Völlig Mittellos, Jobcenter Leipzig gewährt keinen Vorschuss, Obdachlosigkeit.

Albi82

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Hallo zusammen,

bin ganz neu hier im Forum und erhoffe mir ein wenig Beistand im Umgang mit dem Jobcenter in Leipzig.

Zur Situation:

Aufgrund eines Jobangebotes bin ich seit dem 02.08.2016 in Leipzig, das Angebot hat sich seit vergangenen Montag den 22.08.2016 als falsch entpuppt und ich wurde immer wieder hingehalten dass es bald losgeht, ohne das was bei rum gekommen ist. Eine Klage werde ich sobald ich ein wenig Luft habe vorbereiten.

Jetzt sitze ich da komplett ohne Geld in einem Ferienzimmer, mit den Vermietern habe ich bereits geredet, sie meinten ich könnte das Zimmer für 320 Euro pauschal anmieten pro Monat. Einen Mietvertrag bekomme ich aber erst wenn ich die erste Rate in Bar bezahlt habe. Ich willigte natürlich ein und meinte das ich zum Jobcenter gehe und einen Antrag auf Arbeitslosengeld 2 stelle.

Da ich hier bei dem Ferienzimmer keinen Briefkasten besitze, habe ich mich im Vorfeld um eine Postadresse bei der Caritas in Leipzig gekümmert letzte Woche Dienstag und bin dann Mittwoch zum Jobcenter gegangen um den Antrag auf Hartz 4 zu stellen und ab da wird es wirklich nur noch brutal.

Nach einiger Recherche über Vorschuszahlungen war ich ganz optimistisch am Freitag bei der Abgabe meines Antrages zumindest die Miete und ein paar Euros zum überleben vorab zu bekommen. Die Mietzahlungen wurde direkt abgeschmettert da kein Mietvertrag beiliegt (ok, das kann ich irgendwo noch verstehen), einen grundsätzlichen Vorschuss geben sie nicht raus, es fehlt der Kontoauszug vom aktuellen Monat, ich bekomme die Kontoauszüge aber nur am Ende jeden Monats da ich nur ein reines Online Konto besitze, die Anzeige über meine Umsätze und den derzeitigen Kontostand über mein Smartphone haben sie nicht akzeptiert und verlangten zumindest die Umsatzliste ausgedruckt. Da ich natürlich nicht so schnell an einen Drucker gekommen bin, war es am Freitag dann auch schon zu spät (Jobcenter schließt um 12 Uhr freitags) dies noch am selben Tag abzuwickeln, aber nicht nur dass es zu spät war, meinen bereits ausgefüllten Antrag hat sie dann nicht mal angenommen, damit der wenigstens zur Verarbeitung kommt, ich verlangte eine schriftliche Stellungnahme warum bzw. dass sie meinen Antrag nicht annimmt, sie holte die Teamleiterin dazu, die mir genau das selbe erzählte und mich dann gebeten hat das Haus zu verlassen und am Montag wieder zu kommen mit der ausgedruckten Umsatzliste für August und dem Hauptantrag, dann bin ich gegangen, blieb ja erstmal keine Wahl.

Ok, die Vermieter nochmals beschwichtigt sich bis Montag zu gedulden, die Umsatzliste für August ausgedruckt und heute eben voller Zuversicht wieder hin. Naja, es kam natürlich anders wie erhofft. Wieder eine Nummer gezogen und dann zur Sachbearbeiterin geschickt, ganz normales Prozedere, meine Dringlichkeit in Bezug auf meine drohende Obdachlosigkeit vermittelt und meine totale Mittellosigkeit, da ich nur noch über 12 Euro im Geldbeutel verfüge dargestellt. Habe um dringenden Vorschuss gebeten, sie meinte es wäre keiner gerade da in der Leistungsabteilung (morgens um 10 Uhr) und sie kann nicht darüber entscheiden. Ich blieb da diesmal stur und konfrontierte sie damit, dass sie mir schriftlich geben soll, dass ein Antrag auf Vorschuss nicht möglich ist, weil niemand derzeit in der Leistungsabteilung verfügbar wäre. Plötzlich gings doch, da hatte ich wieder Hoffnung. Ich wartete dann nochmals 2 Stunden im Wartebereich der Abteilung bis die Dame kam um mich anzuhören.

