Verwendung "kleiner Teile" von Meldungen zukünftig kostenpflichtig

Regelsatzkämpfer

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Koalition beschließt neues Monopolrecht für Presseverlage
Für die Verwendung "kleiner Teile" von Meldungen sollen zukünftig Abgaben fällig werden

Bislang ist in Deutschland und anderswo auf der Welt die konkrete sprachliche Umsetzung tagespolitischer oder anderer Meldungen mit dem Urheberrecht geschützt, nicht aber der Inhalt. Das ist in demokratischen Staaten unter anderem deshalb notwendig, weil sich Skandale sonst mit Verweis auf "Geistiges Eigentum" unterdrücken ließen. Trotzdem hat die Koalition aus Union und FDP nun beschlossen, den deutschen Verlegern ein von CDU und SPD vor der Wahl 2009 versprochenes neues Monopolrecht zu gewähren, das sich mit der Pressefreiheit nur sehr bedingt vereinbaren lässt. ...
Koalition beschließt neues Monopolrecht für Presseverlage | Telepolis

... Kritiker des Leistunggschutzrechts befürchten "massive Auswirkungen auf die Online-Wirtschaft, auf Blogs und den Umgang mit Überschriften und Links zu und mit digital verfügbaren Informationen", wie das spezialisierte Blog irights.info zusammenfasst. Durch die "im Urheberrecht sehr weit gefasste 'Gewerblichkeitsschwelle'" drohten nun "auch Blogs und einer Vielzahl von anderen Angeboten in eine neue Kostenpflichtigkeit zu fallen. In der Praxis werde "völlig offen sein, ob beispielsweise ein Flattr-Button auf der Website schon die Gewerblichkeit positiv indiziert. Das sollen dann die Gerichte entscheiden? Eine neue Abmahnindustrie wird geboren". ...
heise online | Koalition: Verlage sollen Geld von News-Aggregatoren erhalten
 
K

KAHMANN

Gast
Ja richtig unterstützung der Abmahnmafia.

Es gibt aber auch Tagesinteresse (Bildrechte) in wie weit (Zeitraum) das gilt K.A.

Wenn man aber blogt dann schreibt man ja eigentlich selbst und das ist dann Urheberrecht des Bloggers. Die Idee ist auch nicht geschützt. Schon gar nicht bei politischen Journalismus.

Mich würde mal interessieren wie sich das bei Links verhält.

Das ist doch keine Kopie sondern nur die Verbreitung, eben durch Link.

Man kann nämlich auch ohne Copy and Paste, Webinhalte durch (embeddet Code) auf Blogs (Wordpress) verlinken so wie YouTube für Videos.

So kann man auf seinem Blog (zb. Deutschlands grösste Idioten) schön auf Bild DE verlinken. :biggrin:

Damit wäre das Urheberrecht eigentlich gewahrt ohne das sich jemand die Werbung auf der jeweiligen OnlineZeitung ansehen muss.

Das ist ja der Sinn dieser Neuen Beschneidung der Pressefreiheit.


Die wollen uns weiter mit Werbung zuscheissen.
 

Holger01

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Zitat aus Telepolis-Text aus #1:..."sollen künftig auch "gewerbliche Anbieter" in eine neue Verwertungsgesellschaft einzahlen, wenn sie "kleine Teile" von Meldungen verwenden."

Na, wenn ab 2013 als GEZ-Ersatz die Haushaltsabgabe kommt,
dann können die GEZler ja neuen Aufgaben zugeführt werden: der Online-Schnüffelei.

Schade eigentlich. Früher haben sich Verlage gefreut, wenn aus ihren Publikationen zitiert wurde. Jetzt verlangen sie dafür Geld, zumindest bei gewerblicher oder halbgewerblicher Nutzung...

