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Versicherungen sind nicht mehr bezahlbar - wie kündigen?

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112Feuerwehr112

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#1
Ich hab mal eine ganz konkrete Frage. Und die ist sehr dringend.

Für Versicherungen sind bei Hartz IV ja 19,86 Euro monatlich vorgesehen. Jetzt haben wir aber als Familie 180 Euro monatlich für alle unsere Versicherungen aufbringen müssen, ein Zustand, der nicht haltbar war. So haben wir Zusatzkrankenversicherung, Hausrat, Glasbruch, Unfall gekündigt, Hartz IV Bescheid beigelegt und geschrieben, das es nicht mehr bezahlbar ist für uns und wir um Kulanz gebeten.

ABER: Die Versicherungen weigern sich, eine vorzeitige Kündigung anzunehmen, drohen mit Pfändung, Gerichtsvollzieher und Schufaeintarg und bestehen auf den Ablauf der Versicherungen im Jahre 2009 und 2010. Wir sollen also weiter zahlen. Etliche Telefonate und so blieben erfolglos. Die sind völlig borniert. Bestehen auf die Erfüllung ihrer Verträge. Dabei haben wir eigentlich erst jetzt bemerkt, das die Verträge so eine ewiglange Laufzeit hatten....

Wir sind ja nicht mal pfändbar. Haben 4 kleine Kinder obendrein und ich brauche das Geld einfach auch für Kleidung und Schulsachen.

Ich glaube, es gibt kein Sonderkündigungsrecht.
Aber kommen wir da nicht doch irgendwie raus?

Hat jemand Erfahrungen, Gerichtsurteile, Rechtshinweise???

Bitte helft mir!

Lieben Dank
Steffi
 
E

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Gast
#2
112Feuerwehr112 sagte :
ABER: Die Versicherungen weigern sich, eine vorzeitige Kündigung anzunehmen,

Ich glaube, es gibt kein Sonderkündigungsrecht.
Aber kommen wir da nicht doch irgendwie raus?

Hat jemand Erfahrungen, Gerichtsurteile, Rechtshinweise???

Bitte helft mir!

Lieben Dank
Steffi
Ich fürchte, da habt ihr schlechte Karten, wenn ihr den Versicherern nicht klar machen könnt, daß ihr zahlungsunfähig seid und gezwungenermaßen in Insolvenz gehen müßtet, wenn die kein Einsehen haben.

Gruß aus Ludwigsburg
 

silkem

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#3
Eine einfache Hausrat- und Unfallversicherung, ebenso wie eine Privathaftpflicht- und Rechtschutzversicherung sollte aber in jedem Fall behalten werden.
 
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#4
1. stehen Euch bei Einkommen = Kindergeld 30 € Versicherungspauschale zu.

2. alternativ zur Kündigung, käme eine Vertragsänderung (weniger Leistung für weniger Prämie) in Betracht

3. jede Versicherung kann gekündigt werden
a. im Schadensfall (unabhängig davon ob der Schaden reguliert wurde oder nicht)
b. bei einer Beitragserhöhung (hierzu bitte noch mal in den Vertragsbedingungen nachsehen, welche Fristen gelten)

Zumeist kündigen Versicherungen jedoch selbst, wenn Beiträge nicht bezahlt werden.

Gruß
strümpfchen
 

112Feuerwehr112

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#5
@silkem: Dann gratuliere ich Dir, wenn Du bei deinen 311 bzw. 345 Euro monatlich noch so viel Geld übrig hast, das Du davon derart viele Versicherungen bezahlen kannst....

Bei uns steht die Problematik im Raum, das wir 4 kleine Kinder haben, die im Wachstum sind und ständig Kleidung und Schuhe benötigen, was unmöglich von 200 Euro im Monat pro Kind möglich ist, da diese davon auch zum Teil Windeln und Nahrung benötigen und was sonst noch so anliegt.
Außerdem sind wir mit dem ebenfalls laufend benötigten Schulbedarf noch nicht weiter - da müssen wir uns wohl noch sehr gedulden, falls wir überhaupt irgendwann etwas davon erstattet bekommen....

@ludwigsburg: Mir hat ein Versicherungsmensch gesagt, das die Versicherungen da ziemlich hart sind, denn die wissen ja eigentlich, das wir nicht pfändbar sind und sie im Ernstfall nichts holen können.... er sprach von "Unverhältnismäßigkeit". Wir verzichten auf die Versicherung und sie auf Vertragserfüllung - es könnte doch so einfach sein...was haben die davon?

