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Vermittlungshemmnisse

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Perendder

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#1
Entschuldigt die Frage, aber ich bin schon zu dumm zum Finden - oder tatsächlich nichts da ?

Thema Vermittlungshemmnisse

Also offiziell ist ja jeder von uns zu 100 % arbeitsfähig und hat keine Probleme eine Arbeit zu finden und anzutreten.

Ist das nicht scheinheilig ?


Gibt es denn irgendwelche Untersuchungen, Erhebungen etc. über Vermittlungshemmnisse ?

kein Telefon

kein PKW

Kind(er)

Schulden

EV

Haft

langjährig arbeitslos

langjährige Erfahrung in Klagen vor Gerichten

keine Ahnung von aktuellen Programmen und deren Bedienung

(nicht vollständig)

Wo hätte man überhaupt noch Chancen mit vielen Vermittlungshemmnissen ?

(nur unter uns - die AVM interessiert das ja überhaupt nicht - selbstverständlich gibt es sofort und in jeder Menge geeignete Jobs wo wir unterkommen)
 

Paolo_Pinkel

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#2
Diese Alibi-Behauptung wird vorgeschoben um den HE die Schuld an ihrer Situation zu geben. Damit soll vom eigentlichen Kern abgelenkt werden, nämlich, daß derzeit nur 367.984 mehr oder minder seriöse Job-Offerten für 5.992.284 erwerbsfähige erwerbslose zur Verfügung stehen. Um diese Tatsache kosmetisch zu verschleiern wird ein Großteil, nämlich 1.656.432 Menschen in sog. Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik wegqualifiziert. Die von dir aufgezählten Beispiele müssen nicht alle zwingend ein Vermittlungshemmnis sein. Es kommt auch auf die Einstellung eines AG an.
 

Arania

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#4
Also offiziell ist ja jeder von uns zu 100 % arbeitsfähig und hat keine Probleme eine Arbeit zu finden und anzutreten.
Wer sagt das? Ich kenne viele Erwerbslose mit Vermittlungshemmnissen
 

franzi

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#5
@ Arania
Was spielst du denn Schönes auf deinem Akkordeon? Das Lied vom Tod? :biggrin:
 

Perendder

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#6
Diese Alibi-Behauptung wird vorgeschoben um den HE die Schuld an ihrer Situation zu geben. Damit soll vom eigentlichen Kern abgelenkt werden, nämlich, daß derzeit nur 367.984 mehr oder minder seriöse Job-Offerten für 5.992.284 erwerbsfähige erwerbslose zur Verfügung stehen. Um diese Tatsache kosmetisch zu verschleiern wird ein Großteil, nämlich 1.656.432 Menschen in sog. Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik wegqualifiziert. Die von dir aufgezählten Beispiele müssen nicht alle zwingend ein Vermittlungshemmnis sein. Es kommt auch auf die Einstellung eines AG an.
Kompliment für diese Zahlen !

Was die Job-Offerten anbelangt, so dürften da wohl ein paar alte zwischenzeitlich vergebene Stellenanangebote auch dabei sein - dann dürften auch welche mit zweifelhafter Seriösität dabei sein - oder ??? Und Amway und andere "Stellen" in denen es keine feste Bezahlung gibt, muß man wohl nicht annehmen - oder ?
Dadurch verringert sich diese Zahl nochmals !

Schöne Grüße
 
E

ExitUser

Gast
#7
nach einer amtsärztlichen untersuchung steht sehr wohl in meinen akten das ich berufsunfähig bin und meinen alten job nicht mehr ausführen kann/darf...
Wie viele Akten bearbeitest Du denn so täglich?
 

