Verzweifelte Friseurin veröffentlicht nach Jobcenter-Telefonat tränenreichen Hilferuf

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vidar

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Traurig aber wahr, man braucht schon ein dickes Fell wenn man als "Normalbürger" hilflos dem JC ausgeliefert wird.
Nun rächt sich die Ansicht vieler, es gäbe im SGB*.* Wohltaten und da wäre eine soziale Hängematte verfügbar.

Das reale Minenfeld hingegen wird noch so einige überfordern, wenn das mit dem Corona Hin und Her noch lange so weitergeht.
Dass wir damit noch eine Weile zu tun haben werden stellen Politik und Behörden mit weltfremden Vorgehensweisen und Ansichten schon sicher - wie die letzten Monate anschaulich beweisen.
 

götzb

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Das Problem ist leider das es überall unfähige und schlechte Zeitgenossen gibt.
Im Jobcenter hat man nur das Gefühl das die Anzahl derer dort höher ist, eben bedingt durch das System im Allgemeinen an sich.

Einzelfälle sind halt gut für die Nachrichten.
 

Helga40

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Es ist logisch, dass gerade in so einem Forum sofort geurteilt wird, obwohl nur eine Seite zu Wort kommt. Weder die Hilfen für Selbständige noch das Kurzarbeitergeld werden vom Jobcenter bearbeitet oder gezahlt.

Lt. den Antworten auf ihrem fb Profil hat sie letzten Monat ihr Geschäft renoviert, das war bestimmt nicht kostenlos. Wenn ich auf die Coronahilfen so sehr angewiesen bin, keinen Lohn zahlen kann, kann ich mir das nicht leisten.

Unklar ist wohl auch, wann das Telefonat wirklich war. Lt. Video "gestern", dabei gab es wohl bereits vor einer Woche ein Radiointerview darüber.

Wenn sie mit wem zusammen wohnt, ist es nunmal auch beim vereinfachten Antrag klärungsbedürtig, wer das ist. WG, HG, BG.
 

Admin2

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Weder die Hilfen für Selbständige..
Das ist aber wohl an dir vorbeigegeangen? JobCenter sind sehr wohl, auch für Hilfen für Selbstständige zuständig.

Es ist logisch, dass gerade in so einem Forum sofort geurteilt wird, obwohl nur eine Seite zu Wort kommt.
Ich brauche "die andere Seite" nicht um aus der Erfahrung heraus zu urteilen. Die Erfahrung kommt von den Fällen die ich hier (privat) live mitbekomme. Da geht das, was man in der Öffentlichkeit darstellt (einfache schnelle Hilfen) zu oft weit an der Realität vorbei.
Je nach Gusto des zuständigen SB kann man da völlig neue Spitzen kennenlernen. Wenn nun wirtschaftlich normal denkend und handelnde Menschen auf Hardcore-SBs treffen entsteht was auch hier vorliegt.

Dann ist natürlich auch fraglich warum man "HartzIV "nicht genauso schnell an die aktuellen Bedürfnisse anpassen kann wie man das beim Schonvermögen konnte. Ist es nicht so dass SBs nun lange Jahre daran gewöhnt wurden selbstständige Leistungsberechtigte schnellst möglich in eine abhängige Beschäftigung oder eben aus dem Bezug zu "überführen" und SBs nun gar nicht mehr fähig sind. das SGB II so anzuwenden, wie es für Selbstständige einmal gedacht war.

Nach meiner Kenntnis wird in den Beispielen der ALG II-Vo mit Beträgen "gebeispielt" die sich an der Realität orientieren.
Das wird bis Dato aber nie angewandt. Dann frage ich mich warum es verwerflich sein soll, als Selbstständige/r Lücken wie die Schließungen durch Corona zu nutzen, längst fällige Renovierungsarbeiten auszuführen. Es dient doch der Erhaltung und Verbesserung der Geschäftsfähigkeit, wenn neue Kunden bei Wiedereröffnung in ein sauberes Geschäft kommen und somit mehr Umsatz bringen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Allimente

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Das ist wieder so eine Sache, wo bei mir die blanke Wut hoch kommt. Ich muss mich da immer selber bremsen, um mir selber nicht gesundheitlich zu schaden. Manchmal macht mich das so wütend, dass ich ausrasten könnte. Gott sei Dank habe ich gelernt (schmerzlich), dass man so nicht weiterkommt und diese Dinge nicht näher an sich ranlassen darf.
 

Helga40

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Das ist aber wohl an dir vorbeigegeangen? JobCenter sind sehr wohl, auch für Hilfen für Selbstständige zuständig.

Da ist nichts an mir vorbei gegangen. Ich rede nicht von ALG2 für Selbständige, sondern von den Corona Soforthilfen (Überbrückungshilfe III):


Zuständig sind dafür nicht die Jobcenter:


Nur die gleichen (eventuell) ihre - 5000 Euro auf dem Geschäftskonto aus.


