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Vom Ein-Euro-Job in die Rente

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wolliohne

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#1
Ältere dürfen nun drei Jahre lang im Ein-Euro-Job bleiben

Von Lars Gerhardt

Karl-Dieter Düsenberg ist in der Obdachlosenunterkunft in Plettenberg Hausmeister und Streitschlichter in einem. Den Job will der 59-Jährige nun bis zur Rente machen - eigentlich dürfte er als "Ein-Euro-Jobber" nur sechs Monate lang arbeiten.
Karl-Dieter Düsenberg; Rechte: WDR/GerhardtBild vergrößern

Karl-Dieter Düsenberg will bis zur Rente arbeiten

Manchmal muss Karl-Dieter Düsenberg das Ordnungsamt rufen: Wenn die Bewohner im Gansmecker Weg "Randale machen", wie er sagt. Düsenberg kennt die Situation in der Obdachlosen-Unterkunft: Er war schließlich selbst mal obdachlos, das war eine "sehr schwierige Zeit". Seit Januar ist der 59-Jährige ein so genannter Ein-Euro-Jobber und als solcher der Mann für alle Fälle: Er mäht Rasen, heizt im Winter die Kohleöfen, renoviert bei Bedarf die Zimmer der 44 Wohneinheiten und schlichtet Streit unter den Bewohnern. 1,50 Euro pro Stunde bekommt er für seine Arbeit, zusätzlich zum Arbeitslosengeld-II. Der gelernte Schmied will den Job bis zur Rente weitermachen: "Ich muss was zu tun haben, sonst wird das Leben langweilig."
"Was soll ich nach sechs Monaten machen?"
Volker Bäumel und Karl-Dieter Düsenberg; Rechte: WDR/GerhardtBild vergrößern

Sozialarbeiter Volker Bäumel: Nach sechs Monaten ist Schluss

Düsenberg hat Glück: Seit August dürfen Arbeitslose über 58 Jahre bis zu drei Jahren lang einen Ein-Euro-Job ausführen. Das sieht eine neue Initiative von Bund und Ländern vor. Alle anderen müssen aber weiterhin nach sechs Monaten aufhören. Das sei nicht selten ein Problem, sagt Volker Bäumel. Der Koordinator für die Ein-Euro-Jobs bei der Stadt Plettenberg spricht aus Erfahrung: "Viele Ein-Euro-Jobber sagen, was soll ich jetzt machen? Meine sechs Monate sind rum, ich falle zurück in die Arbeitslosigkeit" so Bäumel. Der Sozialarbeiter betreut insgesamt 50 "Ein-Euro-Jobber" in Plettenberg. "Die Arbeiten nützen den Menschen viel", sagt Bäumel, "aber das Gesetz verlangt eben, dass nach sechs Monaten Schluss ist." Diese kurze Zeitspanne reiche aber nicht aus, um Menschen wieder ins Arbeitsleben zu integrieren: "Wenn die Realität nun mal so ist, dass sie keine Arbeit kriegen, warum sollen sie dann nicht länger arbeiten dürfen?"
ARGE: Generelle zeitliche Ausweitung unfair
Friedrich Hahne; Rechte: WDR/GerhardtBild vergrößern

Friedrich Hahne: Generelle Ausweitung ist unfair

Die zuständige Behörde für Langzeitarbeitslose, die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Märkischer Kreis, kennt das Problem mit der Sechs-Monats-Frist. "Es gibt viele Ein-Euro-Jobber, die lieber weiter arbeiten würden, als nichts zu tun.", sagt der Bereichsleiter der ARGE, Friedrich Hahne. Auch die Städte, Wohlfahrtsverbände und Vereine, bei denen Arbeitslose in Ein-Euro-Jobs arbeiten, würden oft nach einer Verlängerung arbeiten. Die neue Drei-Jahres-Regelung für ältere Arbeitslose sei aber nicht auf alle übertragbar. "Es wäre auch denjenigen gegenüber nicht gerecht, die keinen Ein-Euro-Job haben, wenn die Plätze von immer denselben blockiert werden. Da brauchen wir eine Fluktuation," so Hahne.

Rund 1.800 Arbeitsgelegenheiten hat die Behörde bei Städten, Wohlfahrtsverbänden und Vereinen ins Leben gerufen. Damit kann theoretisch gut jeder zehnte Arbeitslosengeld II-Empfänger im Märkischen Kreis einen Ein-Euro-Job bekommen. Kritiker einer zeitlichen Ausweitung sehen noch einen weiteren Vorteil der zeitlichen Befristung: Mit dem Wechsel nach sechs Monaten entstehe ein Bruch beim Arbeitgeber. Das beuge dem Missbrauch vor, dass Ein-Euro-Jobber als billige Arbeitskräfte eingeplant werden und so verhindern, dass neue, qualifiziertere Beschäftigte eingestellt werden.
Weitere Ausnahmeregelungen möglich

Die ARGE Märkischer Kreis will keine zeitliche Ausweitung der Ein-Euro-Jobs für alle. Die Frist soll aufgrund der bisherigen Erfahrungen aber künftig flexibler gehandhabt werden: Unter-25-Jährige sollen beispielsweise bis zu einem Jahr arbeiten dürfen, wenn sie neben dem Job einen Hauptschulabschluss nachholen. "Auch alle anderen Ein-Euro-Jobber können eine Verlängerung um bis zu einem halben Jahr beantragen", erklärt Hahne. Das werde dann aber je nach Einzelfall entschieden: "Wir müssen dann gucken, wo das sinnvoll ist."

ps. der Unsinn geht weiter !
ww
wdr.v.07.09.05
 
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