Vertragsende und Krank: Resturlaub nehmen oder Krankschreibung? (1 Betrachter)

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Bernd1971

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Hallo!

Ich arbeite in der Montage bereits seit einigen Jahren.
Jetzt habe ich, verursacht durch diese Tätigkeit, seit ein paar Monaten Arthrist in den Händen.

Ich bin deswegen drei Wochen am Stück krank geschrieben gewesen und habe dann wieder drei Wochen gearbeitet. Jetzt wird auf Grund dieser Krankschreibung der Arbeitsvertrag nicht verlängert. Das wurde mir auch so gesagt. Der Vertrag läuft noch vier Wochen.

Da die Beschwerden unverändert sind, bin ich beim Arzt gewesen und dieser wollte mich sofort
für die vollen letzten vier Wochen krankschreiben. Da ich aber noch zwei Wochen Resturlaub habe, habe ich gesagt, das zwei Wochen erst einmal genügen.

Einerseits weil ich nicht weiß, ob ich dadurch in das Krankengeld rutsche?
(Also drei Wochen plus vier Wochen dieselbe Krankheit mit Unterbrechung.)
Andererseits, weil ich weiß, dass Resturlaub vom Arbeitslosengeld I "abgezogen" wird.

Mein Verdienst ist sehr gut, daher bin am überlegen, ob ich die Krankschreibung bis zum Vertragsende nicht auch, so wie von meinem Arzt diagnostiziert, in Anspruch nehmen sollte.
Da es sich auf jeden Fall um einen arbeitsbedingten Verschleiß handelt, der eventuell nicht wieder oder nur langfristig wieder Besserung verspricht.

Kurz gesagt, da die Firma oder die Arbeit mich kaputt gemacht hat und ich nun für sie "unbrauchbar" geworden bin und ausgetauscht werde, überlege ich, was für mich nun die finanziell beste Lösung für den Abschluß ist:
Resturlaub nehmen oder Krankschreibung?

Vielleicht ein bischen umständlich formuliert, aber ich hoffe, verständlich. Vielen Dank! :wink:
 
G

Gelöschtes Mitglied 54151

Gast
Ich bin deswegen drei Wochen am Stück krank geschrieben gewesen und habe dann wieder drei Wochen gearbeitet. Jetzt wird auf Grund dieser Krankschreibung der Arbeitsvertrag nicht verlängert. Das wurde mir auch so gesagt. Der Vertrag läuft noch vier Wochen.
Bist du schon länger als zwei Jahre dort?

Einerseits weil ich nicht weiß, ob ich dadurch in das Krankengeld rutsche?
(Also drei Wochen plus vier Wochen dieselbe Krankheit mit Unterbrechung.)
Dann würdest du für die letzte Woche ins Krankengeld rutschen.

Andererseits, weil ich weiß, dass Resturlaub vom Arbeitslosengeld I "abgezogen" wird.
Am Anfang abgezogen, am Ende wieder drangehängt (falls du dann noch arbeitslos bist).

Mein Verdienst ist sehr gut, daher bin am überlegen, ob ich die Krankschreibung bis zum Vertragsende nicht auch, so wie von meinem Arzt diagnostiziert, in Anspruch nehmen sollte.
Ich würde es tun.
 

Bernd1971

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Ich bin nicht ganz zwei Jahre dort, habe aber, aufgrund von vorheriger Tätigkeiten, Anspruch auf ein Jahr ALG I.

Ist das wirklich so, dass das Krankengeld bei "unterbrochener Krankheit" dann schon greift ?

(Hatte zuvor im Internet gekuckt und Einträge gefunden, dass wenn jemand zum Beispiel 5 Wochen und vier Tage krank ist und dann einen Tag arbeitet, nicht ins Krankengeld rutscht.. Oder wurde das geändert in letzter Zeit?
Mein Hausarzt wusste es auch nicht so genau.)
 

Anna B.

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Hallo,

wenn in den letzten 6 Monaten man wegen einer ERkrankung (ursächlicher Zusammenhang) au ist, dann muß der AG lediglich 6 Wochen insgesamt den Lohn weiterzahlen.

