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Viele Fragen zum Abbruch einer Maßnahme

Moneblume

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Hallo liebe Foris,

ich befinde mich zur Zeit einer Maßnahme (RehaLogPlus falls das wichtig ist) und habe diese Farce nun 9 Monate ertragen. Aber mittlerweile bin ich psychisch und körperlich am Ende und das nicht weil die Maßnahme so überfordernd wäre. Im Gegenteil. Ich habe hier schon einiges über solche Maßnahmen gelesen und sie scheinen nahezu alle gleich zu sein.

Aber mal von vorn. Ich bin 28, habe 2005 Abitur gemacht und anschließend bis 2011 erfolglos studiert. 2009 erkrankte ich an Depressionen und begann Therapien. Es folgten einige stationäre und teilstationäre Behandlungen, Ergotherapie und Arbeitserprobungen (Schrauben zählen, Schwämmchen in Tüten packen). 2012 entwickelte sich der Wunsch aus der geschützten Therapiewelt raus zukommen, zu lernen, zu arbeiten, Geld zuverdienen.

Also bewarb ich mich. Erfolglos. Fehlende Bewerbungskenntnisse und eine nur durch Krankheit zu erklärende Lücke im Lebenslauf ließen es Absagen hageln. Ich wollte aber nicht aufgeben, da hatte ich die Idee es über eine Reha zu versuchen. Also habe ich mich beraten und begutachten lassen. Das Ergebnis war dass ich abgelehnt wurde mit der Begründung medizinische Maßnahmen seien vorrangig (Medizinische Reha wurde aber ausgeschlossen).

Ich dachte mir dass ich das so nicht mit machen will und bin zum Anwalt gestiefelt. Dieser erwirkte ein neues Gutachten und eine berufspsychologische Testung. Diesmal mit positiven Ergebnis.

Also bekam ich die Maßnahme für psychisch kranke Menschen zugeteilt, als Voraussetzung für die Aufnahme einer Umschulung zur Chemielaborantin. In meinen Ohren klang dass damals alles echt toll und auch die Betreuer der Maßnahme erzählten mir das Blaue von Himmel herunter. Sie hätten Erfahrungen mit Chemikern und auch schon welche vermittelt.

Dann habe ich am 30.09.2013 die EGV unterschrieben, den Bildungsgutschein erhalten und die Maßnahme am 1.10.2013 begonnen. Damit begann dann das Elend.

Ich war motiviert und habe den deprimierenden Unterricht ausgehalten. Als ich dann versuchte mit den Betreuern dort meine Ziele zu besprechen, wurde ich darauf hingewiesen dass man ja noch gar nicht sagen könnte ob ich sowas überhaupt kann. Mir wurde geraten auszuhalten und abzuwarten, dass müsse ich im Arbeitsleben schließlich auch.

Ich war erstmal enttäuscht. Doch ich habe dieses Gefühl nieder gekämpft und versucht mich anzupassen. Ich unternahm mehrere Versuche dass endlich jemand mit mir konkret auf meine Ziele schaut. Aber stattdessen musste ich diskutieren wie man seine Tasche packt, AUs einreicht und wann ich ins Bett zu gehen habe.

Als die Schulphase zu Ende war, kam ich ins sogenannte kaufmännische Lerncenter. Ich bekam die Module Word und Excel aufgebrummt. Laut Plan sollte diese Module mich 8 Wochen beschäftigen. Niemand braucht 8 Wochen dafür... Außerdem sollte ich mir Praktikumsplätze für die "Praktikumsphase" suchen. Gesagt getan. Dank neuer Hoffnung und neuen Kenntnissen. 30 Chemiefirmen im Umkreis des ÖPNV habe ich kontaktiert. 28 Absagen habe ich erhalten.