Ich brauche "die andere Seite" nicht um aus der Erfahrung heraus zu urteilen. Die Erfahrung kommt von den Fällen die ich hier (privat) live mitbekomme. Da geht das, was man in der Öffentlichkeit darstellt (einfache schnelle Hilfen) zu oft weit an der Realität vorbei.

Nun, das ist deine Meinung. Sie sei dir unbelassen. Aber vielleicht bedenkst du, dass sich die wenigsten User hier anmelden, um loszuwerden, wie gut doch gerade die Beratung war usw. Auch das Forum spiegelt daher nur eine einseitige Sichtweise wieder.


Dann ist natürlich auch fraglich warum man "HartzIV "nicht genauso schnell an die aktuellen Bedürfnisse anpassen kann wie man das beim Schonvermögen konnte. Ist es nicht so dass SBs nun lange Jahre daran gewöhnt wurden selbstständige Leistungsberechtigte schnellst möglich in eine abhängige Beschäftigung oder eben aus dem Bezug zu "überführen" und SBs nun gar nicht mehr fähig sind. das SGB II so anzuwend

Das war überhaupt nicht das Problem der Frisörin in dem Video. Da ging es zuerst darum, dass die Überbrückungshilfe III noch nicht gezahlt wurde, dann gibg es um KUG und zum Schluss erst um ALG2, dass der Antrag nicht vollständig sei, u. a., weil es noch jemanden in der Wohnung gibt. Davon, dass sie den Laden aufgegeben und abhängige Beschäftigung suchen soll, war nicht die Rede. Wieso problematisierst du da was hinzu?


Das wird bis Dato aber nie angewandt. Dann frage ich mich warum es verwerflich sein soll, als Selbstständige/r Lücken wie die Schließungen durch Corona zu nutzen, längst fällige Renovierungsarbeiten auszuführen. Es dient doch der Erhaltung und Verbesserung der Geschäftsfähigkeit, wenn neue Kunden bei Wiedereröffnung in ein sauberes Geschäft kommen und somit mehr Umsatz bringen.

Kein Problem. Wenn man weiß, wie man die laufenden Kosten + die Kosten der Renovierung finanziell stemmen kann. Aber an der falschen Kalkulation, dass erwartete Gelder wie KUG und Überbrückungshilfe III nicht eingehen, hat das Jobcenter und erst recht keine einfache Servicecentermitarbeiterin Schuld.
 

Linuxfan

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So in etwa habe ich mich im Oktober 2005 gefühlt, als ich einen ALG-II Antrag in Frankfurt am Main stellen musste. War gerade 4 Monate dorthin gezogen und in der Probezeit gekündigt worden. Wusste dann auch nicht mehr wie ich die Miete bezahlen konnte.

In diesem Jahr wurden die Reformen von Hartz IV gerade ausgerollt und die Jobcenter waren so überlastet, dass man mich oft wieder wegschickte. Es war schon ein kräftezehrender Kampf bis überhaupt der Antrag mit einem korrekten Eingangsstempel angenommen wurde. Ab da hieß es Hoffen und Bangen aber letztendlich kam das Geld dann doch.

Der ganze Akt war dermaßen aufreibend, dass ich später sechs Wochen in eine psychiatrische Klinik musste.

Wahrscheinlich muss sich die arme Frau später noch anhören, dass sie sich doch bitte um Arbeit bemühen sollte, EKS ausfüllen, einen 1-Eurojob machen um wieder eine vermeintliche Tagesstruktur zu bekommen..
 

Stauer

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Da ist nichts an mir vorbei gegangen.
Das sehe ich ganz anders. Du hast Tips eingestellt, wohin sich die Frisörin außerdem noch wenden kann. Warum hat die SB das nicht gemacht? Es gilt auch für JC's Auskunftspflicht der Behörden.
Der emotionale Zusammenbruch, der Frisörin wurde für mich eindeutig durch die eklatante Unfähigkeit der JC-SB ausgelöst.
Nur die gleichen (eventuell) ihre - 5000 Euro auf dem Geschäftskonto aus.
Warum kann die SB ihr das nicht mitteilen, Du kannst es doch auch. Was ist denn mit den SB's los? Wieso kann die ihr nicht mitteilen, daß es noch andere Stellen gibt, wohin sie sich wenden kann? Da bricht der SB doch keine Zacke aus der Krone. Das ist absolutes skandalöses Versagen.
Aber vielleicht bedenkst du, dass sich die wenigsten User hier anmelden, um loszuwerden, wie gut doch gerade die Beratung war usw. Auch das Forum spiegelt daher nur eine einseitige Sichtweise wieder.
Das würde ich so nicht sagen. Nach etlichen Klagen, wurde berichtet, das SB's urplötzlich viel umgänglicher sind. Das SB's nicht mehr auf die Arbeitslosen einschreien, wenn sie mit Beistand zu Terminen erscheinen. Das plötzlich, nach einer Klage , eine Qualifikation durchging u.v.m.