Auch ihr erklärte ich die Dringlichkeit, dass ich vollkommen mittellos bin und heute die 320 Euro zu bezahlen hätte die ich als Vorschuß verlange in Bar, den entsprechenden Mietvertrag reiche ich dann nach. Geht nicht meint sie, ohne Mietvertrag keine Chance. Dann meinte ich ok, lassen wir den Mietvertrag aus dem Spiel, da ich komplett mittellos bin, kann ich ja den normalen Regelsatz vorab beantragen, der steht mir in jedem Fall zu, der wird auch bewilligt, es ist hier ersichtlich dass ich mittellos bin, von den 400 Euro kann ich die Miete bezahlen, habe dann noch ein wenig was zum leben bis der Hauptantrag durch ist und kann dann den Beleg über die Zahlung plus Mietvertrag einreichen gleich morgen. Sagt sie dass sie mir maximal 100 Euro in Bar auszahlen lassen kann, dass ist in diesem Hause üblich, mehr geht nicht, aber sie noch heute die Zahlung auf mein Konto für den Hartz4 Regelsatz in Auftrag gibt, dann ist das Geld am Mittwoch auf dem Konto.

Sag ich perfekt, ich bräuchte das schriftlich, damit ich das meinen Vermietern zeigen kann und die sich dann nochmals bis Mittwoch gedulden müssten, sagt sie, kann sie nicht machen es mir schriftlich geben, weil sie es nicht garantieren kann... Zugegeben, ich war dann erstmal sprachlos, habe wieder nach der Teamleiterin gefragt, die erzählte mir dass selbe plus wortwörtlich, dass ich dann eben ein paar Tage auf die Straße muss und mich dann ebenfalls gebeten das Jobcenter zu verlassen und ich dann Post bekomme zwecks des Hauptantrages.

Sorry für den ganzen Text, ich hab versucht das erlebte der letzten 7 Tage in Worte zu fassen und bin jetzt ratlos was ich machen soll. Meine Vermieter meinten ich sollte bis morgen früh mein Zimmer räumen, ich könnte wenn ich die 320 Euro für einen Monat habe gerne wieder kommen, das Geld für den laufenden Monat werden sie erstmal nicht einklagen sondern sich drauf verlassen dass ich es von alleine bringe sobald ich meine Umstände geklärt habe und ich bin dann ab morgen defakto auf der Straße und weiß nicht wirklich was ich noch für Möglichkeiten habe...
 

Wutbuerger

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Hast du denn vorher auch Hartz4 bekommen?
Ich würde der Vermieterin eine Abtretung anbieten , also das du einen entspr. Teil vom JC ihr verpfändest.
Hoffentlich macht Leipzig keine Zicken das du noch anderweitig einen Wohnsitz hast - oder bist du an deinem vorherigen Wohnsitz abgemeldet ?
 

Albi82

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Ja ich habe bis Juni 2016 Arbeitslosengeld bezogen in Freiburg, dann den Weiterbewilligungsantrag nicht wahrgenommen da eben die Arbeitsstelle in Aussicht war. Habe die Wohnung gekündigt in Freiburg zum Juni und den kompletten Juli bei einem Bekannten verbracht um den Umzug reibungsloser über die Bühne zu bringen.

Ich bin bereits in Leipzig gemeldet, also habe keinen anderen Wohnsitz mehr ausser hier, deswegen war es mit der Postanschrift auch ein wenig schwierig, da ich hier in der Ferienwohnung eben keinen Briefkasten habe, aber eben die Caritas mir einen stellt, das wissen die auch beim Jobcenter Leipzig und das ist auch so in Ordnung.

edit:

Die Vermieter sind sehr kulant, wenn ich wie gesagt etwas schriftliches bekommen hätte, dann würden die auch noch die paar Tage warten, aber es ist genau so geschehen wie oben geschrieben, die Frau von der Leistungsabteilung sagt mir ins Gesicht dass sie die Zahlung noch heute auf mein konto veranlasst, aber mir nichts schriftliches geben kann da sie es nicht gewährleisten kann... What?! Ich war wie gesagt sprachlos über diese Argumentation, die Teamleiterin sagte mir das selbe und hat mich gebeten das Gebäude zu verlassen...

