vermutliche Behinderung bei JC Besuch ansprechen?

revilorevilo

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Ich formuliere meine Frage bewusst ein wenig offen.

Zum Hintergrund

Ich bin arbeitsfähig, möchte auch gerne arbeiten, habe das Problem, dass ich mich in Bewerbungsgesprächen und in der anschließenden Probezeit nicht durchsetzen kann.

In Zahlen, 30 Bewerbungsgespräche nach dem Studium, im vergangenen Jahr weitere 12 Bewerbungsgespräche, Jobverlust in Folge von Mobbing, davor bereits einen Job wegen sozialer Überforderung und in Folge dieser wegen zu behandelnder Depression abgebrochen.

Mittlerweile meine ich den Grund für meine soziale Interaktionsproblematik zu kennen, Autismus, Asperger-Typ. Dieser liegt bei mir nicht ausgeprägt vor, d.h. ich wirke relativ normal, gerade im Zweiergespräch, die Probleme treten dann aber in Gruppen und neuen sozialen Situationen deutlich zu Tage bzw. bei Veränderungen in meiner Umgebung, d.h. räumlich aber auch zeitlich in der Tagesstruktur.

Ich habe mittlerweile auch eine ärztliche Verdachtsdiagnose und den Hinweis, den Autismus abzuklären.

Meine Fragen

Macht es Sinn, diese Einschränkung im jetzt bald folgenden Gespräch einzubringen?
Was kann passieren, kann das JC versuchen, mich in die Rente abzuschieben?
Ich strebe auch von mir aus eine diagnostische Abklärung an, weil ich möglicherweise einen Nachteilsausgleich wegen Schwerbehinderung erreichen kann.
Macht das Sinn mit der Schwerbehinderung, um vielleicht eine Umschulung zu erhalten?
 
E

ExitUser

Gast
Du kannst das Thema im Gespräch anschneiden. Jedoch ist der SB wie der Name schon sagt "Sachbearbeiter" und verfügt in der Regel nicht über eine medizinische Vorbildung/Ausbildung und wird dich letztlich an den ÄD verweisen und auch nur dort sollte (mal abgesehen von deinen behandelnden Ärzten) die Problematik besprochen werden.
 

gelibeh

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Diagnosen gehen einen SB nichts an. Du kannst aber darauf hinweisen, dass es gesundheitliche Probleme gibt, die es Dir nicht möglich machen, jede Arbeit auszuführen. Dazu kann der SB den ÄD beauftragen, der den Unfang der Erwerbsfähigkeit feststellt. Erst wenn der keine Erwerbsfähigkeit feststellt, kann das JC darüber nachdenken, ob Du Rente beantragen musst. Entgültig entscheidet aber die Rentenversicherung und solange muss das JC zahlen.
 

Tinka

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Wobei ich für mich persönlich allerdings auch ganz vorsichtig wäre, mir diese Diagnose Asberger S. anhängen zu lassen - UND vor allen Dingen - mir diese zu verinnerlichen und anzunehmen.

Die Menschen sind verschieden, nicht Jeder ist geeignet im Team zu arbeiten, sondern kommt wesentlich besser allein und in Ruhe zurecht.

Das ist keine Krankheit, sondern eine Charakter/Typ-Eigenschaft, die es seit Menschengedenken gibt, die sehr wichtig ist ist in der Evolution und ohne die es viele Dinge/Erfindungen/Gedanken nicht gegeben hätte. Nicht umsonst wählen solche Menschen gern Berufe und Tätigkeiten, wo sie allein wirken können, sei es im gewerblichen, technischen oder intellektuellen Bereich.

Inzwischen hängt die Wirtschaft diesen Menschen gern den Titel "nicht teamfähig" und "irgendwie psycho" an und die Psychologie macht blitzschnell eine Diagnose daraus, weil diese Menschen angeblich "schlecht verwertbar" sind.

ICH würde mir diese Bezeichnung und ihre Konsequenzen für mich jedenfalls nicht verinnerlichen, sondern allenfalls beim JC durchblicken lassen, dass meine Stärke woanders liegen und ggf. den Besuch beim MD abwarten.

Und ich würde mir sagen, dass in dieser Zeit 30 Vorstellungsgespräche und Mobbing am Arbeitsplatz leider schon normal, aber keineswegs meine Schuld oder die meiner angeblichen Diagnose sind.
 
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