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Viele Fragen nach Todesfall

evelyn62

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#1
Wie oben schon gesagt, es gab einen Todesfall.

mein Neffe, der Sohn meines Schwagers(Bruder meines Mannes) ist mit knapp 21 Jahren verstorben. Die Todesursache ist noch unklar, das tut hier aber nichts zur Sache.
Fakt ist, die beiden lebten von ALG 2. Mein Schwager ist schwer gehbehindert und hat auch einen GdB, wie hoch weiss ich nicht. Mein Neffe war auch schwerbehindert auf Grund von Diabetes.
Schwager schlägt im Jobcenter auf, um den Todesfall zu melden, beantragt die Übernahme der Beerdigungskosten.

Jobcenter hat nichts Besseres zu tun als erstmal die Bezüge rückwirkend zu kürzen und meinen Schwager aufzufordern, stante pede die Wohnung zu räumen, weil ihm eine drei Zimmer Wohnung nicht mehr zusteht.

Auf die Frage, wann er denn mit den Beerdigungskosten zu rechnen hat, kam die lapidare Antwort, "gar nicht" er solle sich an seine übrigen Familienangehörigen wenden.

Der KdU Anteil des Sohnes wurde auch schon gestrichen, somit fehlen ihm im Monat knapp 85€.

Was kann man machen? mein Schwager verfügt nicht über Internet, er könnte damit auch gar nicht umgehen. ich wohne weit weg, kann mich schlecht kümmern.
 

elo237

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#2
da gäbe es ja Soziale Mitarbeiter der Stadt
oder Caritas

sowas würde ich kontaktieren

ist ja sehr viel was da anzupacken ist
 
E

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Gast
#3
Die können ihm nicht so ohne weiteres die KDU kürzen. Sie müssen ihn erstmal auffordern die KDU zu reduzieren und ihm dafür ausreichend Zeit geben. Findet er in dieser Zeit keine günstigere Wohnung müssen die weiterzahlen. Er muss nur seine Bemühungen um eine Reduzierung der Kosten nachweisen. Diese müssen aber nicht erfolgreich sein.
 
E

ExitUser

Gast
#4
Erst mal gibt es eine gewisse Karenz Zeit die Wohnung zu wechseln, bzw. nach 6 Monaten einen Kostensenkungsaufforderung.

Anteilig an den Beerdigungskosten wären zu beteiligen, nur die Mutter, der Rest geht über das Sozialamt/JC. Verwandte zweiten und dritten Grades kommen hier erst ins Spiel wenn keine direkten Verwandten mehr da sind.

Also schnellstmöglich Widerspruch und EA beantragen!

Mein Beileid an den Vater, es ist immer schlimm, wenn ein so junger Mensch verstirbt.
 

elo237

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#5
Die können ihm nicht so ohne weiteres die KDU kürzen. Sie müssen ihn erstmal auffordern die KDU zu reduzieren und ihm dafür ausreichend Zeit geben. Findet er in dieser Zeit keine günstigere Wohnung müssen die weiterzahlen. Er muss nur seine Bemühungen um eine Reduzierung der Kosten nachweisen. Diese müssen aber nicht erfolgreich sein.

Der braucht erstmal jemand der ihn unterstützt

entwder Anwalt auf Beratungsschein
oder soziale Stellen

uns ist klar das alles erstmal 6 Monate mind. bezahlt werden muß
 

Seepferdchen

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#6
@eyelyn zunächst mal mein Beileid.

Jobcenter hat nichts Besseres zu tun als erstmal die Bezüge rückwirkend zu kürzen und meinen Schwager aufzufordern, stante pede die Wohnung zu räumen, weil ihm eine drei Zimmer Wohnung nicht mehr zusteht.
Erstmal eine Frage, mal abgesehen vom pietätlosen Umgang seitens des JC, hat er das alles schriftlich?

Auf die Frage, wann er denn mit den Beerdigungskosten zu rechnen hat, kam die lapidare Antwort, "gar nicht" er solle sich an seine übrigen Familienangehörigen wenden.
Bekommen die Angehörigen soziale Leistungen, wenn ja welche?

Schwager schlägt im Jobcenter auf, um den Todesfall zu melden, beantragt die Übernahme der Beerdigungskosten.
§ 74
Bestattungskosten

Die erforderlichen Kosten einer Bestattung werden übernommen, soweit den hierzu Verpflichteten nicht zugemutet werden kann, die Kosten zu tragen.
Die übernahme der Kosten beschränken sich auf eine einfache Erd- Feuer- oder Seebestattung, dem Wunsch des Verstorbenen entprechend.