Kein Problem. Wenn man weiß, wie man die laufenden Kosten + die Kosten der Renovierung finanziell stemmen kann.
Warum unterstellst Du hier, daß auf jeden Fall Material gekauft wurde? Vieleicht hatte sie noch ein paar Eimer Farbe über und führt die Renovierung jetzt durch, in weiser Voraussicht, weil sie dann nicht nocheinmal, wegen Renovierung, schließen muß.
Ist es denn langfristig wirtschaftlicher Däumchen zu drehen und dann eine erneute Schließung herbei zu führen?
Jede Menge Selbstständige nutzten coronabedingte Schließungen für Wartungs- und Reperaturarbeiten. Auch Instandsetzungsarbeiten wurden, statt Däumchen drehen ausgeführt.
Wie kann das JC daraus einen Vorwurf basteln? Verstehst Du das etwa?
 

Helga40

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Das sehe ich ganz anders. Du hast Tips eingestellt, wohin sich die Frisörin außerdem noch wenden kann. Warum hat die SB das nicht gemacht?

Hast du das Video überhaupt gesehen? Sie hat die Anträge auf Soforthilfen und KUG schon längst gestellt, durch oder mit ihrem "guten Steuerberater". Sie wartet nur schon so lange auf das Geld. Und was genau am Telefon besprochen wurde, weißt weder du noch ich.


Der emotionale Zusammenbruch, der Frisörin wurde für mich eindeutig durch die eklatante Unfähigkeit der JC-SB ausgelöst.

Du weißt noch nicht mal, ob es jemand vom Jobcenter war oder vom Service Tier, die nicht zum JC gehören! Ich auch nicht. Mag sein, dass die Aussage, bei ihrem ALG2 Antrag würde noch was fehlen, das I-Tüpfelchen war. Ändert aber doch nichts daran, dass eventuell der Antrag tatsächlich noch nicht bearbeitungsfähig ist.


Warum kann die SB ihr das nicht mitteilen,

Weißt du, was tatsächlich besprochen wurde? Nochmal: die Anträge wurden bereits gestellt! Woher soll jemand vom Serviccenter wissen, wann die Aufbaubank zahlt? Wenn du du ein Haus baust, weiß doch der Dachdecker auch nicht, wann der Elektriker fertig wird.


Nach etlichen Klagen, wurde berichtet, das SB's urplötzlich viel umgänglicher sind. Das SB's nicht mehr auf die Arbeitslosen einschreien, wenn sie mit Beistand zu Terminen erscheinen.

Und trotzdem ist das doch nur eine Seite, die man hört.


Warum unterstellst Du hier, daß auf jeden Fall Material gekauft wurde? Vieleicht hatte sie noch ein paar Eimer Farbe über und führt die Renovierung jetzt durch, in weiser Voraussicht, weil sie dann nicht nocheinmal, wegen Renovierung, schließen muß.

Die Dame ist sehr emsig auf vielen sozialen Netzwerken unterwegs und man kann da auch viel nachlesen und sich anschauen.


Ist es denn langfristig wirtschaftlicher Däumchen zu drehen und dann eine erneute Schließung herbei zu führen?

Gehört es nicht auch zum wirtschaftlichen Denken, sich Geld für Löhne zurück zu legen, ehe man es für andere Sachen ausgibt?


Wie kann das JC daraus einen Vorwurf basteln?

Wer bastelt woraus einen Vorwurf? Ich zweifle gerade daran, dass du das Video überhaupt gesehen hast.
 

Admin2

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Da ist nichts an mir vorbei gegangen. Ich rede nicht von ALG2 für Selbständige, sondern von den Corona Soforthilfen (Überbrückungshilfe III):

Da hast du, einfach betrachtet recht.
Wenn allerdings jemand Selbstständiges einen Antrag auf Hilfen nach ALG II stellt hat der SB den Antragsteller auf diese Hilfen aus einem anderen "Portfolio" hinzuweisen und zugleich zu prüfen, inwieweit Hilfen aus dem diesbezüglichen SGB Paket, für den Antragsteller zuträglich sein können.
Einfach nur einen Hinweis auf die Coronahilfen für Selbstständige und dann der "Nachsatz", "können wir leider nichts machen", ist hier das Kind mit dem Bade ausgeschüttet und unrichtig. Im Zweifelsfall und im Hinblick auf die Dringlichkeit wäre sogar eine Darlehensweise Vorleistung angebracht, um weitere Probleme zu vermeiden. Fakt ist allerdings, dass für selbstständige Antragssteller im SGBII weit mehr Möglichkeiten zur Hilfe bestehen als schlicht die zusätzlichen Coronahilfen - und die JC dafür zuständig sind.
Meine Kritik entstand auch im Hinblick darauf und der Gesamtschau - die auch SB zu leisten haben.
 

Admin2

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Gehört es nicht auch zum wirtschaftlichen Denken, sich Geld für Löhne zurück zu legen, ehe man es für andere Sachen ausgibt?
Sorry @Helga40 , aber hier solltest du die Realität in Betracht ziehen.

