Verwaltungsgericht: „Jobcenter“ ist deutsch genug für Amtssprache (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Hartzeola

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Neustadt. Das Wort „Jobcenter“ ist laut Verwaltungsgericht Neustadt (Rheinland-Pfalz) deutsch genug, um in der Amtssprache genutzt zu werden. Der Begriff finde sich im Duden und sei allgemein geläufig, berichtete das Gericht am Donnerstag von seinem Beschluss (Az. 4 K 918/13.NW).

Außerdem sei die Bedeutung ohne weiteres klar, und zur Amtssprache gehöre auch die Umgangssprache. Gegen die Bezeichnung hatte ein Mann geklagt, der Geld von einem Jobcenter in Ludwigshafen erhält. Er war der Meinung, dieser Begriff verstoße gegen den Grundsatz, dass die Amtssprache deutsch ist.
dpa
Verwaltungsgericht:
 

ZynHH

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Alternative : Arbeitshaus

Das Arbeitshaus stellte eines der wesentlichen Merkmale armenpolitischer Bemühungen des 17. und 18. Jahrhunderts dar: dort sollten von Armut betroffene Menschen aufgenommen und damit aus der Öffentlichkeit entfernt werden. Nicht selten gehörten deshalb verwahrloste Waisenkinder zu den Insassen, manchmal auch geistig Behinderte. Gleichzeitig nutzte man die Arbeitskraft dieser Menschen aus, indem sie sich der manufakturellen Produktionsweise, die unter anderem die Haupteinnahme des absolutistischen Staates bildete, zur Verfügung stellen mussten. Die Umwandlung herumziehender Bettler in wirtschaftlich verwendbare Untertanen sollte durch Methoden der Arbeitserziehung erreicht werden. Der Utilitarismus des aufkommenden Industriezeitalters stellte dann das Arbeitshaus im 19. Jahrhundert unter den Leitsatz „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“, um so unter kapitalistischen Vorzeichen eine Fabrikdisziplin gesellschaftlich durchsetzen zu helfen.
 
E

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"Außerdem sei die Bedeutung ohne weiteres klar, und zur Amtssprache gehöre auch die Umgangssprache."

"Umgangssprache", umgangssprachlich wird diese Unrechtsbehörde auch Mobbingcenter genannt.
 

Anna B.

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jetzt wissen wir auch, warum das Jobcenter heißt...

es verfolgt ja annähernd die gleichen Ziele...wie ZynHH bereits ausführlich dargestellt hat...
 

Der aufmüpfige

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Tja, so ist das, was nicht passt wird so zurecht gebastelt das es irgend wie in die Form passt.

Mobbingcenter oder Kasperbude ist aber genau so eingebürgert und auch umgangssprachlich. Da wurde mal wieder richtig gut "Nachgebessert" damit das ganze ... wieder in die politisch korrekte Landschaft passt.

Der Threat von ZynHH ist schon gar nicht so falsch, es soll doch angepasst werden und "erzogen", selbstverständlich "zum Wohle der Betroffenen", also ein angepasstes Leben was sich mit der Industrialisierung problemlos vereinbaren lässt.

Für Querulanten die "mehr Lohn" wollen oder ihre Recht wahrnehmen möchten ist in so einer (gleichgeschalteten) Gesellschaft leider kein Platz, die Leute stören dann und werden dann besonders behandelt und "erzogen".

Irgend wann kommt eine Art "Trainingsmaßnahme" die die Querulanten und ähnliche Freidenker und Individualisten wie uns aussortiert und abgehalten wird die graue Masse nicht aufweckt und nicht etwa auf "dumme Gedanken" bringt oder gar motiviert ebenfalls ihre Rechte zu fordern und etwas am System ändern zu wollen.

Als ab in die Hundeschule für Querulanten, Schnauze halten, SITZ, beifuß, und wehe jemand rührt sich.

Gelobt seien sinnlose Maßnahmen die von Ehrenämtern oder anderen guten Aktivitäten abhalten, und nicht zu vergessen Drohungen und Leistungskürzungen als Erziehungsmaßnahmen, darauf hat der mündige Bürger schon lange gewartet.
 

Anna B.

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Hallo,

naja..

Mollath hat queruliert..und die Quittung hat er schnell bekommen...