Zumal: "Wo die Koalition die Grenzen zwischen privaten und gewerblichen Angeboten sieht, bleibt offen." (Zitat aus dem Heise-Artikel #1)

Wahrscheinlich wird sich hier der Gesetzgeber vor einer klaren Abgrenzung drücken, wodurch Abmahn-Anwälte, wie schon bei privaten ibääh-Händlern mit "relativ vielen Angeboten", auch wenn sie aus einer Haushaltsauflösung stammen, "gewerbliche" Tätigkeit unterstellten und Geld verlangten.


Selbst Prominente sind schon bisher nicht geschützt. Kürzlich sah ich einen Beitrag auf 3SAT über Künstler, die aus Zeitungskritiken auf ihrer Website zitieren (was früher allseits gern gesehen wurde), aber neuerdings dafür zur Kasse gebeten werden.
Hier der Link zu diesem Bericht: Abgemahnt und abgezockt - Internetabmahnungen bei Knstlern

Auch dieses Forum enthält ein möglicherweise als gewerblich einzustufendes Google-Suchfenster...

Wollen wir mal hoffen, dass unsere gegenseitigen Hilfestellungen mit Links zu Gesetzestexten, Urteilen und Zeitungsartikeln weiterhin und eindeutig als private Nutzung eingestuft werden.

P.S.: Das "ibääh" im 5. Absatz stammt übrigens nicht von mir; ich hatte das Online-Auktionshaus richtig geschrieben und dieser Editor hat das automatisch verändert. An das Forum: Hat das auch schon mit Urheberrechts-/Namensschutz zu tun???
 

Martin Behrsing

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Das könnte uns betreffen, da hier viele News gepostet werden. Sollte das tatsächlich so werden, müssten wir das Forum News raus schmeißen.
 

Regelsatzkämpfer

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Bzw. auf reine Links und frei formulierte eigene Inhaltszusammenfassungen begrenzen.
 

Fairina

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Nun ich würde sagen, man macht das Internet dicht damit die Bürger vera... werden können. Internet bedeutet Freiheit und Wissen und das sind für solche Typen wie unsere Regierung gefährliche Dinge. Zurück in Stasi II und DDR II.:icon_dampf:
 
E

ExitUser

Gast
man sollte google boykottieren...
gibt es alternative Suchmaschinen?
Ich habe den Eindruck, dass über google erst solche Abmahnungen möglich werden. Es scheint, dass ein persönliches Profil bei google angelegt wird und es werden nur noch Suchergebnisse von zahlenden Werbenden gezeigt...
Freies Internet wird nur von wenigen Politikern propagiert...erscheinen mir wie einsame Rufer in der Wüste...
 
E

ExitUser0090

Gast
Das könnte uns betreffen, da hier viele News gepostet werden. Sollte das tatsächlich so werden, müssten wir das Forum News raus schmeißen.
Nicht zwangsläufig. Erst mal abwarten wie das Gesetz aussieht. Die Beschluss spricht von gewerblichen Anbietern. Aber da hier auch Werbung zu sehen ist, kann natürlich was konstruiert werden. Abwarten. :icon_pause:

man sollte google boykottieren...
Wieso das denn?
Gewerbliche Anbieter im Netz, wie Suchmaschinenbetreiber und News-Aggregatoren, sollen künftig für die Verbreitung von Presseerzeugnissen (wie Zeitungsartikel) im Internet ein Entgelt an die Verlage zahlen.
Das ist so was von grotesk. Google soll also den Verlagen Geld geben, wenn Google ihnen ihre Leser bringt. Absurd. Da kann man wirklich nur hoffen, dass sie es nicht machen und die deutschen Verlage einfach aus den News rausschmeißen und sie über die Suche nicht mehr zu finden sind. Dann will ich mal das Geplärre der Verlage hören. Zumal geschätzte 90% einfach nur Agenturmeldungen sind, die die großen Verlage online stellen.

Da hat Springer aber eine schöne Vorlage diktiert.
 

