Vermittlungsvorschlag vom Jobcenter, aber der neue Arbeitgeber nimmt es mit der Arbeitszeit nicht so genau

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Hallo,

bin jetzt seit längerem wieder durch einen Vermittlungsvorschlag des Jobcenters in Arbeit und möchte mal etwas zur Arbeitszeit fragen.

Ich bin als Techniker für ein Mobilfunkunternehmen tätig und zwar im Außendienst.

Sitz der Firma ist im Ort A.

Mein Wohnort ist im Ort B.

Der Arbeitgeber setzt mich täglich an unterschiedlichen Orten ein, also weder Ort A noch Ort B. Einen festen Arbeitssitz gibt es nicht, da täglicher Kundenkontakt stattfindet, dieser findet auch täglich an unterschiedlichen Orten statt.

Arbeitszeit ist von 9 - 17 Uhr. Der Arbeitgeber schickt mich jetzt allerdings zu Orten die von meinem Wohnort fast 60 Minuten entfernt sind.

Arbeitgeber zahlt also nur von 9 bis 17 Uhr.

Tatsächlich muss ich jedoch bereits 8 Uhr losfahren um beim ersten Kunden gegen 9 Uhr vor Ort zu sein, um vom letzten Termin fahr ich noch mal etwa 60 Minuten nach Hause.

Somit müsste meine Arbeitszeit im Außendienst doch von 8 bis 18 Uhr sein und nicht von 9 bis 17 Uhr oder? Ich bin fast täglich 10 Stunden für den Arbeitgeber unterwegs und bekomme gerade so 8 Stunden bezahlt.

Edit: Im Arbeitsvertrag hat der Arbeitgeber als Arbeitsort Ort A eingetragen, obwohl dort nie Arbeiten stattfinden, da wie gesagt täglich wechselnde Kunden im Außendienst angefahren werden. Ist das ganze jetzt persönliches Pech und ich muss die fast 2 Stunden täglich in meiner privaten Freizeit fahren? Dienstwagen stellt der Arbeitgeber.
 

abcabc

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Hey,
die grundlegende Frage ist natürlich, wie wichtig dir der Arbeitsplatz ist und wie es auf dem Arbeitsmarkt aussieht (dann einfach ein neuer Techniker eingestellt wird)?

Wie lange brauchst du von deinem Wohnort zum Firmensitz der Firma (der im Arbeitsvertrag steht)?
Hast du einen Dienstwagen oder machst du das mit deinem privaten PKW?

Somit müsste meine Arbeitszeit im Außendienst doch von 8 bis 18 Uhr sein und nicht von 9 bis 17 Uhr oder?
Was genau steht in deinem Arbeitsvertrag?
Sofern es da keine Einschränkungen gibt, müsstest du nur zum Firmensitz fahren und ab dann zählt jede Minute als Arbeitszeit/Dienstreise/... und die Uhr stoppt erst wenn du den Firmensitz am Abend wieder erreichst - abzüglich Pausen.
 

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Wie lange brauchst du von deinem Wohnort zum Firmensitz der Firma (der im Arbeitsvertrag steht)?
Hast du einen Dienstwagen oder machst du das mit deinem privaten PKW?

Von meinem Ort zum Firmensitz sind es etwa 40 Minuten. Dort müsste ich dann in der Regel trotzdem schon 8:20 losfahren. Die Firma stellt einen Dienstwagen.

Was genau steht in deinem Arbeitsvertrag?
Sofern es da keine Einschränkungen gibt, müsstest du nur zum Firmensitz fahren und ab dann zählt jede Minute als Arbeitszeit/Dienstreise/... und die Uhr stoppt erst wenn du den Firmensitz am Abend wieder erreichst - abzüglich Pausen.

Ja das ist so eine Sache, der Sitz der Firma ist wie geschrieben 40 Minuten von mir entfernt, teilweise sind die Arbeitsorte von der Firma auch noch 30 Minuten entfernt. Grundsätzlich könnte ich natürlich morgens zuerst in die Firma fahren und dann von dort zum Kunden. Da die Firma auf dem Weg allerdings ungünstig liegt, hätte ich dann morgens schon Anfahrten von über einer Stunde. Würde von der Fahrerei eigentlich wenig Sinn machen.


Wohnort -> Firma (40 Minuten) -> Kunde (30 Minuten) = Fahrtzeit morgens 1 Stunde 10 Minuten, Losfahren von zu Hause 8:20 Uhr

Wohnort -> Kunde (60 Minuten) = Fahrtzeit morgens 1 Stunde, Losfahren von zu Hause 8:00 Uhr

Frage:

In beiden Fällen wäre es also korrekt, wenn die Firma erst ab 9 Uhr die Uhr laufen lässt richtig?

Laut dieser Quelle:


Müsste der Arbeitgeber aber doch die Zeiten vollständig von zu Hause bis zum ersten Kunden zahlen oder hab ich da etwas falsch verstanden? Das Urteil bezieht sich ja gerade auf Mitarbeiter im Außendienst, wenn diese täglich wechselnde Kundschaft haben.
 

