Voll erwerbsgemindert nach SGB XII und Umzug wg. Eigenbedarfskündigung in neue Wohnung: wenn die Miete nicht angemessen ist, bekomme ich dann gar keine Unterstützung oder nur den Betrag X wie wenn die Wohnungsmiete angemessen WÄRE? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

CeeHaa

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Hallo zusammen,

ich bin alleinstehend, Mitte 50, voll und unbefristet erwerbsgemindert und schwerbehindert (80% G, B) und mir wurde meine Wohnung wegen Eigenbedarf zum September 2020 gekündigt.
Bisher erhielt ich aufstockend Grundsicherung.

Ich bin schon verzweifelt dabei, angemessene Wohnungen (erfragt beim Sozialamt hier in Fürth-Land bei 419 Bruttokaltmiete) im Umkreis zu finden.

Ich habe im Forum mitgelesen und soweit, glaube ich, verstanden, dass es auf die Gesamtkosten ankommt (qm <--> Miete).
Auch habe ich verstanden, dass bei Unangemessenheit nach 6 Monaten eine Aufforderung zur Kostensenkung oder Umzug kommt.

Meine Frage an euch wäre bitte:

Was ist wenn eine Wohnung nun z.B. 50 EUR darüber wäre und nicht "angemessen" wäre:

  • Bekomme ich dann vom Amt GAR keine Unterstützung oder
  • nur den Betrag BIS zu einer fiktiven angemessenen Miete und ich müsste dann eben schauen, wie ich mit meinem Geld dann klar käme?

    Danke.
 

Seepferdchen 2010

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Guten Tag CeeHaa und :welcome:

zunächst einmal eine Frage du schreibst:

unbefristet erwerbsgemindert und schwerbehindert (80% G, B)
Bestimmt benötigst du ggf. einen Rollstuhl, diese Frage stelle ich nicht aus neugier, sondern um
Stück für Stück alle Möglichkeiten zu betrachten.

 

CeeHaa

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nein, Rollstuhl brauche ich nicht, auch nicht in Zukunft, das hat andere Gründe
 

AndreGrusi

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Ich kann aus eigener Erfahrung folgendes mitteilen:
meine Wohnung war vor ca. 10 Jahren einmal unangemessen, ich hatte gerade die Rente (auch 80% GDB mit Merkzeichen G). Die Miete war ca. 30 Euro zu hoch. Aufforderung Umzug. Ich musste zu diesem Zeitpunkt monatlich nachweisen, dass ich mich um eine günstigere Wohnung bemühe, d.h. Wohnungsanzeigen aus Tageszeitung ausgeschnitten - aufgeschrieben und monatlich dem Amt vorgelegt bis ich eine günstigere Wohnung bekam. Der Umzug wurde da auch vom zuständigen Amt bezahlt, da ich das allein, kein Auto, sozial isoliert aufgrund von Krankheit nicht "stemmen" konnte. Wenn du unbedingt raus must, solltest du fragen ob aufgrund der Dringlichkeit auch erst einmal eine vielleicht teurere Wohnung angemietet werden kann.
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

achso, die höheren Kosten wurden dann solange bezahlt, da ich ja nachgewiesen habe mich um etwas Neues zu bemühen.
 

Seepferdchen 2010

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nein, Rollstuhl brauche ich nicht, auch nicht in Zukunft, das hat andere Gründe
Gut ich will jetzt nicht alles abfragen was ggf weiterhelfen würde, daher kann auch ein ärztliches Attest
hilfrich sein weil zum Beispiel du nur in eine Erdetage ziehen kannst oder ein Fahrstuhl benötigst um
keine Treppen zu steigen usw.

Und natürlich kannst du eine Liste vorlegen über deine Wohnungssuche Datum Ansprechpartner usw.

Bestimmt kommen noch eventuell einige Hinweise.
 

CeeHaa

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danke, das Problem ist ja nicht der Umzug an sich, sondern ich muss bis Ende September eine Wohnung haben, egal wie, weil ich aus der jetzigen raus muss. Soviel steht fest. Die Frage ist nur, kann ich mir die derzeit günstigste, verfügbare nehmen, die evtl. von Amtes wegen nicht angemessen, da Miete über dem KDU-Betrag und was passiert dann nach 6 Monaten, wenn ich nach einer eventuellen Aufforderung zum Umzug NICHT ausziehe:

  • wird dann die aufstockende Grundsicherung komplett auf 0 gesetzt
oder

  • wird der Aufstockungsbetrag mir so berechnet, wie WENN ich genau den angemessenen KDU-Betrag als Miete HÄTTE (und dann eben selber schauen muss, wie ich damit den Rest aus der Rente stemme)?
 

little

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1) Die Umzugskosten würden NICHT übernommen werden!

2) Die Kaution würde NICHT übernommen werden!

