Voll erwerbsgemindert ohne Erwerbsminderungsrente - Welche Fälle sind das konkret? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

franzi

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Habe heute gelesen, dass es sein kann, dass jemand voll erwerbsgemindert ist, und dennoch keine Erwerbsminderungsrente bezieht.

Welche Fallkonstellation liegt hier vor?
Welchen Status hat man dann beim JC
 

wheelie

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Moin,

z.B. selbständig sein, nichts einzahlen (können) in die DRV, und dann in Grundsicherung landen.

JC zwingt einen dann, einen Rentenantrag zu stellen, wenn keine Besserung in Sicht ist, die DRV muss auf Bitten des Jobcenters begutachten, und dann gehste zum Sozialamt. So lange bekommste weiter ALG II
 

Leser

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Dann bist Du allgemein bei der Arbeitsverwaltung abgemeldet und hast von da nichts mehr zu erwarten, weder von Agentur für Arbeit noch vom Jobcenter.

Das Sozialamt verwaltet Dich nur noch und zahlt Dir Deine monatliche Grundsicherung bei Erwerbsminderung aus, sonst kommt von da nichts mehr.

Sämtliche staatliche Hilfen zur Weiterbildung und zur Erlangung einer Erwerbstätigkeit kannst Du knicken. Eingliederungshilfe kannst Du vergessen, da geht es nur zur Werkstatt für behinderte Menschen, das ist beileibe nichts für jeden.

Kurzum, eine volle Erwerbsminderung auf Dauer ohne Anspruch auf Erwerbsminderungsrente ist ein Abstellgleis, von dem herunterzukommen es fast unmöglich ist.

Dies sind meine Erfahrungen. Sie sind nicht schön, aber so ist es nun mal.

Was bleibt? Entweder Du findest selbstständig eine Erwerbstätigkeit oder Du musst mit diesem Status als Endstellung leben. Ist leider so, kann man zur Zeit nicht ändern. System halt.
Geld geht eben vor Mensch.
 

franzi

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@Leser: So gruselig das klingt, für mich wäre das durchaus eine Lösung, mit der ich mich anfreunden könnte.

Du bekommst also anstatt der Erwerbsminderungsrente die Grundsicherung. Bist weg vom JC.
Ich wäre damit nicht unglücklich.

Daneben darf man ja noch einen kleinen Hinzuverdienst haben.

Mir geht es um eine Überbrückungslösung für die nächsten Jahre.
 

grün_fink

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@franzi
Von dem Hinzuverdienst bleibt nicht viel. Vom ersten verdienten Euro an werden 70% mit den Leistungen SGB XII verrechnet. Ausnahme Ehrenamtspauschale bis 200€ oder manche andere kleine Verdienste, die unter letzteres fallen.

Ohne Rente sind hauptsächlich die Leute ohne Rentenanspruch (versicherungsrechtiche Voraussetzungen). Manche sind dann beim Sozialamt angesiedelt, manche in BGs beim Jobcenter. Manche leben auch so von irgendwelchen Sachen wie abbezahltes Wohneigentum, oder verdienen ganz wenig, oder freischaffend mal nen größern Batzen aber insgesamt über einen Zeitraum sehr wenig. Manche haben auch regelmäßige Unterstützung von Verwandten, manche werden vom Partner unterhalten und verdienen zu.
 

ZynHH

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Kurzum, eine volle Erwerbsminderung auf Dauer
Und die muss man ja auch erstmal erreichen. Meist wird jahrelang nur verlängert und es gibt nur HzL statt Grundsicherung.
Mein Kenntnisstand ist, das bei Hzl ( erwerbsminderung auf Zeit ) Eltern und oder Kinder ihre Einkommen angeben müssen um zu klären, ob diese nicht Unterhaltspflichtig sind.
 

Larsson

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Mein Kenntnisstand ist, das bei Hzl ( erwerbsminderung auf Zeit ) Eltern und oder Kinder ihre Einkommen angeben müssen um zu klären, ob diese nicht Unterhaltspflichtig sin
Jepp, die müssen ihre Einkommen angeben und sind Unterhaltspflichtig, ganz oder anteilig. Meine Schwester bekam Jahre Hilfe zum Lebensunterhalt und meine Mutter musste monatlich 150€ zahlen.
Einkommensgrenzen sind aber recht hoch.
 
Zuletzt bearbeitet:

franzi

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@grün_fink: "Vom Partner unterhalten" ... Würde dann nicht die Grundsicherung wegfallen?

Da müsste man unterscheiden, ob die Partner verheiratet sind, nur zusammen leben, getrennt leben etc.

Wenn ich einen wohlhabenden Partner heirate, kann ich mir nicht vorstellen, dass ich dann noch Anspruch auf Grusi hätte ...
 

grün_fink

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@grün_fink: "Vom Partner unterhalten" ... Würde dann nicht die Grundsicherung wegfallen?

Da müsste man unterscheiden, ob die Partner verheiratet sind, nur zusammen leben, getrennt leben etc.

Wenn ich einen wohlhabenden Partner heirate, kann ich mir nicht vorstellen, dass ich dann noch Anspruch auf Grusi hätte ...
Ja, wenn jemand vom Partner unterhalten wird und das ausreicht, gibt's keine GruSi.
Dann ist das Einkommen, welches den Bedarf mindert.
Ebenso Wohnkosten bestimmen ja nur den Bedarf in seiner Höhe mit: wenig Kosten, weniger Bedarf, wenig Auszahlbetrag.
Errechneter Bedarf minus Einkommen...

Ob Partner verheiratet sind oder nicht: Wenn sie zusammen leben, ist es eine BG, und Partnereinkommen ist BG-Einkommen.
BG hat Gesamtbedarf und bekommt Gesamteinkommen und Gesamtbetrag, mal ganz grob vereinfacht.
Wie das ist, wenn man getrennt lebt, dürfte wohl unterschiedlich sein.
Neulich schrieb auch mal jemend etwas, wie das mit Unterhaltsrecht nach BGB ausschaut, auch im Fall von Trennung.

Wohlhabenden Partner heiraten - braucht man da Sozialhilfe? Allerdings hätte man dann zusammen mehr, wenn man Rente bekommen würde. Im Fall von wohlhabend, dürfte das aber nicht besonders viel ausmachen, wenn die Rente eh klein sein sollte.
 
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