Wieder wurde Druck auf mich ausgeübt, weil meine Bemühungen erfolglos blieben. Statt zu gucken warum es nicht klappt gab es Vorhaltungen. Jedes Mal wenn ich irgendwas nicht korrekt erledige, wird mir alles was je schief gelaufen ist reingewürgt. Ich häufte Fehlzeiten (zu meiner Schade auch unentschuldigte) an, weil ich keine Kraft mehr für diese Schikanen habe. Ich habe Angst zur Maßnahme zu gehen weil ich jedes Mal eins Drüber krieg wenn ich da bin. Ich habe Angst zum Arzt zu gehen, mein HA mag keine AUs mehr ausstellen, da mein Problem psychisch ist. Und meine Psychiaterin ist zwar gut, aber kaum erreichbar.

Nach jedem Termin bei der Maßnahme bügelt mein Therapeut den Schaden aus. Ich war vor Beginn der Maßnahme richtig fit, jetzt bin ich nur noch ein Wrack.

Ohje, das ist jetzt ganz schön viel Vorgeschichte geworden. Danke schon mal wenn du bis hier gelesen hast! Nun zum eigentlichen Problem, bei dem ich mal einen Rat brauche.

Wie sich sicher bereits vermuten lässt überlege ich die Maßnahme vorzeitig zu verlassen. Denn ich kann einfach nicht mehr... Ich habe es hinterrücks geschafft einen Ausbildungsplatz an einer staatlichen Schule zu bekommen. Die Ausbildung würde am 20.08. starten.

Ich weiß das dies ein "erlaubter" Grund ist die Maßnahme zu beenden, aber ich würde gern früher gehen, weil es bei mir wirklich kurz für Einweisung steht und ich nichts lieber möchte als eine Ausbildung zu machen, aber dafür brauche ich Kraft und die wird mir grad genommen... Ist das irgendwie möglich?

Als ich berichtete dass ich einen Ausbildungsplatz gefunden habe, haben sie mir gesagt ich sei gar nicht für eine Ausbildung geeignet und würde es nicht mal 3 Monate durch halten... Das war wie ein Schlag ins Gesicht! Sie haben es sogar geschafft meine BeWo-Betreuerin in ihre Spielchen rein zuziehen, die hackt jetzt auch auf mir rum... seitdem geht bei mir gar nichts mehr. Ständig weine ich, wenn nur einer komisch guckt, schaffe mein Praktikum nicht und mein Therapeut ist mittlerweile auch ratlos.

Gibt es irgendeinen Weg da raus zukommen (also aus der Maßnahme und ohne Sanktionen)? Dauer-AU? Einweisung (freiwillig)? Anwalt? Gutachten vom Therapeuten?

Was sind überhaupt diese "wichtigen Gründe" weshalb man eine Maßnahme beenden darf? Steht das irgendwo, oder liegt das im Ermessen des Fallmanagers?

Ist die Maßnahme und deren Gutachten ausschlaggebend ob ich auch während der Schulischen Ausbildung Leistungen erhalte? Meine Familie und mein Partner sind schon auf den Wegfall der Leistungen eingenordet, weshalb ich die Ausbildung garantiert machen kann!

Das waren jetzt wohl erstmal genug Fragen und genug Text! Danke noch mal fürs Lesen! Ich bin schon gespannt auf eure Antworten.

Lg Moneblume
 

Lilastern

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@Moneblume;

Gehe einfach zum Arzt und lass dir ein Attest ausstellen, dass du aus gesundheitlichen Gründen diese Maßnahme nicht mehr machen kannst.

Dies sollte dein Pychiater und Therapeut bestätigen. Anders kommst du da sicherlich nicht heraus.

Anstand auf dich Druck auszuüben, wäre es vom Maßnahmeträger die Aufgabe dich bei der Suche eines Praktikumplatzes zu unterstützen.

Ich habe den Eindruck du bist total am Ende. Hast du deiner SB vom Jobcenter schon über die Zustände beim Maßnahmeträger informiert?
 