Frau Mühlholz hat auch versucht, Hilfe zu bekommen und hat ihren Ministerpräsidenten angeschrieben..

schwupp...

jeder lese selbst nach..
 

JulieOcean

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Neustadt. Das Wort „Jobcenter“ ist laut Verwaltungsgericht Neustadt (Rheinland-Pfalz) deutsch genug, um in der Amtssprache genutzt zu werden. Der Begriff finde sich im Duden und sei allgemein geläufig, berichtete das Gericht am Donnerstag von seinem Beschluss (Az. 4 K 918/13.NW).
Das Wort "Jobcenter" als solches ist vollständiger Quark.

Im britischen Englisch gibt es das "job centre" - bitte die Schreibung am Ende beachten. Der Begriff ist mit "Arbeitsamt" zu übersetzen.

Das Wort "center" kommt aus dem amerikanischen Englisch, dort heißt das "Arbeitsamt" allerdings "employment office". "Jobcenter" ist also ein Wortzwitter, der aus der einen wie aus der anderen Sprache klaut - nichts Halbes und nichts Ganzes.

Im Deutschen ist "Center" bekanntermaßen "Zentrum".

Ein "Arbeitszentrum" also, aber das wollte man wohl so direkt nicht sagen, kommt es doch dem oben erwähnten "Arbeitshaus" gefährlich nahe....
 

pinguin

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Wieso mokiert man sich eigentlich über den Begriff "Jobcenter"? Gibt es bei denen keine dringenderen Probleme? Warum hat das Gericht das überhaupt angenommen? Als ob Gerichte nicht schon so genug ausgelastet sind.
 

HajoDF

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Folgerichtig wären heute nach überwiegender gesellschaftlicher Auffassung (SGB II) eigentlich Arbeitslager:
Arbeitslager sind Stätten, an denen Menschen zur Zwangsarbeit festgehalten werden.
Einweisung in ein Arbeitslager kann aus verschiedenen Gründen erfolgen und ist auf der einen Seite als Strafe für kriminelle Handlungen, aber auch unerwünschte politische oder religiöse Betätigung gedacht, bedient aber auf der anderen Seite gleichzeitig immer auch das wirtschaftliche Interesse des Einweisenden an der Ausbeutung der Arbeitskraft des Eingewiesenen.
weiterlesen

Doch das ist, bedingt durch unsere Geschichte nicht mehr möglich. Also schafft man das dezentralisierte, unsichtbare Arbeitslager mit Hilfe einer riesigen Strafbehörde, von der keiner weiß, was hinter ihren Mauern passiert - nur die Betroffenen.
 

hartaber4

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Hallo,

naja..

Mollath hat queruliert..und die Quittung hat er schnell bekommen...

Frau Mühlholz hat auch versucht, Hilfe zu bekommen und hat ihren Ministerpräsidenten angeschrieben..

schwupp...

jeder lese selbst nach..
Das sind aber zwei Paar Schuhe!

Mollath war im Maßregelvollzug (Jahre!!!!).

Im Übrigen ist das o.a. sicher kein Einzelfall..... sondern Tagesgeschäft an den Betreuungsgerichten.

Wenn sich Sachverständige, Richter und Verfahrenspfleger einig sind (weil sie sich in der Regel auch kennen)...dann kann man als Betroffene(r) idR Regel einpacken... wehrt man sich verzweifelt...noch besser! Das wird einem dann als besonders krankheitsuneinsichtig zu Last gelegt....


Allerdings würde ich auch nicht auf den Trichter kommen den hiesigen Ministerpräsidenten anzuschreiben, wenn mir in der Fachgerichtsbarkeit etwas nicht "schmeckt".... jeder der einigermaßen klar bei Verstand ist, weiß auch, dass ein MinPräs Richtern gegenüber NICHT weisungsbefugt ist.