Wie sind denn die anderen Hartzler da rausgekommen oder hatten die alle keine Versicherungen? Ich meine, das es sicher Versicherungen gibt, die da kein Theater machen, weil sie das einsehen.
Gibts da nicht irgendwas, irgendein Urteil, ein Gesetz, gar nichts???

Der Versicherungsmensch, den wir gefragt haben, der hat gesagt, wir wären gar nicht pfändbar und es wäre kein Schufaeintrag möglich...

LG Steffi
 

112Feuerwehr112

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#6
@Strümpfchen
Schau mal, was ich geschrieben habe:

" Die Versicherungen weigern sich, eine vorzeitige Kündigung anzunehmen, drohen mit Pfändung, Gerichtsvollzieher und Schufaeintarg und bestehen auf den Ablauf der Versicherungen..."

Wie man sonst eine Versicherung kündigen kann, weiß ich auch. Aber nicht in diesem speziellen Fall.

und ob nun 20 oder 30 Euro Versicherungspauschale, das ist doch nun wirklich unerheblich, wenn es um bisher 180 Euro tatsächliche Kosten geht, oder?
 

Arania

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#7
Sind auch andere private Versicherungen vom Arbeitslosengeld II betroffen, die aufgelöst werden müssen?
Rohde: Nein, nicht zwangsläufig. Beim Arbeitslosengeld II wird das Einkommen, also jede Einnahme in Geld oder Geldwert, angerechnet – allerdings nur das bereinigte. Notwendige Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene und angemessene private Versicherungen können abgezogen werden. Dies sind zum Beispiel Beiträge für Kfz-Haftpflicht-, Unfall-, Hausrat-, oder Kranken- und Pflegeversicherungen. Und natürlich auch für die vom Staat geförderten Beiträge zur Altersvorsorge: Stichwort Riester-Rente.
http://www.oev.de/export/sites/voev...10_presse_informationen_15_04_2005/index.html

schau mal hier und google mit dem Stichwort Versicherungskündigung Hartz IV mal weiter, vielleicht ergibt sich etwas brauchbares
 
E

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#8
112Feuerwehr112 sagte :
@ludwigsburg: Mir hat ein Versicherungsmensch gesagt, das die Versicherungen da ziemlich hart sind,
denn die wissen ja eigentlich, das wir nicht pfändbar sind und sie im Ernstfall nichts holen können....

das widerspricht sich

er sprach von "Unverhältnismäßigkeit". Wir verzichten auf die Versicherung und sie auf Vertragserfüllung - es könnte doch so einfach sein...was haben die davon?

Einen Titel den sie 30 Jahre lang einfordern können

Wie sind denn die anderen Hartzler da rausgekommen oder hatten die alle keine Versicherungen?
Ich hatte keine, auf die ich hätte verzichten wollen... bekomme 30 € Versicherungspauschale und lege den Rest aus meinem Regelsatz drauf...

Gibts da nicht irgendwas, irgendein Urteil, ein Gesetz, gar nichts???

Nein, das Gesetz sagt, Arbeitslosigkeit ist kein Grund für Kündigung... Verrträge müssen eingehalten werden....

Der Versicherungsmensch, den wir gefragt haben, der hat gesagt, wir wären gar nicht pfändbar und es wäre kein Schufaeintrag möglich...

Blödsinn

Das sind Schulden wie alle anderen mit den gleichen Folgen

Es hilft nur, harttnäckig auf Aufhebung zu bestehen, nicht zu zahlen und zu hoffen...
oder das Geld irgendwie aufzubringen.

Haftpflicht solltet ihr wegen der Kinder nicht kündigen...
 

112Feuerwehr112

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#9
Haftpflicht haben wir nicht gekündigt.

Wieso einen Titel? Für eine Versicherung, deren Schutz sie uns ja auch in dem Moment nicht mehr geben, wenn wir nicht bezahlen. Oder bekomme ich den Schutz dann nachträglich, wenn ich ihn in 30 Jahren bezahle???

Und: möchtet ihr bei einer Versicherung "voller Vertrauen" bleiben, die notfalls den Gerichtsvollzieher schicken? Was ist denn das für eine Basis? Und hätten die nicht bei Vertragsabschluss mal darauf hinweisen müssen, wie lang so eine Laufzeit ist? Da war ich nämlich ehrlich gesagt, ziemlich blauäugig. Naja, wer ist das nicht?