Beispiel:

1. au...3 Wochen

2. au.. 2 Wochen

3. au...4 Wochen..

dann muß der AG in der 3. AU nur noch für 1 Woche das Gehalt zahlen..ab Beginn der 2. Woche zahlt die KK das Krankengeld.

dein Arzt müßte es eigentlich besser wissen...
das ist doch sein tägliches Geschäft...er muß doch die richtigen Bescheinigungen für die KK ausstellen.

aber egal..

ich persönlich würde mich über das Ende des Beschäftigungsverhältnisses hinaus au schreiben lassen...dann muß die KK das KG zahlen...auch schon früher, wenn die 6 Wochen um sind.

Vom AG würde ich schriftlich die Auszahlung des Urlaubsanspruchs fordern...mit Terminsetzung.
 

Bernd1971

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@ Anna B

Das macht vielleicht sogar wirklich Sinn mich noch für längere Zeit krank schreiben zu lassen.
Zum einen hat ein anderer, mich behandelnder Facharzt, gesagt, dass es unter Umständen auch sehr lange dauern kann bis sich der Zustand wieder normalisiert hat. Vielleicht werden die Beschwerden auch gar nicht mehr weggehen.

Und außerdem wäre es nach dem Bezug vom Krankengeld nicht so, dass der ausbezahlte Resturlaub ja nicht mehr vom Amt "abgezogen" werden würde? Oder irre ich mich da?

Ich arbeite in einem großen Weltkonzern ist es da wirklich nötig, die Auszahlung des Urlaubsgeldes zu fordern, wenn alle Krankmeldungen eingereicht sind, müssten die doch das automatisch tun. Oder könnte das sonst Komplikationen geben?
 

Anna B.

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Hallo,

ich würde mich dann mal ganz "vertrauensvoll ans Personalbüro" wenden...wenn du die weitere AU dort abgibst und fragen, wie das in dem Unternehmen gehandhabt wird..mit der Frage, ob du den Antrag schriftlich stellen mußt..

dann weißt du ja, wie die damit umgehen..

Arbeitsagentur kann dir nichts, wenn die Urlaubsabgeltung während KG-Bezug ausgezahlt wird...
 

Bernd1971

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Vielen Dank für die Antworten!

@ Anna B.
"Arbeitsagentur kann dir nichts, wenn die Urlaubsabgeltung während KG-Bezug ausgezahlt wird..."

Frage: Ist da der Zahlungseingang entscheidend? Wahrscheinlich nicht oder? (Ist ja ALG I)
Ich frage deshalb, weil mein Gehalt immer zum 15. des Folgemonat ausgezahlt wird.
 
R

RedHotChili

Gast
Also, Arthritis ist ja nun kein Kinkerlitzchen. Ich würde damit nicht spaßen und mich erstmal krank schreiben lassen. Krankengeld ist ja nicht schlechter als ALG I. Und das würde ich dann auch erstmal soweit ausschöpfen,wie es geht. Beim Arbeitsamt musst Du Dich erst melden, wenn Du wieder gesund bist oder ausgesteuert.

Wenn Du vom AG noch Geld bekommst, während Du Krankengeld beziehst, kannst Du es behalten.So eine Auszahlung wär erst relevant, wenn Du ausgesteuert bist und schon ALG I beantragst. Da würde sich dann Dein Anspruch zuerst verkürzen und dann aber nach hinten verlängern.

Ich an Deiner Stelle wäre krank, zumal Arthritis ja wirklich nicht nur ein Schnupfen ist. Da muss man sich doch erstmal behandeln lassen in Ruhe, bevor man sich in den nächsten - doofen? - Job stürzt.
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Ich arbeite in einem großen Weltkonzern ist es da wirklich nötig, die Auszahlung des Urlaubsgeldes zu fordern, wenn alle Krankmeldungen eingereicht sind, müssten die doch das automatisch tun.
Ich würde da erstmal auf die letzte Abrechnung warten. Ist es da nicht drauf, kannst du immer noch Theater machen.