Regelsatzkämpfer

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Bundesregierung beugt sich den Forderungen der Verlegerlobby

Die schwarz-gelbe Koalition hat sich am Sonntag auf die Einführung einer gesetzlichen Zwangsabgabe für die Verbreitung von Presseerzeugnissen im Internet geeinigt. So sollen gewerbliche Anbieter wie Suchmaschinenbetreiber und freie Nachrichtenportale künftig für die Verlinkung von Zeitungsartikeln zahlen. Die Piratenpartei spricht sich mit Nachdruck gegen diese von den Regierungsparteien garantierten Einkommen für große Verlage aus. Der freie Zugang zu Informationen im Internet wird mit dem Leistungsschutzrecht unverhältnismäßig eingeschränkt.

»Das sogenannte Leistungsschutzrecht ist ein Internet-Wegezoll für die marktführenden Verlage, nicht mehr und nicht weniger. Wenn es den Verlagen nicht Recht ist, dass Anrisstexte ihrer Artikel bei google-news erscheinen, können Sie Google von ihren Seiten ausschließen. Zudem verstößt ein Leistungsschutzrecht gegen Gleichheitsgrundsätze, denn weder der Blogger, für den das Recht nicht gilt, noch der kleine Verlag, dem Geld und Manpower fehlen, kann es für sich durchsetzen«, so Sebastian Nerz, Bundesvorsitzender der Piratenpartei Deutschland.

Nach Ansicht der Piratenpartei ist ein Leistungsschutzrecht in dieser Form unnötig, da Verleger bereits jetzt auf ein sehr restriktives Urheber- und Verwertungsrecht zurückgreifen können. »Regierungskoalition wie auch Verlage zeigen erneut, wie wenig sie von modernen Vertriebswegen über das Internet verstanden haben. Das Verlinken von Artikeln ist eine kostenlose Werbung und keine schädliche Fremdnutzung«, so Nerz weiter.
Das von der Koalition vereinbarte Schutzrecht unterscheidet zwischen gewerblicher und privater Nutzung. Diese Unterscheidung lässt sich bei vielen Angeboten im Netz heute nicht mehr klar treffen. »Agiert ein Blogger, der auf seiner Plattform Anzeigen schaltet, schon gewerblich?« fragt Nerz.
Bundesregierung beugt sich den Forderungen der Verlegerlobby | Piratenpartei Deutschland

Auch die Nachdenkseiten fragen sich im Moment ob sie ihren Service "Hinweise des Tages" dann noch werden aufrecht erhalten können.

Die Medien schießen sich mit diesem Leistungsschutzrecht selbst ins Knie, denn sie verlieren massenhaft kostenlose Werbung.

Ich bin persönlich dafür den Zeitungen umgekehrt Rechnungen zu stellen, wenn man deren Produkte verlinkt...natürlich erst wenn sie zu Kreuze gekrochen sind, nachdem ihre Zugriffszahlen durch die neuen Regelungen massiv eingebrochen sind.

Bisher machten wir alle kostenlose Werbung für sie, nun wollen wir von den gierigen Medien auch einmal Geld sehen.
 

Regelsatzkämpfer

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Links ok - aber wer soll kontrollieren, ob jemand eigenen Text geschrieben hat?
Noch gilt hier nicht die Beweislastumkehr. Und was die postenden User angeht: Das kann in die Nutzungsbedingungen des Forums. Natürlich mit dem klaren zusätzlich für alle sichtbaren Hinweis es in Zukunft nur noch so zu handhaben.
 

Zu Besuch

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AW: Bundesregierung beugt sich den Forderungen der Verlegerlobby

Ich bin persönlich dafür den Zeitungen umgekehrt Rechnungen zu stellen, wenn man deren Produkte verlinkt


Es gab eine Zeit da musste für Werbung bezahlt werden.
 
E

ExitUser0090

Gast
Leistungsschutzrecht

Bundesregierung erspart Verlegern Innovation

Um Probleme zu lösen, die sich Verlage selbst schufen, will die Koalition Informationsfreiheit beschränken. Kai Biermann kommentiert die Folgen des Leistungsschutzrechts.