Was soll ich denn jetzt genau machen? Besser mal zum Rechtsanwalt gehen? Bin ich zu naiv für diese Welt?

LG Steffi
 
E

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#10
Arania sagte :
Sind auch andere private Versicherungen vom Arbeitslosengeld II betroffen, die aufgelöst werden müssen?
Rohde: Nein, nicht zwangsläufig. Beim Arbeitslosengeld II wird das Einkommen, also jede Einnahme in Geld oder Geldwert, angerechnet – allerdings nur das bereinigte. Notwendige Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene und angemessene private Versicherungen können abgezogen werden. Dies sind zum Beispiel Beiträge für Kfz-Haftpflicht-, Unfall-, Hausrat-, oder Kranken- und Pflegeversicherungen. Und natürlich auch für die vom Staat geförderten Beiträge zur Altersvorsorge: Stichwort Riester-Rente.
http://www.oev.de/export/sites/voev...10_presse_informationen_15_04_2005/index.html
Versicherer können viel erzählen... Unfall und Hausrat sind aber keine notwendigen gesetzlichen Versicherungen...

und nicht jeder bekommt die Versicherungspauschale oder kann die KFZ Haftpflicht anrechnen lassen. Dazu muß man Einkommen haben...

Gruß aus Ludwigsburg
 
E

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#11
112Feuerwehr112 sagte :
Haftpflicht haben wir nicht gekündigt.

Wieso einen Titel?

Wenn du einen Vertrag unterschreibst, mußt du ihn einhalten, tust du das nicht, schuldest du...

also können die einen Titel erwirken.


Oder bekomme ich den Schutz dann nachträglich, wenn ich ihn in 30 Jahren bezahle???

Erst lesen, dann (nicht) unterschreiben...


ihr habt unterschrieben... und deshalb kommt ihr jetzt nicht raus, wenn die nicht auf ihr Recht auf Vertragseinhaltung eurerseits verzichten.


Und: möchtet ihr bei einer Versicherung "voller Vertrauen" bleiben, die notfalls den Gerichtsvollzieher schicken?

Darum gehts nicht...

wenn ihr nicht zahlt, wollen die euch anschließend nicht mehr, davon kannst ausgehen.


Und hätten die nicht bei Vertragsabschluss mal darauf hinweisen müssen, wie lang so eine Laufzeit ist?

Danach fragt man, bzw liest was man unterschreibt...

Da war ich nämlich ehrlich gesagt, ziemlich blauäugig.
Stimmt

Naja, wer ist das nicht?

Ich unterschreibe nur Versicherungsverträge mit einjähriger Laufzeit... schon immer

Was soll ich denn jetzt genau machen?

Hab ich bereits geschrieben...

Besser mal zum Rechtsanwalt gehen?

Sinnvoller wäre der Besuch bei der Schuldnerberatung


Bin ich zu naiv für diese Welt?

Jeder macht mal Fehler...

LG Steffi
 
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#12
112Feuerwehr112 sagte :
@Strümpfchen
Schau mal, was ich geschrieben habe:

" Die Versicherungen weigern sich, eine vorzeitige Kündigung anzunehmen, drohen mit Pfändung, Gerichtsvollzieher und Schufaeintarg und bestehen auf den Ablauf der Versicherungen..."

Wie man sonst eine Versicherung kündigen kann, weiß ich auch. Aber nicht in diesem speziellen Fall.

und ob nun 20 oder 30 Euro Versicherungspauschale, das ist doch nun wirklich unerheblich, wenn es um bisher 180 Euro tatsächliche Kosten geht, oder?
Eben sie weigern sich eine Kündigung anzunehmen. Habt ihr schon versucht, die Versicherungssummen herabzusetzen, Stundung der Beiträge oder ein Stillegen des Vertrages zu erreichen? So kann man die monatliche Belastung auch senken.

Das Sonderkündigungsrecht im Schadensfall gilt grundsätzlich gleiches gilt für Änderungen der Beitragshöhe. Verständlicherweise wird hierauf meist nur im Kleingedrucktem hingewiesen.
 

Arwen

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#13
Na toll HartzIV-Opfer,

solche Tipps können, soweit ich informiert bin, zur Schließung eines Beratungsforums führen... naja, evtl. irre ich mich da ja...

