten sind, sich hier melden. Die haben sich nie mit diesem Problem, was ganze Bevölkerungsschichten betrifft, beschäftigt. Es war ihnen egal
 
E

ExitUser

Gast
Da gebe ich euch beiden Recht. Mir war nie egal, wie es anderen geht und ich informiere mich immer über Neues, selbst wenn es mich (noch) nicht betrifft. Für andere mag das verrückt und seltsam klingen, aber mir hat das immer geholfen und wer zuletzt lacht, lacht am Besten. Das tue ich zwar nicht, aber das ist eben so ein Sprichwort.
"Lass uns doch in Ruhe mit Hartz4, wir kommen da nicht hin."
Das sind auch die Worte meiner ehemaligen Arbeitskollegen. Wenn jetzt der Betrieb nach Rumänien geht (Takata Petri), werde ich sicher irgendwann viele im Amt wieder treffen.

Trotzdem geht mir nicht in den Kopf, dass jemand eine Wohnung kündigt, bevor er oder sie keine Neue hat. Denn das muss sie ja getan haben, sonst wäre sie nicht im Obdachlosenheim gelandet.
Wenn sie natürlich, wie im Bericht geschrieben, zu der Zeit depressiv war, will ich nichts gesagt haben. Da ist man manchmal zu Nichts in der Lage.
 
E

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..ich informiere mich immer über Neues, selbst wenn es mich (noch) nicht betrifft. Für andere mag das verrückt und seltsam klingen, aber mir hat das immer geholfen...
Ganz genau!
Das ist das Wichtigste in der heutigen Zeit.

Es gibt wirklich wahnsinnig viele Menschen, die das verrückt finden, die sich kein Gramm für Hilfen in eventuellen eigenen Notsituationen interessieren, denen Gesetze, Verordnungen am ********** vorbei gehen.

Eigentlich ist das Amt da, die Leute zu informieren, aber lassen wir das...
 

Donauwelle

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Trotzdem geht mir nicht in den Kopf, dass jemand eine Wohnung kündigt, bevor er oder sie keine Neue hat. Denn das muss sie ja getan haben, sonst wäre sie nicht im Obdachlosenheim gelandet.
Wenn sie natürlich, wie im Bericht geschrieben, zu der Zeit depressiv war, will ich nichts gesagt haben. Da ist man manchmal zu Nichts in der Lage.

Das fand ich jetzt gar nicht mal so erstaunlich. Sie ist zurück in die Heimat - hatte da Freunde, bei denen sie ne Weile unterkommen konnte und eben auch ihren Sohn - da sucht man vor Ort ggf. besser als aus der Entfernung. Sie ist eben davon ausgegangen, dass sie nach max. einer kleinen Übergangszeit etwas findet - wahrscheinlich hatte sie vorher auch noch nie Probleme bei der Wohnungssuche, da sie ja immer ein hohes Einkommen nachweisen konnte.

Hätte mir manch einer gesagt, was für Probleme auftreten, wenn man jeden Pfennig umdrehen muss bzw. um was man sich da Gedanken machen muss, hätte ich das auch nie geglaubt.
 
E

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Echt nicht? Trotz ständiger, täglicher Negativschlagzeilen :eek:

Aber hätte sie sich da nicht auch beim Sohn anmelden können, wenigstens vorübergehend?
Denn wenn sie keine Ahnung hatte, wäre das auch egal gewesen, ob sie dann eine Haushaltsgemeinschaft gewesen wären, denn sie wusste ja von Nichts.
 

Donauwelle

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Echt nicht? Trotz ständiger, täglicher Negativschlagzeilen :eek:

Aber hätte sie sich da nicht auch beim Sohn anmelden können, wenigstens vorübergehend?
Denn wenn sie keine Ahnung hatte, wäre das auch egal gewesen, ob sie dann eine Haushaltsgemeinschaft gewesen wären, denn sie wusste ja von Nichts.
Nun ja - - es ging ja bei dem Fall hier vor allem darum, eine neue Wohnung zu finden - ein AlgII-Anspruch war ja noch nicht da, weil sie ja noch Abfindung bekam. Wobei das für mich auch unverständlich ist - eigentlich bekommt man ja erstmal Alg I - bei einer Kündigung durch den AG sowieso. Eine Sperre bei AlgI ist ja meines Wissens nicht von der Höhe der Abfindung abhängig, sondern von der Ursache der Abfindung.

Es gibt hier ein paar Ungereimtheiten...
 

Richardsch

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Nun ja - - es ging ja bei dem Fall hier vor allem darum, eine neue Wohnung zu finden - ein AlgII-Anspruch war ja noch nicht da, weil sie ja noch Abfindung bekam. Wobei das für mich auch unverständlich ist - eigentlich bekommt man ja erstmal Alg I - bei einer Kündigung durch den AG sowieso. Eine Sperre bei AlgI ist ja meines Wissens nicht von der Höhe der Abfindung abhängig, sondern von der Ursache der Abfindung.

Es gibt hier ein paar Ungereimtheiten...
Nun ja, hier wurde eine große Katastrophe in ein paar Zeilen beschrieben. Da kann es schon zu Unstimmigkeiten kommen. Es heißt ja, das sie monatelang nach einer Stelle gesucht hat. Das könnte die ALG I-Zeit gewesen sein. Ebenso ist nicht zu erkennen, ob sie eine eigene Wohnung hatte oder noch bei ihrem Lebensgefährten wohnte, wegen dem sie vor 15 Jahren weggezogen war. Warum sie sich nicht bei ihrem Sohn angemeldet hat, kann auch verschiedene Gründe haben. Unwissenheit, Schamgefühl oder auch das Wissen, dass sie noch verwertbares Vermögen hatte.

Georgia gebe ich Recht. Wer aus der Mittel- oder Oberschicht kommt und Probleme wie Arbeitslosigkeit immer ignorierte, auch schon aus "Gruppenzwang", steht als Betroffener wie gelähmt dar. Das ist wie mit dem Frosch und dem heißen Wasser. Diejenigen, die immer gerade mal ihr Auskommen hatten, kennen das Thema Arbeitslosigkeit und können sich eher damit identifizieren. Sie sitzen sozusagen im kalten Wasser, welches nach und nach erhitzt wird. Ich denke hier liegt auch das Problem des geringen Widerstandes gegen das System. Wird einer aus der Mittel- oder Oberschicht arbeitslos, springt er gleich ins heiße Wasser. Mit ein großes Problem in dieser Schicht ist es auch, dass sie meist schlagartig ihre "Freunde" verlieren.

Gruß Richard
 
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