Frage: Ist da der Zahlungseingang entscheidend? Wahrscheinlich nicht oder? (Ist ja ALG I)
Ich frage deshalb, weil mein Gehalt immer zum 15. des Folgemonat ausgezahlt wird.
Spielt bei Alg1 keine Rolle.
 

Doppeloma

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Hallo Bernd1971,

Das macht vielleicht sogar wirklich Sinn mich noch für längere Zeit krank
schreiben zu lassen.
Zum einen hat ein anderer, mich behandelnder Facharzt, gesagt, dass es unter Umständen auch sehr lange dauern kann bis sich der Zustand wieder normalisiert hat. Vielleicht werden die Beschwerden auch gar nicht mehr weggehen.
Dann solltest du dich erst recht so lange AU-schreiben lassen wie deine Ärzte das für nötig halten und mit ihrer Hilfe mal eine med. Reha bei der DRV beantragen, da bekommst du dann intensivere Therapien und einen Bericht in dem drin stehen wird, dass du bestimmte Arbeiten nicht mehr ausführen darfst in der Zukunft.

Lass dich beraten welche Kliniken besonders geeignet sind, die Fachärzte kennen sich meist damit aus und dann schreibe gleich deine Wunschklinik mit in den Antrag (bzw. auf einen Extra-Zettel, denn im Antrag gibt es kein Feld dafür) sonst wird die DRV dich "irgendeiner" Klinik zuweisen, die möglichst schnell Platz für dich hat, das muss nicht immer gut für dich sein. :icon_evil:

Bis zur Bewilligung und zum Antritt einer Reha sollte die weitere AU dann kein Problem mehr darstellen.
Das Reha-Ergebnis kann dir später für die Vermittlung bei der AfA sehr nützlich sein, denn an diese Feststellungen hat man sich dann mit deiner Vermittlung zu halten.

Und außerdem wäre es nach dem Bezug vom Krankengeld nicht so, dass der ausbezahlte Resturlaub ja nicht mehr vom Amt "abgezogen" werden würde? Oder irre ich mich da?
Wenn du während dem Krankengeldbezug noch Zahlungen von deinem AG bekommst, dann ist vielleicht die KK zu informieren, die AfA geht das nichts an, da meldest du dich erst wieder wenn du Arbeits- und Vermittlungsfähig bist und dann interessiert die nicht was du nach dem Ende deines Arbeitsvertrages noch für Geld vom AG bekommen hast.

Bist du über das Ende des Arbeitsvertrages weiter AU, dann informierst du die AfA dazu und man wird dir nichts Anderes dazu sagen ... als dass du dich melden und den Antrag auf ALGI stellen sollst wenn du wieder gesund bist.

Ich arbeite in einem großen Weltkonzern ist es da wirklich nötig, die Auszahlung des Urlaubsgeldes zu fordern, wenn alle Krankmeldungen eingereicht sind, müssten die doch das automatisch tun. Oder könnte das sonst Komplikationen geben?
Sei bloß nicht so naiv wenn es um Geld geht sparen auch Weltkonzerne gerne ein was der Mitarbeiter nicht klar (schriftlich bei der Personal-Abteilung) eingefordert hat, mein Weltkonzern hat mir auch am Telefon erklärt "der ganze Urlaub sei verfallen"...

Erst als ich das schriftlich haben wollte um das anwaltlich abklären zu lassen, kam umgehend die Urlaubsabgeltung auf meinem Konto an ... da war dann NIX mehr "verfallen" ... :biggrin:

MfG Doppeloma
 

Bernd1971

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Möchte zweijährige Umschulung zum Kaufmann machen. Was beachten? Wie vorgehen?

Hallo!

Aufrund einer Asthmaerkrankung, sowie seit einigen Monaten Arthritis in den Fingern,
kann ich nicht mehr in meinem erlernten Beruf als Mechaniker arbeiten.
Nun möchte ich eine Umschulung machen für den kaufmännischen Bereich.
Habe den entsprechenden Eigungstest, bei dem von mir gewählten Träger, auch bereits mit gut bestanden
und ein entsprechendes Schreiben mitbekommen.