Gruß, Arwen
 

silkem

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#15
strümpfchen sagte :
1. stehen Euch bei Einkommen = Kindergeld 30 € Versicherungspauschale zu.
Gilt aber leider erst für Kinder ab 18 - oder täusche ich mich da?
Das würde immerhin 30x4=120 Eur mehr ausmachen....
Im § 3 der Durchführungsbestimmungen zu §11 SGB 2 (nachzulesen unter http://www.my-sozialberatung.de/cgi...s=1&db=sgb2&cmd=list&range=0,100&cmd=all&Id=6 steht nämlich folgendes:
(1) Als Pauschbeträge sind abzusetzen
1. von dem Einkommen volljähriger Hilfebedürftiger und von
dem Einkommen minderjähriger Hilfebedürftiger, soweit die
se nicht mit volljährigen Hilfebedürftigen in Bedarfsgemein
schaft nach § 7 Abs. 3 des Zweiten Buches Sozialgesetz
buch leben, ein Betrag in Höhe von 30 Euro monatlich für die
Beiträge zu privaten Versicherungen, die nach Grund und
Höhe angemessen sind, gemäß § 11 Abs. 2 Nr. 3 des Zwei
ten Buches Sozialgesetzbuch,

strümpfchen sagte :
2. alternativ zur Kündigung, käme eine Vertragsänderung (weniger Leistung für weniger Prämie) in Betracht
Das wäre eine Möglichkeit, die auf jeden Fall versucht werden sollte...

LG

Silke
 

Heiko1961

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#16
Arwen sagte :
Na toll HartzIV-Opfer,

solche Tipps können, soweit ich informiert bin, zur Schließung eines Beratungsforums führen... naja, evtl. irre ich mich da ja...

Gruß, Arwen
Stimmt, deshalb ist er jetzt auch weg.
 
E

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#17
nochmal zur Erinnerung: 4 kleine Kinder... und von Einkommen, vom dem man etwas absetzen könnte, war keine Rede.

Bei 180 € monatlich zu zahlen kann man die Versicherungen also nicht halten...

Gefragt sind Ideen, wie man überzeugen kann, aus den Verträgen zu entlassen.

Vielleicht sollte mal aufgedröselt werden, was kostet welche? bei welchen Versicherern?

Wurde nur beim Versicherungsmenschen angefragt, ob man die Verträge kündigen könne oder wurde das schriftlich beantragt und abgelehnt?
Vielleicht hat jemand mit einer dieser Versicherungen Erfahrungen, die man nutzen kann?

Ich hab zum Beispiel mal eine Versicherung fristlos kündigen können weil ich feststellen mußte, daß die ihren Teil des Antrages gefälscht hatten...auf meinem Durchschlag war nichts durchgestrichen und per Hand drüber geschrieben... sowas ist zwar selten, kommt aber vor...
da hatte ich eine Handhabe...

Gruß aus Ludwigsburg
 

wolliohne

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#18
Naiv

liebe Leute,warum lasst ihr Euch einschüchtern von diesen Abzockern ?

Hier hilft nur die Holzhammer Methode,d.h. die Zahlungen einstellen wg. H4 Ende!

Ok,danach gibt es böse Briefe aber bei Zahlungsunfähigkeit werden Hmallianzzürichprovinz. etc. sich die Zähne ausbeissen.

Ich bin auf diese Art und Weise VS frei geworden!
 

Hartz IV Opfer

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#19
Re: Naiv

wolliohne sagte :
liebe Leute,warum lasst ihr Euch einschüchtern von diesen Abzockern ?

Hier hilft nur die Holzhammer Methode,d.h. die Zahlungen einstellen wg. H4 Ende!

Ok,danach gibt es böse Briefe aber bei Zahlungsunfähigkeit werden Hmallianzzürichprovinz. etc. sich die Zähne ausbeissen.

Ich bin auf diese Art und Weise VS frei geworden!
Und Du meinst,das sich die aufgelaufenen Schulden bei der Versicherung auch erledigt haben?
Schon mal bei der Schufa eine Auskunft über Dich rein geholt?
 

poldibaer

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#20
Also mal ganz wertfrei:

Drei Versicherungen muß man auch mit Hartz-IV haben:

1.
Rechtschutz (weil die Prozekostenhilfe bald kostenpflichtig wird und weil kein Anwalt mehr für lau und nur sehr ungern und daher ungenau für Prozeßkostenhilfe oder Beratungskostenhilfe arbeitet)

2.
Privathaftpflicht (kostet pro Monat - und als Erwerbsloser zahlt man der Übersicht wegen ohnehin alles nur monatlich - 8-10 Euro) - weil jedem von uns und vor allem unseren Kindern mal Dinge passieren können, die zu bezahlen sind - wenn man was kaputt macht, und kann es nicht bezahlen, gibt das ne Menge Ärger und Eltern haften für ihre Kinder.