Die Regierungskoalition hat sich am Sonntagabend darauf verständigt, Seiten wie Google News und Rivva abzuschaffen. Nicht wörtlich natürlich. Allerdings könnte dieser Effekt das eher ungewollte Ergebnis eines Beschlusses sein, den die Koalition getroffen hat.
Erstens: Es soll ein Problem beheben, das Verlage sich selbst geschaffen haben. Schließlich wollen sie nun nachträglich Geld für Inhalte eintreiben, die sie selbst kostenlos ins Internet stellen.
Viertens: Es ist gefährlich. Die Verbreitung von Informationen und Nachrichten ist nicht ohne Grund kaum beschränkt. Jeder darf aus einem beliebigen Text zitieren und den Kerninhalt weitergeben, Zitatrecht genannt. Außerdem sind Nachrichten überhaupt nicht geschützt.
Leistungsschutzrecht: Bundesregierung erspart Verlegern Innovation | Digital | ZEIT ONLINE
 

zalino

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Noch gilt hier nicht die Beweislastumkehr.
*LooL*

Ich kenne Leute, die für eigene Arbeiten(Bilder,Fotos,Videos) abgemahnt wurden.
Die durften antreten ihre eigenen Arbeiten zu beweisen.
Zugegeben, es gibt Richter(Amtsgericht), die zu dämlich zum Milch holen sind..., und vor Ahnungslosigkeit nur so glänzen.
Aber gerate mal an so einen, da klafft Dir der Kiefer runter, und zwar bis zum Ende der Verhandlung. Der Schaden der angerichtet wurde ist dann auch nicht mehr von den nächst höheren Instanzen wieder gut zu machen.

Ein Beispiel für Zukunft, falls das so durchkommt, wie angedacht:

Du schreibst einen eigenen Text, als Aufmacher, kurz und bündig und verweist dann mit einem Link auf das Thema an sich.
Den Text wo der eigentliche Artikel liegt, läßt sich doch schnell anpassen.
Daraufhin wirst Du abgemahnt. Und dann...?
Ob Screenshots im Vorwege helfen, möchte ich bezweifeln. Selbst wenn, die Mühe lohnt doch gar nicht. Den Dreck der im Mainstream verteilt wird..., nicht der Mühe und der Rede wert.

Das Netz, Struktur und Möglichkeiten sind am Ende.
Das Potential was dem Internet zugrunde lag, wurde noch nicht einmal annähernd ausgeschöpft. Bevor es zu dem werden konnte, was es hätte sein können, wurde es zerlegt. Durch Zensur, Wirtschaft und Politik.

Überall dort, wohin Wirtschaft und Politik die Hände ausstrecken, bleibt nur eines:

Verkrüppeltes, Amputiertes, Zelegtes, Zensiertes und wüste Landschaften.

So wie unser Planet bereits nachhaltig zerstört wurde, so wird das Internet auch zerstört werden. Das was bleibt, wird Tittitainment für die Trottel dieses Planeten sein. Gegen Bares, versteht sich! Jeder Klick 1 Euro.

MfG,
Zalino
 
E

ExitUser0090

Gast
Neues vom Leistungsschutzrecht:

Ist das Leistungsschutzrecht nackt?

Geschrieben von Petra Sitte am 28.März 2012
Wann kommt das Leistungsschutzrecht für Presseverlage? Und vor allem: Wie wird es aussehen? Das Justizministerium war heute Morgen im Unterausschuss Neue Medien des Bundestages gebeten, einen Sachstandsbericht zum Leistungsschutzrecht zu geben. Die Antworten waren mager, in einigen Punkten aber auch aufschlussreich.
Eine Beamtin des Justizministeriums ergänzte, bereits ein Werbebanner auf einem Blog sei eine gewerbliche Nutzung. Ob auch die Einbindung eines Flattr-Buttons als gewerbliche Nutzung einzustufen sei, sei darüber hinaus eine politisch zu treffende Entscheidung.
Ist das Leistungsschutzrecht nackt? « DIGITALE LINKE
 
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