Jetzt wollte (oder muss) ich mich ja bei der Agentur melden, um mir diese Umschulung genehmigen zu lassen.
Die Umschulung beginnt bereits in ein paar Wochen. Mein derzeitiger Arbeitsvertrag läuft jetzt auch aus und wird aufgrund meiner Erkrankung auch nicht weiter verlängert.

Schweigepflichtentbindungen für den Amtsarzt habe ich bereits im Dezember vor der letzten Arbeitsvertragsverlängerung unterschrieben. (Allerdings ist nun noch die Arthritis zum Asthma dazugekommen.)

Da ich die vielen Fallstricke der Agentur kenne, frage ich schon im Vorfeld worauf ich achten muss, um den Bildungsgutschein zu bekommen?
Vielen Dank!
 

Volker66

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AW: Möchte zweijährige Umschulung zum Kaufmann machen. Was beachten? Wie vorgehen?

Fraglich ist für mich erst einmal, wer Dein Kostenträger sein wird.

Wenn Du mehr als 15 Jahre versicherungspflichtig gearbeitet hast wird die Rentenversicherung der Kostenträger sein.

Trotzdem kannst Du erst zur Agentur für Arbeit gehen, die geben Hilfestellung für einen Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben. Der wird dann an die Rentenversicherung weitergeleitet. Kann sein, dass die beiden sich dann einigen müssen, wer Kostenträger ist. Vorausgesetzt Du hast die 15 Jahre voll. Falls nicht, ist sowieso die Agentur Ansprechpartner und bei Bewilligung Kostenträger.

Bei mir wurde damals über die Agentur ein Antrag gestellt. Bis der durch war hat schlappe 7 Monate gedauert. Oder waren es 8 ?

Falls irgendjemand die Umschulung bewilligt muss von amtlicher Stelle erst einmal geprüft werden, als was Du umschulen kannst. Dabei spielen gesundheitliche Aspekte eine große Rolle. Amtsarzt oder Rentenversicherung Arzt.

Bei Arthritis in den Fingern könnte es bei einer Beantragung für den Kaufmännischen Bereich zu Problemen kommen. Computerschreiben kann dann ein Problem werden. Andererseits gibt es heute gute Schreibprogramme wie Dragon Speaking.

Das Alter spielt natürlich auch eine Rolle.
.
 

Bernd1971

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AW: Möchte zweijährige Umschulung zum Kaufmann machen. Was beachten? Wie vorgehen?

Die Hände sind in Mitleidenschaft gezogen von der jahrelangen Montagetätigkeit im Akkord.
Es ist "zum Glück" erst seit ein paar Monaten und ich bin in der Hoffnung, dass es sich, nach einiger Zeit der Ruhe von dieser Tätigkeit, sich wieder normalisiert.
Ich denke, dass die Tätigkeit als Speditions- und Logistikkaufmann für mich einiges mehr an Zukunftsperspektiven bietet. Schließlich bin "erst" 45 Jahre alt... Muss also noch 22 Jahre bis 67...
 

Volker66

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AW: Möchte zweijährige Umschulung zum Kaufmann machen. Was beachten? Wie vorgehen?

Aufgrund des Nutzernamen habe ich mir Dein Alter schon gedacht. :))

45 Jahre ist für die Kostenträger so eine magische Grenze..........................

Oft wird der Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben bewilligt, aussuchen was gemacht wird liegt aber bei den Kostenträgern.

Hier mal ein Link zu Bewilligungen und Wünschen bei Umschulungen:

Berufliche Umschulung - Alter kein Hinderungsgrund | 23.02.2010

Drücke dir die Daumen !!!
.
 

smash2012

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AW: Möchte zweijährige Umschulung zum Kaufmann machen. Was beachten? Wie vorgehen?

Entschuldigung wenn ich jetzt etwas persönlich werde aber kann das sein das du etwas naiv an die Sache ran gegangen bist? Du kannst nicht einfach irgendwo hingehen und sagen ich möchte hier jetzt sofort eine Umschulung machen, schon gar nicht wenn es noch gar nicht fest steht wer der Träger des ganzes Festes ist und nachher das Essen bezahlt. Wenn ich damals so gewollt hätte, dann wäre ich ja mit der Umschulung schon fertig.