3.
Hausratversicherung - da es von den Sozialbehörden keine Beihilfen für Wohnungseinrichtungen mehr gibt und eine Hausratversicherung ebenfalls nur einige Euro monatlich kostet, muß man auch diese haben.

Andere Versicherungen und Hartz-IV

Was andere Versicherungen angeht, so kann man als Hartz-IV-Bezieher bei diesen Versicherungen schriftlich das Ruhen der Versicherungen beantragen, und zwar unbefristet.

Es gibt aber auch Gesellschaften, die meinen, einen auf dämlich machen zu müssen - das kann ich aber auch. Ich hatte eine Unfallversicherung, die ich, als ich erwerbslos wurde, nicht mehr bezahlen konnte. Da das Ruhen nicht möglich war, hatte ich mich so dermaßen geärgert über diese unfreundlichen Versicherungsleute, daß ich vor Wut die Treppe zu schnell runterrannte und mir dabei den dicken großen rechten (oder war es der linke? weiß ich gar nicht mehr...) Zeh voll anstieß, und der wurde blau und ich mußte zum Arzt.

Tja, das war dann ein Unfall - und Sachversicherungen, zu denen die Unfallversicherung auch zählt, sind im Schadensfalle kündbar. Ich habe dann der Unfallversicherung den Unfall gemeldet, habe auf Leistungen verzichtet und aufgrund der Schadensmeldung dann gekündigt, und das mußten sie schlucken.

Bei Lebensversicherungen wandelt man diese zunächst von der ohnehin sinnlosen Kapitalvariante in eine Risiskolebenversicherung um beantragt Verrechnung und hernach das Ruhen, sobald das verechnete Geld aufgebraucht ist.

Fazit
Das Ganze ist also gar nicht so schwer.

Was man nicht tun sollte, ist, "toter Mann" zu spielen, wie Kollege wolliohne das empfiehlt, denn dann ist man zwar die Versicherungen auch los - hat aber auch ein paar Vollstreckungstitel am Halse, öfter mal den Gerichtsvollzieher zu Besuch, muß die sogenannte Eidesstattliche Versicherung abgeben und steht in der Schufa, dem Schuldnerverzeichnis beim örtlichen Amtsgericht und, und, und.

Also Leute, nicht jammern, sondern kümmern. Geht alles!

P.
 
E

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#21
poldibaer sagte :
Also mal ganz wertfrei:

Drei Versicherungen muß man auch mit Hartz-IV haben:

1.
Rechtschutz (weil die Prozekostenhilfe bald kostenpflichtig wird und weil kein Anwalt mehr für lau und nur sehr ungern und daher ungenau für Prozeßkostenhilfe oder Beratungskostenhilfe arbeitet)

2.
Privathaftpflicht (kostet pro Monat - und als Erwerbsloser zahlt man der Übersicht wegen ohnehin alles nur monatlich - 8-10 Euro) - weil jedem von uns und vor allem unseren Kindern mal Dinge passieren können, die zu bezahlen sind - wenn man was kaputt macht, und kann es nicht bezahlen, gibt das ne Menge Ärger und Eltern haften für ihre Kinder.

3.
Hausratversicherung - da es von den Sozialbehörden keine Beihilfen für Wohnungseinrichtungen mehr gibt und eine Hausratversicherung ebenfalls nur einige Euro monatlich kostet, muß man auch diese haben.

Andere Versicherungen und Hartz-IV

Was andere Versicherungen angeht, so kann man als Hartz-IV-Bezieher bei diesen Versicherungen schriftlich das Ruhen der Versicherungen beantragen, und zwar unbefristet.

Es gibt aber auch Gesellschaften, die meinen, einen auf dämlich machen zu müssen - das kann ich aber auch. Ich hatte eine Unfallversicherung, die ich, als ich erwerbslos wurde, nicht mehr bezahlen konnte. Da das Ruhen nicht möglich war, hatte ich mich so dermaßen geärgert über diese unfreundlichen Versicherungsleute, daß ich vor Wut die Treppe zu schnell runterrannte und mir dabei den dicken großen rechten (oder war es der linke? weiß ich gar nicht mehr...) Zeh voll anstieß, und der wurde blau und ich mußte zum Arzt.