Ohne was in der Hand zu haben, kann ich den Vermietern eben auch nix anbieten, die lassen sie da auch nicht drauf ein, ich kann die auch verstehen, die sind mir schon sehr weit entgegen gekommen, dafür das ich quasi ein Fremder bin für sie. Wenn das Geld tatsächlich kommen sollte am Mittwoch, super, die zwei Tage box ich mich auf der Straße sicherlich irgendwie durch, aber wenn nicht, dann wirds wirklich kritisch....
 
E

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Dann gehe morgen gleich auf das Sozialgericht und stelle dort einen Antrag auf einstweilige Anordnung/Rechtschutz.

Die helfen dir beim Formulieren. Kontostand kannst du denen ja zeigen. Alles erzählen, die machen das dann schon.

Wenn ich das richtig verstehe, hat dir das JC nicht einmal einen Hauptantrag mitgegeben?
Erzähle auch das auf der Rechtsantragsstelle. Denn der Antrag wirkt auf den 1. 8 zurück.
Evtl. will das JC das hinauszögern und die haben deinen Antrag (Vorsprache beim Amt = Antrag und muss vermerkt werden) einfach nicht pflichtgemäß vermerkt?
 

Albi82

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Das war mein erster Weg heute nach dem Jobcenter, zum Sozialgericht, ich habe dort alles so geschildert wie hier auch und es wurde auch so aufgenommen, sprich einen Antrag auf einstweiligen Rechtschutz gestellt. Ich hatte nur gedacht dass das innerhalb von einigen Stunden gemacht wird, sprich der Richter innerhalb des Tages darüber entscheidet, Kontoauszüge etc. hab ich natürlich vorgelegt. Die meinten dann aber dass das durchaus bis nächste Woche gehen kann und ich den Entschluss dann per Post bekomme.

Ein Bekannter von mir hat das auch mal vor einigen Jahren machen müssen, dort ging alles innerhalb eines Tages, das war so mein letzte Hoffnung, damit ich eben nicht morgen aus dem Zimmer muss.

Meinen Hauptantrag auf Hartz4 haben sie heute in Empfang genommen, ich meinte weiter oben dass sie ihn letzten Freitag nicht angenommen haben, die wollten mir einen Termin geben zum 05.09 wo ich ihn dann mitbringen kann... klar, dann wäre August schon mal rausgefallen, ich hab dann eben nach was schriftlichem verlangt dass sie ihn nicht annehmen am Freitag wie gesagt und auch das wollte die Sachbearbeiterin nicht machen. Heute aber haben sie ihn angenommen, nur bis da halt wirklich Geld fließt und ob es wirklich schon am Mittwoch sein wird, wage ich doch stark zu bezweifeln. Mir kam es eh so vor als ob die den nicht persönlich überreicht bekommen wollen mit Eingangsbestätigung, sie war auch sehr erbost als ich gesagt hab dass ich auf jeden Fall den Antrag noch vor dem 05.09 einreichen muss.

Hab dann wie gesagt noch Hoffnung gehabt dass das Sozialgericht mir gleich was ausstellen kann, aber das wird wohl auch nicht klappen. :(
 
E

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Ich sehe schon, du bist auf Zack und kein JC-Anfänger.

Schon heftig, dass das SG sich selbst in so einem Fall so lange Zeit abbedingt. Denn wenn nachweislich Wohnungslosigkeit vorliegt, obwohl eine Unterkunft möglich wäre, ist das schon heftig. Da sieht man mal, wie abgebrüht die inzwischen sein müssen :( Na bei dem Elend, das die jeden Tag hören und sehen, muss man da wohl Distanz aufbauen oder gefühlskalt sein.