Bei meiner Umschulung ist der Träger die Rentenversicherung, und auch erst nach fast 2 Jahren ewiger Zankerei.
Als erstes habe ich eine Reha gemacht, wurde dann AU entlassen und bekam erst von der RV einen Eingliederungszuschuss. Was der Quatsch soll weiß ich bis heute nicht, es gibt keinen leidensgerechten Arbeitsplatz und den wird auch keiner für dich schaffen.

Also das mit ein paar Wochen, das kannst du dir getrost abschminken. Zumal nun erst die Zankerei los geht wer den Zahlemann macht. Und bis der Antrag zur Teilhabe am Arbeitsleben durch ist und was dann überhaupt gemacht wird, das entscheidet dann immer noch der schlussendliche Zahlemann und im schlimmsten Fall dauert es gute 4 Monate
 

Bernd1971

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@smash2012
Klar weiß ich das alles, aber bis zur Rente 2038 ist ja auch noch lange hin...
Bin also auf längere Verhandlungen bereits eingestellt.. :wink:

So unbedarft gehe ich an die Sache nicht heran.
Aufgrund meiner unzähligen Vertragsbefristungen habe ich das Thema der Umschulung bereits im letzten Jahr mit meiner damaligen Sachbearbeiterin angesprochen.
Diese meinte, ich müsse mich selber kümmern um eine Umschulung und einen Träger ausfindig machen!
 

Bernd1971

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Da hab ich gleich nochmal eine andere Frage: Ist es möglich ein begonnenes Studium mit Vordiplom irgendwie als Teilzeitstudium im ALG I zu beenden?
 

Doppeloma

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Hallo Bernd1971,

So unbedarft gehe ich an die Sache nicht heran.
Aufgrund meiner unzähligen Vertragsbefristungen habe ich das Thema der Umschulung bereits im
letzten Jahr mit meiner damaligen Sachbearbeiterin angesprochen.
Diese meinte, ich müsse mich selber kümmern um eine Umschulung und einen Träger ausfindig machen!
da hat sie dich hübsch "um den Finger gewickelt", damit du vorerst weiter deine Befristungen hinnehmen wirst ... :biggrin:

Wie ich dir oben schon beschrieben habe solltest du den Weg über eine med. Reha bei der DRV gehen und das möglichst bald, denn die AfA ist für dich (in solchen Dingen) nicht mehr zuständig, da kann man dir viel versprechen und wenn es dann ernst wird hat die DRV das (als zuständiger Kostenträger) zu entscheiden ...

Eine Umschulung bekommt man in der Regel nicht weil man immer nur befristet irgendwo beschäftigt wird sondern aus rein gesundheitlichen Gründen, wenn man die bisherige Arbeit nicht mehr machen kann.
Du siehst das natürlich völlig richtig, dass es noch lange hin ist bis du mal in Altersrente gehen kannst, die DRV (als zuständiger Kostenträger) sieht aber auch die Chancen der (fertigen) Umschüler mit Mitte / Ende 40 dann am Arbeitsmarkt als wenig verheißungsvoll.

Mit einem frischen Abschluss in der Tasche und ohne Berufserfahrung ist es nicht gerade leicht da noch einen AG zu finden, der dich dann auch einstellen wird, arbeitslose Kaufleute (aller Fachrichtungen) gibt es jünger und gesünder mit vielen Jahren Berufserfahrung, das ist (leider) die Realität und das wird die DRV natürlich nicht als Grund nennen wenn sie dann deinen Antrag ablehnen wird.

Du bekommst vermutlich eine LTA angeraten und bewilligt, wenn sich in der Reha die Notwendigkeit einer beruflichen Veränderung ergeben sollte, das bedeutet aber nicht, dass es auch eine Umschulung wird, es kann auch ein Zuschuss an einen AG werden, der dich einstellen soll und auf einem anderen gesundheitlich machbaren Gebiet anlernen.