Tja, das war dann ein Unfall - und Sachversicherungen, zu denen die Unfallversicherung auch zählt, sind im Schadensfalle kündbar. Ich habe dann der Unfallversicherung den Unfall gemeldet, habe auf Leistungen verzichtet und aufgrund der Schadensmeldung dann gekündigt, und das mußten sie schlucken.

Bei Lebensversicherungen wandelt man diese zunächst von der ohnehin sinnlosen Kapitalvariante in eine Risiskolebenversicherung um beantragt Verrechnung und hernach das Ruhen, sobald das verechnete Geld aufgebraucht ist.

Fazit
Das Ganze ist also gar nicht so schwer.

Was man nicht tun sollte, ist, "toter Mann" zu spielen, wie Kollege wolliohne das empfiehlt, denn dann ist man zwar die Versicherungen auch los - hat aber auch ein paar Vollstreckungstitel am Halse, öfter mal den Gerichtsvollzieher zu Besuch, muß die sogenannte Eidesstattliche Versicherung abgeben und steht in der Schufa, dem Schuldnerverzeichnis beim örtlichen Amtsgericht und, und, und.

Also Leute, nicht jammern, sondern kümmern. Geht alles!

P.
Gute Antwort...

wobei: Rechtsschutzversicherungen ohne Selbstbeteiligung sind mir ehrlich gesagt zu teuer... und mit Selbstbeteiligung... bringt nix.

und monatliche Zahlung... is nicht... zumindest nicht bei meinen (sehr günstigen) Versicherungen.
Habs versucht...

Gruß aus Ludwigsburg
 

112Feuerwehr112

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#22
Vielen Dank, das ihr euch für uns die Köpfe zerbrochen habt.
Das hat mir schon ein paar gute Ansätze gegeben. Aber ich bin nicht der Typ Mensch, der "Unfälle oder Schadensfälle" absichtlich hervorruft um sein Sonderkündigungsrecht geltend zu machen. Nur weil man Hartz IVler ist, muß man ja auch nicht gleich zum Betrüger werden, genauso wenig, wie wir jetzt alle ungewaschen und blöd sind, oder!?

Wir werden kündigen, was zu kündigen geht, herabsetzen wo etwas machbar ist (falls die Grützköpfe da mit sich reden lassen :hmm: ) und die Versicherungen, die wir nicht mehr brauchen, zum Vertragsende kündigen. Fertig. Die fristgerechte Kündigung dürfen sie uns ja nicht verweigern, egal, wann sie kommt, hauptsache, sie kommt rechtzeitig!

Haftpflicht geht billiger, Rechtschutz auch - außerdem wollen wir jetzt bei denen auch gar nicht mehr versichert sein. Und den Rat von ludwigsburg werde ich beherzigen -> nie wieder eine Versicherung mit einer längeren Laufzeit als 12 Monate.

Hausrat sehe ich übrigens nicht mehr wirklich ein, denn die besagte Versicherung weigerte sich sowieso im Schadensfall zu zahlen. Wir hatten mal einen Überspannungsschaden in der Küche. Dafür mußte unser Elektriker seitenweise Formulare ausfüllen mit total fiesen Fragen. Der Versicherungsfutzi hat mich am Telefon erstmal als Betrüger hingestellt und letztlich haben wir einen lächerlichen Betrag bekommen...
Da lohnt es sich, sich auch mal nach einem anderen "Verein" umzusehen.

Zu der Frage, ob man mit 4 Kindern 120 Euro Versicherungsgeld extra bekommt :lol: dann hätte ich hier sicher dieses Problem nicht gehabt, oder!?

Und zur Schuldnerberatung muß ich nicht, denn ich hab ja bisher keine Schulden und habe auch nicht vor, welche zu machen oder es darauf ankommen zu lassen. Darum stelle ich ja so gern erstmal hier die dummen Fragen! :mrgreen:

Dankeschön!!!!!