Ich kenne es auch so, dass der Richter beim JC anruft und es ratz fatz gehen kann. Der Beschluss wird dann formhalber nachgereicht, oder gar nicht erst erlassen, weil das JC dann spurt und zahlt. Kann erstaunlich schnell gehen. Blitzüberweisung ist also möglich.

Aber bei Caritas oder Bahnhofmission etc. kannst du unterkommen? Würde ich in Leipzig wohnen, würde ich dich einladen.
 

Albi82

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@ curcuma,

vielen lieben Dank für die Unterstützung, vor allem da ich hier ganz neu bin im Forum. Das Angebot kann ich nicht annehmen, hab versucht zurückzuschreiben, aber unter 12 Postings hier, kann ich PNs scheinbar nur an Moderatoren verschicken...

Aber trotzdem vielen, vielen Dank, allein schon für das Angebot. :)
 
E

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Passt, thx für Rückmeldung.

Halte uns auf dem laufenden und ich drücke die Daumen.
 

Albi82

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Ich hoffe halt dass mir hier womöglich noch jemand Tipps geben kann wie ich da noch vorgehen kann. JC Anfänger bin ich zwar nicht, aber so einer verzagten Grundhaltung wie hier in Leipzig bin ich jetzt auch noch nicht begegnet.

Ich werde halt morgen nochmals zum Sozialgericht gehen und meine Dringlichkeit in dem Anliegen nochmals verdeutlichen, vielleicht erwisch ich ja einen Richter der es gleich anordnen kann. Ich weiß halt nicht wie ich noch argumentieren kann und wäre über jeden Tipp wie gesagt sehr glücklich...
 
E

ExitUser

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Welche Gründe außer deiner akuten existenziellen Not und dem verfassungsrechtlich garantierten Anspruch auf Sicherung des Existenzminimums braucht es da noch?

Das ist nicht zu toppen und der Hauptinhalt des SGB II schlechthin. Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes.
 

Albi82

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Hat ja Freitag und heute leider nicht so gut funktioniert diese Argumentation, das wäre dann wohl auch zu einfach auf seine Rechte zu bestehen. :)
 

subfoo

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Dass die dich gebeten haben, das Haus zu verlassen ist ebenso völlig übel.
Habe das auch bereits erleben müssen, da versucht man ein Anliegen vorzutragen, schon nach wenigen Sätzen wird man anschließend gebeten, das Haus zu verlassen. Wenn man das nicht tut, wird sofort der Sicherheitsdienst gerufen. Üblicherweise dann auch noch mit Hausverbot und ggf. sogar Strafantrag wegen angeblichem Hausfriedensbruch. Absolut übel.

Ohne Sicherheitsdienst würden die viel eher jemanden anhören.

Weiß auch nicht, wie man am besten bei Mittellosigkeit da raus kommt und zum Recht kommt.
Unterstützungen von gewissen Organisationen laufen auch meistens sehr langsam und sind auch wieder rationiert usw. Hinzu kommen noch Wartelisten usw.
 

Surfing

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Einen gravierenden Fehler hast du schon gemacht, man kündigt keine Hauptwohnung bei einer Arbeitsaufnahme in einem anderen Bundesland. Es gibt viele Gründe dafür, einen davon hast du mit deinem Bericht geschildert. Vielmehr hättest du eine doppelte Haushaltsführung während der eventuellen Probezeit beantragen sollen, bei dem JC in Freiburg. Aber auch erst dann wenn du einen schiftlichen Arbeitsvertrag in deinen Händen hältst der vom AG unterschrieben wurde.
 

Wutbuerger

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Auf jeden Fall wäre es günstiger gewesen in Freiburg den WBA zu stellen und dann für arbeitsaufnahme umzuziehen, mit zusicherung der Kosten und Leistungen aus dem vermittlungsbudget.
Für den derzeitigen Fall zu spät aber beim nächsten Mal würde ich so vorgehen.
 

Albi82

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Das wäre auf jeden Fall cleverer gewesen, dachte halt es klappt mit dem Job hier in Leipzig und war froh vom Jobcenter wegzukommen, nun sitz ich dort wieder in einer noch schlimmeren Situation, aber gut, man lernt ja daraus.