Volker

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#8
Wer sagt das? Ich kenne viele Erwerbslose mit Vermittlungshemmnissen
Was auch immer Hemmnisse sind, das grösste Hemmniss sind die Arbeitsplätze. Solange die gesellschaft sich auf die kleinen Hemmnisse der Leute, wirft, bleibt das größte Problem schön aussen vor.


volker
 

Tamina

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#9
Über kranke Erwerbslose wird sogar gesagt, sie würden sich (aus Langeweile?) in die Krankheit "flüchten".
Soll nichts anderes heißen, als "selbst schuld" und "stell Dich nicht so an".

Behinderten wird gesagt, sie sollen nicht auf ihrer Behinderungen "herumreiten":icon_neutral:

Frage mich allen Ernstes, wann man anfängt, unsereins das Alter vorzuwerfen:icon_kotz:
 

Judita

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#11
Tamina, fortgeschrittenes Alter gilt durchaus als Vermittlungshindernis. Damit meine ich nun nicht das Rentenalter, sondern so ab Mitte 40 aufwärts.
Für EEJ oder sinnlose Maßnahmen ist man allerdings nie zu alt.
Judita
 

stummelbeinchen

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#12
Unabhängig von der Anzahl der Stellen, macht es doch einen Unterschied, ob man eine Ausbildung hat oder nicht, Berufserfahrung oder nicht, Kinder oder nicht, gesundheitliche Beeinträchtigungen oder nicht. Es macht einen Unterschied wie alt man ist, wie man aussieht, wie man als Mensch auf andere wirkt, wie man sich als Arbeitnehmer anbietet, welche zusätzlichen Qualifikationen man hat. Eben alles, was einem von den anderen 20 Bewerbern unterscheidet (positiv und negativ). Und keine 2 Menschen gleichen sich.

Sicher gibt es in vielen beruflichen Bereichen wenige Stellen, aber sie sind da (und wenns nur 1 ist). Und nur weil es wenige Möglichkeiten gibt, sage ich doch nicht "ich probiers gar nicht erst, hab ja eh keine Chance" sondern "hm, was kann ich tun, um genommen zu werden". Und bei letzterem muss man selbst eben schauen, was kommt gut beim AG an, was schlecht, was kann man verbessern.
 

Mario Nette

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#13
@stummelbeinchen
Du verdrehst doch dabei total die Dimensionen! Nicht ich habe mich auf Arbeitsplatzkompatibilität zurecht zu stutzen, sondern die Arbeit selbst ist ein Mittel für mich, mein Leben zu organisieren. Wenn ich arbeitsfähig bin - bin ich offensichtlich, wenn ich im SGB-II-Leistungsbezug stehe, dann sagt man mir damit, dass es dem Grunde nach Arbeit gibt, die ich verrichten kann. Vermittlungshemmnisse sind daher nichts anderes als das Eingeständnis der Wirtschaft, dass sie zu blöde/geizig ist, Arbeitsplätze zu schaffen, die den Menschen entsprechen. "Und bei letzterem muss man selbst eben schauen, was kommt gut beim AG an, was schlecht, was kann man verbessern." - Vorurteile-Abbauen auf Arbeitgeberseite ist etwas, was genauso verpflichtend sein müsste ... Die wollen was von mir: Nämlich, dass ich möglichst mehrwerschaffend meine Arbeitskraft möglichst billig an sie verkaufe. Wenn jetzt nach hinzu kommt, dass ich mir auferlegen lassen, wie ich zu husten habe, dann verlangen diese Menschen eindeutig zu viel, wenn sie andererseits nur die Arbeitskraft bezahlen wollen.

Mario Nette
 
E

ExitUser

Gast
#14
Die wollen was von mir: Nämlich, dass ich möglichst mehrwerschaffend meine Arbeitskraft möglichst billig an sie verkaufe.
Das ist ja ein alter Hut und nun wahrlich keine neue Erkenntnis. Dazu muss nicht unbedingt erneut Karl Marx gelesen werden. :cool:
Wir leben und bewegen uns in diesem System und können z. Zt. nur über Ausbildung und Berufserfahrung versuchen einen Arbeitsplatz zu finden.
Daher schließe ich mich diesem Beitrag an:

Unabhängig von der Anzahl der Stellen, macht es doch einen Unterschied, ob man eine Ausbildung hat oder nicht, Berufserfahrung oder nicht, Kinder oder nicht, gesundheitliche Beeinträchtigungen oder nicht. Es macht einen Unterschied wie alt man ist, wie man aussieht, wie man als Mensch auf andere wirkt, wie man sich als Arbeitnehmer anbietet, welche zusätzlichen Qualifikationen man hat. Eben alles, was einem von den anderen 20 Bewerbern unterscheidet (positiv und negativ). Und keine 2 Menschen gleichen sich.

Sicher gibt es in vielen beruflichen Bereichen wenige Stellen, aber sie sind da (und wenns nur 1 ist). Und nur weil es wenige Möglichkeiten gibt, sage ich doch nicht "ich probiers gar nicht erst, hab ja eh keine Chance" sondern "hm, was kann ich tun, um genommen zu werden". Und bei letzterem muss man selbst eben schauen, was kommt gut beim AG an, was schlecht, was kann man verbessern.
 

stummelbeinchen

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#15
@stummelbeinchen
Du verdrehst doch dabei total die Dimensionen! Nicht ich habe mich auf Arbeitsplatzkompatibilität zurecht zu stutzen, sondern die Arbeit selbst ist ein Mittel für mich, mein Leben zu organisieren. Wenn ich arbeitsfähig bin - bin ich offensichtlich, wenn ich im SGB-II-Leistungsbezug stehe, dann sagt man mir damit, dass es dem Grunde nach Arbeit gibt, die ich verrichten kann. Vermittlungshemmnisse sind daher nichts anderes als das Eingeständnis der Wirtschaft, dass sie zu blöde/geizig ist, Arbeitsplätze zu schaffen, die den Menschen entsprechen. "Und bei letzterem muss man selbst eben schauen, was kommt gut beim AG an, was schlecht, was kann man verbessern." - Vorurteile-Abbauen auf Arbeitgeberseite ist etwas, was genauso verpflichtend sein müsste ... Die wollen was von mir: Nämlich, dass ich möglichst mehrwerschaffend meine Arbeitskraft möglichst billig an sie verkaufe. Wenn jetzt nach hinzu kommt, dass ich mir auferlegen lassen, wie ich zu husten habe, dann verlangen diese Menschen eindeutig zu viel, wenn sie andererseits nur die Arbeitskraft bezahlen wollen.

Mario Nette
Ich gebe Dir insofern Recht, dass in einer idealen Welt die Unterschiede kein Nachteil sein sollten und jeder gemäß seiner selbst die passende Stelle finden kann (heißt das nicht Kommunismus?).
Nur leider leben wir nicht in einer idealen Welt und wärest Du Arbeitgeber, Du würdest unweigerlich auch bei einer offenen Stelle maßgebliche Kriterien für Dein zukünftiges Schäfchen aufstellen. Das hat nichts mit Unterdrückung oder Ausbeutung zu tun, denn noch hat das Auswahlkriterium (zumindest bei seriösen Arbeitgebern) weniger mit Geld und mehr mit Eignung zu tun. Und wenn die Eignung eines Stellensuchenden (ob Elo oder nicht) nicht mit den Anforderungen des Arbeitsmarktes übereinstimmt, ist das in meinen Augen die Definition eines Vermittlungshemmnis.

Jeder Arbeitssuchende geht unbewusst bei seiner Suche nach Stellen nach diesem Muster heran. Wo könnte es klappen? Wo passt die Stelle nicht zu mir, weil mir oder der Stelle entscheidende Dinge fehlen? Wo erfülle ich oder die Stelle die Anforderungen?
Und wenn Du in diesem Forum ernsthaft liest, wirst Du feststellen, dass auch hier mit Vorurteilen nicht gespart wird. Das liegt nun mal in der Natur des Menschen. Wir nutzen Vorurteile, um unser Weltbild zu gestalten und schnell neue Eindrücke verarbeiten zu können (die Psychologie lässt grüßen). Auch du bist davon nicht frei, ich auch nicht.