Ein weiterer berühmter "Klassiker" ist der Fall Thea Schädlich... hier ging es aber wohl primär darum, an die Grundstücke der alten Dame im Hamburger Speckgürtel zu kommen:

Eine Chronik der Betreuungs-Affäre, die bundesweit Schlagzeilen machte
Die Betreuungs-Affäre um Thea Schädlich: Im vergangenen Februar stand sie eines Tages in der Redaktion der "Pinneberger Zeitung" und erzählte ihre Geschichte. Erst griff die Regionalausgabe das Thema auf, dann das Hamburger Abendblatt selbst. Und nach und nach berichteten auch andere Medien, etwa der NDR, der "Spiegel" und die "Süddeutsche Zeitung". Eine Chronik der Ereignisse:
  • 26. Mai 2004: Das Amt Pinneberg-Land regt an, wegen des aus Sicht der Gemeinde Kummerfeld vermüllten Grundstücks der Thea Schädlich eine gerichtliche Betreuung zu erwägen.
  • 23. Juli 2004: Für Thea Schädlich wird vom Amtsgericht Pinneberg eine Betreuerin unter anderem für Hausangelegenheiten bestellt. Es liegt ein erstes, vom Gericht veranlasstes medizinisches Gutachten vor. Für die Erstellung dieser Beurteilung unternahm der Sachverständige elf vergebliche Kontaktversuche. Nur einmal gelang es ihm, Schädlich an einem Altpapiercontainer persönlich abzupassen. Und: Er telefoniert mit Schädlichs Hausarzt.
  • 18. August 2004: Dasselbe Gericht erlässt den Beschluss, einen zweiten Betreuer als juristischen Ergänzungsbetreuer einzusetzen. Davon erfährt Schädlich nur zufällig.
  • November 2004: Schädlich begibt sich freiwillig in nervenärztliche Behandlung im Klinikum Elmshorn. Aus wenigen Tagen wird auf Betreiben der Betreuerin ein monatelanger Aufenthalt. Die Klinikärzte erstellen ein weiteres Gutachten im gerichtlichen Auftrag - Angaben zur Krankengeschichte macht in erheblichem Umfang die Betreuerin.
  • 8. Februar 2005: Für das Kummerfelder Haus lässt der Ergänzungsbetreuer ein Wert-Gutachten erstellen. Der Verkauf wird in die Wege geleitet.
  • 29. Mai 2005: Schädlich wird aus dem Krankenhaus entlassen.
  • 29. November 2005: Die Betreuer verkaufen gegen den Willen Schädlichs das Grundstück in Kummerfeld für 337 000 Euro an die Gemeinde Kummerfeld.
  • 1. Januar 2006: Die Gemeinde beginnt mit der Räumung.
  • 29. März 2006: Nanija Kroemer wird auf Wunsch von Thea Schädlich vom Amtsgericht Pinneberg als neue Betreuerin eingesetzt, Anfang Juli tauscht das Gericht auch den zweiten Betreuer aus: Jetzt kümmert sich auch der Hamburger Strafrechts-Professor Bernd-Rüdeger Sonnen um die 68-Jährige. Er hat Erfahrung in schwierigen Betreuungsfällen.
  • 11. April 2006: Das Landgericht Itzehoe stoppt vorläufig die Räumung des Grundstücks und den Abriss des Hauses.
  • Juli 2006: Thea Schädlich verklagt ihre ehemaligen Betreuer: Sie will Schadenersatz, weil sie um einen erheblichen Teil ihres Vermögens gebracht worden sei.
  • Oktober 2006: Verspätet legt die Gemeinde die Abrechnung über die Räumungskosten des Grundstücks vor: Sie bleibt mit etwas mehr als 100 000 Euro um etwa 73 000 Euro unter den geschätzten Kosten.
  • November 2006: Thea Schädlich will ein neues Gutachten über sich erstellen lassen - um künftig ganz ohne Betreuer leben zu können. Die 68-jährige Frau sagt: "Betreuung ist das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann, sofern er nicht wirklich geistig stark abgebaut hat."
Link:


DokZentrum Couragierte Recherchen und Reportagen
 

hartaber4

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Komisch... sonst ist Beamten das "normale" Deutsch nicht Deutsch genug.....

siehe auch Beispiele:

Zudem werden im Beamtendeutsch umständlicherweise möglichst genaue Bezeichnungen für alltägliche Dinge benutzt.