Caso

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Ich habe es hinterrücks geschafft einen Ausbildungsplatz an einer staatlichen Schule zu bekommen. Die Ausbildung würde am 20.08. starten.
Wenn du dafür alle wichtigen Unterschriften hast, also der Ausbildungsvertrag steht---
dann sehe ich 2 Möglichkeiten:
1. Durchhalten bis zum 19.8.
2. einfach arbeitsunfähig schreiben lassen vom Arzt. Unterstützend könnte für den Arzt eine befürwortende Stellungnahme deines Therapeuten sein. Kein Gutachten!

Ein wichtiger Grund ist ein Job oder Krankheit/Arbeitsunfähigkeit.

Nein, ob und welche Leistungen du für die schulische Ausbildung erhältst, hat mit der Maßnahme nichts zu tun.
Hast du bisher und vor Vertragsschluß nicht klären können, wer in der Zeit der Ausbildung deinen Lebensunterhalt und die Wohnkosten bezahlt?
Bafög ist ja sicher vorbei und aus, oder?

Da bleiben meiner Meinung nach nur Familie und Partner. Ist die Ausbildung an deinem Ort?

Ich würde Möglichkeit Nr. 2 nehmen, damit mir Zeit zur Erholung bleibt.

Wann sind denn die 9 Monate der Maßnahme um?
 

Moneblume

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Danke für deine Antwort Lilastern!

Ich hätte vielleicht noch schreiben sollen das ich mit Mühe und Not zwei Praktikumsplätze gefunden habe. Ich habe zwar um Hilfe gebeten, aber als Antwort kam nur: "Fragen sie doch bei Bayer oder Henkel!" Das eine Praktikum habe ich bereits hinter mir und bekam sogar ein gutes Zeugnis. Das andere läuft grade, beziehungsweise sollte laufen, aber mein Zustand ist einfach schlecht. So dass ich befürchten muss diesen Platz zu verlieren.

Ein Attest ist auch eine Idee. Vielleicht kann mein Therapeut, meiner Psychiaterin eine Empfehlung für ein Attest geben. Er ist mit meiner Problematik vertrauter.

Beim Jobcenter brauche ich gar nicht mit Beschwerden kommen, die von der Dekra berichten monatlich von meinen "Schandtaten". Ich war letzte Woche dort (in Begleitung meiner BeWo) weil ich mal gucken wollte wie es weiter gehen kann. Dort habe ich den Zwischenbericht gezeigt bekommen und erfahren dass ich mit diesem Bericht keinerlei Chance auf reguläre Ausbildung habe. Ein Schock, denn dies entspricht nicht meiner Selbstwahrnehmung. Leider kam ich mit meiner Moral in Konflikt, weil ich blöderweise niemanden anschwärzen wollte, so das ich kaum ein Wort mehr raus brachte nach dieser Hammermeldung.

Nur meiner scheinbar mikroskopischen (aber erkennbaren) Fortschritte habe ich zu "verdanken" das ich überhaupt noch in der Maßnahme bin. Obwohl das Maßnahmeziel ohnehin nicht mehr erreichbar ist.

Kann ich mich schriftlich dazu äußern, also zu den Zuständen dort? Oder besser persönlich? Meine Bewo kommt zur Zeit nicht als Begleitung in Frage, deshalb würde ich schon lieber etwas schreiben.

@Caso: Vielen Dank für deine Antwort!
Also Bafög ist definitiv aus und vorbei.

