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Volle Erwerbsminderungsrente reicht nicht. Was nun ?

Mayestic

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Erst einmal möchte ich mich entschuldigen wenn ich evtl im falschen Forum schreibe. Ich bin fachlich nicht so stark und weiß einfach nicht in welchen Forumsteil es unter Umständen gehört.

Eine kleine Vorgeschichte.

Am 06.06.13 wurde ich vom Jobcenter zum Gesundheitsamt geschickt zwecks ärztlicher Begutachtung. Das Ende vom Lied waren 6 Monate Welpenschutz. So nenne ich das mal. Vorübergehend nicht erwerbsfähig oder sowas.

Ende 2013 beantragte ich bei der Rentenversicherung in Speyer eine Rehamaßnahme. Der Arzt vom Gesundheitsamt befürwortete das, mein Facharzt ebenso. Grund dafür sind Lymphödeme an den Beinen. Nach einer ärztlichen Begutachtung in der DRV kam die Ablehnung der Rehamaßnahme. Eine Rehamaßnahme würde meine Erwerbsfähigkeit nicht wieder in dem Maße herstellen das ich als vermittlungsfähig gelten würde also beschloss die DRV aus dem Rehaantrag einen Rentenantrag zu machen, dem sie auch im Eilverfahren binnen drei Wochen nach der Untersuchung nachkam.

Inoffiziell wäre ich also seit dem 01.01.14 bis zum 30.11.15 voll erwerbsgemindert hätte ich nicht Widerspruch eingelegt weil ich die Rehamaßnahme halt möchte weil auch meine Physiotherapie, bei denen ich seit mehr als 2 Jahren jede Woche 2x Lymphdrainage habe, sagt das ihre Mittel ausgeschöpft sind.

Nach einem Anruf bei der Außenstelle der DRV in Andernach erklärte man mir das ich einen Rentenanspruch von etwa 300€ habe. Kein Wunder ich bin seit 10 Jahren arbeitslos, war länger obdachlos und habe seit meiner letzten nicht abgeschlossenen Ausbildung im Grunde nicht mehr gearbeitet.

Das Fazit ist ich bin aktuell 38 Jahre, ohne Ausbildung, ohne Führerschein (hatte ich noch nie) und kann auf Grund meiner drei Bypässe die ich im rechten Bein habe (welche der Grund für mein zerstörtes Lymphsystem sind) + aktuell 172 KG (am 06.06.13 waren es noch 198 KG) Gewicht (was die Lymphödeme noch verstärkt) und kann vom Jobcenter in meiner Stadt seit Jahren nicht vermittelt werden. Ich galt aber all die Jahre noch als erwerbsfähig, wenn auch stark eingeschränkt laut Gutachten vom ATZ Saarbrücken, in dem ich 2009 einen 6-monatigen Aufenthalt hatte und mit der Empfehlung auf eine Umschulung in einem Berufsföderungswerk, dem die DRV ebenfalls nicht nachgekommen ist, entlassen wurde.

Wie gesagt hat mein Anwalt regen Briefkontakt mit der DRV. Diese weigern sich die Diagnosen der anderen Ärzte zu berücksichtigen und urteilen nur nach ihrem eigenen Arztbericht.

Mein Problem aktuell ist das ich nicht weiß wie es weitergeht. Mein Anwalt ist halt auch der Meinung das er diese "Masche" in der letzten Zeit sehr oft erlebt. Rentner mit niedrigen Rentenansprüchen werden schnell in die Rente geschickt, angeblich erstmal zeitlich befristet aber letztendlich meistens dauerhaft.

Ein weiteres Problem wird das Geld sein.

Mein Anwalt erzählte mir etwas davon das meine Mutter belangt werden kann und bezog sich auf die Düsseldorfer Tabelle. Aus der werde ich allerdings nicht schlau. Ich sehe dort auf Anhieb nicht was mit Kindern ist die über 21 Jahre alt sind. Muss meine Mutter nun wirklich für mich einspringen ?

Meine Mutter verdient so ca. 1300€ + 500€ Rente die aber noch versteuert wird. Am Ende sind es dann 1700€ in etwa die sie im Monat hat. Der Freibetrag liegt laut der Tabelle wohl bei 1100 oder 1200€ also müsste meine Mutter bis zu 500 oder 600€ für mich monatlich zahlen ?

Was kommt da überhaupt auf mich zu ? Ich meine, wenn mein Anwalt scheitert und das Ding verliert dann bekomme ich von Speyer meine Rente und muss dann was genau beantragen ? Sozialhilfe ? Grundsicherung oder wie nennt man das dann ? Und die prüfen dann die Einkünfte meiner Mutter (Vater verstorben) und die Differenz zwischen meiner Rente und der Grundsicherung ist dann von meiner Mutter zu zahlen ?

Ich verstehe das einfach noch nicht so genau.

Könnte mir das jemand entwirren und für etwas Klarheit sorgen ?

MfG Mirco
 

gelibeh

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Kommt jetzt darauf an, was das für eine Rente wird. Wenn die voll und dauerhaft wäre, wäre das Sozialamt mit Grundsicherung zuständig. Da müsste Deine Mutter schon über 100.000€ im Jahr verdienen um zum Unterhalt verpflichtet werden zu können. Anders sieht das bei einer befristeten vollen Rente aus. Da gäbe es Hilfe zum Lebensunterhalt von Sozialamt, wenn Du mit keiner erwerbsfähigen Person in einer BG lebst. Da könnte Deine Mutter herangezogen werden. Ob aber die Kindesunterhaltstabelle da die richtige ist, weiß ich nicht spontan. Denn Du bist ja nicht minderjährig. Hast Du einen Schwerbehindertenausweis?
 