  1. Kaffee = koffeinhaltiges Bohnenheißgetränk
  2. Cola = koffeinhaltiges Kaltgetränk
  3. Cocktails = alkoholhaltige oder alkoholfreie Kalt- und/oder Warmgetränke
  4. Kohlebriketts = in Form gepresste Kohlenstoffverbindungen
  5. Jäger = im Forstwesen zuständiger Waldbeamter mit Schusswaffenbenutzungsberechtigung
  6. Wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute = Sofern die Beteiligten nicht durch Hinscheiden abgegangen und in Fortfall gekommen sind, sind Selbige zum derzeitigen Zeitpunkt noch lebhaft.
  7. Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln = Das maximale Volumen subterrarer Agrarproduktivität steht im reziproken Verhältnis zur intellektuellen Kapazität ihrer Produzenten. (Alternativ auch: Die voluminöse Expansion der subterraren Agrarprodukte steht in reziproker Relation zu der intellektuellen Kapazität ihrer Produzenten.)
  8. Bleistift = Schwermetall-Auszubildender
  9. Klopapier = dünne Celluloseprodukte zur rektalen Reinigung nach Defäkation (Stuhlgang)
  10. Diebstahl = unrechtmäßige Besitzumstrukturierung
  11. Handynummer = Rufsignalübertragunginitialisierungskennziffernfolge für nicht-ortsgebundene Langstreckentelekommunikationsendgeräte
  12. Handy = Mobiles Telekommunikations Empfangsgerät
  13. Treppe = höhenmetergewinnende Stufenanlage
  14. Drehkreuz = auf Rotationstechnik basierende Personenvereinzelungsanlage
  15. Baum = raumübergreifendes Großgrün
  16. Weiß = gleichhelles Unbunt
  17. Ampel = bedarfsgesteuerte Wechsellichtzeichenanlage in Kombination mit einer Fußgängerfurt
  18. Tanken = Betriebsmittelaufnahme
  19. Querstreifen auf der Autobahn = Abstandseinhaltungserfassungsvorrichtung
  20. Unkraut = Spontanvegetation (Alternativ: Kulturpflanzenbeikraut)
  21. Kuh = raufutterverzehrende Großvieheinheit
  22. Diensthund = Biosensor
  23. Diskothek = Lautraum
  24. Handschellen = Schließzange
  25. Blinker = Fahrtrichtungswechselanzeiger
  26. weniger Müll = Restmüllbehältervolumenminderung
  27. Regen = Oberflächenwasser
  28. Zaun = nicht lebende Einfriedung
  29. Schubkarre = einachsiger Dreiseitenkipper
  30. Briefmarke = Wertzeichen
  31. begrünter Mittelstreifen = Straßenbegleitgrün
  32. Wald mit Tieren = forstwirtschaftliche Nutzfläche mit Wildtierbestand
  33. Transport per Hubschrauber = Luftverlastung
  34. Ablehnung = Versagung
  35. Bonbon = konsumgeeignetes Hartkaramell
  36. Negerkuss = maximalpigmentiertes Schaumtörtchen (Alternativ auch: Angedeutete freundschaftliche Berührung mit dem Mund durch eine Person mit relativ hohem Absorbtionsvermögen des Lichtes.)
  37. Maler und Lackierer = Farbverteilungstechniker
  38. Ich liebe dich = In meiner psychologischen Konstitution manifestiert sich eine absolute Dominanz positiver Effekte für eine existente Individualität Deiner Person
  39. Sack = Flexibler Schüttgutbehälter
  40. Schneeball werfen ist auf dem Schulgelände nicht gestattet = Ballistische Experimente mit kristallinem Dihydrogenoxid unterliegen auf dem Gelände der pädagogischen Institution striktester Prohibition.
  41. Zollstock = Stumpfhölzerner Gliedermaßstab mit Zentimetereinteilung
  42. Sarg = Lebensendzeiteinwegmobiliar
  43. Brieftaube = selbstreproduzierende Kleinflugkörper auf biologischer Basis mit fest programmierter automatischer Rückkehr aus allen beliebigen Richtungen und Distanzen
  44. Tod = aus versorgungsrechtlicher Sicht stärkste Form der Dienstunfähigkeit
  45. Lebenspartner = Lebensabschnittsgefährte
Quelle:


Beamtendeutsch






und nun soll so ein Euphemismus wie "jobcenter" dem ganzen Nonsens ein modernen Anstrich geben...?!?


Man sollte die BA mal an ihren Taten messen... und nicht an hohlen Phrasen und teuren Marketing-Gags....


Wieso hat sich die BA eigentlich noch nicht "modernisiert" ?