Für bestimmte Berufe sind eben bestimmte Kriterien entscheidend. Wie kann z.B. jemand Lehrer werden wollen, der über kein entsprechendes Stimmorgan verfügt? Was hat es da während meiner Studienzeit für Tränen gegeben, weil man bestimmten Studenten die Weiterführung des Studiums versagte.
Wie kann man einen angehenden Krankenpfleger ausbilden, wenn der kein Blut und andere Körperflüssigkeiten sehen kann. Ein Verkäufer sollte nicht unbedingt seine Zunge verschluckt haben oder stottern (die Stotterer mögen mir verzeihen).
Das alles sind sogenannte "Vermittlungshemmnisse". Auch wenn dieses Wort dämlich klingt. Es ist keine Wertung, sondern lediglich eine Tatsachenfeststellung. Was man daraus macht, ist eine andere Sache.
 

Arania

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#16
Vollkommen korrekt, jeder kann halt nicht alles werden, wer Violinist werden möchte braucht dazu die körperlichen und mentalen Fähigkeiten, er wird sich noch so anstrengen können, wenn die fehlen wird es nicht gelingen, so ist es auch in den sogenannten "normalen" Berufen

Ob man nun Vermittlungshemmnis sagt oder nicht geeignet, was klingt besser?
 
E

ExitUser

Gast
#17
Würden das endlich alle verinnerlichen, hätten wir das Problem mit den Dumpinglöhnen vermutlich gar nicht, zumindest nicht in dieser Form.
Aber der Mensch ist zuerst einmal Egoist.

@stummelbeinchen
Du verdrehst doch dabei total die Dimensionen! Nicht ich habe mich auf Arbeitsplatzkompatibilität zurecht zu stutzen, sondern die Arbeit selbst ist ein Mittel für mich, mein Leben zu organisieren. Wenn ich arbeitsfähig bin - bin ich offensichtlich, wenn ich im SGB-II-Leistungsbezug stehe, dann sagt man mir damit, dass es dem Grunde nach Arbeit gibt, die ich verrichten kann. Vermittlungshemmnisse sind daher nichts anderes als das Eingeständnis der Wirtschaft, dass sie zu blöde/geizig ist, Arbeitsplätze zu schaffen, die den Menschen entsprechen. "Und bei letzterem muss man selbst eben schauen, was kommt gut beim AG an, was schlecht, was kann man verbessern." - Vorurteile-Abbauen auf Arbeitgeberseite ist etwas, was genauso verpflichtend sein müsste ... Die wollen was von mir: Nämlich, dass ich möglichst mehrwerschaffend meine Arbeitskraft möglichst billig an sie verkaufe. Wenn jetzt nach hinzu kommt, dass ich mir auferlegen lassen, wie ich zu husten habe, dann verlangen diese Menschen eindeutig zu viel, wenn sie andererseits nur die Arbeitskraft bezahlen wollen.

Mario Nette
 

Tamina

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#18
Vollkommen korrekt, jeder kann halt nicht alles werden,
Richtig, nur in den meisten EGVs steht drin, daß man lt. Gesetz ALLES zu tun habe, um seine Bedürftigkeit zu mindern oder zu beenden.
Der zweite Teil des Satzes, so wie er im Gesetz steht ( sinngemäß: soweit man körperlich, geistig und seelisch dazu in der Lage ist), wird - warum auch immer - fein säuberlich weggelassen.

Selbst die Regiondirektion (nach einer Beschwerde von mir)hat es mir so geschrieben, daß ich alles zu hätte.
Damals ging es um einen als Stellenangebot getarnten Ein-Euro-Job auf dem Bauhof, wo ich als Schwerbehinderte mit zahlreichen Einschränkungen (lt. Gutachten) schwere körperliche Arbeit hätte tun sollen.

