Vermittlungsvorschlag für gefährlichen Beruf ohne Sicherheitskleidung

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Holler2008

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Hallo zusammen!

Heute, (Samstags, typisch) flattert mit (ALG II-Empfänger) ein Vermittlungsvorschlag mit Rechtsfolgebelehrung von der Bundesagentur für Arbeit! (nicht Arge) in den Briefkasten.

Und zwar für einen Job als Müllsortierer.
Dass mir das, als Hochschulabschlußinhaber an den Nerven nagt, lassen wir mal weg.

Ich war schonmal im Sommer in dieser Firma, als sie noch neu war und sich vorgestellt hat.
Dabei habe ich erfahren, dass sie Sicherheitsschuhe verlangen, die sich jedoch der Arbeitnehemer besorgen und bezahlen muss.
Damals hat mir das gereicht um diese Stelle erstmal auszublenden.

Mein Sachbearbeiter bei der Arge meinte noch vor wenigen Wochen, dass er mich nicht an diese Firma vermitteln möchte.

Mittlerweile kenne ich Leute die in der Firma arbeiten, eigentlich im Schichtbetrieb in einer 40 Stundenwoche.

Können aber auch mal 59 Studen werden oder 4 Wochen am Stück ohne freien Tag.
Überstunden wurden nicht bezahlt oder ausgeglichen.

Was mir aber Angst macht ist, in dem Müll (gelber Sack) sind oft Spritzen und Kanülen und man bekommt keine stich-/schnittfesten Handschuhe.
Manchmal müssen mehrmals in der Woche Arbeiter ins Krankenhaus wegen Spritze in der Hand.
Ich habe tierische Angst vor Aids oder auch anderem.

Soll ich mich trotzdem dahin bewerben?
(Rechtschutzversicherung vorhanden)

Ich habe wirklich Angst und zittere im Moment.

Kann mir jemand einen Rat geben?
 

Martin Behrsing

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AW: Vermittlungsvorschlag für gefählichen Beruf ohne Sicherheitskleidung

Schreib der Firma eine Bewerbung mit deinen Gehaltsvorstellungen. Dazu solltest Du einen Satz schreiben, dass Gesundheitsschutz und Sicherheit der Mitarbeiter heute hoher Standad ist und Du dich freust in einer Firma arbeiten zu können, für die das Bereitstellen entsprechender Sicherheitskleidung selbstverständlich ist, wie du gehört hast.

Damit machst du nichts falsch und und landest direkt auf dem Stapel C der Bewerbungen.
 

Holler2008

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Sicher?

Gut werde ich machen.

Aber in der Regel tauschen die innerhalb von zwei Wochen schonmal eine Komplette Schicht aus (wegen solcher Bemängelungen) und nehmen eigentlich jeden der stehen kann.

In diesen zwei Wochen kann ich mir ja auch schon eine Spritze einfangen.
 

Kalkulator

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Da Dir diese Zustände schon vor Abschluss eines Arbeitsvertrages durch Hörensagen bekannt geworden sind, ist es ja nichts Verwerfliches bei einem eventuellen Bewerbungsgespräch konkret nachzufragen und deine Bedenken zu äußern.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass so eine Klitsche nun unbedingt so einen Kritiker am Band haben will, eventuell wiegelt der noch die anderen Beschäftigten auf.
 

Til Gung

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Der Arbeitgeber handelt gesetzwidrig

§ 3 Grundpflichten des Arbeitgebers

(1) 1Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes unter Berücksichtigung der Umstände zu treffen, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit beeinflussen. 2Er hat die Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und erforderlichenfalls sich ändernden Gegebenheiten anzupassen. 3Dabei hat er eine Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten anzustreben.
(2) Zur Planung und Durchführung der Maßnahmen nach Absatz 1 hat der Arbeitgeber unter Berücksichtigung der Art der Tätigkeiten und der Zahl der Beschäftigten 1.für eine geeignete Organisation zu sorgen und die erforderlichen Mittel bereitzustellen sowie
2.Vorkehrungen zu treffen, daß die Maßnahmen erforderlichenfalls bei allen Tätigkeiten und eingebunden in die betrieblichen Führungsstrukturen beachtet werden und die Beschäftigten ihren Mitwirkungspflichten nachkommen können.

(3) Kosten für Maßnahmen nach diesem Gesetz darf der Arbeitgeber nicht den Beschäftigten auferlegen.