Ich würde für die Ausbildung mit meinem Partner zusammen ziehen. In eine Wohnung im Haus seiner Familie ( nur eine kleine Miete), zudem wäre ich wesentlich näher an der Schule. Rechnerisch beläuft sich der fehlende Betrag auf ca. 250€ monatlich (für Versicherung, Monatskarte und Internet), der Rest wäre bei sparsamer Kalkulation durch das Gehalt meines Partners zu schaffen. Einen Teil davon übernehmen meine Eltern, den Rest muss ich versuchen durch jobben zu bekommen. Theoretisch könnten mein Partner und ich auch heiraten, dann wäre ich über ihn versichert und er hätte eine günstigere Steuerklasse. (Zumal wir sowie so heiraten wollen)

Die Maßnahme dauert eigentlich 12 Monate und endet am 30.09., ich würde die Maßnahme also schon wegen der Ausbildung über einen Monat früher verlassen.
 

gelibeh

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Kann ich mich schriftlich dazu äußern, also zu den Zuständen dort? Oder besser persönlich? Meine Bewo kommt zur Zeit nicht als Begleitung in Frage, deshalb würde ich schon lieber etwas schreiben.
Du kannst nicht nur, sondern solltest das auch. Schriftlich ist da auch besser.
 

Caso

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Ich würde für die Ausbildung mit meinem Partner zusammen ziehen. Theoretisch könnten mein Partner und ich auch heiraten, dann wäre ich über ihn versichert und er hätte eine günstigere Steuerklasse. (Zumal wir sowie so heiraten wollen)
Nun, wenigstens geringe Kosten.
Dann ab zum Arzt.
Erst zum Therapeuten, schriftliche Unterstützung für den Arzt holen.
Ich würde nicht mit einem Attest bei der Maßnahme aufschlagen, sondern nur mit einer AU-Bescheinigung.
Ein Arzt, zu dem man Vertrauen hat und der einen länger kennt, sollte mit dem gelben Schein keine Probleme sehen.
Toitoitoi!
 

Moneblume

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Hallo nochmal,

ich wollte mal berichten wie es zur Zeit aus sieht.

Nämlich schlecht. Meine Psychiaterin weigert sich mich weiter Krank zu schreiben und auch ein Attest werde ich möglicherweise nicht bekommen. Mein Therapeut und ich sind ratlos, da ein Abbruch der Maßnahme für mich die einzige Möglichkeit wäre psychisch wieder in einen stabilen Zustand zu kommen.

Er fragte mich nun ob ich heraus finden kann ob eine Stellungnahme seinerseits vielleicht doch ausreicht? Er sieht meine Not möchte mir halt helfen. Er schlug auch vor dass ich mich bei Tacheles beraten lassen könnte. Naja die hatten heute früh Sprechzeiten, das wusste ich aber bis grade eben nicht und die nächsten Sprechzeiten sind erst nächste Woche Mittwoch.

Es ist also kaum Entspannung in Sicht.

Lg Moneblume
 

Moneblume

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Hallo ihr Lieben,

ich schätze es ist wohl zum worst case gekommen der möglich war:

"Liebe Frau K.,
in Rücksprache mit Frau X (Jobcenter) wurde die Maßnahme aus gesundheitlichen Gründen beendet."


Stand heute in einer Mail von der Dekra, vorher hatte ich eine geschickt in der ich fragte, wie es weiter gehen kann. Einerseits denke ich "Gut das es vorbei ist!" aber andererseits frage ich mich was nun kommt. Es scheint eine Reaktion auf meine schriftliche Stellungnahme zu den Vorfällen bei der Dekra zu sein. Denn gestern beglückwünschte mich Frau X noch zu meinem Ausbildungsplatz und bot an meine Leistungsansprüche für die Ausbildung zur Prüfung weiter zu reichen.

Ich denke mir ist zurecht mulmig. Da ich kein Attest bekam habe ich nun auch irgendwie nichts in der Hand und das fühlt sich falsch an. Es sind noch exakt 5 Wochen bis zum Ausbildungsbeginn. Sollte es zu einer Sanktion kommen, zu wann habe ich damit zu rechnen? Wie schätzt ihr das ein?

Gruß
Moneblume
 

swavolt

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Abwarten.
Sanktion wird keine kommen, da dich das JC ja abgemeldet hast und du somit keinerlei Pflichten verletzt hast.
 
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