Vermögenszufluss im Alg II - Bezug und Wohngeld kein Mindesteinkommen,wer weiß Rat? (1 Betrachter)

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Komponist

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Hallo alle zusammen,

was würde passieren wenn ein ALG2 Empfänger im Bezug plötzlich 50 000 Euro geschenkt bekommt und das natürlich auf sein Konto packt weil er ja ganz ehrlich ist und so.
Ab wann würde er aus den Bezug fallen? Ab dem Moment wo es auf dem Konto ist oder wird das irgendwie erstmal auf den Bewilligungszeitraum als Einkommen angerechnet usw..?
Zweite Frage: Kann der ALG2 Empfänger dann Wohngeld bekommen? Zwar erreicht er nicht das Mindesteinkommen was beim Wohngeld gefordert wird aber ALG2 kann er ja auch nicht mehr beantragen?
 

Kerstin_K

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Auch beim Wohngeld gibt es eine Vermoegensgrenze soweit ich weiss.

Der HE muesste erstmal von dem Geld leben, bis die Schonvermoegensgrenze erreicht ist.
 

Komponist

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AW: Vermögenszufluss im ALG II - Bezug und Wohngeld kein Mindesteinkommen,wer weiß Rat?

Vermögensgrenze bei Wohngeld liegt irgendwo bei 80.000 Euro nach einem Gerichtsurteil.
 

Doppeloma

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AW: Vermögenszufluss im ALG II - Bezug und Wohngeld kein Mindesteinkommen,wer weiß Rat?

Hallo Komponist,

was würde passieren wenn ein ALG2 Empfänger im Bezug plötzlich 50 000 Euro geschenkt bekommt und das natürlich auf sein Konto packt weil er ja ganz ehrlich ist und so.
Dann hat er "einmaliges Einkommen" was allerdings VOLL angerechnet wird, weil es ja kein Erwerbseinkommen ist ...

Ab wann würde er aus den Bezug fallen? Ab dem Moment wo es auf dem Konto ist oder wird das irgendwie erstmal auf den Bewilligungszeitraum als Einkommen angerechnet usw..?
Es gilt der Zufluss auf deinem Konto, vorher kannst du das Geld ja nicht ausgeben, für den laufenden Monat dürfte dann eine Anrechnung erfolgen, weil ALGII ja im Voraus überwiesen wird.

Beispiel:
du bekommst jetzt im Juni das viele Geld geschenkt, hast aber Ende Mai schon das ALGII FÜR den Juni erhalten ... das Juni-Geld vom JC ist dann zu erstatten, weil es ja nicht mehr nötig gewesen wäre. :icon_evil:

Wenn du schon genau weißt, dass am 01.07. das Geld auf deinem Konto sein wird, dann kannst du schriftlich / nachweislich auf ALGII ab dem 01.07.2017 verzichten ... es wäre KEINE Erstattung mehr vorzunehmen, weil du für JULI (Ende Juni) schon kein Geld vom Amt mehr bekommen würdest.
Beispiel ENDE

Bei dem Betrag wird NICHT aufgeteilt, das wird nur gemacht wenn man zu kurze Zeit (als Richtschnur ca. 3 Monate oder weniger) komplett aus dem Bezug fallen würde und sich der Aufwand (schon wegen der Krankenversicherung) nicht lohnt.

Ist also auch vom Leistungsbetrag (voller Anspruch oder nur Aufstockung auf andere Leistungen) abhängig aber von 50 000 € könnte man ja relativ bequem seinen Lebensunterhalt (und die K-Versicherung) für längere Zeit selbst bestreiten.

Geldgeschenke / einmaliges Einkommen (Erbe / Lottogewinn usw.) JEDER Art während des Leistungsbezuges sind KEIN "Vermögen" sondern werden als Einkommen IMMER angerechnet ...

Vermögen ist nur das, was man bereits besitzt wenn man Anträge auf Sozial-Leistungen stellt (also Sparguthaben / Versicherungen usw.), dein Geldgeschenk musst du dann bis auf das mögliche "Schonvermögen" (lt. SGB II in deinem konkreten Lebensalter) verbrauchen.

Dann könntest du wieder ALGII beantragen, auf Wohngeld hast du schon deswegen keinen Anspruch, weil du von dem (geschenkten) Einkommen sicher auch deine Miete (vorerst) alleine zahlen kannst ...

Zu deiner "Vermögensfrage" dort kannst du hier was nachlesen, da geht es aber auch nicht um gerade erhaltene Geldgeschenke ... :icon_evil:

</title> <title>wohngeldantrag.de

Zweite Frage: Kann der ALG2 Empfänger dann Wohngeld bekommen? Zwar erreicht er nicht das Mindesteinkommen was beim Wohngeld gefordert wird aber ALG2 kann er ja auch nicht mehr beantragen?
Ich denke mal die Wohngeldstelle wird das auch nicht als "Vermögen" sondern als einmalige Zahlung / Einkommen sehen, es könnte ja später erst Vermögen werden ...

Vermögensgrenze bei Wohngeld liegt irgendwo bei 80.000 Euro nach einem Gerichtsurteil.
Soweit du oben nachlesen kannst, geht es da wohl um einen bestimmten Einzelfall in Brandenburg, die Einzelheiten sind mir jetzt nicht bekannt warum das dort so anerkannt wurde.