Kein Unternehmer legt für Löhne Geld zurück, wenn er die Möglichkeit hat Mitarbeiter im Krisenfall zu feuern oder in Systemen wie z.B. dem Kurzarbeitergeld zwischenzulagern. Das machen weitaus solventere Unternehmen exakt so. Im Gegenteil wäre die hier bezügliche Selbstständige sogar dumm Gelder zurückzulegen, die sie über die 60.000 Eurogrenze bringen, da diese "überzähligen" Gelder im Zweifelsfall, als verfügbare Mittel, von ihr zum Selbsterhalt verwendet werden müssten.

Da die Dame das SGB II nicht kennt hat sie imho mit der Renovierung, aus wirtschaftlicher Sicht absolut richtig, und ihr damit nicht vorwerfbar verhalten.
 

Ruhrpottmensch

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Ich hab das Video jetzt mal einen Tag wirken lassen... Und komme (wie bei so vielen Hass-/Verzweiflungsvideos im Netz) zum Schluss, dass es verdammt schwierig ist so etwas zu bewerten...

Wir alle stecken nicht in der Haut (der Lage) der jeweiligen Videoersteller und wissen auch nicht genau was in den Büchern und Portemonnaies los ist...

Zudem kommt hinzu, daß solche Videos natürlich gerne auch mal medial gepusht werden (Clickbaiting). Das nervt mich eh seit dem ganzen Coronadingen arg. Aber auch, dass es inzwischen scheinbar "zum guten Ton" gehört, in Netz zu jammern wenn irgendwo was hängt.

Mal ganz ehrlich... Wenn "Otto-Normal ALG2 Neubezieher" (Und nicht die "armen" Selbstständigen) wegen jedem kleinen Problem ein Video ins Netz blasen würde, dann würde kaum ein Hahn danach krähen...

Deswegen sehe ich solche Videos (gerade zu Coronazeiten) eher zwiegespalten...
 
Zuletzt bearbeitet:

Matt45

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Hier sehe ich mal wieder das typische Problem beim Amt!

Die Frau ist völlig verzweifelt.....stellt einen Antrag und bekommt überhaupt keine Antwort(schriftliche meine ich, nicht am Telefon).....Wir leben mittlerweile seit einen Jahr mit dem blöden Virus.......Warum hat sich das Amt nicht mal Anfang Januar an die Frau gewandt?

Kein Wunder wenn Menschen verzweifelt sind und wütend werden!

Tausende Solo Selbständige und kleine Firmen warten seit Wochen und Monaten auf versprochene Hilfen.......Passiert da nichts wird es bald selbstverständlich "knallen"!

Viele davon haben seit Jahren ganz normal gearbeitet und haben von Anträgen oder......so gut wie keine Ahnung! Selbst die Steuerberater verzweifeln übrigens bei den "Hilfspaketen"!
 

HermineL

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Wenn allerdings jemand Selbstständiges einen Antrag auf Hilfen nach ALG II stellt hat der SB den Antragsteller auf diese Hilfen aus einem anderen "Portfolio" hinzuweisen und zugleich zu prüfen, inwieweit Hilfen aus dem diesbezüglichen SGB Paket, für den Antragsteller zuträglich sein können.
Meine Kritik entstand auch im Hinblick darauf und der Gesamtschau - die auch SB zu leisten haben.
Richtig hier greift die Auskunft.- und Beratungspflicht gem. § 15 SGB I, Auch wenn es der Betreffenden jetzt nicht helfen mag könnte sie, wenn sie eine gute und findige Rechstberatung hat, im Nachgang Schadensersatz, so ihr einer entstanden ist, von der Behörde einklagen. Hilfreich zur Seite bei einem solchen Vorhaben steht das BGH, Urteil vom 2. August 2018 – III ZR 466/16. In diesem Urteil geht es genau um einen aus versäumter Auskunftspflicht der Behörde entstandenen Schaden.
Im Sozialrecht bestehen für die Sozialleistungsträger besondere Beratungs- und Betreuungspflichten. Eine umfassende Beratung des Versicherten ist die Grundlage für das Funktionieren des immer komplizierter werdenden sozialen Leistungssystems. Im Vordergrund steht dabei nicht mehr nur die Beantwortung von Fragen oder Bitten um Beratung, sondern die verständnisvolle Förderung des Versicherten, das heißt die aufmerksame Prüfung durch den Sachbearbeiter, ob Anlass besteht, den Versicherten auch von Amts wegen auf Gestaltungsmöglichkeiten oder Nachteile hinzuweisen, die sich mit seinem Anliegen verbinden; denn schon gezielte Fragen setzen Sachkunde voraus, über die der Versicherte oft nicht verfügt. Die Kompliziertheit des Sozialrechts liegt gerade in der Verzahnung seiner Sicherungsformen bei den verschiedenen versicherten Risiken, aber auch in der Verknüpfung mit anderen Sicherungssystemen. Die Beratungspflicht ist deshalb nicht auf die Normen beschränkt, die der betreffende Sozialleistungsträger anzuwenden hat.
BGH, Urteil vom 2. August 2018 – III ZR 466/16
 

Admin2

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Hier sehe ich mal wieder das typische Problem beim Amt!