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abcabc

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Das Problem ist: Wenn du jetzt deinem Chef sagst, dass du das so nicht akzeptierst, kann der Chef es zu deinem Nachteil ändern. Dann musst du halt um 8:00 Uhr am Firmensitz antanzen, holst dort deinen Dienstwagen ab, fährst die Touren am Tag und musst abends den Firmenwagen wieder bei der Firma abstellen. Wie du zum Firmensitz kommst und abends wieder nach Hause ist dann dein Problem und deine Benzinkosten.
Da dürfte die aktuelle Regelung für dich finanzell besser sein, wenn du mit dem Firmenwagen alle Fahrten machst und dafür maximal 40 min. täglich länger arbeitest.
 

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Ich muss also damit leben täglich bis zu 2 Stunden in meiner privaten Freizeit zu fahren, obwohl ich zu Terminen bei den Kunden unterwegs bin? Das nächste ist dann nämlich auch, dass mir keine Verpflegungspauschale zusteht, da diese mir nur dann zusteht, wenn ich länger als 8 Stunden von zu Hause unterwegs bin, laut den Abrechnungen des Arbeitgebers bin ich dann ja immer weniger als 8 Stunden täglich unterwegs.

Zitat: "
Eintägige Auswärtstätigkeit: Abwesenheit von der Wohnung oder der ersten Tätigkeitsstätte beträgt mehr als 8 Stunden14,– €
"

 

abcabc

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Nein, du musst das natürlich nicht akzeptieren. Aber da du 40 Minuten vom Firmensitz entfernt wohnst, ist es die Frage, ob die aktuelle Regelung nicht besser für dich ist.
Die 80 Minuten zum Firmensitz und zurück müsstest du sonst mit deinem eigenen Auto zurücklegen und den Kraftstoff +Verschleiß selbst zahlen (oder gar mit dem ÖPNV anreisen wenn du kein Auto besitzt). Die 80 Minuten würden dann natürlich auch nicht bezahlt.
 

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Hört sich ja alles nicht so gut an, die Fahrerei geht mir nämlich langsam wirklich gegen den Strich. Am Tag selbst hab ich zum Teil 8-10 unterschiedliche Kunden und muss während des Tages auch dort noch einige Kilometer abspulen. Das wird mir dann doch alles etwas viel. Es kann durchaus sein, dass an einem Tag zwischen 200-300km anfallen.

Hast du noch eine Info wegen des Verpflegungsmehraufwand? Laut dem werden bei weniger als 8 Stunden Abwesenheit auch keine Pauschalen bezahlt.

Regelung ab 1.1.2020: Anhebung der Pauschalen​

Ab 1.1.2020 können nunmehr höhere Pauschalen nach § 9 Abs. 4a EStG geltend gemacht werden.

Diese betragen

  • bei mehr als 8 Stunden Abwesenheit ab dem Jahr 2020 sowie für den An- und Abreisetag einer mehrtägigen auswärtigen Tätigkeit 14 EUR (statt bisher 12 EUR) und
  • bei mindestens 24 Stunden Abwesenheit ab dem Jahr 2020 28 EUR (statt bisher 24 EUR).
Bei einer Abwesenheit von weniger als 8 Stunden werden keine Pauschalen angesetzt.
 

Alter-Sack

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Moin,

bevor ich dir helfen kann, muß ich zunächst wissen, ob in deinem Arbeitsvertrag steht, dass du den Dienstwagen auch privat nutzen darfst?
 

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Nein, eine private Nutzung wird laut Arbeitsvertrag ausgeschlossen. Im Prinzip morgens zum ersten Kunden und nach der Arbeit steht das Auto hier auf meinem Parkplatz. Privat fahr ich damit nicht.
 

Alter-Sack

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Ohne private Nutzung kann dein Arbeitgeber leider jederzeit verlangen, dass du morgens vom Firmensitz losfährst und abends das Fahrzeug dort auch wieder abstellst.
Dann ist die aktuelle Regelung immer noch besser, als jeden Tag mit dem eigenen PKW zur Firma zu fahren.
Sollte es allerdings für deinen Arbeitgeber kostengünstiger sein, dass du von zu Hause losfährst, weil die Entfernung zu den Kunden kürzer ist, als vom Firmensitz, dann besteht vielleicht die Möglichkeit eines Kompromisses, aber ich würde erst die Probezeit abwarten.
Aber auch dabei kann der Schuss nach hinten losgehen, kommt auf den Chef an, was das für ein Typ der ist.
 

ZynHH

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Du bist aber mehr als 8 Stunden ausser Haus, die Zeit zählt vom verlassen des Hauses, nicht von der Ankunft beim Kunden.
Du könntest theoretisch sogar die km von deiner Tür bis zum Firmensitz und zurück als Werbungskosten absetzen, da du den Firmenwagen ja lt Vertrag nicht privat nutzen darfst.
 

#HIV#

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Du könntest theoretisch sogar die km von deiner Tür bis zum Firmensitz und zurück als Werbungskosten absetzen, da du den Firmenwagen ja lt Vertrag nicht privat nutzen darfst.
Sollte das besser ein Steuerberater machen oder könnte ich das auch selbst machen? Will da keine falschen Angaben machen.
 
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