Viele Menschen arbeiten in Bereichen, für die sie eigentlich überqualifiziert sind

franzi

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" Während rund zwölf Prozent der Erwerbstätigen mit einer abgeschlossenen Ausbildung eine Helfertätigkeit ausübten, arbeiteten diejenigen mit einem Meister-, Techniker- oder Bachelorabschluss zu etwa 45 Prozent in einer Tätigkeit auf Helfer- oder Fachkräfteniveau. Bei den Fachhochschul- oder Universitätsabsolventen waren sogar knapp die Hälfte nicht ihrer Qualifikation entsprechend beschäftigt."

Ich finde das nicht überraschend, aber skandalös.

Wozu dann noch einen Meister machen, ein Studium abschließen?

 

Antihartzer19

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besser als umgekehrt.
Wobei das mein Eindruck das das überwiegt.
 

franzi

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Ja, dann sollte die BA aber auch nicht davor warnen, dass es schlecht für die Karriere sei.
Das weiß jeder Betroffene selbst. Sollen die doch die passenden Stellen vermitteln!
 

Kerstin_K

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Naja, einerseiits jamern die Arbeitgeber über den angeblichen Fachkräftemangel, andererseits geht amn sehr verschwenderisch mit qualifizierten Arbeitskräften um. Wenn ich da alleie an Schwerbehinderte denke. Viele sind hochqualifiziert und auf dem passenden Arbeitsplatz genauso leistungsfähig wie jeder Nichtbehinderte. Trotzdem schrecken viele Arbeitgeber zurück. Aus meiner sicht geht es diesen Arbeitgebern noch viel zu gut. So schlimm kan der Fachkräftemangel dann wohl nicht sein.
 

Elgaucho

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Ich sehe das grade in meinem Bereich : Da wird auch grade der Fachkräftemangel beklagt und das aktuell zuwenig Fachkräfte am Markt verfügbar sind und zuviel Arbeit bzw. Aufträge. Für so eine Argumentation des Kapitals habe ich aber nur Krokodilstränen übrig. Soll die
Industrie doch genug Fachkräfte und teilweise auch weit über Bedarf ausbilden - so entsteht doch gar kein Fachkräftemangel. Der BDI
jammert hier absolut selbstverschuldet auf sehr hohem Niveau. Und wenn dann genug und ausreichend Bedarfsgerecht ausgebildet wird -
dann muß sich doch niemand wundern - das die Fachkräfte ins Ausland abwandern. Wer hat denn als Fachkraft Bock auf ständig befristete
schlecht bezahlte Jobs bzw. Leih - und Werkarbeit. Würde wesentlich mehr unbefristetete und wesentlich weniger prekäre Werk- und Leiharbeit angeboten - die ganze Situation wäre nicht so dramatisch. Aber das liegt selbstverschuldet zum Großteil an den Arbeitgebern selbst.
 

ZynHH

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Was glaubt ihr, wie hoch diese Zahlen schnellen, wenn die im Ausland erworbenen Abschlüsse in D/EU alle 1:1 anerkannt würden?
Das in bestimmten Bereichen zuviele Menschen ausgebildet werden, um in entsprechenden Berufsfeldern die Löhne drücken zu können, dürfte doch bekannt sein.

Und nun kommen tausende hochqualifizierte Fachkräfte aus der Luftfahrt, Schifffahrt, Automobilbranche auch noch auf den Markt.
Ich würde heute wohl ins soziale Gebiet gehen, wenn ich nochmal neu anfangen könnte. Jedenfalls etwas das mit Menschen arbeitet und nicht mit Produkten.
 