Die Frau ist völlig verzweifelt.....stellt einen Antrag und bekommt überhaupt keine Antwort(schriftliche meine ich, nicht am Telefon)....

Und genau damit beginnt die Rechtswidrigkeit - sofern diese Angaben dazu richtig sind denn § 33 Abs. 2 Satz 2 SGB X
2 Ein mündlicher Verwaltungsakt ist schriftlich oder elektronisch zu bestätigen, wenn hieran ein berechtigtes Interesse besteht und der Betroffene dies unverzüglich verlangt

Ein berechtigtes Interesse daran, einen rechtsmittelfähigen Bescheid zu erhalten, kann immer dann angenommen werden, wenn die mündliche Bescheidung des SB entgegen der Interessen des Antragstellers ausfällt.
Man kann von einem normalen Bürger hingegen nicht erwarten dass er fit in Sachen Verwaltungsrecht ist und die Erfordernis des Satzes: "Dann hätte ich Ihre Entscheidung gerne schriftlich zugesandt" kennt. Das ist auch "Evident"...
 

mucel

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Ihr kennt hier alle nur die „Aussage“ einer Seite und bildet euch dennoch, eine teilweise sehr umfassende Meinung, über das was da geschehen ist.

Einzig und alleine aufgrund dessen, was die Frisöse in ihrem Video sagt, bekommt diese von euch nahezu umfänglich recht. Das JC wird in Grund und Boden geschrieben und dafür „verurteilt“, dass es gewisse Dinge nicht gemacht hat oder es versäumt hat, auf andere Stellen hinzuweisen.

Wie gesagt, dass alles einzig und alleine aufgrund dessen, wie die Frisöse den Sachverhalt darstellt.

Was bin ich froh, dass vor einem Gericht immer beide Seiten gehört werden und dort keine Urteile aufgrund „Hörensagen“ einer Seite, durch die Richter gesprochen werden.
 

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Ihr kennt hier alle nur die „Aussage“ einer Seite und bildet euch dennoch, eine teilweise sehr umfassende Meinung, über das was da geschehen ist.

Einzig und alleine aufgrund dessen, was die Frisöse in ihrem Video sagt, bekommt diese von euch nahezu umfänglich recht. Das JC wird in Grund und Boden geschrieben und dafür „verurteilt“, dass es gewisse Dinge nicht gemacht hat oder es versäumt hat, auf andere Stellen hinzuweisen.

Wie gesagt, dass alles einzig und alleine aufgrund dessen, wie die Frisöse den Sachverhalt darstellt.

Was bin ich froh, dass vor einem Gericht immer beide Seiten gehört werden und dort keine Urteile aufgrund „Hörensagen“ einer Seite, durch die Richter gesprochen werden.

Als ein in solchen Sachen Erfahrener brauche ich "die andere Seite" gar nicht mehr zu hören.
Schon die Art der Abwicklung seitens des Jobcentermitarbeiters zeigt dass auch das weitere, was die Frau darstellt, nicht aus den Fingern gesogen ist. Nicht nur ich kenne diese Vorgehensweise zur Genüge.

Bestreitest etwa du den Fakt dass der Antrag weder schriftlich beschieden, noch ausreichend geprüft wurde?
Alleine auf die unbelegten Angaben eines Hilfe suchenden Laien in der Sache, am Telefon abzulehnen hat in etwa die gleiche Berechtigung wie eine sofortige Leistungsgewährung aufgrund solcher Angaben.
Da weiter evident angenommen werden kann, dass die Antragstellerin nicht gesagt hat finanziell potent und unabhängig zu sein besteht für die zuständige Stelle kein Grund dafür den Antrag ungeprüft abzulehnen - sofern die Möglichkeiten zum Abwimmeln hier nicht gerade recht kamen. Das wiederum wäre aber nicht im Interesse einer funktionierenden Gesellschaft, des Gesetzgebers und dem Tenor unseres Grundgesetzes.
 

Ruhrpottmensch

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Nichtsdestotrotz sollte man (nicht nur bei solchen Videos) immer kritisch sein... ;)
Selbst wenn da ne Menge Mist gelaufen ist, wir alle (!) waren nicht dabei und können nicht sagen, was gesprochen oder geschrieben worden ist...

Da stimme ich @mucel schon zu...

Leider ist das in den letzten Jahren auch immer mehr eine "Seuche" geworden...
Dass bei vielen, ganz schnell der Beizreflex in eine ganz bestimmte Richtung einsetzt... 🤷‍♂️
 

bitterlemon

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Also ich sehe die Sache genau so wie @Helga40 und @Ruhrpottmensch.