LG Steffi
 

Maggy

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#23
Zitat aus http://www.loady.de/geldsparen/15-63.htm

Lang-Läufer:
* Verträge, abgeschlossen ab 25.6.94, mit einer Laufzeit von über 5 Jahren können Sie zum Schluss des fünften, aber auch jedes folgenden (Versicherungs-) Jahres beenden. Kündigungsfrist: 3 Monate
* Verträge, vom 1.1.91 bis 24.6.94, mit einer Laufzeit von mehr als 3 Jahren können Sie erst zum Schluss des dritten oder jedes folgenden (Versicherungs-) Jahres beenden. Das gilt nicht, wenn Ihnen alternativ auch 1, 3, 5 und 10 Jahre Laufzeit und dabei mindestens 5 % (5 Jahre Laufzeit) bzw. 10 % (10 Jahre Laufzeit) “Dauerrabatt” angeboten wurden. Kündigungsfrist: 3 Monate
* Verträge, abgeschlossen bis 31.12.90, mit Laufzeiten von 10 Jahren, können Sie nach mehreren Urteilen des Bundesgerichtshofs (z.B. IV ZR 107/93 und IV ZR 379/94) fast ausnahmslos ebenfalls zum Schluss des laufenden (Versicherungs-) Jahres kündigen. Kündigungsfrist: 3 Monate
* Verträge, abgeschlossen bis 31.12.92 (nur neue Bundesländer/ehemalige DDR), können Sie grundsätzlich zum Schluss des laufen (Versicherungs-) Jahres wieder beenden. Kündigungsfrist: 1 Monat

LG
Maggy
 

poldibaer

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#24
112Feuerwehr112 sagte :
Vielen Dank, das ihr euch für uns die Köpfe zerbrochen habt.
Das hat mir schon ein paar gute Ansätze gegeben. Aber ich bin nicht der Typ Mensch, der "Unfälle oder Schadensfälle" absichtlich hervorruft um sein Sonderkündigungsrecht geltend zu machen. Nur weil man Hartz IVler ist, muß man ja auch nicht gleich zum Betrüger werden, genauso wenig, wie wir jetzt alle ungewaschen und blöd sind, oder!?
Kollegin, Du siehst das noch viel zu sehr aus der Sicht des "ordentlichen Bürgers", der stets tut, was die wie auch immer geartete Obrigkeit von ihm verlangt.

Niemand hat hier zum Betrug verleitet - sondern lediglich zu legalem und vom Grundgesetz abgedeckten kreativen Denken.

Das Leben ist voller und oft dummer Zufälle. Daß Dir justamente zum Zeitpunkt der Auseinandersetzung mit Deinen Versicherungsanbieter mehrere Schäden entstehen - z.B. ein Saftfleck des Sohnes auf dem Sofa, oder eben, wie bei mir der Unfall auf der Treppe - sind eben Dinge, die geschehen - shit happens.

Und wenn der Gesetzgeber den Kunden von Versicherungsgesellschaften nunmal erlaubt, im Schadensfall zu kündigen, dann ist das kein Betrug, wenn man einen geringfügigen Schaden meldet, dafür keine Leistung verlangt und kündigt. Es ist kreativ, legal - und im Falle von Hartz-IV-Beziehern Notwehr im Sinne des Grundgesetzes...

112Feuerwehr112 sagte :
Hausrat sehe ich übrigens nicht mehr wirklich ein, denn die besagte Versicherung weigerte sich sowieso im Schadensfall zu zahlen. Wir hatten mal einen Überspannungsschaden in der Küche.
Überspannungsschaden?

Wohnt Ihr in einer Mietwohnung?

Dann ist da tatsächlich nicht die Hausratversicherung zuständig, sondern Euer Vermieter, den Ihr hättet zur sofortigen Reparatur auffordern und ihm nötigenfalls solange die Miete kürzen müssen, bis er es reparieren lässt. Alternativ hättet Ihr nach Aufforderung an den Vermieter zur Reparatur diese selbst auführen lassen können eben durch Euren Elektriker und die Kosten dann dem Vermieter von der Miete abziehen.

Wäre ich der zuständige SB bei der Hausratversicherung gewesen, hätte ich Euch genau das gesagt - denn der Vermieter haftet nach dem Mietrecht für die ständige einwandfreie Nutzbarkeit der von ihm vermieteten Mietsache.

Warum habt Ihr Euch nicht informiert? http://www.mieterbund.de wäre zum Beispiel so eine Anlaufadresse.

Eure Hausrat wäre z.B. dann in Frage gekommen, wenn z.B. sich im Küchenherd ein Kurzschluß gebildet hätte und er dadurch kaputt ging. Das ist tatsächlich eine Sache für die Hausratversicherung.