ArbSchG - nichtamtliches Inhaltsverzeichnis
 

Holler2008

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und wie erfahre ich welche G's zuständig sind, vor allem wenn ich noch nicht Angestellter bin?

Ist das Ortsabhängig oder Branchenabhängig?
 
E

ExitUser

Gast
Wenn dort solche Zustände herrschen, kann jeder der davon erfährt, diese Meldung machen. :icon_wink: Je mehr beweisbare Details du aber mitliefern kannst, desto leichter haben es die G´s, dort fündig zu werden.


Gruss,
Emily
 

Holler2008

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Folgendes hat sich heute Morgen ereignet.

Anruf von Arbeitsamt (wieder nicht Arge) wärend meiner Schulungsmaßnahme:
heute um 10 ist eine Gruppeninformation bei besagter Firma mit Anwesenheitspflicht.

Vor lauter Schreck bin ich da hingegangen.
Dort waren ca. 30 Arbeitslose, ein Oberer dieser Firma und zwei von der AfA.

Zuerst Anwesenheit abgefragt, dann die Arbeitszeiten und Lohn mitgeteilt.
(7 Euro, 4 Schicht Betrieb, 7 Tage früh, 2 frei, 7 Tage nacht, 3 frei, 7 Tage spät, 2 frei. 50% mehr an Feiertagen, 25 % mehr nachts, aber erst nach 1 Monat)
Die Firma ist keiner Gewerkschaft zugehörig.

Dann Betriebsbesichtigung.
Danach habe ich gefragt ob Sicherheitskleidung nötig ist und er meinte, ja Sicherheitsschuhe, die müssen sie besorgen und zahlen.
Es gäbe auch von der Firma "robustere" Handschuhe aber nicht stichfest.
Dann meinte ich zum anwesenden Afa-Vertreter, da gibt es doch aber Vorschriften,und der sage nur, ich habe doch nicht Jura studiert.

Danach nur noch, wollen Sie anfangen, ja oder nein?
Ich sagte dann: "Ich schicke ihnen eine ordentliche schriftliche Bewerbung per Post"
Er wieder: "Brauch ich nicht, ja oder nein?"
Ich darauf nochmal: "Ich schicke ihnen alles schriftlich"

Dann beim gehen wollten die AfAs nochmal meinen Namen und ich meinte nur noch: "Ja, das glaube ich Ihnen"

Ich habe jetzt immernoch vor, mich wie besprochen zu bewerben.
Am Mi dann habe ich keine Schulung und Zeit für Briefe an Ämter.
 
R

Rounddancer

Gast
Kleine Anmerkung:
Hm, die Firma braucht nicht in der Gewerkschaft zu sein,- die Mitarbeiter sollten in der Gewerkschaft sein.

Wer zahlt nun die Schuhe, die Firma oder die Mitarbeiter?

Auf sonem Sortierband geht es in arger Hektik zu, ich kenne das, das Band läuft sehr schnell und die Leute werden angetrieben, schnell zu machen. Da ohne stichfeste Handschuhe zugreifen zu müssen,- au weja.
Zudem: Es gibt ja nicht ohne Grund ein Feiertagsgesetz,- und ein gesetzliches Arbeitsverbot an Feiertagen, das Arbeit an Sonn- und Feiertagen auf die Bereiche limitiert, bei denen Arbeit an diesen Tagen unbedingt sein muß. Z.B. um Menschen zu versorgen, zu retten, etc. Aber Müll? Der wird auch nicht viel schlechter, wenn er mal den Tag liegt.

Auf sowas würde ich Kirchen, Gewerkschaft und Gewerbeaufsichtsamt ansetzen.

Wenn die 7 EUR/Stunde auch bezahlt werden, ok. Allerdings kenne ich Sortierbetriebe, da läuft die Sortiererei in Wirklichkeit per Akkord,- und das Limit, um die angesagte Lohnhöhe zu erreichen, ist kaum zu schaffen.
 

Kalkulator

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Wie es aussieht brauchen die dringend Leute und stellen jeden ein, der sich noch gradeso auf den Beinen halten kann, die wissen genau, bei einen "Nein" wird eine Sanktion verhängt, das nutzen die gnadenlos aus.
 

Holler2008

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@Kalkulator:
stimmt schon, nur diese Erkenntnis bring mich nicht weiter

Wer zahlt nun die Schuhe, die Firma oder die Mitarbeiter?