Wie so oft wird hier schnell auf ein virales Video aufgesprungen, alles ist einseitig und eine 1A-Story wenn man über den Staat meckern will. Man muss die Geschichte nicht unbedingt kennen um sich zu fragen, warum ein Selbständiger mit z.B. 50 Jahren (also 7.500€ Schonvermögen) kein Hartz 4 auf Anhieb bekommt? Wir kennen die Antwort. Dann lebt ein Selbständiger womöglich noch in einer BG und der Partner verdient z.B. gutes Geld, ist auch Selbständig (und darf sein Geschäft trotz Corona weiter führen) oder ist ein Selbständiger, der bereits Corona-Hilfen bekommen hat. Und nu? Das, was diese Frau erlebt, erleben täglich tausende Menschen die nie was gehabt haben. Das leben ist nicht nur schwarz/weiß. Es gibt also gute Gründe warum ihr das Geld nicht hinterher geworfen wird...

Abgesehen davon bekommt man in eine Stadt wie z.B. Berlin beim Friseur nie eine Quittung und Kartenzahlung geht natürlich auch nicht. Warum wohl? Man sollte also die Kirche im Dorf lassen und froh sein über alles man kriegt -aber mit dem Finger auf den Staat zu zeigen weil der nicht auf Zuruf mit Geld um sich schmeißt...?:rolleyes:
 

mucel

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Bestreitest etwa du den Fakt dass der Antrag weder schriftlich beschieden, noch ausreichend geprüft wurde?
Also vorweg mal, ich bestreite gar nichts.

Ich weiss nur aus Erfahrung, dass Menschen dazu neigen Sachverhalte doch sehr zu ihren Gunsten darzustellen oder aber zumindest hin und wieder wesentliche Details, die sie selbst für nicht unbedingt so wichtig halten, gar nicht erst erwähnen. Wie oft bist du selbst hier, als du anderen Hilfe leisten wolltest, von den Hilfesuchenden auf‘s Glatteis geführt worden, weil in der ersten Fragestellung wesentliche Angaben nicht gemacht wurden, die dann in „Nr. 35“ so „nebensächlich“ dann doch erwähnt wurden und die „Nr. 1 bis 34“ dann hinfällig gemacht haben?

Also, somit bestreite ich schon mal nicht, dass der Antrag gestellt wurde. Ob er ausreichend geprüft wurde, kann ich nicht beurteilen. Ich kann auch nicht beurteilen, ob evtl. Unterlagen zum Antrag fehlen oder ob gar Nachfragen der Behörde erfolgt sind. Du kannst das?

Als ein in solchen Sachen Erfahrener brauche ich "die andere Seite" gar nicht mehr zu hören.
Da bin ich aber grad echt froh, dass du nicht als Richter an irgendeinem Gericht Urteile sprichst.

Nochmal, ich streite keinesfalls ab, dass sich das alles so abgespielt haben KANN, wie es die Dame darstellt. Solange ich aber die Gegendarstellung der anderen Partei nicht gehört habe, werde ich mich davor hüten über die Gegenseite zu „urteilen“.
 

bitterlemon

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Das Problem ist, dass Leute die nie arbeitslos waren mit ganz falschen Erwartungen zum Jobcenter gehen und Hartz4 haben wollen. So nach dem Motto "das ist doch ein Naturgesetz, siehe die Langzeitarbeitslosen" und vergessen dabei, dass es die Grundsicherungung in Form von Hartz 4 nicht umsonst gibt. D.h. man muss schon gewisse Grundvoraussetzungen erfüllen (alles offen legen, unter dem Schonvermögen bleiben, Familienverhältnisse und Einnahmen, Kontoauszügen vorlegen auch mal 1 Jahr rückwirkend usw usw) und dann, ja erst dann ist man auch berechtigt und kriegt Unterstützung vom Staat.

Wenn man aber das alles als "Schikane" empfindet und nicht alle spuren wenn man "Hilfe" ruft -dann zeigt das, dass man schon immer falsche Vorstellungen vom Sozialstaat hatte. Und Übrigen glaube ich nicht, dass die Jobcenter jagt auf Friseure oder andere Selbständige machen -sie setzen nur etwas um, wofür die jetzt um Hilfe schreienden Selbständigen damals bei der Hartz4-Reform wahrscheinlich geklatscht haben...:rolleyes:
 

Helga40

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Da hast du, einfach betrachtet recht.
Wenn allerdings jemand Selbstständiges einen Antrag auf Hilfen nach ALG II stellt hat der SB den Antragsteller auf diese Hilfen aus einem anderen "Portfolio" hinzuweisen und zugleich zu prüfen, inwieweit Hilfen aus dem diesbezüglichen SGB Paket, für den Antragsteller zuträglich sein können.
Einfach nur einen Hinweis auf die Coronahilfen für Selbstständige und dann der "Nachsatz", "können wir leider nichts machen", ist hier das Kind mit dem Bade ausgeschüttet und unrichtig.

Sie hat doch die Anträge auf KuG und Coronahilfen schon gestellt! Mit ihrem Steuerberater! Da muss nicht darauf hingewiesen werden. Sie bemängelt, dass das Geld noch nicht da ist. Dafür kann aber das Jobcenter nichts. Und das JC weiß auch nicht, wann das gezahlt wird, woher denn?!