Ich stelle dir mal hier ein Link rein aus der Stadt Hamburg, da kannst du
nachlesen wie man vorgeht um die Kosten zu beantragen.

§ 74 - Stadt Hamburg

Der KdU Anteil des Sohnes wurde auch schon gestrichen, somit fehlen ihm im Monat knapp 85€.
Auch hier die Frage liegt da ein Schreiben vor?

Hier in diesem Fall muß erstmal eine Kostensenkungsauffordeung erfolgen und die Möglichkeit gegeben werden auf Grund der neuen Wohnsituation eine Änderung herbeizuführen.
 
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#7
Schwager schlägt im Jobcenter auf, um den Todesfall zu melden, beantragt die Übernahme der Beerdigungskosten.
(Äh... wie formuliere ich das am besten?)
Das Jobcenter ist nur für Erwerbsfähige und die mit ihnen Lebenden zuständig. Die Beerdigung bezahlt u. U. das Sozialamt.

Kurz und brutal: Das Jobcenter knechtet und das Sozialamt entsorgt.
 
E

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Gast
#8
Der braucht erstmal jemand der ihn unterstützt

entwder Anwalt auf Beratungsschein
oder soziale Stellen
Stimmt, ist schon richtig. Aber da ich vom Handy aus geschrieben hatte, habe ich mich auf das wesentliche konzentriert, weil es umständlich ist zu schreiben.

Von mir aus natürlich auch Beileid an den Vater. Ich möchte nicht in der Situation sein und eines meiner Kinder verlieren.
 
E

ExitUser

Gast
#9
So wie ich das verstanden habe, müssen die Beerdigungskosten übernommen werden. Aber wohl nicht vom JC. Ich habe das hier gerade mal ergoogelt. Vielleicht hilft es ja weiter

Die Sozialhilfe nach dem 12. Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB XII) beinhaltet einige spezielle Leistungen, die unter dem Begriff "Hilfen in anderen Lebenslagen" im 9. Kapitel des SGB XII behandelt werden. Eine dieser Leistungen ist die Übernahme von Bestattungskosten nach § 74 SGB XII.

§ 74 SGB XII lautet: Die erforderlichen Kosten einer Bestattung werden übernommen, soweit den hierzu Verpflichteten nicht zugemutet werden kann, die Kosten zu tragen.
Quelle

Die Leistungen der Jobcenter dienen zwar auch der Bestreitung des Lebensunterhaltes, sind aber keine Leistungen der Sozialhilfe. Sofern jemand verstirbt, der Leistungen des Jobcenters erhielt, ist für den Antrag auf Übernahme der Bestattungskosten das Sozialamt des Sterbeortes zuständig.
Quelle

Es werden aber mit Sicherheit noch Ratschläge kommen, von Usern die sich damit besser auskennen als ich.
 

gelibeh

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#10
NAch dem schon genannten Paragrafen bei dem Sozialamt beantragen, welches für den Sohn zuständig gewesen wäre.

Das ist, entschuldigt den Ausdruck, ein Saupack beim JC. Schämt Euch.
 

Fraggle

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#11
Ich möchte auch mein Beileid an den Vater ausdrücken. Es ist wirklich schlimm wie das JC Menschen behandelt. Vielleicht war ja ein Zeuge bei dem GEspräch dabei. Wenn ja würde ich mich über diese Behandlung beschweren.

Das JC hätte informieren müßen, dass das Sozialamt zuständig ist. Das ist deren Pflicht!

Nicht vergessen einen Widerspruch gegen die Kürzung der Kosten der Unterkunft einzulegen. Das ist ja unverschämt sofort das Geld einzubehalten.
 

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#12
NAch dem schon genannten Paragrafen bei dem Sozialamt beantragen, welches für den Sohn zuständig gewesen wäre.

Das ist, entschuldigt den Ausdruck, ein Saupack beim JC. Schämt Euch.

Die gehen sprichwörtlich über Leichen (auch gern über die Beratungspflicht-Leiche).

Beim Sozialamt würde ich auch nicht mehr Pietät erwarten.....

Ganz knallhart gesagt:

Trauer verschieben und das dicke Fell anziehen!



Sonst auch mal im SGB XII Unterforum gucken, ob man dort weitere Infos findet wie z.B.


http://www.elo-forum.org/grundsicherung-sgb-xii/120889-uebernimmt-sozialamt-bestattungskosten.html
 

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#13
Mein Schwager ist schwer gehbehindert und hat auch einen GdB, wie hoch weiss ich nicht.
Kostensenkungsaufforderung wurde ja schon angeführt.

Weiterer Rat zum Prüfen hinsichtlich der SGB-II-Lage:

Gerade bei Gehbehinderungen kann ein Mehrbedarf an Raum vorliegen.