Die AfA wird sich da komplett raus halten, denn die sind nur zuständig so lange es keine Ansprüche an die DRV auf berufliche Reha gibt ... ab diesem Zeitpunkt wird jeder Antrag (auf Weiterbildung) direkt zur DRV weiter geleitet und das hat die SB wohl nur vergessen dir mitzuteilen ... :icon_kinn:

MfG Doppeloma
 

Bernd1971

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@ Doppeloma

Was ist denn eine LTA?

"Aufgrund meiner zahlreichen Befristungen" sollte nur heißen, dass ich bereits seit Jahren mindestens zweimal im Jahr in der Agentur vorstellig werde. Somit werde ich auch alle halbe Jahre wieder mal eingeladen werden von denen, um zu sagen, "was ich denn für ein Gefühl hätte", eine Vertragsverlängerung betreffend.
Das mit der Umschulung hatte ich letztes Mal angesprochen und wurde erwartungsgemäß versucht abzuwimmeln mit der Bemerkung, da müsse ich mich selber kümmern...


Eine weitere Alternative von der ich jetzt erst erfahren habe, könnte ein Teilzeitstudium sein.
Ich habe von 20 Jahren mal einige Zeit studiert und auch ein bestandenes Vordiplom, welches nach wie vor Gültigkeit besitzt. Bräuchte also nur das Hauptstudium noch einmal neu machen. Hatte dies vor über zehn Jahren mal beim damals zuständigen Jobcenter nachgefragt, woraufhin mir sofort die Leistungen eingestellt worden sind, und ich dann wiederum erst umständlich beweisen musste, dass ich nicht studiere, um wieder Geld zu bekommen.

Deshalb und aufgrund, der damals hohen Studiengebühren, hatte ich dies nicht mehr für möglich gehalten.
Aber ein Teilzeitstudium, also unter 15 Wochenstunden (und ohne weiteren Nebenjob) müsste möglich sein.
Habe ich gerade mal im Internet recherchiert. Da werde ich mich jetzt mal parallel drum kümmern.
 

Doppeloma

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Hallo Bernd1971,

Was ist denn eine LTA?
Das ist der Oberbegriff (Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben) für ALLES was es so an Leistungen (vorrangig der DRV) zur beruflichen Förderung gibt ... das geht von Eingliederungsleistungen (AG-Zuschuss) bis zur Voll-Umschulung in einen anderen Beruf.

Deutsche Rentenversicherung - Berufliche Rehabilitation (LTA)

Die werden in der Regel dann in Berufsförderungswerken (BfW) durchgeführt in einer verkürzten Ausbildungszeit von 24 Monaten, welche Art der LTA man dir bewilligen wird entscheidet die Rentenversicherung, denn die soll dann ja auch die Kosten dafür tragen ...

Das bedeutet natürlich auch, dass die Prüfungen der Notwendigkeiten umso genauer und gründlicher erfolgen werden, je teurer diese LTA-Leistung am Ende werden wird und die (vermutlichen) Vermittlungs-Aussichten des Umschülers (wenn er mal fertig ist) werden natürlich auch mit einbezogen.

Leider haben am Ende nur wenige Absolventen das Glück wirklich eine Arbeit im neuen Beruf zu finden, zumal überwiegend in die diversen Bürobereiche umgeschult wird.

Diese Erfahrung haben wir schon in den 90er Jahren gemacht, als man uns noch mit Mitte / Ende 40 umgeschult hat, in diesen Berufen haben wir schon mangels Berufserfahrungen keine Jobs mehr gefunden, die Unterstützung von AfA und/ oder DRV nach dem Abschluss war gleich NULL und das wird sich kaum geändert haben ...

Der erste Weg nach der Umschulung war erneut der zum Arbeitsamt (wie es damals noch hieß) und ehe wir dauerhaft arbeitslos geworden wären haben wir dann angelernte Tätigkeiten aufgenommen, dafür hätten wir uns nicht 2 Jahre auf die Schulbank setzen müssen ... :icon_evil:

MfG Doppeloma
 
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