Du siehst also, erstmal interessiert sich die ARGE überhaupt nicht dafür, ob Du eine Arbeit schaffen kannst oder nicht. Sie kommen immer erstmal mit dem Argument, man müsse alles tun und mit der Drohung, was passiert wenn man nicht...usw.

In meinem Fall wurde mir nach meiner Beschwerde vom SB noch vorgeworfen, ich hätte es ja wenigstens versuchen können......:icon_neutral:

Auf meine Frage ob vielleicht z.B. auch ein Epileptiker erstmal versuchen solle, Maschinen oder Auto's zu fahren, darauf erhielt ich leider keine Antwort......
 

Arania

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#19
Nun auch das ist von ARGE zu ARGE verschieden, bei mir hat man auf die gesundheitlichen Einschränkungen Rücksicht genommen, vielleicht weil ich von Anfang an sehr energisch darauf hingewiesen habe, es wurde nur einmal ein Versuch gestartet mir einen 1-Euro-Job aufzudrängen, den ich auch abgewiesen habe

Genau deswegen mag ich keine Vereinheitlichungen, egal wen es trifft
 

Tamina

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#20
Dann hast Du Glück mit Deiner ARGE:icon_smile:

Ich selbst bin immer sachlich, energisch und das wird mir leider als "uneinsichtig und ablehnend" ausgelegt.
Dahinter streckt aber meist der Frust des SB, weil ich eben informiert bin und man mich deswegen nicht verschaukeln kann.

Jedenfalls setze ich mich nicht der Gefahr für die eigene (Rest)Gesundheit aus, eine Arbeit zu "versuchen", die ich überhaupt nicht bewältigen kann.
 

Mario Nette

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#21
Ich beneide Arania ein wenig - in ihrer Stadt läuft immer alles gut ab. Vielleicht sollte ich noch einmal umziehen. Wo müsste ich dann hinziehen?

@stummelbeinchen
Du führtest zum Thema "Vermittlungshemmnisse" folgendes auf (ich mache mal eine Liste daraus):
- Ausbildung(en)
- Berufserfahrung
- Kind(er)
- Gesundheitliche Beeinträchtigung(en)
- Alter
- Aussehen
- passive Wirkung
- aktive Wirkung
- Qualifikationen
- etc.

Hans-Werner Sinn hat demzufolge eine ganze Reihe Vermittlungshemnnisse, vor allem, wenn wir ihn als Kapitän eines Kreuzfahrtschiffs einstellen wollen. Oder als Profi-Ringer. Oder als Reetdachdecker. Oder ... Aber wenn ich ihn ans Fließband stellen soll oder er die Straße fegen soll, Klos und Scheiben putzen soll, was ist dann noch mit den Hemmnissen? Und genau das ist ja, was im SGB II abgeht: Einerseits das Herunterstufen auf Helfertätigkeiten, die keine Ausbildung voraussetzen und andererseits des gebetsmühlartige Vorbeten, das mache die ARGE nur deswegen, weil man so viele Vermittlungshemmnisse habe. Ja, es stimmt: Nicht jeder kann Solaranlagen konzipieren oder Müllcontainer schieben. Nicht jeder kann Bankberater werden oder Schleusenwart. Nur man sollte vielleicht auch bei jedem einzelnen Angebot darüber nachdenken, was denn ein Vermittlungshemmnis meiner Person ist und was nur aus Unflexibilität der Arbeitgeber hemmend wirkt. Und dazu ist nicht der "Maximalmensch" als Maßstab anzulegen, sondern der gesellschaftliche Durchschnitt. Mal ein Beispiel: Idealisieren wir das Mengenverhältnis von arbeitsfähigen Frauen und Männern auf 1:1. Dann dürfte bei der Einstellung das Vorhandensein von Kindern durch Betrachtung des gesellschaftlichen Durchschnitts kein Kriterium (und schon gar kein Hemmnis) sein. Mir ist natürlich bewusst, dass momentan Alter als ein wesentliches Hemmnis, Arbeit aufnehmen zu dürfen gesehen wird. Nur: Wer kann daran etwas ändern? Ich selbst kann ja nicht jünger werden ...

