Von ALG2 zu EMR - Übergangszeit - zu wenig Geld

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Randolf

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Hallo ihr Lieben,

im April 2019 habe ich von der DRV meinen Rentenbescheid bekommen. Die Erwerbsminderungsrente wurde rückwirkend genehmigt. Die Rente wird ab dem 01.06.2019 für den jeweiligen Monat am Monatsende ausgezahlt. Womit wir auch schon bei einem Problem wären:

Ich lebe zusammen mit meiner Tochter und meiner Lebensgefährtin (beide Erwerbslos) in einer Bedarfsgemeinschaft. Heute hatte ich eine Auszahlung des ALG2 von 718 Euro. Anscheinend wurde mein Anteil schon gestrichen. Nach etwas Recherche war mir auch klar warum. ALG2 wird immer im Voraus gezahlt und die Rente eben für den jeweiligen Monat am Monatsende. Das reist uns jetzt natürlich ein großes Loch in den Geldbeutel weil quasi ca. 700 Euro für diesen Monat fehlen.

In dem Rentenbescheid steht noch etwas von einer Nachzahlung:

Rentenbescheid.jpg

Die Nachzahlung wird das Jobcenter von der DRV zurückfordern:

JC an DRV 1.jpg JC an DRV 2.jpg JC an DRV 3.jpg

Es gibt aber eine Differenz. Das Jobcenter fordert von der DRV 5899,73 Euro. Wie im ersten Anhang ersichtlich, steht mir aber eine Nachzahlung in Höhe von 6695,25 Euro zu. Eine Differenz von 795,52 Euro. Das wäre die Summe die uns retten könnte. Ich gehe aber davon aus, dass das Jobcenter auch diese Summe irgendwie anrechnet denn mir liegt noch folgendes Schreiben vor:

JC Aufforderung Mitwirkung.jpg

Außerdem habe ich noch einen Änderungsbescheid vom Jobcenter bekommen:

JC Änderungsbescheid 1.jpg JC Änderungsbescheid 2.jpg


Aufgrund meiner Krankheit bin ich mit dem ganzen Papierkram überfordert und suche hier Hilfe. Meine Fragen:

- Wie ist das mit der Differenz der Nachzahlung (795,52 Euro)? Wird das Jobcenter die anrechnen, sodass wir davon nichts mehr haben?
- Was tun wenn uns für diesen Monat nur die ausgezahlten 718 Euro zur Verfügung stehen? Darlehen beim Jobcenter?


Ich hoffe, dass ihr mir ein wenig helfen könnt.

Lieben Gruß
 

saurbier

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Hallo Randolf,

die DRV hat hier offenbar eine Rentennachzahlung für die Zeit 02.02.2018 in Höhe von 6.695,25 € angegeben, von denen das JC nun den Betrag von 5.899,73 € zurück fordern darf.

Um die Rückforderung wirst du mal nicht herum kommen, denn die Leistung wird insoweit als Vorschuss auf deine nun bewilligte EMR gewertet.

Das das JC hier noch weitere 795,52 € fordert, kann ich den Schreiben hingegen nirgend entnehmen.

Demzufolge bliebe dir (bzw. der BG) bisher der Betrag von 795,52 € zur freien Verfügung, was allerdings dann mit der BG-Leistung im Auszahlungsmonat (Zahlungszufluss) entsprechend verrechnet würde.

Sollte es hier ggf. zu eine Unterdeckung kommen, dann müßtest du ein Darlehen als Überbrückung beantragen. Dazu kannst du hier genügend Beispiele anhand bisheriger Diskussionen im Forum finden. Bitte benutze dazu mal die Suche-Funktion.


Grüße saurbier
 

Randolf

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Demzufolge bliebe dir (bzw. der BG) bisher der Betrag von 795,52 € zur freien Verfügung, was allerdings dann mit der BG-Leistung im Auszahlungsmonat (Zahlungszufluss) entsprechend verrechnet würde.

Das heißt, dass mir von den 795,52 Euro im Endeffekt nichts bleibt weil mir diese dann im Auszahlungsmonat wieder abgezogen werden, habe ich das richtig verstanden? Mir geht es nicht um die 5.899,73 Euro. Das ist mir klar, dass ich darauf keinen Anspruch habe.
 

saurbier

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Hallo Randolf,

irgenwie versteh ich das jetzt nicht.