Die Mitarbeiter.
Damals habe ich mal dem Ordnungsamt und dem Gemeinderat geschrieben, aber denen war das egal und es waren wohl auch die falschen Stellen.

Kann ich denn dann als einziger im Betrieb der Gewerkschaft beitreten?

Ich werde auch mal mit meinem SB sprechen, der im November noch sagte, er vermittele mich nicht dorthin.
 
R

Rounddancer

Gast
DAS darf schon mal nicht sein. Die Anspruchsgrundlage hat ja jemand hier im Thread bereits zitiert.


Kann ich denn dann als einziger im Betrieb der Gewerkschaft beitreten?
selbstverständlich.
Das wäre dann ver.di (ver.di: Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft).
Kostet für Arbeitslose 2,50 EUR/Monat (wird alle 2 Monate 5 EUR kassiert),

wenn man dann mal wieder was verdient, ich glaube 1% vom Brutto oder so.

Ich werde auch mal mit meinem SB sprechen, der im November noch sagte, er vermittele mich nicht dorthin.

genau.
 

Holler2008

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Habe meinen SB angerufen und der meinte ganz frech, der Vermittlungsvorschlag sei ja nicht von Ihm sondern von der AfA.

Mein Rechtsberater meinte noch, im Voraus könne ich zur Arge nichts wegen der mangelnden Arbeitssicherheit sagen, weil ich noch keine Beweise habe.
Stimmt leider, nichtmal Zeugen die mir erlauben sie zu nennen.

Adresse für Gewerkschaft und Gewerbeaufsichtsamt habe ich gefunden und morgen gehen dahin die Briefe raus, zusammen mit der Bewerbung, wenn nicht noch jemand einen anderen Tipp hat.
 

Holler2008

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Diesen Einwand verstehe ich jetzt nicht. Es geht doch um eine Vollzeitstelle.:confused:
Zumindest "zusätzlich" hat doch eher was mit 1 Euro Jobs zu tun?


Bewerbung ist heute rausgegangen.

Meldung an Gewerbeaufsichtsamt auch.


An die Gewerkschaft habe ich gestern geschrieben, und die sind schon sehr interessiert.
 
G

Gelöschtes Mitglied 4560

Gast
Weiter nerven.
Antrag bei ARGE auf Sicherheitsschuhe stellen. Der muss von ARGE abgeweisen werden mit: "Das ist Sache des Arbeitgebers."
Schon kann ARGE sich nicht mehr unwissend stellen.
 

Holler2008

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So, ich will Euch nicht darüber im Dunkeln lasse wie es weiterging.
Ihr habt mir ja geholfen und seid vielleicht auch neugierig wie es weitergeht.

Von der Firma habe ich bisher nichts mehr gehört. Wenn doch, nehme ich kleindieters Rat an.

Die örtliche DGB Niederlassung hat den Sachverhalt an die zuständige Gewerkschaft (ver.di) weitergeleitet und die bearbeiten das jetzt.

Die Gewerbeaufsicht hat nach langem Weihnachtsurlaub gemailt, dass sie mir nicht helfen können und dass ich erst angestellt sein muss, mich dann an den Vorgesetzten wenden muss und dann an den Betriebsrat, wenn es einen gibt.
Naja angestellt bin ich dort bis jetzt nicht und Betriebsrat werde ich dann erst gründen.

Weiter meinte die Gewerbeaufsicht (ganz klein geschrieben) dass sie den Betrieb regelmäßig, unankekündigt kontrollieren werde.
 

Holler2008

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Runde 2

So, das Stellenangebot hatte sich für mich erledigt.

Jetzt teilt mir mein Vermittlungscoach (ein Thema für sich) am 16.02. mit, dass ihm mein Sachbearbeiter gemailt hat, dass er mir am 13.02. wieder ein Vermittlungangebot für diese Firma geschickt hat und er als Vermittlungscoach mir das schonmal sagen soll.
Gut, stand genauso in der Mail, die habe ich gesehen.

Eigentlich wäre ich wieder gleich vorgegangen, aber bis heute ist der Vermittlungsvorschlag nicht angekommen.
Andere VV jeweils ein paar Tage danach und davor habe ich bekommen.

Stehe ich jetzt unter Zugzwang oder darf ich ungestraft bis zum jüngsten Tag warten?

Neuerdings bekomme ich bei Vermittlungsvorschlägen auch keine Rechtsfolgebelehrung mehr.
Zufall?
 
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