Auch eine Vorausleistung ist nicht möglich, denn in dem Fall ist das JC kein nachrangiger Leistungsträger. Weder bei KuG noch bei den Coronahilfen handelt es sich um zweckidentische Leistungen für den Lebensunterhalt. Die Coronahilfen der Länder und des Bundes sind noch nicht mal Leistungen nach irgendeinem SGB. Da kann ein Erstattungsverfahren nach 102 SGB X überhaupt nicht durchgeführt werden.




Fakt ist allerdings, dass für selbstständige Antragssteller im SGBII weit mehr Möglichkeiten zur Hilfe bestehen als schlicht die zusätzlichen Coronahilfen - und die JC dafür zuständig sind.


Im SGB II gibt es überhaupt keine Coronahilfen! Wie kommst du darauf? Es gibt für Selbständige die Möglichkeit, ALG2 zu beantragen nach den Regeln des 67 SGB II. Das ist aber keine Sonderregelung nur für Selbständige!


Kein Unternehmer legt für Löhne Geld zurück, wenn er die Möglichkeit hat Mitarbeiter im Krisenfall zu feuern oder in Systemen wie z.B. dem Kurzarbeitergeld zwischenzulagern.

Stopp. Du hast dich anscheinend noch nie mit KuG beschäftigt. Das ist eine Erstattungsleistung an den Arbeitgeber. Eigentlich muss er den Lohn zahlen und bekommt es dann erstattet. Also muss der AG sehr wohl den Lohn kalkulieren.


Richtig hier greift die Auskunft.- und Beratungspflicht gem. § 15 SGB I, Auch wenn es der Betreffenden jetzt nicht helfen mag könnte sie, wenn sie eine gute und findige Rechstberatung hat, im Nachgang Schadensersatz, so ihr einer entstanden ist, von der Behörde einklagen.

Nochmal: die Anträge sind längst gestellt und eine Beratung dazu obsolet! Die wartet nur auf das Geld. Das hat mit Beratung gar nichts zu tun.


Ein berechtigtes Interesse daran, einen rechtsmittelfähigen Bescheid zu erhalten, kann immer dann angenommen werden, wenn die mündliche Bescheidung des SB entgegen der Interessen des Antragstellers ausfällt.

Für was soll sie denn jetzt bitte einen Bescheid bekommen? Sie hat ALG2 beantragt und der Antrag ist unvollständig und noch gar nicht beaerbeitungsreif. Es wurde nichts abgelehnt, es wurde anscheinend aufgefordert, noch Nachweise zu bringen.


Als ein in solchen Sachen Erfahrener brauche ich "die andere Seite" gar nicht mehr zu hören.
Schon die Art der Abwicklung seitens des Jobcentermitarbeiters zeigt dass auch das weitere, was die Frau darstellt, nicht aus den Fingern gesogen ist. Nicht nur ich kenne diese Vorgehensweise zur Genüge

Du kennst Vorurteile zur Genüge. Nicht mehr und nicht weniger. Du warst nicht dabei. Ein "Meine Erfahrungen" reicht nun wirklich nicht aus. Ein Einbrecher hat bestimmt auch nur schlechte Erfahrungen mit der Polizei gemacht. Aber ist diese Meinung objektiv?!


Bestreitest etwa du den Fakt dass der Antrag weder schriftlich beschieden, noch ausreichend geprüft wurde?

Der Antrag wurde Mitte Dezember gestellt, vielleicht sogar erst da versendet. Dann war Weihnachten. Der Anruf war lt. Facebook nicht erst vor 2 Tagen, sondern mindesten schon vor über einer Woche, also vielleicht Mitte Januar. Eine gewisse Bearbeitungszeit ist nunmal auch üblich. Außerdem kann ich keinen "Fakt' erkennen. Die einseitige Schilderung in einem Video ist kein" Fakt".


Da weiter evident angenommen werden kann, dass die Antragstellerin nicht gesagt hat finanziell potent und unabhängig zu sein besteht für die zuständige Stelle kein Grund dafür den Antrag ungeprüft abzulehnen -

Es wurde nichts abgelehnt! Es fehlen Angaben zum Mitbewohner. Bzw. zur Mitbewohnerin, die mehr ist als eine Mitbewohnerin, wenn man die sozialen Medien der Friseurin folgt. Also geht es wohl um die Prüfung einer VE. Und keine Ablehnung.
 

Admin2

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Sie hat doch die Anträge auf KuG und Coronahilfen schon gestellt! Mit ihrem Steuerberater! Da muss nicht darauf hingewiesen werden. Sie bemängelt, dass das Geld noch nicht da ist. Dafür kann aber das Jobcenter nichts. Und das JC weiß auch nicht, wann das gezahlt wird, woher denn?!