Mario Nette
 

Rwasser

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#22
Das größte Vermittlungshemmnis ist einfach die Tatsache, dass niemand mehr ohne Bezahlung arbeiten will. Das war früher, als es noch die Leibeigenschaft gab, auch besser.
 

stummelbeinchen

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#23
@ MarioNette

Das können Hemmnisse sein, muss aber nicht. Das kann ja bei jedem unterschiedlich sein.

Nehmen wir mal das Alter als Beispiel:

Bei einem 50jährigen Bauarbeiter und vielleicht noch wenigen Stellen, würde ich das Alter durchaus als Hemmnis bezeichnen.

Bei einem 50jährigem Arzt würde ich das Alter auf keinen Fall als Hemmnis bezeichnen.

Ein 22jähriger Betriebswirt hat bei einer Bewerbung als Geschäftsführer mit Sicherheit schlechtere Karten als ein 50jähriger Betriebswirt.

Bei dem Problem nicht vorhandener Berufserfahrung seh ich das ähnlich:
Ein Absolvent der Fachrichtung Maschinenbau hat mit Sicherheit trotz fehlender Berufserfahrung kaum Probleme eine Stelle zu finden, ein Absolvent der Fachrichtung Psychologie hat da schon mehr Probleme.

Eine Freundin von mir ist aufgrund ihrer Scheidung und Sorgerechtsstreit depressiv geworden und hat dadurch ihren Job verloren. Da spielte die Gesundheit eine entscheidene Rolle bei der Stellensuche. Solange es ihr schlecht ging, war das eine reine Katastrohe. Nach ihrer Behandlung und Gesundung, gings dann relativ schnell mit einer neuen Stelle.

Beispiel: Außenwirkung

Wenn ein Bewerber still und leise im Gespräch ist und ganz neutral über sich berichtet, hat er schlechtere Karten als ein anderer Bewerber, der offen, mitreißend ist und sich zu verkaufen weiß (ich meine nicht, dass er lügt).

Die Liste ist in keinster Weise abschließend. Da gibt es noch tausend weitere mögliche Probleme oder Hinderungsgründe. Spontan fallen mir Schulden ein oder Suchtproblematik. Ich habe mal von Bekannten gehört, dass ein Schlosser (typische Montagearbeit bei uns), nicht mehr auf Montage gehen konnte, weil er so geschnarcht hat, dass keiner mehr das Zimmer mit ihm teilen wollte. Klingt lustig, war aber für ihn eine Katastrophe.

Was ich damit sagen will: Es kommt eben auf die Anforderungen im jeweiligen Job und auch dem Stellenmarkt an, was ein Hemmnis sein kann oder nicht.
 

Donauwelle

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#24
Nun - man muss auch unterscheiden zwischen Hindernissen beim Job selbst - und Hindernissen bei der Vermittlung.

Gerade z.B. in Backofficetätigkeiten oder auch am Fließband sind viele sind Alter, ggf. der Gesundheitszustand oder auch das Aussehen eher unwichtig (wenn nicht sogar positiv) für die Tätigkeit - sind aber eben ein Vermittlungshemmnis, weil sich Personalentscheider subjektiv davon leiten lassen. Auch ggf. Fähigkeiten wie Selbstdarstellungsvermögen (viel Dampf und nichts dahinter...) etc.

Nun - und manche Hemmnisse - wie z.B. die körperlichen Wehwehchen sind für typische Hilfsarbeitsjobs mit Körpereinsatz (die einzigen, in die die ARGEN scheinbar vermitteln) da - für den qualifizierten Job, den man früher ausgeübt hat, ist die "Arbeitslosigkeitszeit" selbst aber häufig das größte Hindernis.
 
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