Tripod

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Also ich bin eigentlich überqualifiziert, das heißt aber nicht, das mich langweilige Routine oder komplexe Bürokratie nicht an den Rand des Verzweifelns und in das Versagen treiben können.
Das macht aber überhaupt nichts, denn dazu ist der Unsinn ja gemacht - nicht die Spezialisten gewinnen, sondern die, die der Langeweile am längsten widerstehen.
 

lino

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Und nun kommen tausende hochqualifizierte Fachkräfte aus der Luftfahrt, Schifffahrt, Automobilbranche auch noch auf den Markt.
Dann ist der Fachkräftemangel ja behoben:
 

Jan_aus_W

Neu hier...
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Bei den Fachhochschul- oder Universitätsabsolventen waren sogar knapp die Hälfte nicht ihrer Qualifikation entsprechend beschäftigt."
Vielleicht haben die meisten Universitätsabsolventen die das betrifft ja auch 8+Jahre studiert und einfach kein Bock mehr auf den Sch... :D Mir zumindest geht es zuweilen so, dass ich das, was ich studiert habe höchstens noch als Nebentätigkeit machen wollen würde.
Mir kommt es auch so vor, als sei Deutschland ein Land der Akademiker.. Zumindest zu meiner Schulzeit war eine Berufsausbildung noch verpönt.. "Wofür mache ich sonst das Abitur" hieß es da immer.

Rückblickend hätte ich entweder nach dem Bachelor aufgehört oder gleich ein duales Studium gewählt.. Aber man kann die Zeit halt nicht zurück drehen..
 

lino

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Mit der Begründung "Corona" lassen sich allerlei Grausamkeiten durchdrücken ...
Auch vor Corona war Arbeitsplatzabbau angekündigt, das geht jetzt nur schneller, das ist alles. Mir fallen da mal gerade so 70.000 ein.
In der Auto-Zulieferindustrie wirds auch Tote geben, da redet nur niemand gross drüber.
Na ja, da können sie die Jobcenter aufstocken und die Elos "Bewerbungsbemühungen" schreiben lassen für Arbeitsplätze, die es nicht gibt.
 

hansklein

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Eben, was nützen meine 2 Facharbeiterbriefe, wenn die Firmen trotz angeblichen Fachkräftemangel, keine Menschen mit Deutscher Staatsangehörigkeit, damals noch kleinen gesundheitlichen Einschränkungen, einstellen moegen. Meine Meinung dazu ist, das dort viel Schlimmer wie bei armen Menschen, die Geiz ist Geil Methode zwecks Gewinnmaximierung, absolute Präferenz hat.

Wozu auch hiesige, teure AN einstellen, wenn die Regierung und einige Gruppen, günstigere Möglichkeiten durch Import anbietet?
 

Maximus Decimus

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Ist man auch überqualifiziert, wenn man mit Abitur eine Ausbildung macht?
Aus meiner Sicht gibt es den Fachkräftemangel wirklich. Ich kenne genug Firmen die suchen händeringend Fachkräfte (Automobilindustrie, Medizin- oder Gesundheitsindustrie usw) und das mit einer guten Bezahlung, bloss die finden einfach keine. Da können die Bewerber vielfach sich die Rosinen rauspicken und den Preis vorgeben.
Wie will man festhalten, ob einer für seine Arbeit überqualifiziert ist und wie beurteilt man dieses? Ist ja schön und gut wenn man amerikanische Kultur- und Indianerwissenschaften studiert hat, aber es einfach partout keine Stellen in dem Bereich gibt. Da guckt man sich zwangsläufig nach was anderem um. Ist man dann dadurch überqualifiziert, weil man was anderes macht? Grade bei den Geistenswissenschaften gibt es soviele Studiengänge wo man buchstäblich den Taxischein mitmacht. Deshalb Augen auf bei der Studienwahl. Man mag ja vielleicht ein wenig mehr Freizeit während des Studiums haben im Gegensatz zu den MINT oder Wirtschaftswissenschaften, aber schaut man sich die Anfangsgehälter an, so stechen genau diese Fächer hervor.
 

hansklein

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Ich durfte live hoeren, von nem maßgeblichen Mann einer Fa. das Firmen im Gesundheitswesen nur eine im Verhältnis niedrige Anzahl qualifizierter Fachkräfte einstellen, alles andere machen gering qualifizierte, weil es billiger ist. Anwärter gäbe es hier, einige müssten noch qualifiziert werden, das kommt direkt als nächstes Deutsches Problem, wie ich das sehe, Qualifiziertes Fachpersonal wollen sie, genügend Menschen dazu ausbilden nicht.

