Verstoß gegen Urheberrecht, wann sind Zitate erlaubt (1 Betrachter)

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ExitUser

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Das ist eine schwierige Frage, mit der viele überfordert und unsicher sind.
Erschwerend kommt hinzu, dass jeder Autor derlei Hinweise auf sein Urheberrecht irgendwo auf der Webseite veröffentlicht und diese nicht zwingend oder einfach zu finden sind.
Vor dem Zitieren müsste man dann die komplette Webseite danach durchsuchen. Das ist aber nicht nötig, wenn man sich an bestimmte Regeln hält.

Auch hier im Forum kann ich da keine klare Linie erkennen.
Zitate aus Onlinezeitungen werden anscheinend generell erlaubt, Zitate von einigen Webseiten wiederum nicht. (vor allem, wenn man unter Verfolgungsbetreuung der Rada steht?)

Auch wenn dort z. B. deutlich gemacht wird, dass man mit Quellenangabe zitieren darf.

Als Beispiel dieser "Disclaimer" bei Hensche, der leicht falsch interpretiert werden kann!!
HENSCHE Arbeitsrecht: Abfindung
Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv.§§... 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.
Die wichtige Passage ist nicht die schriftliche Genehmigung, sondern der Satzteil:
bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. Paragr. 63 UrhG) rechtlich zulässig.
Dies bekam ich von Hensche bestätigt und darf die Texte zitieren!
Sehr geehrte Frau xxxx,
vielen Dank für Ihre Anfrage.

Gerne können Sie Textpassagen unserer Artikel unter Angabe der Quelle in Foren zitieren.
Mit freundlichen Grüßen
Martin Wiesel, LL.M.

Redaktionsassistent

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HENSCHE Rechtsanwälte


Ich habe da mal recherchiert.
Dass Urteile und Texte von der Seite des Bundestages erlaubt sind, dürfte jedem klar sein.

Anders verhält es sich, wenn Autoren von Webseiten ausdrücklich die Verwendung untersagen.
Da sind die rechtlichen Vorgaben aus dem Urheberrecht zu beachten.
Diese sind insbesondere die Paragr. 51 (Zitate) und 63 (Quellenangabe) UrhG.
Paragr. 51 besagt, dass die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats zulässig ist, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist.

Gerechtfertigt ist der besondere Zweck dann, wenn es z. B. zur Untermauerung eigener Stellungnahmen genutzt wird. Z. B bei einer inhaltliche Auseinandersetzung als Beleg genutzt wird.

Es müssen also eigene Worte hinzugefügt werden, dann sind das eigene Werke, in denen Zitate anderer Urheber herangezogen werden dürfen.

Kurzzitate sind daher grundsätzlich rein rechtlich immer zulässig, wenn sie obigen Zweck erfüllen und eine gewisse Länge nicht überschreiten. Diese Grenze der Textlänge ist allerdings schwierig zu verorten.

Wenn nur einzelne kurze Textpassagen zitiert werden, ist man eigentlich auf der Sicheren Seite.

Die Quelle des Zitats muss jedoch aus veröffentlichten Werken stammen, was bei Internetseiten grundsätzlich der Fall sein dürfte.

Paragr. 63 besagt, dass die Quelle ist immer anzugeben ist. Das dürfte jedem klar sein und gebietet schon der Anstand.
Wegen Abs. 2 ist es nicht eindeutig, ob eine reine Verlinkung ausreichend ist, oder auch der Name des Autors genannt werden muss, wie z. B. zwingend bei schriftlichen Werken.

Wobei es wohl der Verkehrssitte genügen müsste, wenn der Link zur Quelle gesetzt wird, da aus dieser ja auch der Autor hervorgeht. Wikipedia bejaht dies, aber Wiki ist ja nicht unbedingt eine zuverlässige Quelle.
Bei Sprachwerken oder ganzer Werke der Musik ist neben dem Urheber auch der Verlag anzugeben, in dem das Werk erschienen ist.

Denn Zitieren zu einem gesetzlich anerkannten Zweck, kann selbst der Urheber nicht verbieten!
Der Grund liegt u.a. darin, dass sonst inhaltliche Diskussionen und Meinungsaustausch, sowie Meinungsäußerungen erschwert würden.

Nachzulesen hier:
Urheberrecht: Das Zitatrecht nach SS51 UrhG (Zitatzweck) | Rechtsanwalt Ferner Alsdorf, Aachen | Fotorecht, Urheberrecht | anonymitat, aufsatze, bundesgerichtshof, it-recht, lexikon, meinungsfreiheit, schranke-urheberrecht, urheberrecht, youtube, zitatrecht | Anwaltskanzlei Ferner Alsdorf
Wenn das Zitat dagegen als Belegstelle bzw. "Erörterungsgrundlage“ für eigene Ausführungen verwendet wird, wird es grundsätzlich zulässig sein.
...Aber auch aus der Kunstfreiheit oder Meinungsfreiheit kann sich ergeben, dass das Zitat – im Regelfall als Kleinzitat – durch §§§§51 UrhG "gedeckt“ ist. Als Faustformel lässt sich letzten Endes festhalten, dass das Zitat jedenfalls dann nach §§§§51 UrhG erlaubt ist, wenn es einem anerkannten Zweck dient der sich nicht in Ausschmückung erschöpft.
....Dies ist letztlich auch richtig und wichtig, da inhaltliche Auseinandersetzungen, die gerne auch schlichter persönlicher Affektion dienen, wie häufig bei Meinungsäußerungen, sonst nicht möglich wären.
PS: Das Paragraphenzeichen §§§§§§§§ wird automatisch immer zigfach angezeigt, obwohl ich es nur 1 mal tippe. (Je Klick auf Vorschau werden es immer mehr) Darum habe ich die mal in " " gesetzt, bzw. ausgeschrieben, dann werden sie nur doppelt angezeigt.
 
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