Mayestic

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Also aktuell sieht es erst mal nach einer zeitlich befristeten vollen Erwerbsminderungsrente aus. In einem der Schreiben der DRV stand ja auch vom 01.01.14 - 30.11.15 und danach wird dann erneut begutachtet.

Nein, ich habe keinen Schwerbehindertenausweis. Ich habe lediglich 30% GdB aber das letzte Gutachten ist gute 15 Jahre her. Da könnte noch eine Steigerung möglich sein. Das Problem ist einfach mir wurde manchmal auch davon abgeraten den GdB erneut prüfen zu lassen. Den genauen Hintergrund weiß ich aber schon nicht mehr. Ich meine es waren tatsächlich die Mitarbeiter des ATZ die mir dazu geraten haben ihn erst mal ruhen zu lassen und quasi erst dann zu erhöhen wenn ich in Arbeit wäre. Zugegeben ich habe einfach gemacht was die gesagt haben ohne großartig zu hinterfragen.

Aktuell bin ich soweit zu sagen ich mach das jetzt einfach egal obs situationsbedingt positiv oder negativ sein kann.
 

Snickers

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Hallo,
ich würde auf jeden Fall einen Verschlechterungsantrag stellen, müsste ja funktionieren jetzt noch mit der DRV im Rücken...und wichtig ist das Merkzeichen G zu bekommen bzw. zu beantragen.

Du bist sicherlich nicht gut zu Fuß........und dann bekommst Du Freie Fahrt umsonst :icon_daumen:
und auch noch einmal 17% Mehrbedarf.........sind um die 60,-Euro

Alles Gute
 

Mayestic

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Ja, ich bin schlecht zu Fuß.

Gehstrecke unter 200m bei halber Schrittgeschwindigkeit. Dann fangen die Schmerzen an. Die Wade verkrampft sich, die rechte Seite des Fußes macht es der Wade nach. Da hilft nur hinsetzen und warten.

Umgangssprachlich nennt man das "Schaufensterkrankheit" nur das es bei mir keine Verkalkung der Gefäße gibt.

Fahrrad fahren ist meine Möglichkeit die Wohnung ohne öffentliche Verkehrsmittel zu verlassen. Sitzen und sich gleichzeitig bewegen ist perfekt und klappt sehr gut. Ohne Rad wäre ich aufgeschmissen.

Ich werde morgen mal beim Versorgungsamt anrufen und fragen wie man da an einen Termin kommt. Wegen dem Problem mit der Rente dachte ich darüber nach mal beim VdK anzufragen ob die mich beraten können.
 

gelibeh

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Hast Du die Rente wegen der Beine bekommen? Ich habe meine deshalb bekommen, eben weil meine Wegefähigkeit nicht mehr ausreichte. Das Gutachten des DRV-Gutachters habe ich dann dem Verschlechterungsantrag beigelegt und mein Merkzeichen G bekommen. Also mach das.
Einen Verschlechterungsantrag kann man sich eventuell auch runterladen. Musst Du mal googeln. Mit einem Termin wirst Du da nichts. Die wollen Formulare und Nachweise.
 

Mayestic

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Nein, die Rente soll nicht nur mit den Beinen zusammen hängen.
Die Psyche spielt wohl auch ne Rolle. Aber es gibt keine richtige Diagnose. Das Kind hat quasi keinen Namen. Ich hab ne Menge Nummern auf meinen Arztberichten stehn aber das alles zusammen ergibt keine anerkannte Krankheit und leichte Anti-Depressive zeigten bisher bei mir auch keine Wirkung. Für die harten Dinger fehlte halt bisher immer die Grundlage.
Mein massives Übergewicht sei laut der Arztin die mich untersucht hatte nicht der Grund dafür gewesen sein sich für die Rente auszusprechen. Ich könnte ja im sitzen arbeiten. Der Hauptgrund für deren Ablehnung der Rehamaßnahme ist wohl die Psyche.

Mein Leben ging einfach den Bach runter als die Bypässe kamen. Ich war vorher schon nicht sonderlich stabil weil ich auch nie wusste was ich wollte und kaum Spaß an etwas hatte. Man geht halt arbeiten weil man das Geld braucht und mehr auch nicht.

Während ich die Bypässe bekam befand ich mich in einer Ausbildung zum Fliesenleger. Da ich den Beruf nicht aufgeben wollte wie es mir die Ärzte geraten haben kann es auch sein das ich eine große Mitschuld daran trage das die Bypässe nicht hielten.

Danach wurde ich halt arbeitslos, später obdachlos. Dann kamen drei Jahre Resozialisierungszentrum der Caritas (Männerwohnheim für ehemalige Obdachlose um wieder sowas wie das normale Leben zu erlernen inklusive arbeiten in einer Caritaswerkstatt) und seit nun neun Jahren lebe ich in meiner eigenen Wohnung werde aber übers persönliche Budget einmal die Woche von einem Mitarbeiter einer caritativen Einrichtung besucht der mich dann durch die Stadt kutschiert sei es zum Wocheneinkauf oder Behörden / Ämter. Es ist aber keine gesetzliche Betreuung.

Dann war vorletztes Jahr der MDK noch bei mir zu hause weil ich meine Wohnung nicht mehr sauber halten konnte und es mit dem Lymphödem immer schlimmer wurde und seitdem bekomme ich ein mal die Woche für vier Stunden eine Haushaltshilfe bezahlt die hier für Ordnung sorgt und die Arbeiten erledigt die ich zur Zeit nicht kann.
 

gelibeh

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Ich würde das mit dem Merkzeichen G probieren. Alles was dokumentiert, dass Du nicht vernünftig laufen kannst, kann da hilfreich sein.
 
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