Hier mal weiter recherchieren, unter welchen Voraussetzungen das genau möglich wäre. Urteile müsste es dazu geben.

Wenn möglich ärztliches Attest schon mal besorgen (macht sich gerade im Eilverfahren im Sinne der Glaubaftmachung gut, da dort meist keine umfangreiche Beweisaufnahme!)

Auf alle Fälle würde ich umgehend Widerspruch erheben und parallel ein Eilverfahren betreiben.

Vielleicht dazu nochmal weitere Angaben aus dem "Kürzungsbescheid" posten.
 

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#14
Es ist wirklich schlimm wie das JC Menschen behandelt. Vielleicht war ja ein Zeuge bei dem GEspräch dabei. Wenn ja würde ich mich über diese Behandlung beschweren.

Das bringt zu 99,99% nichts! Mit Sicherheit nicht der erste Sterbefall und man kann davon ausgehen, dass so ein Verhalten von Vorgesetzen gedeckt wird ( Das höchste würde wahrscheinlich ein selten dämlicher Brief sein, in dem man das unglückliche Vorgehen bedauert. Da man dem JC eh kaum etwas glauben kann, kann man auch auf so eine Heuchelei verzichten, denn die verletzt nur unnötig)

Was will man nach so einer Nummer noch (positives) erwarten ?

Das kocht nur unnötig hoch und verletzt sicher noch mehr!

Ich würde im sozialrechtlichen Sinne "Schadensbegrenzung" betreiben, damit mehr Zeit und hoffentlich auch Ruhe für einen relativ würdevollen Abschied bleibt (und Trauerarbeit dauert sicher länger, nicht von ungefähr kommt der Begriff Trauerjahr).

Bleibt den Betroffenen zu wünschen, dass ein familiäres Umfeld vorhanden ist, dass das jetzt - soweit möglich- ertragbar macht!
 

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#15
da gäbe es ja Soziale Mitarbeiter der Stadt
oder Caritas

sowas würde ich kontaktieren

ist ja sehr viel was da anzupacken ist
Stadt: Oft ja auch der lokale Sozialhilfeträger

Caritas: Die vermitteln sicher einen Pastor der eine (kostenpflichtige) Standard-Rede (und den Verstorbenen und sein Leben meist sicher nicht kannte) hält in der ebenfalls (kostenpflichtigen) kirchlichen Kapelle. Gerade die Caritas als Wohlfahrtsstaat-Schmarotzer .... wird übrigens idR nicht vom SozA übernommen.

Da die in der Regel auch oft in Gremien sitzen (Widerspruchsausschuss etc.) werden die sicher "fallorientiert" beraten...

Anpacken und dafür wenig/kein Geld kassieren ist nicht die Stärke kirchlicher Einrichtungen.

:icon_kotz:


Auf alle Fälle (wenn es möglich ist) diverse Bestatter angucken, es gibt welche, die eine "§ 74 SGB XII-Bestattung" relativ würdevoll gestalten können.
 

Kerstin_K

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#16
Ich möchte auch mein Beileid an den Vater ausdrücken. Es ist wirklich schlimm wie das JC Menschen behandelt. Vielleicht war ja ein Zeuge bei dem GEspräch dabei. Wenn ja würde ich mich über diese Behandlung beschweren.

Das JC hätte informieren müßen, dass das Sozialamt zuständig ist. Das ist deren Pflicht!

Nicht vergessen einen Widerspruch gegen die Kürzung der Kosten der Unterkunft einzulegen. Das ist ja unverschämt sofort das Geld einzubehalten.
Ich gehe sogar noch weiter: Das JC hätte nicht nur informieren müssen, die hätten den Antrag weiterleiten müssen.

Auf genau der selben Rechtgrundlage, nach der die KK oder die gemeinde eien Antag auf ALG II weiterleiten muß.
 

evelyn62

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#17
Vielen Dank für eure Beileidsbekundungen. Ich werd ihm das weiterleiten.

Ich habe jetzt erstmal eine Adresse in Berlin-Marzahn rausgesucht, wo er sich beraten lassen kann.

Mein Mann wird heute übers Wochenende hinfahren und mit ihm mal die Papiere durcharbeiten. Ich hab zwar meine Bedenken, aber es ist besser als nichts. Ich habe bestimmte Gründe, mich da rauszuhalten.
 

Roter Bock

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#18
Erstmal mein Beileid - unbekannterweise. Dein Mann sollte vielleicht (Einverständnis des Betroffenen vorausgesetzt) die Papiere kopieren wenn das geht. Die Kopien kann man anonym hier einstellen, dann kommen vielleicht mehr Ideen zusammen.

Roter Bock
 
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