MfG
P.
 

kewpie

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#25
Hallo!
sicher gibt es noch einen Weg aus sämtlichen Versicherungsverträgen entlassen zu werden... die private Insolvenz !
Ich habe es selbst gerade bis zur Eröffnung des Verfahrens geschafft- empfehlen kann ich es niemandem:icon_kotz2:
Aber wenn es keinen anderen Weg gibt, besser dürfte es sein mit den Versicherungen noch im Gespräch zu bleiben und sich anderweitig zu einigen.
Im Fall einer Insolvenz sehen die Versicherer keinen Cent, die Verfügungsgewalt über sämtliches unpfändbares Einkommen und evtl. vorhandenes Vermögen übernimmt der bestellte Treuhänder.
Und der kündigt auch bestehende Versicherungsverträge, auch die die ihr eigentlich noch behalten wolltet. Hausrat, Haftpflicht etc. muß man danach neu abschließen.
Aber Nerven braucht Ihr dazu schon !
 

Revolver

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#26
Versicherungen kann mann kündigen, aber halt nur fristgerecht. Eventuell auf Kulanz beim versicherer bitten oder um Umstellung auf ein anderen günstigers Produkt bitten.

Ausserdem, da ich selbst erfahrung in der Branche habe.

Es gibt eine haftpflicht für 36,- im Jahr für singles das sind ,das sind 3 euro im monat. Ich selbst habe noch nen einen rechner der mir alle Versichere nach preisen sortiert, wenn mann da an nen falschen vertreter gerät, hat mann schon ne etwas teurer bekommen.

selbst eine gute rechtsschutz, gibt es für 5-6 euro om monat als jährliche zahlweise. problem dabei ist, das die meisten vertreter absichtlich diese nicht zeigen, da sie selbst weniger provision erhalten.

Jedenfalls arbeite ich ih n den job nicht mehr, aus gesundheitlichen gründen, und mein rechner läuft bald ab, aber wenn ich jemanden kostenlos was berechnen soll, kann er sich per pn ja melden.

gruß

revolver
 

RwerbsLos

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11 Apr 2007
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#27
Hallo, ich war lange in der branche tätig, grundsätzlich gilt für eine HAFTPFLICHT folgendes


Ordentliche Kündigung:
Die Kündigung ist wirksam, wenn der Vertrag mit einer Frist von 3 Monaten zum Ablauf gekündigt wird.

Außerordentliche Kündigung:

  • [*]bei Prämienerhöhung:
Erhöht der Versicherer auf Grund einer Prämienangleichung die Beiträge, ohne daß sich der Versicherungsumfang ändert, so kann der Versicherungsnehmer innerhalb 1 Monatsnach Eingang der Mitteilung des Versicherers, den Vertrag mit sofortiger Wirkung, frühestens jedoch zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Erhöhung kündigen. (Gilt für Vertragsabschlüsse nach Juni 1994)
Sonderregelungen :
Vertragsabschlüsse vor dem 01.01.1991:
Die Prämie muß sich um mehr als 10% gegenüber dem Vorjahr bzw. in den letzten drei aufeinanderfolgenden Jahren insgesamt um mehr als 20% erhöht haben.
Vertragsabschlüsse zwischen 01.01.1991 und 24.06.1994:
Die Prämie muß sich um mehr als 5% gegenüber dem Vorjahr bzw. um mehr als 25% gegenüber der Erstprämie erhöht haben.
Vertragsabschlüsse ab dem 29.07.1994:
Nach jeder Erhöhung kann gekündigt werden.

  • [*]im Schadensfall:
Hat der Versicherer einen anerkannten Schaden reguliert oder abgelehnt, so kann der Vertrag seitens des Versicherungsnehmers und auch seitens des Versicherers gekündigt werden.
Die Kündigung durch den Versicherungsnehmer muß mit einer Frist von 1 Monat nach Zahlung oder Ablehnung des Schadens durch den Versicherer erfolgen und kann entweder mit sofortiger Wirkung oder zum Ablauf der laufenden Versicherungsperiode ausgesprochen werden.
Tip:
Eine Kündigung sollte stets durch eingeschriebenen Brief erfolgen.
Zu beachten ist, das nicht das Absendedatum, sondern der Eingang der Kündigung beim Versicherer als fristgerecht anzusehen ist.
(Dies gilt auch im Falle einer Kündigung seitens des Versicherers)



 
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