Jetzt geht es für mich weiter zum nächsten Step beim Jobcenter hier, folgender Stand derzeit:

Habe per SG einen Vorschuss erwirkt und auch die Zahlung bzw. der Leistungsbescheid ist bereits eingegangen. Geld habe ich letzten Freitag auf dem Konto gehabt für den Monat August und September, aber nur die Regelleistung ohne Miete.

Den Mietvertrag habe ich vom Vermieter ja erst bekommen nachdem ich ihm das Geld in bar überreicht habe, was dann auch am Freitag geschehen ist. Bin dann mit dem Mietvertrag wieder zum Jobcenter um den auch noch nachzureichen, da haben sie mich wieder weggeschickt mit der Begründung dass sie den so nicht akzeptieren können, da die Nebenkosten nicht aufgeschlüßelt sind und der Vermieter das bitte im Mietvertrag verankern soll.

Es ist allerdings ein Pauschalmietvertrag in Höhe von 320 Euro warm, da es eben eigentlich ein Ferienzimmer ist und es stehen eben keine Heizkosten etc. mit drin, sondern eben einfach nur der Pauschalbetrag.

Wie gehe ich da jetzt am besten morgen vor um mir noch die beiden Mieten zu holen die ich jetzt von meinem Regelsatz bezahlt habe, damit ein Mietverhältnis überhaupt zustande gekommen ist, bzw. der Vermieter überhaupt den Mietvertrag unterschrieben hat.

p.s. die Kaution beträgt 500 Euro (kann ich noch nachreichen dem Vermieter, also nicht sofort fällig, er ist wirklich sehr kulant dafür dass ich quasi ein Fremder bin), es ist ein möbliertes Zimmer, der Mietvertrag ist unbefristet, falls diese Details ne Rolle spielen sollten.

Wäre über jeden Tipp sehr dankbar. :)
 

Wutbuerger

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Ich würde sagen schau mal hier rein SGB 2, Pauschalmiete, Mietbescheinigung - frag-einen-anwalt.de
Pauschalmiete ist nicht verboten , bekommen die beim JC nur nicht an ihre Aufteilung Kaltmiete- NK - HK angepasst - ist aber deren Problem - sollen sie die Höchstbeträge addieren
Weiter darf das JC nicht verlangen , das du gegenüber deinem Vermieter den ALG2 Bezug offen legst.Schutz der Sozialdaten.
Hilft Widerspruch beim JC nicht , dir sofort die miete auszuzahlen, geh zum Amtsgericht, nimm Kontoauszüge mit und schildere deine Situation- du brauchst einen Beratungshilfeschein.
Damit gehst du dann zum Anwalt und lässt den schreiben.
 
E

ExitUser

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Habe per SG einen Vorschuss erwirkt und auch die Zahlung bzw. der Leistungsbescheid ist bereits eingegangen. Geld habe ich letzten Freitag auf dem Konto gehabt für den Monat August und September, aber nur die Regelleistung ohne Miete.
Hattest du die Miete nicht mit beantragt? Wie lautete denn der Beschluss?
Die Quittungen für die Miete hast du ja.

Also selbes Spiel nochmal, beim SG, oder wie @Wutbuerger schrieb vorgehen. Anwalt wird teuer für das JC. Haben sie verdienst, bei derlei Schweinereien, die die da bringen.

da haben sie mich wieder weggeschickt mit der Begründung dass sie den so nicht akzeptieren können, da die Nebenkosten nicht aufgeschlüßelt sind und der Vermieter das bitte im Mietvertrag verankern soll.
Schweinerei und mal wider rechtswidrig. Ein Urteil, dass Inklusivmiete möglich ist.
BSG - B 14 AS 151/10 R - Urteil vom 24.11.2011
Es ist allerdings ein Pauschalmietvertrag in Höhe von 320 Euro warm, da es eben eigentlich ein Ferienzimmer ist und es stehen eben keine Heizkosten etc. mit drin, sondern eben einfach nur der Pauschalbetrag.
Das gibt es auch oft bei Untermiete, weil man da nicht abrechnen kann. Das wissen die auch. Reine Schikane.