3) Sofern du in der gleichen Stadt bleibst, bekämst du lediglich denselben Aufstockungsbetrag, wie du ihn JETZT in der alten Wohnung erhälst!

4) Sofern die Stadt wechselt, würde du max. den Aufstockungsbetrag bis zur ANGEMESSENEN KDU erhalten.

5) CAVE! Etwaige, spätere Betriebskosten-Abrechnungen würde NICHT vom Amt übernommen werden!

P.S.: Sämtliche Kürzungen beträfen die Zeit AB EINZUG, bei ungenehmigtem Umzug gibt es KEINE (bis zu) 6 Monate volle KDU!!
 

CeeHaa

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vielen Dank, das ist sehr gut zu wissen, dankeschön
 

Seepferdchen 2010

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CeeHaa

noch mal meine Fragen waren nicht umsonst gestellt, es geht auch darum zum einen um die Umzugskosten,
wie zum Beispiel die Kaution usw. die nicht übernommen werden.

Die Frage ist nur, kann ich mir die derzeit günstigste, verfügbare nehmen, die evtl. von Amtes wegen nicht angemessen, da Miete über dem KDU-Betrag und was passiert dann nach 6 Monaten, wenn ich nach einer eventuellen Aufforderung zum Umzug NICHT ausziehe:
und

wird dann die aufstockende Grundsicherung komplett auf 0 gesetzt
Nein du bekommst nur den Betrag zur angemessenen Miete.

Es ist ja nicht nur der Rest, bedenke bitte auch die Nebenkostenabrechnung.

§ 35 SGB XII

(2) 1Übersteigen die Aufwendungen für die Unterkunft den der Besonderheit des Einzelfalles angemessenen Umfang, sind sie insoweit als Bedarf der Personen, deren Einkommen und Vermögen nach § 27 Absatz 2 zu berücksichtigen sind, anzuerkennen. 2Satz 1 gilt so lange, als es diesen Personen nicht möglich oder nicht zuzumuten ist, durch einen Wohnungswechsel, durch Vermieten oder auf andere Weise die Aufwendungen zu senken, in der Regel jedoch längstens für sechs Monate. 3Vor Abschluss eines Vertrages über eine neue Unterkunft haben Leistungsberechtigte den dort zuständigen Träger der Sozialhilfe über die nach den Sätzen 1 und 2 maßgeblichen Umstände in Kenntnis zu setzen. 4Sind die Aufwendungen für die neue Unterkunft unangemessen hoch, ist der Träger der Sozialhilfe nur zur Übernahme angemessener Aufwendungen verpflichtet, es sei denn, er hat den darüber hinausgehenden Aufwendungen vorher zugestimmt. 5Wohnungsbeschaffungskosten, Mietkautionen und Umzugskosten können bei vorheriger Zustimmung übernommen werden; Mietkautionen sollen als Darlehen erbracht werden. 6Eine Zustimmung soll erteilt werden, wenn der Umzug durch den Träger der Sozialhilfe veranlasst wird oder aus anderen Gründen notwendig ist und wenn ohne die Zustimmung eine Unterkunft in einem angemessenen Zeitraum nicht gefunden werden kann.
Text hervorgeoben
 

CeeHaa

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Umzug und Kaution (Darlehen) hat mir das Amt schon "zugesagt", da es eine Eigenbedarfskündigung ist, um die ich nicht herum komme.
Nur ... es gibt partout keine Kaltmieten hier für unter 400 EUR für eine 2-Zi-Whg.
 

Seepferdchen 2010

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Darum habe ich ja im §§ diesen Satz hervorgehoben:

6Eine Zustimmung soll erteilt werden, wenn der Umzug durch den Träger der Sozialhilfe veranlasst wird oder aus anderen Gründen notwendig ist und wenn ohne die Zustimmung eine Unterkunft in einem angemessenen Zeitraum nicht gefunden werden kann.
Nur ... es gibt partout keine Kaltmieten hier für unter 400 EUR für eine 2-Zi-Whg.
Und genau hier solltest du deine Wohnungssuche genau schriftlich festhalten, wie bereits in meinem Post oben erwähnt.

Erstelle dir eine Liste Wohungsangebot Datum Ansprechpartner ggf Gespräch geführt usw., das ist wichtig!
 

CeeHaa

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P.S.: Sämtliche Kürzungen beträfen die Zeit AB EINZUG, bei ungenehmigtem Umzug gibt es KEINE (bis zu) 6 Monate volle KDU!!
  • Was meinst du mit "ungenehmigter Umzug"?
    Das Amt weiß bereits von mir, dass ich umziehen MUSS.
    Muss ich dann vor Unterschreiben des Mietvertrages das Amt fragen?
  • Beziehen sich deine Aussagen bzw. keine Übernahme von Kaution, Nebenkostenabrechnung etc. auch auf die GEZ-Befreiung?
 
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