Auch die Afa könnte mehr tun, als Menschen in irgendeine Qualifikation zu pressen und dann, wenn die Menschen diese haben, feststellen müssen, das sie am Bedarf vorbei qualifiziert haben, dieser längst gedeckt ist und der Bedarf jetzt ganz woanders liegt etc. Es geht einiges schief in Deutsche Land. Zu Lasten der Bürger.

Bei den Studierenden sollte vielleicht bedarfsgerechter geschaut werden, welche Studiengänge Sinn machen, welche nicht. Der Staat steuert so vieles, da kann er auch da schauen.
 

bondul

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Bei den Studierenden sollte vielleicht bedarfsgerechter geschaut werden, welche Studiengänge Sinn machen, welche nicht. Der Staat steuert so vieles, da kann er auch da schauen.

Wie stellst du dir das vor ohne das Grundrecht der freien Berufswahl auszuhebeln?
Schlimm genug, dass dieses im SGB II so gut wie abgeschafft ist, soll jetzt „der Staat“ auch noch bestimmen dürfen, was Abiturienten zu studieren haben?

lg, bondul
 

Kerstin_K

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Ein Anfang wäre doch schon gemacht, wenn AfA und DRV mal etwas befarfsgerechter Ausbildung fördern würden. Ich möchte nicht wissen, wieviele Bürokaufleute und Technische Zeichner in BBWs usw. ausgebildet wurden, ohne dass die Leute danach einen Job gefunden haben.

Das Geld nehmen, und damit Azubis und Studenten fördern, die sich für einen Mangelberuf entscheiden.

Die gesuchten Berufe werden jährlich neu ermittelt. Dazu sind ALLE offenen Stellen bei der AfA zu melden.

So könnte es gehen.
 

Elgaucho

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Kerstin ich gebe Dir recht. Aber heutzutage kannst du doch eine feste, unbefristete Übernahme als Azubi bei deinem Ausbildungsbetrieb
ganz groß feiern. Oft wird den Azubis danach nen Zeitarbeitsverhältnis oder wenn überhaupt ne befristete Anstellung angeboten.
Unbefristet und festangestellt - womöglich noch mit Tarifvertrag abgesichert direkt nach der Ausbildung weiterarbeiten und eine langfristige
Perspektive haben - das ist für viele junge Leute die absolute Seltenheit. Und dann klagt die Industrie in den Medien über Fachkräftemangel -
das ist doch mehr als zynisch und lächerlich. Gleichzeitg streicht Sigmar Gabriel für 3 Monate Beratertätigkeit bei Tönnies mal locker 10000 Euro pro Monat ein. Das ist für einfache, primitive Leute wie uns natürlich viel Geld, für Ihn aber natürlich lächerlich wenig. Sollen so junge
Leute motiviert ins Berufsleben starten ???
 
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grün_fink

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Solch eine Situation hatten wir geschichtlich schon einmal in Deutschland, dass viele qualifizierte Arbeitsstellen weg gefallen sind. Manche dürften das noch persönlich kennen....
 

lino

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Solch eine Situation hatten wir geschichtlich schon einmal in Deutschland, dass viele qualifizierte Arbeitsstellen weg gefallen sind. Manche dürften das noch persönlich kennen....
Der zweiten Satz für die Zukunft vervollständigt heisst dann:
Manche dürften das noch persönlich kennenlernen, in der Zukunft.
Nur das es jetzt nicht mehr die "Abgehängten" betrifft, so wie bei Einführung von Hartz4, sondern diejenigen, die geglaubt haben, ihnen könnte das nicht passieren, weil ihr Job sicher sei.
Das alles wird noch sehr interessant werden.
 

Danny94

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Hätte ich nochmal die Chance von forne anzufangen, würde ich Therapeut oder Psychologe werden. Denn wenn du Teilweiße 6 Monate Wartezeiten hast, scheint es dort echt dicke zu laufen.
und so wie es auf der Welt abgeht, glaube ich das auch.
 
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