Wie gehe ich da jetzt am besten morgen vor um mir noch die beiden Mieten zu holen die ich jetzt von meinem Regelsatz bezahlt habe, damit ein Mietverhältnis überhaupt zustande gekommen ist, bzw. der Vermieter überhaupt den Mietvertrag unterschrieben hat.
Diese Belege einreichen, Eingang bestätigen und Kopie behalten.

p.s. die Kaution beträgt 500 Euro (kann ich noch nachreichen dem Vermieter, also nicht sofort fällig, er ist wirklich sehr kulant dafür dass ich quasi ein Fremder bin), es ist ein möbliertes Zimmer, der Mietvertrag ist unbefristet, falls diese Details ne Rolle spielen sollten.
Da musst du ein Darlehen beantragen. Aber da auch aufpassen, wie das formuliert wird.
Da dürfen dir max. 10% vom Regelsatz (!) monatlich einbehalten werden zur Tilgung.
https://www.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc/groups/public/documents/webdatei/mdaw/mtaw/~edisp/l6019022dstbai395447.pdf?_ba.sid=L6019022DSTBAI395450
 

Albi82

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Hattest du die Miete nicht mit beantragt? Wie lautete denn der Beschluss?
Die Quittungen für die Miete hast du ja.
Doch klar also die Anlage KDU hab ich beigefügt, durch den Gang zum SG und dem Erlass mir einen Vorschuss auszuzahlen, kam ich mit meinem Antrag direkt zur Leistungsabteilung letzten Dienstag, sprich die hat den dann gleich bearbeitet mit mir zusammen, mir nen Vorschuss in Höhe von 100 Euro auszahlen lassen und die Regelleistung dann auch gleich zum überweisen freigegebenen, seltsamerweise ging es dann doch ohne die wochenlange Wartezeit, nachdem die mich die Tage vorher 3 mal weggeschickt haben. Ohne das SG hätte ich sicherlich bis heute noch kein Geld gehabt.

Im Zuge dessen hat sie mich dann nach dem Mietvertrag gefragt wegen der Anlage KDU, dort hab ich eben auch pauschal 320 Euro reingeschrieben gehabt. Den Mietvertrag hatte ich am Dienstag aber ja noch nicht vom Vermieter, weil der erst sein Geld haben wollte, also hab ich die Anlage KDU erstmal wieder mitgenommen und es wurde vermerkt dass das dann nachgereicht wird.

Am Freitag war dann die Regelleistung abzüglich der 100 Euro Vorschuss auf meinem Konto und von diesen hab ich dann dem Vermieter die beiden Monatsmieten für August und jetzt eben für September bezahlt, dann erhielt ich von ihm den Mietvertrag.

Mit diesem und der Anlage KDU bin ich dann direkt am Freitag wieder zum Jobcenter um es eben nachzureichen und die Sachbearbeiterin meinte dann eben sie kann das so nicht annehmen und ich sollte den Vermieter bitten die Nebenkosten im Mietvertrag aufzuschlüsseln.

Das nur jetzt mal zum Hergang, ok, dann weiß ich jetzt auch Bescheid dass sie den so auf jeden Fall zu akzeptieren haben. Ich mein es geht gar net darum dass der Vermieter nicht wissen soll das ich Leistungen beziehe, er ist ja involviert, er kann nur die Nebenkosten nicht aufschlüsseln nur für mein Zimmer, da es eben mehrere Ferienwohnungen sind in dem Gebäude und er alles pauschal abrechnet, der nächste Teufelskreis für mich einfach und ich will den da jetzt nicht noch zum Jobcenter mitschleppen, da er mir schon sehr, sehr entgegengekommen ist und 3x die Frist zur Zahlung verlängert hat, ohne mich direkt auf die Straße zu stellen, bis eben mein Geld endlich gekommen ist, nur die Mieteübernahme muss ich jetzt eben noch durchbekommen.

Vielen Dank für eure Tipps, morgen hat das JC bis um 18 Uhr geöffnet, das heißt ich gehe so vor wie ihr es geschrieben habt und werde dann berichten. Wenn alle Stricke reißen halt wieder zum SG bzw. Anwalt mit Beratungsschein.... man, man, man.....
 