Auch eine Vorausleistung ist nicht möglich, denn in dem Fall ist das JC kein nachrangiger Leistungsträger. Weder bei KuG noch bei den Coronahilfen handelt es sich um zweckidentische Leistungen für den Lebensunterhalt. Die Coronahilfen der Länder und des Bundes sind noch nicht mal Leistungen nach irgendeinem SGB. Da kann ein Erstattungsverfahren nach 102 SGB X überhaupt nicht durchgeführt werden.







Im SGB II gibt es überhaupt keine Coronahilfen! Wie kommst du darauf? Es gibt für Selbständige die Möglichkeit, ALG2 zu beantragen nach den Regeln des 67 SGB II. Das ist aber keine Sonderregelung nur für Selbständige!

....

Ich weiß gar nicht wie ich die ganzen Plattitüden angemessen kommentieren soll, ohne mich auf ein das von der Hauptsache ablenkendes Differenzieren einzulassen...
Da du jedoch offensichtlich an einer ernsthaften Diskussion interessiert scheinst, antworte ich mal wie folgt.

Fakt ist, dass eine nach Hilfe suchende beim JC anruft, um sich nach Möglichkeiten zu erkunden.
Fakt ist auch, dass das JC alleine auf die Argumente abgehoben hat, die auch du anführst, auch ohne zu prüfen, inwieweit der Person nach "Hartz IV" für Selbstständige geholfen werden kann - so denn ein Anspruch besteht. Dazu hätte man einen Termin vereinbaren und Unterlage prüfen müssen. Das ist hier jedoch schon gar nicht geschehen, sondern bereits am Telefon, völlig ohne ausreichende Prüfung, abgelehnt worden.

Es ist unerheblich ob ein Steuerberater bereits etwas beantragt hat, darum geht es dann im Nachrang. Steuerberater sind mit den den Gesetzen rund um Hartz IV überfordert und werden den Teufel tun ihren Klienten hierzu irgendwelche Empfehlungen oder Ratschläge zu geben.

Zurück zum JC.
Bereits mit diesem Hinweis: "Das Geschäftskonto 5.000 Euro im Minus. Auf dem privaten Konto sieht es nicht besser aus. Bergler kann diesen Monat ihre Miete nicht zahlen.." ist das JC in der Pflicht genaueres nachzuprüfen und die Ablehnung am Telefon, ohne genauere Prüfung der Sachlage, ist rechtswidrig.

Es ist Evident dass die Frau sowohl privat, als auch geschäftlich, in einer prekären Situation ist und genau da soll die "Existenzsicherung" ansetzen. Dazu bestehen auch die Möglichkeiten, zumindest Darlehensweise, um schlimmeres abzuwenden.
Dabei spielt auch der Hinweis auf die Renovierung eine nachrangige Rolle denn das Geld wurde nicht "verprasst", sondern von einer wirtschaftlich denkend und handelnden Person ausgegeben, die die Erfordernisse des SGB dabei in keinster Weise kannte.

Sicher kann das JC, bei Selbstständigen in Notlagen, in Vorleistung gehen und ist nicht auf die Sicherung der Hilfe zum Lebensunterhalt alleine mehr gebunden. (Und selbst letzteres wurde offensichtlich nicht ansatzweise ausreichend geprüft)
In der ALG II Vo. gibt es dazu sogar Beispiele. Ich bin mir sogar evident sicher, dass ein engagierter Anwalt die zuständige Arge deshalb hier (auf die aus dem Bericht bekannten Umstände bezogen) in Regress bringen könnte. Und ich beziehe mich im Thema nur auf das Eingangsposting und dessen Informationen.

Nachtrag:
Bezüglich der Mitbewohnerin:
Die ist insofern Fallbezogen unerheblich, soweit es um die Notlage der Selbstständigen geht so lange diese nicht Mitinhaberin des Frisörgeschäftes ist. Sie kommt lediglich dort ins Spiel, wo es um private Mietzahlungen der Antragstellerin geht.
Deshalb aber das ganz große Prüfungsverfahren anzuwenden und mit Hinweis darauf evident nötige Hilfen zu verzögern belegt meine diesbezügliche Beschreibung des Vorgehens abwimmeln, verzögern, ablehnen.
Das JC könnte - wenn gewollt - geschäftliche Hilfen Darlehensweise, in Höhe der zu erwarteten Coronahilfen gewähren um der Antragsstellerin weitere Probleme (und Zusatzkosten) zu ersparen. Dazu hat man den Spielraum.
 
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grün_fink

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Nachdem ich das jetzt gelesen habe, was ihr alle geschrieben habt, verstehe ich die Intention des Focus noch nicht, dieses Video einzustellen und nicht besonders tiefgreifend zu schauen, was da ablief. So liefert man doch nur wieder Menschen Futter, die sich allzugerne empören um des Empörens wegen, oder weil es gerade chic ist, dies zu tun. Der Fokus geht auf die arme Selbstständige, und der Rest wird vergessen, das ist weiterhin das faule Gesocks, um es mal so sehr salopp auszudrücken.
 
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