Es gibt ja auch Vermögenswerte (Immobilien / Grundstücke / bereits länger fest angelegtes Vermögen), die man nicht so einfach zur Verfügung hat (flüssig machen kann), wie eine Geldsumme, die man gerade erst geschenkt bekommen hat.

Ganz ehrlich würde ICH über solche Dinge gar nicht mehr nachdenken (wollen) wenn mir Jemand so viel Geld schenken würde, ob ich noch irgendwie weiter Sozial-Leistungen beziehen kann... :sorry:

Ich würde versuchen mit der Kohle mein Leben finanziell wieder dauerhaft alleine "auf die Reihe zu bekommen" ... :peace:

MfG Doppeloma
 
E

ExitUser

Gast
AW: Vermögenszufluss im ALG II - Bezug und Wohngeld kein Mindesteinkommen,wer weiß Rat?

Früher war das so, dass Wohngeld nicht bewilligt wurde, wenn dem Grunde nach eine andere Sozialleistung beantragt werden konnte, aber aufgrund von Vermögen, Unterhaltsansprüchen etc. kein Anspruch bestand.

Wohngeld gäbe es demnach nur, wenn Einkommen und Wohngeld höher wären als (fiktives) aufstockendes Alg-II und Einkommen.

Ich meine, so ist das auch weiterhin ...
 

Else Kling

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AW: Vermögenszufluss im ALG II - Bezug und Wohngeld kein Mindesteinkommen,wer weiß Rat?

Mit einer Aufhebung von ALG II wird es bei einem Vermögen von 50.000,00 € Wohngeld geben. Das Mindesteinkommen ist dann nicht maßgebend, da auch vom Verbrauch von Vermögen der Lebensunterhalt bestritten werden kann (in diesem Fall muss).


Laut Wohngeldverwaltungsvorschrift liegt erhebliches Vermögen vor, wenn das erste Haushaltsmitglied über mehr als 60.000,00 € und jedes weitere Haushaltsmitglied über mehr als 30.000,00 € (verwertbares) Vermögen verfügt. Dann wird Wohngeld abgelehnt.


Der Wohngeldbetrag wird auch relativ hoch ausfallen, da (wenn kein weiteres Einkommen vorhanden ist) mit 0 Einkommen gerechnet wird.
 
E

ExitUser

Gast
AW: Vermögenszufluss im ALG II - Bezug und Wohngeld kein Mindesteinkommen,wer weiß Rat?

Hast du meinen Beitrag nicht gelesen, @ Else Kling?

Wohngeld dürfte abgelehnt werden, weil abgesehen vom Vermögen Alg-II beantragt werden könnte.
Das Spiel kennen wir aus der Studentenzeit: Eltern verdienen zu viel > kein Bafög > kein Wohngeld, weil dem Grund nach bafögberechtigt

Wohngeld wird nicht als Grundsicherungsleistung verstanden, sondern als Einkommensergänzung.
 

Else Kling

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AW: Vermögenszufluss im ALG II - Bezug und Wohngeld kein Mindesteinkommen,wer weiß Rat?

Wenn der Lebensunterhalt nachweislich aus vorhandenem Vermögen bestritten wird und eine Ablehnung ALG II wegen Vermögen vorliegt, kann ein Wohngeldanspruch bestehen.

Das Vermögen muss dazu nicht über den genannten Grenzen liegen, für den Bewilligungszeitraum aber ausreichend und verfügbar sein.

Eine Wohngeldablehnung wegen "dem Grunde nach Bafög-berechtigt" gibt es. Es gibt aber keine Wohngeldablehnung wegen "dem Grunde nach ALG II-berechtigt".
 
E

ExitUser

Gast
AW: Vermögenszufluss im ALG II - Bezug und Wohngeld kein Mindesteinkommen,wer weiß Rat?

Ich habe jetzt leider nicht die Zeit an die Quelle zu gehen, aber du findest schnell Beispiele, wo Wohngeld abgelehnt wurde, weil das Einkommen zu niedrig ist.
 

Else Kling

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AW: Vermögenszufluss im ALG II - Bezug und Wohngeld kein Mindesteinkommen,wer weiß Rat?

Es muss nachgewiesen werden, wovon der Lebensunterhalt bestritten wird. In der Regel ist das ein Einkommen. Es kann aber auch der Verbrauch von Vermögen sein, mit dem der Lebensunterhalt bestritten wird.

Wenn kein Vermögen vorhanden ist und das Einkommen ist zu niedrig (z. B. nur ein 450,00-€-Job), dann wird das Wohngeld wegen fehlender Plausibilität abgelehnt.

Unsere Wohngeldstelle "erklärt" das Mindesteinkommen mit dem angehängten Beispiel (ist nicht mehr ganz aktuell, die Regelsätze sind erhöht worden).
 

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Helga40

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AW: Vermögenszufluss im ALG II - Bezug und Wohngeld kein Mindesteinkommen,wer weiß Rat?

So kenne ich das auch, dass, wenn man nachweist, den LU durch Vermögen zu decken, es Wohngeld geben kann.
 
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