Wie wäre es mit "FBE" ?



(Federal Bureau of Employment)
 

Roter Bock

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@hartabervier:icon_lol: Klasse!

Also ich finde "JobCenter" passt. klingt so nach "Ex und hopp".

Roter Bock
 

Hartzeola

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Hier Beschluss:

Gericht weist Klage wegen Unzulässigkeit ab

Den von dem Kläger zugleich gestellten Prozesskostenhilfeantrag hat das Gericht mit der Begründung abgelehnt, die Klage biete keine hinreichende Erfolgsaussicht. Die Klage sei bereits unzulässig, da es dem Kläger ausschließlich um die Klärung einer abstrakten Rechtsfrage gehe. Dieser habe nicht dargetan, in welchem Zusammenhang die Verwendung des Begriffs "Jobcenter" für ihn konkret von Bedeutung sei. Es fehle sowohl an der Klagebefugnis als auch an dem erforderlichen Feststellungsinteresse.

Begriff "Jobcenter" findet sich auch im Duden wieder

Im Übrigen verstoße die Bezeichnung "Jobcenter" nicht gegen den Grundsatz, dass die Amtssprache deutsch sei. Die verbindliche Amtssprache umfasse neben der Hochsprache auch die deutsche Umgangssprache und die Fachsprache. Mit "Jobcenter" werde nach dem mit Wirkung vom 01. Januar 2011 neu in das Zweite Buch Sozialgesetzbuch eingefügten § 6 d der zugelassene kommunale Träger oder die gemeinsame Einrichtung der Bundesagentur für Arbeit und kommunalem Träger bezeichnet. Die Benennung "Jobcenter" gehe zurück auf einen Abschlussbericht der Hartz-Kommission sowie auf eine Beschlussempfehlung des Ausschusses für Arbeit und Soziales aus dem Jahre 2010. Der Begriff "Jobcenter", der sich auch im Duden wiederfinde, sei allgemein geläufig und in seiner Bedeutung dem deutschsprachigen Adressatenkreis ohne Weiteres klar.
https://www.kostenlose-urteile.de/VG-Neustadt_4-K-91813NW_Bezeichnung-als-Jobcenter-allgemein-gelaeufig-und-deutsch-genug.news17397.htm
 

Hartzeola

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Jobcenter ist amtlich und vorsätzlich organisierte Irreführung. Das Volk wird belogen. Dort wird nicht zentral Arbeit vermittelt und gefördert, sondern Arbeitslosenverwahrlosung und -verarmung politisch gewollt im Auftrag der Gaunerwirtschaft, organisiert.
WOW!

Wo es den Redner an Tiefe fehlt, da gehen sie in die Breite.

Charles-Louis de Montesquieu
Es geht hier lediglich darum, ob der Begriff "Jobcenter" deutsch genug ist...
 

Texter50

Super-Moderation
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Als ich den Namen Jobcenter zum ersten Mal hörte, dachte ich an ne Studentenvermittlung. Die hatten wir früher, die gehörten zur AfA.
Die haben allerdings weitaus mehr geleistet als die JC heute, auch ohne Sanktionen. Die haben da wirklich Jobs gehabt, so für die Semesterferien oder für ein paar Taler nebenbei. :icon_hug:

Ein Job ist für mich ne kurzfristige Arbeit, was will ich damit?
Daher finde ich nen Job in Ordnung, wenn das wer macht, um kurzfristich Knete zu verdienen.
Wie man davon sein Leben bestreiten soll, ich weiß nicht... :icon_motz:

Hier wird dem Kind einfach ein Begriff übergepöppt, wenn und weil man das Elend nicht direkt beim Namen nennen will.
 

50GdB23

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Ich dachte Jobcenter:

Sehr großes Zimmer mit vielen Computern, wo man Jobs suchen kann.

Das man da aber Diskriminiert wird und das alles wusste ich nicht, bin immer dran vorbei gelaufen und dachte, cool, da hast du dann die Chance auf Arbeit. Ja nix is. :icon_motz:

Jetzt wurde ich eines besseren belehrt. :icon_confused:
 
E

ExitUser

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Wobei der alte Name

"Arbeitsgemeinschaft im Jobcenter (ARGE SGB II")

wie es ja eigentlich hieß, auch nicht besser war.
 
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