Wenn dir aus der Rentennachzahlung noch 795,52 € verbleiben, dann verbleiben sie dir. Du hast ja das Recht auf Sparververmögen. Solltest du da jedoch bereits die Grenze erreicht haben, nun dann wird man den überschüssigen Teil natürlich für die BG verrechnen.

Da mußt du halt mal selber nachrechnen wie hoch dein geschütztes Vermögen aktuell sein darf

Ein Grundfreibetrag in Höhe von 150 € je vollendetem Lebensjahr des erwerbsfähigen Hilfebedürftigen und seines Partners, mindestens jeweils 3.100 €.

Da muß man nun in solch einem Fall mal etwas genauer hinschauen und ggf. dem SB vorrechnen.


Grüße saurbier
 

bLum

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Mhmmmm ... *Kinnreib* also insegsamt 450€ dürften seit Feb. letzten Jahres bei der Verrechnung Rente-Leistung sowieso keine Beachtung finde, weil das die Versichertenpauschale wäre. Das meinte ich, hatte aber dem Zeitraum erst kaum Beachtun geschenkt. Kommt dann auch nicht hin. Seltsamer Bescheid! Ich bin auch ratlos.
 

Helga40

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Korrekt müsste das JC die Nachzahlung für Oktober anrechnen als einmaliges Einkommen nach § 11 Absatz 3 SGB II. Die restliche Nachzahlung basiert auf anrechnungsfreien Absetzungen, der Anspruch des Jobcenters ist durch die Erstattung erfüllt. Der Teil wäre anrechnungsfrei.

Da muss der TE aufpassen, denn ich garantiere, dass das JC das nicht beachten wird.
 

CanisLupusGray

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Unser JC und auch das Sozialamt kennen den § 37a - Sozialgesetzbuch (SGB) Zwölftes Buch (XII) - Sozialhilfe - (SGB XII) stellen nicht oder wollen ihn nicht kennen. Und vor dem SG hatte sich das EIL-Verfahren für den einen Monat so hingezogen, das sich das Ganze durch zeitlichen Ablauf erledigt hatte. Also ein zahnloser Papiertiger der §37a SGB XII. Aber ich habs mir trotzdem schonmal für meinen Rentenantrag vorgemerkt und die Anträge samt Klage vorgeschrieben ;-).

Zur Renten-Nachzahlung: Die behält die DRV erst mal ein bis das JC seine Ansprüche geltend macht und der Rentner sieht nichts davon.
 

saurbier

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Hallo CanisLupusGray,

Zur Renten-Nachzahlung: Die behält die DRV erst mal ein bis das JC seine Ansprüche geltend macht und der Rentner sieht nichts davon.

Nun ja, zuerst einmal ist es schon korrekt, das die DRV die Rentennachzahlung vorerst nicht auszahlt, bis andere mögliche Leistungsträger ihre Ansprüche dort gemeldet haben.

Ist das jedoch erledigt dann wird auch ausgezahlt, sofern eben noch etwas übrig bleibt.

Da muß man halt genau nachrechnen, ob die dort angemeldeten Ansprüche auch zutreffend sind und da versuchen die einzelnen Leistungsträger leider (wie man hier öfters lesen kann) mitunter zu eigenen Gunsten zu verrechnen. Abhilfe schafft da nur eine genaue monatliche Gegenüberstellung (am besten eine Tabelle) des Leistungsbezuges (hier z.B. JC) mit dem Erstattungsansprüchen der DRV.

Und ja, bezüglich ein eA Klage, das kann durchaus einige Zeit in Anspruch nehmen, aber ist die immer noch weit schneller als wenn man eine reguläre Klage vor dem SG durchziehen müßte. Mein damaliges Verfahren hat knapp 6 Wochen gedauert.


Grüße saurbier
 

Randolf

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Das alles überfordert mich massiv. Ich lese zwar eure Texte aber komme nicht hinterher. Ich habe jetzt auch nochmal beim Jobcenter angerufen in der Hoffnung, dass die mir verlässliche Informationen geben können aber da sagt jeder was anderes aber alle sind sich einig, dass die 795,52 Euro voll angerechnet werden und ich im Prinzip nichts davon habe. Echt ein bisschen blöd weil mir und meiner Familie somit in diesem Monat nur 718 Euro bleiben. Davon gehen dann Miete, Strom und Telefon ab. Wird schwer vom Rest Lebensmittel für den ganzen Monat zu kaufen :(

Diese bescheuerte Reglung das ALG2 immer im Voraus und die Rente eben für den jeweiligen Monat am Monatsende gezahlt wird.
 
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