Surfing

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Wenn es sich bei dem Zimmer in Leipzig um eine Ferienwohnung handelt, wollte der Vermieter eine Art Kaution? Gibt es einen schriftlichen Meitvertrag? Bei Barzahlung der Miete eine Quittung verlangen, nicht das der später kommt es wurde nichts bezahlt. Könnte auch als Nachweis wegen KdU wichtig werden.
 

Albi82

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Hat gestern alles funktioniert, habe zwar wieder insgesamt 5 Stunden warten müssen, aber in Leipzig ist das Jobcenter auch überrannt, da kann ich das nachvollziehen.

Der Vermieter hat mir einen abgeänderten Mietvertrag nochmals ausgedruckt, wo die Nebenkosten und die Heizkosten pauschal aufgeführt wurden. Dies hat das JC auch ohne Probleme dann angenommen, auch die KDU. Bin dann auch direkt wieder zur Leistungsabteilung durchgestellt worden, hab den Mietvertrag vor ihren Augen unterschrieben und sie versicherte mir dass das Geld für die beiden Mieten auch direkt in Zahlung gegeben wird und die Kosten so auch angemessen sind.

Musste meine Taktik eben auch aufgrund meiner Umstände ein wenig ändern. Hab erst den Regelsatz durchgeboxt, weil der mir ohne wenn und aber zusteht, der kam auch letzten Freitag aufs Konto. Vom Regelsatz hab ich dann beide Mieten dem Vermieter bezahlt, erst dann hat er den Mietvertrag rausgerückt, was ich absolut verstehen kann, er hat mich quasi einen Monat da leben lassen, 3 Fristen zur Zahlung verlängert und war immer sehr freundlich und zuvorkommend. Eine Quittung habe ich natürlich erhalten für die Zahlung und dem JC gestern auch vorgelegt.

Der letzte Step wird sein die Kaution durchzuboxen, ist eine in Höhe von 500 Euro verankert im Vertrag, klar ist ein möbliertes Ferienzimmer.

Das schlimmste ist zumindest jetzt erstmal ausgestanden, hab zwar quasi immer noch kein Geld zum leben, aber die Mieten sind bezahlt und werden so auch übernommen und jetzt warte ich auf die Nachzahlung, hab dann wieder Geld zum leben und box dann die Kaution durch. War bis hierher ein steiniger Weg, keine Ahnung wie den jemand packen soll ohne erweiterte Kenntnisse der Rechtslage und natürlich einem gewissen Hang an Redegewandheit vor den Sachbearbeitern.

Einerseits kann ich die zumindest in Leipzig schon ein wenig verstehen, da ist echt die Hölle auf Erden mit den ganzen Menschen und jeder hat eine ganz eigene Sachlage und das alles direkt zu bewältigen stelle ich mir dann schon schwierig vor, nur sind halt ein paar SBs dann doch recht frech und brauchen nen Beschluss vom SG bevor sie dann einlenken.

Aber vielen Dank erstmal an alle die hier geholfen haben, bin wie gesagt jetzt nicht unerfahren in diesen Bereichen, nur gerade zu Beginn meiner Gänge dorthin war ich selber ein wenig überrascht von der Gleichgültigkeit bei Mittellosigkeit.

Das JC aus meinem Heimatort war viel kleiner, da gabs keine Nummern zum ziehen, jeden SB kannte man quasi per du, konnte seine oder andere Situation in Ruhe erläutern, Hilfe kam in der Regel direkt und sofort, keine seltsamen Aussagen wie, dann müssen sie ins Obdachlosenheim oder ähnliches. Aber gut, Leipzig ist halt auch kein Kaff irgendwo im Schwarzwald, einfach brutal wie viele Menschen gestern dort waren, da würd ich glaube auch nicht mit den SBs tauschen wollen, muss man vielleicht auch mal in den Raum werfen, ohne gleich alle in Schutz zu nehmen, denn wie schon gesagt, da sind auch ein paar dabei denen sollte man mal nen Sack aufn Kopf stülpen und mim Nudelholz ein wenig das Denkvermögen anpassen. :)
 
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